Coco Chanel exhibition reveals fashion designer was part of French resistance

Previously unseen documents to go on display at V&A alongside evidence of her collusion with Nazis. A major retrospective of Coco Chanel has unearthed evidence that the fashion designer was a documented member of the French resistance. The previously unseen documents will go on display, along with contradictory evidence that she operated as a Nazi agent. The documents relating to Chanel’s activities in wartime Paris strike a serious note within what is likely to be the most glamorous exhibition of the year, with more than 50 tweed suits – including a bubblegum pink set belonging to Lauren Bacall – on view at Gabrielle Chanel: Fashion Manifesto, when it opens at the V&A in London on 16 September. “We couldn’t do a show about Chanel and not address her wartime record,” said the curator, Oriole Cullen, who has expanded a show first created at the Palais Galliera in Paris in 2020 with a new curation that delves more deeply into Chanel’s links with Britain as well as her wartime activities. Previously unseen documents highlight the name “Gabrielle AKA Coco Chanel” on a list of 400,000 people whose part in the resistance is backed up by official records. “We have verification from the French government, including a document from 1957, which confirms her active participation in the resistance,” said Cullen. The museum will also display strong evidence that Chanel collaborated with the Germans in occupied Paris, including transcripts of postwar interrogation of three Nazi officials who all separately name her as a trusted source.

via guardian: Coco Chanel exhibition reveals fashion designer was part of French resistance

AfD-Spitzenpolitiker verharmlost deutsche Geschichte – „Waren keine Verbrecher“

AfD Europaparlamentarier: Krah redet NS und DDR-Vergangenheit schön. „Unsere Vorfahren waren keine Verbrecher“ Maximilian Krah ist Mitglied des Europäischen Parlaments und Spitzenpolitiker der AfD. Der 46-Jährige ist bereits mit zweifelhaften Beziehungstipps auf TikTok aufgefallen war. In einem kurzen Clip suchte er den Grund dafür, dass, wie er sagte, jeder dritte junge Mann noch keine Freundin gehabt habe, darin, dass diese die Grünen wählten, lieb, schwach und soft seien. Nun postete er ein weiteres Video, indem er die Vergangenheit Deutschlands verharmloste, sich gewisse Zustände der deutschen Geschichte sogar zurückwünschte. AfD-Politiker: „Unsere Vorfahren waren keine Verbrecher“ Krah steht vor einem waldähnlichen Hintergrund, während er ernsthaft in die Kamera spricht. Es könnte ein Waldfriedhof sein, Grabsteine sind zu erkennen. Begraben sind auch diejenigen, über die der AfD-Politiker reden will. „Unsere Vorfahren“ seien keine Verbrecher, man könne stolz darauf sein, und auch auf das, was sie aufgebaut haben. „Deutsche Lieder, deutsche Wertarbeit, deutsche Gedichte, deutsche Gedanken“, das alles seien Dinge, für die Deutschland in der ganzen Welt mehr gemocht werde, als von seinen eigenen Politikern, Lehrern und Professoren.

via derwesten: AfD-Spitzenpolitiker verharmlost deutsche Geschichte – „Waren keine Verbrecher“

Bundesarchiv Bild 101I-166-0527-04, Kreta, Kondomari, Erschießung von Zivilisten.jpg
Von Bundesarchiv, Bild 101I-166-0527-04 / Weixler, Franz Peter / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

“Opfer-Täter-Umkehr” : #Aiwanger weicht Kritik des #Zentralrats aus

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden wirft Hubert Aiwanger die “Opfer-Täter-Umkehr” in der Flugblatt-Affäre vor. Reue und Demut fehle ihm. Aiwanger bleibt stumm. Bayerns Vize-Regierungschef Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat eine öffentliche Stellungnahme zu neuer Kritik des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, abgelehnt. Schuster hatte am Montagabend in den ARD-“Tagesthemen” unter anderem beklagt, dass er “Reue und Demut” bei Aiwanger “nicht feststellen” könne. Und er kritisierte, dass das Mittel der “Opfer-Täter-Umkehr”, das der Freie-Wähler-Chef gewählt habe, “überhaupt nicht geht”. Auf Schusters Kritik wollte Aiwanger, der an der Pressekonferenz nach der normalen Kabinettssitzung teilnahm, nicht eingehen: Er könne “dazu jetzt keine Antwort geben”. Auch auf Nachfrage, ob er nach Schusters Kritik eventuell Konsequenzen ziehen, bestimmte Dinge nicht mehr tun wolle, also etwa den Kampagnen-Vorwurf nicht mehr erheben wolle, sagte er lediglich, er wolle “in diesem Rahmen hier keine Antwort darauf geben”.

via zdf: “Opfer-Täter-Umkehr” :Aiwanger weicht Kritik des Zentralrats aus

KZ-Gedenkstätten lehnen Besuch von #Aiwanger ab

Der Antisemitismusbeauftragte hat Hubert Aiwanger im Flugblattskandal zu einem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau geraten. Dort und an anderen Erinnerungsorten hält man wenig von solcher Inszenierung im Wahlkampf. Geht es nach Hubert Aiwanger, so will der Spitzenkandidat der Freien Wähler in Bayern den Skandal um ein antisemitisches Flugblatt am liebsten möglichst schnell loswerden: Beim Jahrmarkt Gillamoos blieb es überraschend still zu dem Thema . Doch solch eine Verfehlung im Landtagswahlkampf vorschnell abschütteln? Das ist aus Sicht des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung genau das falsche Signal. »Es wäre jetzt ein gutes Zeichen, wenn er nicht nur das Gespräch mit den jüdischen Gemeinden, sondern auch mit den Gedenkstätten in Bayern sucht und deren wichtige Arbeit stärkt, etwa durch einen Besuch in Dachau«, sagte Felix Klein dem Redaktionsnetzwerk Deutschland  (RND). Durch solch einen Besuch, so Klein, käme Aiwanger »seiner Vorbildfunktion als verantwortlicher Politiker nach«. »In Gedenk­stätten wird kein Ablasshandel betrieben« Nur, vor Ort hält man wenig vor solchen gerne auch medial inszenierten Besuchen. »Von öffentlichkeitswirksamen politischen Besuchen im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl möchte die KZ-Gedenkstätte Dachau absehen«, sagte eine Sprecherin der »taz« . Das Konzentrationslager nahe München diente den Nationalsozialisten einst als Prototyp für andere Lager, mehr als 200.000 Menschen waren dort inhaftiert, Zehntausende wurden getötet oder starben an Hunger. (…) Der Leiter der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Thüringen äußerte sich in der »taz« ebenfalls zu möglichen Besuchen. Damit werde »das Problem auf diejenigen abgewälzt, die für die Erinnerungskultur einstehen«, sagte Jens-Christian Wagner. Und: »In Gedenk­stätten wird kein Ablasshandel betrieben.«

via spiegel: KZ-Gedenkstätten lehnen Besuch von Aiwanger ab

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma befürchtet Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma weist die jetzt vorgelegte öffentliche Entschuldigung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Bayerns Hubert Aiwanger als nicht-ernst gemeint zurück. Sein Verhalten gegenüber den Millionen Ermordeten jüdischer Menschen und Sinti und Roma entschuldigt Herr Aiwanger heute mit seinem damaligen jugendlichen Alter. Dabei sieht sich Herr Aiwanger selbst als ein Opfer einer politischen Kampagne und weist gleichzeitig die öffentliche Kritik an seiner Person zurück. Dies kann nicht akzeptiert werden. Dieser unfassbare Zynismus ist unverzeihlich. Er schadet den Bemühungen von Bildungseinrichtungen, die die Verantwortung für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat übernehmen, und stärkt das Agieren von demokratiefeindlichen Parteien. Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sieht in dieser aufgeheizten Diskussion auch eine gesellschaftspolitische Klimaveränderung, deren Ziel die Stärkung eines neuen Rechtsextremismus und Nationalismus ist.

via zentralrat sinti un d roma: Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma befürchtet Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen

https://twitter.com/Buchenwald_Dora/status/1698719693501038781

Rechte Tendenzen in der BRD der 1980er : Zimmermann und die Völkische Jugend

Was war das für eine Zeit, als die Aiwanger-Brüder zur Schule gingen? Es war eine dunkelbraune Zeit, in der eine rechtsextreme Jugendkultur entstand. Bei der Betrachtung des antisemitischen Aiwanger-Flugblatts ist neben der persönlichen Schuld der Urheberschaft vor allem der gesellschaftspolitische Kontext zu beachten, in dem das Flugblatt entstanden ist. Auch ist die Frage zu klären, warum der jugendliche Hubert glaubte, seine Mit­schü­le­r*in­nen mit Hitler-Parodien erheitern zu können? 1988, als das Flugblatt erscheint, tickt ein Teil der um 1970 in Westdeutschland Geborenen rechts, national und völkisch. In diesen Jahren sind rechtsradikale Hooligans, neonazistische Kameradschaften (Michael Kühnen und andere), rechte Skinheads, rechte Rockbands, Holocaust-Leugnung und Geschichtsrevisionismus immens erfolgreich unter der westdeutschen Jugend. Es ist eine Subkultur, die vor allem die Gleichaltrigen aus türkischen, jugoslawischen, griechischen und marokkanischen Familien als Bedrohung sieht. Unter diesen Jugendlichen kursieren Witze, die den türkischen Einwanderern ein ähnliches Schicksal wie den Juden in Aussicht stellt. Und antisemitische und antitürkische Videospiele. In einer Berliner Mailbox taucht 1986 ein „Anti-Türken-Test, Made in Buchenwald – Copyright by Hitler und Hess“ auf. Darin heißt es: „Mit diesem Programm können unsere deutschen Freunde feststellen, ob sie Türken mögen oder lieber ohne Kopf sehen würden.“ Antworten auf die „Testfragen“ belohnt der Bildschirm mit „Bravo Hitlerjunge!“ oder „Falsch – ab nach Auschwitz!“ Die Ähnlichkeit der Inhalte von Anti-Türken-Test und Aiwanger-Flugblatt ist kein Zufall. Es drängt sich die Frage auf, in welche Netzwerke die Verfasser der Flugblatts in den Jahren 1987/1988 eingebunden waren. Das Flugblatt und der Anti-Türken-Test werden im Kontext der „geistig-moralischen Wende“, die Helmut Kohl 1982 ankündigte, verständlicher. Sie sind jugendlich-extreme Zuspitzungen gesellschaftlicher Debatten der politischen Mitte in jenen Jahren. Im Mai 1983 ruft Innenminister Zimmermann (CSU) die „Türkenfrage“ aus: „Ein friedliches Zusammenleben wird nur möglich sein, wenn die Zahl der Ausländer bei uns begrenzt und langfristig vermindert wird, was vor allem die großen Volksgruppen (Türken) betrifft.“

via taz: Rechte Tendenzen in der BRD der 1980er :Zimmermann und die Völkische Jugend

#Söders #Aiwanger-Treue :Es geht um #Macht, nicht um #Moral

Söder hält am Freie-Wähler-Chef fest, weil er ihn nach der Bayernwahl braucht. Um die Sache ging es bei der Flugblatt-Affäre längst nicht mehr. Der entscheidende Satz fiel in der vorletzten Minute: „Wir werden in Bayern die bürgerliche Koalition fortsetzen. Es wird definitiv kein Schwarz-Grün geben.“ Man tritt Markus Söder bestimmt nicht zu nahe, wenn man ihm unterstellt, dass genau das der eigentliche Beweggrund dafür ist, an Hubert Aiwanger festzuhalten, der längst nicht mehr nur das Enfant terrible seines Kabinetts ist. Mit Moral, mit einer ausgewogenen Beurteilung des Verhaltens Aiwangers in der vergangenen Woche hat diese Entscheidung nichts zu tun. Das zeigt sich schon an den fadenscheinigen Begründungen. Er wolle keine Vorverurteilung vornehmen. Aber was heißt hier Vorverurteilung? Verurteilung vor was? Diesen Satz hätte man direkt nach der ersten Veröffentlichung der Süddeutschen Zeitung bringen können. Aber nun geht es um das seitherige Verhalten Aiwangers. Dieses allen Ernstes als unglückliches Krisenmanagement zu bezeichnen, bedarf schon einer Extraportion Chuzpe. Man erinnere sich an das Silvestervideo von Christine Lambrecht, das Energiekrisenmanagement von Robert Habeck. Hier hätte man die Vokabel „unglücklich“ vielleicht gebrauchen können. Söder hingegen forderte die Entlassung der beiden. Aber Moral ist bei Söder immer nur die Moral der anderen. Jetzt dürfe nichts mehr dazukommen, hat Söder vor ein paar Tagen noch großspurig gefordert, und er erwarte eine umfangreiche und glaubwürdige Beantwortung seines Fragenkatalogs. Nun lässt er Aiwanger aber etwa mit der Behauptung durchkommen, er wisse nicht, wie die Flugblätter in seine Schultasche gekommen seien. Auch die windelweiche Pseudoentschuldigung seines Vize lobt er als richtig und notwendig. Und dass er sich von dem Flugblatt distanziert habe, spreche für Aiwanger. Hallo? Allein dass Söder offenbar in Betracht zieht, es könne möglich sein, sich nicht von diesem Machwerk zu distanzieren, lässt einen sprachlos zurück.

via taz: Söders Aiwanger-Treue :Es geht um Macht, nicht um Moral

siehe auch: “Ein trauriger Tag” – Opposition kritisiert Söders Entscheidung Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bleibt im Amt – das hat Ministerpräsident Söder entschieden. Die Opposition in Bayern äußert sich empört. SPD-Chef von Brunn nennt Aiwanger eine “Schande Bayerns”, Grüne und FDP sehen ein Versäumnis Söders. Bayerns SPD-Chef Florian von Brunn hat die Entscheidung von Ministerpräsident Söder, an Wirtschaftsminister Aiwanger festzuhalten, mit deutlichen Worten kritisiert. Er sprach von einem “traurigen Tag für das Ansehen von Bayern in Deutschland und der Welt”. Dass die CSU “einen aktiven Rechtspopulisten und früher auch rechtsradikal tätigen Aktivisten als Stellvertreter in der Regierung akzeptiert, ist ein negativer Höhepunkt in der Geschichte von Nachkriegsdeutschland”, erklärte der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Und im BR24 extra am Sonntag Abend legte von Brunn nach: “Wie soll jemand den Freistaat repräsentieren, der rechtsradikale Positionen vertreten hat?” Bei Aiwangers Aussagen handele es sich um “keinen Einzel-, sondern einen Regelfall”, so von Brunn. Seine Entschuldigungen seien “zu spät, zu unvollständig und auch zu uneinsichtig” gewesen. Die Angriffe und Vorwürfe gegen Medien seien “unvereinbar mit der Pressefreiheit und mit der Bayerischen Verfassung”. Solch eine Person sei “kein Stellvertreter, sondern eine Schande Bayerns”. (…) Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte, Söders Entscheidung bedeute einen Schaden für das Ansehen Deutschlands. “Herr Söder hat nicht aus Haltung und Verantwortung entschieden, sondern aus schlichtem Machtkalkül”, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Umgang mit Antisemitismus dürfe aber “keine taktische Frage sein”. Aiwanger habe sich weder überzeugend entschuldigt noch die Vorwürfe überzeugend ausräumen können, fügte Faeser hinzu: “Stattdessen erklärt er sich auf unsägliche Weise selbst zum Opfer – und denkt dabei keine Sekunde an diejenigen, die noch heute massiv unter Judenfeindlichkeit leiden. So verschieben sich Grenzen, die nicht verschoben werden dürfen.” Sie betonte: “Dass Herr Söder dies zulässt, schadet dem Ansehen unseres Landes.”