Böhmermann schockt mit AfD-Satire – diese Lkw-Szene sorgt für mächtig Wirbel

Jan Böhmermann sorgt mit einer Satire über AfD-Politiker Ulrich Siegmund für Aufmerksamkeit. Sofort gibt es Gegenwind. Die AfD steht im Mittelpunkt einer neuen Satire-Debatte. Ein TV-Beitrag spielt unverkennbar auf einen ihrer Politiker an. Die Reaktionen fallen scharf aus. Die Szene stammt aus dem „ZDF Magazin Royale“. Sie sorgt nicht nur bei AfD-Anhängern für Empörung.(…) Jan Böhmermann knattert in dem Beitrag auf einer blauen Simson Schwalbe durchs Bild. Die Inszenierung erinnert an die Wahlkampf-Auftritte von AfD-Politiker Ulrich Siegmund. Er fuhr dafür auf einem DDR-Moped und gewann später die Wahl. Dann taucht ein Lastwagen auf. Er überfährt Moped und Fahrer. Anschließend setzt er zurück und überrollt das Unfallopfer erneut.

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siehe auch: Umstrittene Szene: ZDF stellt sich hinter Kölner Moderator. Jan Böhmermann steht wegen eines Ausschnitts aus seiner ZDF-Sendung im Umfeld der AfD in der Kritik. Nun stellt sich sein Sender hinter den Kölner Moderator. Fast zwei Wochen nach der Ausstrahlung sorgt eine Szene aus dem in Köln produzierten “ZDF Magazin Royale” für Streit. Beim ZDF-Fernsehrat sind nach Senderangaben inzwischen Programmbeschwerden im unteren dreistelligen Bereich eingegangen. Nun stellte sich der Sender hinter seinen Moderator Jan Böhmermann. (…) Das ZDF wies die Kritik daraufhin zurück. Das “ZDF Magazin Royale” setze sich satirisch mit aktuellen Themen auseinander, erklärte eine Sendersprecherin. Dazu gehöre auch, “ironische Mehrdeutigkeit als Stilmittel zu nutzen, um Pointen zu erzeugen”. Zudem habe sich das Motiv der “politisierten Marke Simson” durch die gesamte Sendung gezogen, ohne auf bestimmte Personen Bezug zu nehmen. Das Gefährt sei auch im sogenannten “Cold Opener” zu Staffelbeginn aufgetaucht. (…) Solche besonderen Einstiege gibt es laut ZDF jeweils in der ersten Sendung einer Staffel. Böhmermann sei dabei in der Vergangenheit bereits bei verschiedenen Aktionen “verunglückt”. Der Sender teilte außerdem mit, es werde geprüft, ob ein sogenanntes Mehrfachbeschwerdeverfahren eingeleitet wird. Auch Böhmermann selbst nahm am Mittwoch Bezug auf die Debatte. Er kritisierte die aus seiner Sicht künstliche und politisch motivierte Aufregung. Auf Instagram schrieb er, hoffentlich komme eines Tages jemand darauf, “dass es die Kernstrategie rechtsextremer Alternativmedien ist, rechtsextremen Lügenquatsch im Internet zu verbreiten, so Empörung zu schüren und darauf zu setzen, dass ‘normale Medien’ alles einfach unkritisch abschreiben”.

„Keine Tickets für AfD-Wähler“: Brandenburger AfD-Politiker erstattet Strafanzeige gegen Kurt Krömer

Kurt Krömer will keine AfD-Wähler bei seiner Lesung sehen. Nun hat ein AfD-Bundesvorstandsmitglied Strafanzeige gestellt und eine Petition gestartet. Der Comedian Kurt Krömer stößt mit seiner Kritik an der AfD und ihren Wählern auf Widerstand in der Partei. Der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch, der Mitglied des Bundesvorstands ist, erstattete gegen Krömer Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Beleidigung. Krömer macht in einem Instagram-Beitrag vom 9. Oktober deutlich, dass er keine Wähler der AfD bei seiner Lesung im nächsten Jahr sehen will. „Ich wollte mich an dieser Stelle auch nochmal an unsere geistig abgehängten Freunde von der AfD richten“, sagt er darin. „Keine Tickets für AfD-Wähler, ja? Euer Geld möchte ich nicht, das stinkt – genauso wie ihr. Außerdem habe ich keine Lust, auf der Bühne zu stehen und in irgendwelche Schweinegesichter zu gucken.“ „Wir haben die pauschale Herabwürdigung von Menschen“, sagte Hohloch über seine Strafanzeige gegen Alexander Bojcan, wie Krömer mit bürgerlichem Namen heißt. „Wir reden hier nicht nur über AfD-Mitglieder, wir reden über eine viel größere Gruppe und zwar die der AfD-Wähler.“

via tagesspiegel: „Keine Tickets für AfD-Wähler“: Brandenburger AfD-Politiker erstattet Strafanzeige gegen Kurt Krömer

siehe auch: Wähler als „Schweinegesichter“ bezeichnet – AfD-Politiker erstattet Strafanzeige gegen Kurt Krömer. AfD-Landtagsabgeordneter Dennis Hohloch zeigt Komiker Kurt Krömer wegen Volksverhetzung und Beleidigung an. Krömer hatte AfD-Wähler als „Schweinegesichter“ bezeichnet. (…) Der AfD-Politiker Hohloch startete eine Online-Petition mit dem Titel „AfD-Wähler als ‚Schweinegesichter‘ – ZDF muss die Zusammenarbeit mit Kurt Krömer beenden!“. Krömer kommentierte am Mittwoch die Petition, ging dabei aber nicht auf die Strafanzeige ein. In einem Reel bei Instagram veröffentlichte er ein Foto von Hohloch und schrieb: „Der Mann hinter der ZDF Petition“ mit zwei lachenden Smileys. Darunter stand: „Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag gehört zu einer Gruppe von Abgeordneten des Landesverbandes, die der Verfassungsschutz Brandenburg namentlich als gesicherte Rechtsextremisten führt.“

https://www.instagram.com/kurt_kroemer_berlin/reel/DePR_mMoos3

Eklat am Gedenktag Die Polizei Halle ermittelt gegen Demonstrierende

Die Blockade der jüdischen Studierendenunion in Halle hat ein Nachspiel: Die Polizei ermittelt, weil Landtagsvize Tillschneider (AfD) als „Nazi“ beschimpft worden sei. Nach dem Eklat beim Gedenken an den rechtsterroristischen Anschlag in Halle am vergangenen Freitag ermittelt nun die Polizei. Und zwar offenbar gegen Menschen, die sich gegen die Anwesenheit des neu gewählten Landtagsvizepräsidenten gewandt hatten – Hans-Thomas Tillschneider von der AfD. Die Polizei hat Ermittlungen gegen „namentlich noch unbekannte Personen“ im Zusammenhang mit der friedlichen Blockade gegen den Rechtsextremisten bestätigt. Es bestehe der Verdacht der Beleidigung, heißt es von der Polizei auf taz-Anfrage: „Nach dem bisherigen Ermittlungsansatz besteht der Verdacht, dass der Landtagsvizepräsident im Zusammenhang mit einer Menschenkette vor dem Eingang der Synagoge als ‚Nazi‘ bezeichnet wurde.“ Gegenstand der noch andauernden Ermittlungen sei, ob die vermeintliche Beleidigung überhaupt gefallen ist und wenn ja, unter welchen konkreten Umständen. Die Ermittlungen seien von Amts wegen aufgenommen worden. Das heißt: Niemand hat Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt von sich aus. Bekannt gemacht hatte das zuerst Tillschneider selbst in einer Einlassung im Landtag. Er gab an, keine Anzeige erstattet zu haben. Woher er exklusiv von den Ermittlungen wusste, beantworteten bislang weder die Polizei noch Tillschneider.

via taz: Eklat am Gedenktag Die Polizei Halle ermittelt gegen Demonstrierende

Germanische Neue Medizin: Wie Hamers Lehre heute verbreitet wird

Die Germanische Neue Medizin gilt als widerlegte und gefährliche Pseudomedizin. Eine aktuelle Recherche zeigt: Hamers Lehre wird heute über Telegram-Gruppen, KI-Angebote und Seminare weitergegeben. Der Glaube daran kann tödlich enden. Seminare mit Nähe zur “Germanischen Neuen Medizin” (GNM) werden nach BR-Recherchen im Jahr 2026 auch über Paracelsus-Heilpraktikerschulen angeboten. Ein Kurs in Dresden mit dem Titel “Germanische Heilkunde – Krankheiten verstehen lernen und auflösen” richtet sich ausdrücklich an Menschen, die therapeutisch arbeiten. Im Seminarraum hängt die “Hamersche Tabelle”. Mit der Tabelle ist ein großes Poster gemeint, auf der beschrieben ist, wie Krankheiten laut der GNM verlaufen, vor allem wie man sie vermeintlich loswird. Außerdem sind da Pseudo-Lehrbücher von Ryke Geerd Hamer. Nach der GNM sind Krankheiten Ausdruck eines Konflikts Die Germanische Neue Medizin geht auf den ehemaligen Arzt zurück. Hamer postulierte, jede Krankheit sei Ausdruck eines Konflikts. Krebs sei kein “Feind”, sondern ein “sinnvolles biologisches Sonderprogramm”. Operationen, Bestrahlungen und Medikamente gelten in diesem System als Störungen dieses Programms. Hamers Habilitation wurde 1982 von der Universität Tübingen abgelehnt, Gutachten widersprachen seiner Theorie. Er verlor später seine Approbation und wurde wegen unerlaubter Behandlung verurteilt; Recherchen zeigen, dass viele von ihm als “Heilerfolge” präsentierte Krebspatienten kurz darauf starben. (…) Parallel zu solchen analogen Seminaren spielt die digitale Szene eine zentrale Rolle. Die Sozialwissenschaftlerin Leonie Oehmig, wissenschaftliche Analystin am Institute for Strategic Dialogue in Berlin, hat für eine Studie ein Jahr lang GNM-nahe Telegram-Kanäle untersucht. Telegram nehme “so ein bisschen eine Zwischenfunktion” ein – “zwischen zum einen der Social-Media-Plattform durch Broadcasting Channel, aber auch eben ein Messenger Dienst”. Telegram wird von GNM-Anhängern wie ein digitales Behandlungszimmer genutzt: “Jemand hat ein Problem, also sagen wir, ich habe ein Bild von einem Hirn-CT in einem dieser Chats gesehen, mit einem Tumor auf der linken Gehirnhälfte. Eine Person postet das in den Channel oder in den Chat und anschließend wird gefragt, wer kann mir helfen? Wie kann ich damit umgehen?” Teilweise würden auch “Symptome von Kindern reingepostet, von älteren Menschen, von Familienangehörigen”. Oft folgen Empfehlungen: “Leute sagen, hier, ich kann dir jemanden empfehlen, ein Heiler oder eine Heilerin, die dir helfen kann.”

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„Bei Google genehmigt“ Aus Langeweile: Rentner (68) landet wegen Hakenkreuz-Posting vor dem Amtsgericht

Einsam, gelangweilt und in Verschwörungserzählungen verstrickt: ein Rentner postete Ursula von der Leyen mit Hakenkreuz-Armbinde und hatte vor Gericht zunächst gar kein Einsehen. „Ich habe Langeweile. Und ich kann ja nicht einbrechen oder andere Leute abstechen.“ So begründet Rentner Ludwig B. (Name geändert), warum er unter wechselndem Pseudonym mittlerweile 15.000 Beiträge auf Facebook veröffentlicht hat. WERBUNG Über die „Todesspritzen“, an denen 1,5 Milliarden Menschen gestorben seien. „Wir wissen, was da passiert ist. Trump hat es gesagt.“ Oder über Bill Gates. „Der steht jetzt endlich vor Gericht.“ Doch um diesen „absoluten Schmarrn“, wie es Staatsanwalt Thomas Schug zusammenfasst, geht es am Dienstag vor dem Amtsgericht Regensburg nicht, sondern um eine klare Sache. „Ich wusste nicht, dass das verboten ist.“ Vor etwas mehr als zwei Jahren veröffentlichte der 68-Jährige folgenden Beitrag: „Sie hat die Verträge mit den Todesspritzen ausgehandelt. Und sich dabei die Taschen gefüllt.“ Darunter ein Bild von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Hakenkreuz-Armbinde und einem weiteren Hakenkreuz im Hintergrund. Um dieses Hakenkreuz, nicht um den Schmarrn darüber, geht es. Wegen des Verwendens von Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation – der NSDAP – erhielt Ludwig B. einen Strafbefehl über 50 Tagessätze zu 60 Euro – 3.000 Euro. „Ich wusste nicht, dass das verboten ist“, sagt er. Schließlich habe er das Bild bei Google gefunden und alles, was es dort gebe, sei doch „genehmigt“, gibt der frühere Schlosser zu Protokoll. Es sei interessant gewesen und habe gut zu dem gepasst, was er schreiben wollte. Deshalb habe er es verwendet – bis der Strafbefehl kam.

via regensburg digital: „Bei Google genehmigt“ Aus Langeweile: Rentner (68) landet wegen Hakenkreuz-Posting vor dem Amtsgericht

Weiterer Burschenschafter: Veränderungen bei Mainzer AfD

Bei der Mainzer AfD kommt es zu mehreren Veränderungen im Kreisverband und in der Stadtratsfraktion. Dabei rückt ein bekannter Name in den Fokus. Bei der Mainzer AfD gibt es mehrere Veränderungen, sowohl im Kreisverband als auch in der Stadtratsfraktion. Dabei rückt ein Name stärker ins Rampenlicht, der schon mehrmals in extremistischen Zusammenhängen aufgetaucht ist. An der Spitze des Kreisverbands räumt der Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier das Feld. (…) Auf ihn folgt nun der Landtagsabgeordnete Stephan Stritter, wie die Partei bekannt gibt. Stritter war bislang sowohl stellvertretender Kreisvorsitzender als auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD im Stadtrat. In den 2000er-Jahren trat der Gonsenheimer zunächst als Kreis- und Landesvorsitzender der Republikaner in Erscheinung, für die er ab 2004 im Stadtrat saß. 2011 wechselte er dann zu der rechtspopulistischen Gruppierung „Pro Mainz“, mit der er bei der Kommunalwahl 2014 den Wiedereinzug in den Stadtrat verpasste. 2019 kehrte er dann über die AfD-Liste in den Rat zurück. Sein Stadtratsmandat gibt der neue Kreisvorsitzende nun auf. Dafür rückt der bisherige Geschäftsführer der Fraktion, Benjamin Steiner, nach, der bereits im Oberstadt-Ortsbeirat sitzt und in der Vergangenheit wiederholt mit extremistischen Bezügen aufgefallen ist. So gibt es Fotos, die den Burschenschafter der vom Verfassungsschutz beobachteten Germania Halle zu Mainz bei Aktionen der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ zeigen. Auf einem anderen Bild ist Steiner zu sehen, wie er vor dem damaligen „Zentrum Rheinhessen“ den sogenannten „White-Power-Gruß“ zeigt. (…) Mit Steiner sind nun drei der vier AfD-Stadtratsmitglieder in Burschenschaften oder schlagenden Verbindungen.

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AfD-naher Naturschutzverein – Blaue Welle auf braunem Grund

In Schleswig-Holstein gründen AfD-Mitglieder den Verein „Blaue Welle“. Unter dem Deckmantel des Naturschutzes verbreiten sie rechte Ideologie. Die AfD in Schleswig-Holstein expandiert in ein Themenfeld, das sie sonst meist bekämpft: Umwelt- und Naturschutz. In Kiel haben sich Parteimitglieder um Hubert Pinto de Kraus zusammengetan, um den Verein „Blaue Welle“ ins Leben zu rufen. Das Motto des Vereins laut eigener Angabe: „Natur- und Umweltschutz ist auch Schutz der Heimat.“ Pinto de Kraus, der 2025 als Oberbürgermeisterkandidat in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt antrat, versprach im Wahlkampf, sich für „unsere Natur, unsere Umwelt, unsere Heimat“ einzusetzen. Zugleich forderte Pinto de Kraus jedoch mehr Parkraum und eine Stärkung des Individualverkehrs – ganz auf der Linie der AfD, die den Autoverkehr weiterhin vor allem mit Verbrennermotoren forcieren will. (…) Statt auf Klimaschutz setzt die AfD auf die Formel „Umweltschutz statt Klimawahn“. Damit versucht die Partei gezielt, die Grünen sowie Initiativen wie Fridays for Future als „ideologisch“ abzuwerten und ihnen den Einsatz für die Natur abzusprechen. Zwei Strömungen rechter Positionen zum Klimaschutz Diese Strategie hat System. In ihrer Studie „Klimarassismus“ (2022) unterscheiden die Soziologen Matthias Quent, Christoph Richter und Axel Salheiser zwei Strömungen rechter Positionen zum Klimaschutz: Während die eine Umwelt- und Naturschutz völkisch als Blut-und-Boden-Aufgabe begreife, deute die andere den globalen Klimaschutz als ein ideologisches Projekt liberaler Eliten, mit dem das Volk gegängelt und der Wohlstand ruiniert werden solle. Die ideologischen Grundlagen für solche Initiativen liefert in der rechten Szene unter anderem das Magazin Die Kehre – Zeitschrift für Naturschutz, das versucht, einer angeblich stattfindenden „Verengung der Ökologie auf den ‚Klimaschutz‘“ entgegenzuwirken. Redaktionsleiter Jonas Schick, der aus dem Umfeld der Identitären Bewegung (IB) in Norddeutschland stammt, argumentiert, dass Naturschutz auch „Kulturlandschaften, Riten und Brauchtum, also auch Haus und Hof“ umfassen müsse.

via taz: AfD-naher Naturschutzverein Blaue Welle auf braunem Grund