Erneut Angriff im Wahlkampf in Berlin: AfD-Mann soll Grünen-Politikerin bedrängt und beleidigt haben

Eine Wahlkämpferin der Berliner Grünen ist in Steglitz-Zehlendorf bedrängt worden. Bei dem Angreifer soll es sich der Partei zufolge um ein AfD-Mitglied handeln. Ein AfD-Mitglied soll am Donnerstagnachmittag eine Wahlkämpferin der Berliner Grünen beleidigt und genötigt haben, während die Frau Flyer in Steglitz-Zehlendorf aufhängte. Das teilte der Kreisverband der Grünen, in dessen Vorstand die 38-Jährige sitzt, am Freitag mit. Auch die Berliner Polizei informierte über den Vorfall, machte jedoch keine Angaben zur Identität des mutmaßlichen Angreifers. Die Grünen sind sich nach eigenen Angaben sicher, den Mann identifizieren zu können. Es handele sich um ein bekanntes AfD‑Mitglied. Fotos belegten demnach, dass er sich wiederholt gemeinsam mit der Berliner Spitzenkandidatin Kristin Brinker gezeigt habe.
„Er überzog unsere Kollegin mit schlimmsten Beleidigungen und nötigte sie, indem er ihr den Weg versperrte und sie am Losfahren hinderte“, teilten die Grünen mit. Ein Passant sei der Wahlkämpferin zur Hilfe geeilt und habe die „extrem bedrohliche Situation“ aufgelöst. Laut Polizei handelte es sich um einen Bekannten der Grünen-Politikerin, der sich zwischen sie und den Mann stellte. Daraufhin habe sich der mutmaßliche Angreifer entfernt. Die Wahlkämpferin erstattete Anzeige. Einen Tatverdächtigen habe die Polizei bislang nicht ermittelt, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. Bereits am Montag war der Grünen-Direktkandidat aus Steglitz-Zehlendorf, Daniel Eliasson, bei einer Wahlkampfaktion vor einem Supermarkt in Steglitz von einem Rentner antisemitisch beleidigt und angegriffen worden. In diesem Fall hat die Polizei den mutmaßlichen Täter inzwischen gefasst. Es handelt sich um einen 68-Jährigen.

via tagesspiegel: Erneut Angriff im Wahlkampf in Berlin: AfD-Mann soll Grünen-Politikerin bedrängt und beleidigt haben

Mit Kaffee gegen Rechts – Wie Supermarktbetreiber Michael Wollny zum Feind der AfD wurde

Darf sich ein Supermarkt in gesellschaftliche Debatten einmischen? Edeka-Betreiber Michael Wollny hat seine Antwort darauf gefunden – und ist damit nun bundesweit Feindbild von Rechten und AfD. Der Kaffee mit der Aufschrift „FCK AFD“ war der Funke, der den bisher größten Brand ausgelöst hat. Dabei war es ja nicht das erste Mal, dass Michael Wollny mit Posts auf Facebook oder Instagram viral ging: Mit seinem Beitrag zur Flüchtlingswelle 2015, mit seinem „Studentinnenfutter“, mit dem Spaß, den er sich während der Corona-Zeit mit einem Post zu einem angeblichen Impf-Chip erlaubt hat, der an der Kasse piepst. Und jüngst mit seinem Statement, dass Kunden Produkte der Unternehmensgruppe Theo Müller nicht mehr kaufen sollten. Michael Wollny mischt sich gerne in aktuelle Debatten ein. Er wäre damit einer von vielen im Internet, er ist aber der Betreiber eines Edeka-Marktes in Friedberg bei Augsburg, und er schreibt seine Beiträge auch unter dem Account seines Edeka-Marktes. Seine Posts entwickeln deshalb eine Wucht, die ihn manchmal noch selbst überrascht. Ein Supermarkt mit politischen Beiträgen? Das provoziert Reaktionen, und deshalb ist Michael Wollny inzwischen zu einer Art Feindbild geworden von AfD und Rechten, nicht nur in Friedberg, sondern weit darüber hinaus, bis hinein in den Bundestag. Der Hass, der ihm teilweise im Internet entgegenschlägt, hat ihn inzwischen auch im realen Leben eingeholt: Ein paar Wochen nach der Sache mit dem Kaffee haben Unbekannte mit einem Pflasterstein die Glastüre seines Marktes kaputt geworfen. Wie politisch also darf ein Supermarkt sein? Darauf hat Michael Wollny eine simple Antwort: „Das ganze Leben ist politisch.“ Es ist ja nicht so, dass er Wahlempfehlungen aussprechen würde. Oder dass er seine Kunden selektieren würde. „Bei mir darf jeder einkaufen, wir bedienen alle.“ Er informiert im Internet eben über seine Produkte, wie beim „Studentinnenfutter“, das es vor ein paar Jahren bis in die Bild-Zeitung schaffte. Wollny sagt zum Gendersternchen: „Wer das nicht kaufen will, kann zu einer anderen Packung greifen, deshalb verstehe ich die Aufregung nicht.“ Und die allermeisten seiner Posts sind komplett unpolitisch

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ROSTOCKER HOOLIGANS MIT HAKENKREUZ-FLAGGE IN GROSSBRITANNIEN

Anlässlich eines Freundschaftsspiels des FC Hansa Rostock gegen den FC Watford am 25. Juli 2026, reisten über 6.000 Rostocker Fans nach England, wo das Spiel in der Nähe von London ausgetragen wurde. Während die Bilder von gut gelaunten Hansa-Fans international viele Menschen beeindruckten, nutzen über ein dutzend Neonazis aus der Hooliganszene des Rostocker Fußballclubs (vormals bekannt unter dem Namen «Nordische Wut») die Reise, um auf der Insel bei einem abgesprochenen „Ackerkampf“ gegen andere Neonazi-Hooligans anzutreten. Einer Veröffentlichung der bekannten Szeneseite «Casual Ultra Official» auf X zufolge, trafen die Hooligans aus Rostock auf einen Zusammenschluss Gleichgesinnter des schottischen Rangers FC und des französischen Vereins Olympique Lyon. Hinterlegt wurde diese Mitteilung mit einem Bild, dass die Teilnehmer des Kampfes zeigt, wie sie gemeinsam vor einer Hakenkreuz-Flagge posieren (siehe Titelbild). Das Posting hat mehrere tausend Aufrufe. „Fucking fast delete“ befiehlt die in der Szene bedeutsame Seite «Hooligans.cz Official» den Verfassern des Postings auf X in der Kommentarspalte. Zeitnah wurde die Meldung gelöscht, denn szeneintern ist man bedacht darauf, so wenig Informationen wie möglich zu den „Ackerkämpfen“ mit Beteiligung deutscher Hooligans Preis zu geben. Schließlich stellen die verabredeten Kämpfe in Deutschland eine Straftat dar (u.a. Körperverletzung), die Hooligangruppen selbst können sogar als kriminelle Vereinigung geahndet werden, wie das Verfahren um den «Jungsturm Erfurt» beispielhaft deutlich macht. Zum Zeitpunkt der Löschung des Postings hatte die Nachricht über den „Ackerkampf“ der Rostocker Hooligans in England allerdings bereits im gesamten deutschsprachigen Fußballmilieu, und darüber hinaus, die Runde gemacht. Dabei kursierte auch ein weiteres Foto, auf dem die Rostocker Hooligans u.a. mit Hitlergruß und einschlägigen Neonazi-Shirts zu sehen sind. Die kollektive politische Botschaft um den „Ackerkampf“ scheint kein Zufall, sondern war bewusst gewählt und fußt auf der Kontinuität der Beteiligten in der extremen Rechten. Die Hooligans des Rangers FC fallen im und außerhalb des Stadions immer wieder durch neonazistische Propaganda auf und beteiligen sich regelmäßig an rassistisch motivierten Übergriffen und Auseinander-setzungen mit Antifaschist*innen. Die Hooligans des Vereins Olympique Lyon stehen den Schotten in nichts nach. Seit Jahren versuchen sie in der französischen Metropole ihre Vorherrschaft gegenüber Andersdenkenden gewalttätig durchzusetzen. Darüber hinaus fielen die Fans des Vereins im Stadion schon öfter mit rassistischen Gesängen und dem Zeigen von Hitlergrüßen auf.

via exif: ROSTOCKER HOOLIGANS MIT HAKENKREUZ-FLAGGE IN GROSSBRITANNIEN

BEZIRKSGERICHT ZÜRICH: Prozess gegen Junge Tat: Verteidiger fordern Freisprüche

Die sechs Beschuldigten der Jungen Tat gaben beim Gerichtsprozess am Freitagmorgen keine Auskunft und schwiegen. Ihre Anwälte verlangen Freisprüche und sprechen von gewaltfreien Aktionen. Darum gehts Sechs Mitglieder der rechtsextremen Jungen Tat stehen vor dem Bezirksgericht Zürich. Die beiden Anführer Tobias L. (23) und Manuel C. (25) sollen je sechs Monate absitzen. Den fünf Männern und einer Frau werden Diskriminierung, Nötigung, Landfriedensbruch und weitere Straftaten vorgeworfen. «Nazis raus», hiess es am Freitag vor dem Prozess am Bezirksgericht Zürich. Vor dem Gebäude demonstrierten rund zweihundert Personen aus der linken und Antifa-Szene gegen die sechs Beschuldigten, die der rechtsextremen Jungen Tat angehören. Das Gerichtsgebäude wurde von einem grossen Polizeiaufgebot abgeriegelt. Als die sechs Angeklagten mit ihren Verteidigern ankamen, wurden sie mit lauten Buh-Rufen und Beschimpfungen von den Demonstrierenden begrüsst. Die Beschuldigten nutzten den Auftritt als politische Bühne. Sie zeigten sich auf der Treppe vor dem Gericht demonstrativ den Demonstrierenden – geschützt durch eine dichte Polizeikette – und präsentierten Transparente mit Aufschriften wie «Familie statt Genderideologie» und «Freie Rede Ja». Im Gerichtssaal verweigerten alle Beschuldigten die Aussage, weder zur Person noch zur Sache wollten sie etwas sagen. Die fünf Schweizer und der Deutsche müssen sich unter anderem wegen Diskriminierung und Aufrufs zu Hass, Nötigung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verantworten. Die Vorwürfe Zu den wichtigsten Vorwürfen gehört eine Aktion in der katholischen Kirche St. Peter und Paul im Stadtkreis 4 im Juni 2022. Laut Anklage drangen die Beschuldigten während eines gut besuchten Pride-Gottesdienstes durch eine Seitentür in das Gebäude ein und stellten ein 2,4 Meter hohes Holzkreuz mit der Aufschrift «NOPRIDEMONTH» auf. Im Oktober des gleichen Jahres störten drei der Beschuldigten die Kinderlesung «Drag Story Time» mit rund 50 Anwesenden im Tanzhaus Zürich an der Wasserwerkstrasse in Wipkingen

via 20min: BEZIRKSGERICHT ZÜRICH: Prozess gegen Junge Tat: Verteidiger fordern Freisprüche

MANNHEIM Landfriedensbruch: Überfall auf rechte Gruppierung in Neckarstadt

Beim Überfall sollen Pfefferspray und Teleskopschlagstöcke eingesetzt worden sein Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Mannheim haben Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung aufgenommen. Laut einer Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums sind bereits am Samstag gegen 20 Uhr etwa 20 Mitglieder der Gruppierung „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ in der Neckarstadt von zwei Gruppen, bestehend aus jeweils 15 bis 20 Personen, körperlich angegriffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ ist eine rechte Gruppe, die sich früher „Gegen das Gendern“ nannte. Sie postet von sich Bilder von Vermummten beim Boxtraining im Park und beschuldigt Antifa-Mitglieder des Überfalls, bei dem Pfefferspray und Teleskopschlagstöcke eingesetzt worden seien.

via rheinpfalz: MANNHEIM Landfriedensbruch: Überfall auf rechte Gruppierung in Neckarstadt

AfD-Kandidat in Sachsen-Anhalt Heute Wahlkampf, früher Kampftraining mit Neonazis

Ein Video zeigt den AfD-Kandidaten Sebastian Koch augenscheinlich beim Kampftraining mit Neonazis. Die Polizei ermittelt bereits zu einer verbotenen Gruppe. Untergehakt, mit Strumpfmasken und Stöcken ausgerüstet üben rund 30 Personen in einem Steinbruch nahe Chemnitz offenbar, wie man bei Demonstrationen Polizeiketten durchbricht. Das zeigt ein Video, unterlegt mit einem Lied der Musikrichtung „National Socialist Hardcore“. Schubsen, Schläge, ein Mann ringt einen anderen zu Boden, auf seinem T-Shirt steht: „I love NS“. Die Bilder sind etwa zehn Jahre alt und stammen von der mittlerweile aufgelösten Gruppe „Rechtes Plenum“. Auf der eigenen Website erklärten die Mitglieder, sie seien im „nationalistisch-sozialistischen Widerstand“. Warum sie heute wieder aktuell sind? Trotz Vermummung ist auf den Fotos mutmaßlich der AfD-Landtagskandidat Sebastian Koch erkennbar. Der Politiker ist seit 2017 Vorsitzender der AfD im Altmarkkreis. Als solcher ist er in der Region bekannt. Der 39-Jährige sitzt im Kreistag sowie im Stadtrat Gardelegen. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 bekam niemand im Kreis mehr Stimmen als er. Zur Landtagswahl in diesem Jahr ist er der einzige unter den ersten Zehn der AfD-Liste, der noch nicht im Parlament sitzt. Laut aktuellen Umfrageergebnissen würde er einziehen. Dass nun seine früheren Aktivitäten mit Neonazis wieder auf den Tisch kommen, dafür sorgt das antifaschistische Bündnis „Jedes Jahr im Sommer“ aus Sachsen-Anhalt. Es veröffentlichte am Donnerstag eine Recherche zu einem bereits bekannten Video, die nahelegt, dass Koch auf den Bildern zu sehen ist. Auf eine Anfrage der taz dazu hat Sebastian Koch nicht reagiert.

via taz: AfD-Kandidat in Sachsen-Anhalt Heute Wahlkampf, früher Kampftraining mit Neonazis

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Kinder via Internet manipuliert: 18-jähriger Hamburger muss in Haft

Ein 18-Jähriger aus Hamburg-Finkenwerder ist am Mittwoch vom Hamburger Landgericht zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte im Internet Mädchen manipuliert und zu sexuellen Handlungen getrieben. Außerdem hat er homosexuelle Männer überfallen. Der Prozess lief im Windschatten des Verfahrens gegen den jungen Mann, der sich im Netz “White Tiger” nannte. Die beiden kannten einander zwar nicht persönlich. Der 18-Jährige soll sich aber das Netzwerk zum Vorbild genommen haben. Sieben Mädchen sind ihm zum Opfer gefallen. Davon ist das Hamburger Landgericht nach dem dreimonatigen Prozess überzeugt. Hamburger Prozess lief nicht öffentlich ab So soll der junge Mann aus Finkenwerder die Kinder so manipuliert haben, dass sie an sich selbst sexuelle Handlungen und Selbstverletzungen vor der Kamera vornahmen. Ein Mädchen soll er dazu gebracht haben, sich seinen Namen in die Haut zu ritzen. Dabei soll er teils allein, teils mit anderen gemeinschaftlich gehandelt haben.
Außerdem wurde er dafür verurteilt, dass er sieben homosexuelle Männer überfallen hat. Mit ihnen hatte er sich vorher unter falschem Namen über ein Dating-Portal verabredet. Weil der Angeklagte so jung ist, verlief der Prozess komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Täter nach Jugendstrafrecht verurteilt Das Gericht hat nur den Tenor des Urteils bekannt gegeben. Der Angeklagte wurde insbesondere wegen mehrerer Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt und wegen gefährlicher Körperverletzung in zehn Fällen, teilweise in sogenannter mittelbarer Täterschaft, zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Gericht sah 20 Fälle im sogenannten Com-Netzwerk als erwiesen an.

via ndr: Kinder via Internet manipuliert: 18-jähriger Hamburger muss in Haft