AfD-Parteitag wegen Protesten mit Verspätung eröffnet – #polizeiproblem #polizeigewalt

Tausende protestieren gegen den AfD-Parteitag im sächsischen Riesa. Dieser startete mit rund zwei Stunden Verspätung, die Ankunft von Alice Weidel wurde verzögert. Begleitet von massivem Protest hat die AfD ihren zweitägigen Bundesparteitag im sächsischen Riesa begonnen. Das Treffen begann mit mehr als zwei Stunden Verspätung, weil viele der etwa 600 Delegierten wegen der Protestkundgebungen rund um die Versammlungshalle nicht rechtzeitig ihren Platz einnehmen konnten. Die Polizei schätzt die Zahl der Demonstranten auf mindestens 8.000. (…) Wie bereits bei vergangenen Parteitagen der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften AfD formierte sich auch diesmal großer Widerstand, trotz Schnee und Kälte. Dazu hatten mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften aufgerufen.  Die Organisatorinnen schätzten die Zahl der Teilnehmer auf rund 12.000, die Polizei Dresden sprach von rund 10.000 Teilnehmenden. Sechs Einsatzkräfte seien leicht verletzt worden. Insgesamt wurde die Lage am Nachmittag als “ruhig” bewertet. Weidel kritisierte die Protestteilnehmer als “rot lackierte Nazis” und berichtete, Sicherheitskräfte hätten bei der Anfahrt ihren Konvoi “aus einem linken, gewaltbereiten Mob befreien” müssen.

via zeit: AfD-Parteitag wegen Protesten mit Verspätung eröffnet

siehe auch: Gewalt bei Anti-AfD-Protesten Polizei setzt Pfefferspray und Hunde gegen Demonstranten ein. Am Wochenende trifft sich die AfD zu ihrem zweitägigen Parteitag im sächsischen Riesa. Dagegen protestieren Tausende Menschen seit den frühen Morgenstunden. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Beamten und Demonstranten. Jetzt wird der Vorwurf der Polizeigewalt laut. Tausende Menschen demonstrieren im sächsischen Riesa gegen den Bundesparteitag der AfD. Die Protestierer reisten bereits am frühen Morgen mit Bussen und Zügen an, blockierten wichtige Zufahrtsstraßen. Die Stimmung war vor allem in den frühen Morgenstunden teils aufgeheizt, vielerorts standen sich Demonstranten und Polizei gegenüber. Nun tauchen immer mehr Berichte und Videos auf, die den Polizisten vor Ort übermäßige Gewalt vorwerfen. So räumte die Polizei am Morgen Sitzblockaden – etwa an einer Kreuzung zur Auffahrt der B169. Nach Angaben eines dpa-Reporters wurde auch Pfefferspray eingesetzt, um eingekesselte Polizeiwagen herauszufahren. Auf einem Video auf X ist zu sehen, wie ein Beamter die Schnauze eines Polizeihundes gegen den Körper eines Demonstranten drückt, damit das Tier ihn beißt. Dazu schreibt die Aktionsgruppe “Zentrum für Politische Schönheit”: “Wir haben noch nie so viel Polizeigewalt gesehen: Sie drohen mit Wasserwerfern bei 0 Grad, hetzen Hunde gegen Demonstranten; Massive Proteste gegen AfD-Bundesparteitag – Polizei soll Landtagsabgeordneten geschlagen haben. Die AfD hält in Riesa dieses Wochenende ihren Bundesparteitag ab. Mehrere Bündnisse haben zum Gegenprotest aufgerufen. Eine Initatorin sagt, es seien 10.000 Menschen bei Gegendemos dabei. Die Polizei ist im Großeinsatz. (…) Nach Informationen der Partei Die Linke, ist der sächsische Landtagsabgeordnete Nam Duy Nguyen “von der Polizei zusammengeschlagen worden und zwischenzeitlich bewusstlos gewesen. Einer seiner Begleiter wurde im Gesicht verletzt.” Weiter heißt es, der Abgeordnete sei in Riesa als Parlamentarischer Beobachter unterwegs gewesen und habe eine Warnweste mit der Aufschrift “Parlamentarischer Beobachter” getragen und mehrfach auf sein Mandat hingewiesen und seinen Ausweis gezeigt. Dennoch wurde er von Polizeibeamten ins Gesicht geschlagen. (…) In den sozialen Netzwerken wird das harte Vorgehen der Polizei heftig kritisiert. Demonstranten berichten von teils aggressivem Verhalten, außerdem wird der Polizei Tierquälerei vorgeworfen. Dabei macht ein Video die Runde, das den heutigen Einsatz in Riesa dokumentieren soll. In dem Video ist zu sehen, wie ein Polizeibeamter einen Hund auf einen Demonstranten ansetzt und das Tier dabei mehrfach gegen eine Leitplanke gestoßen wird; ‘No to Nazis’: Protests delay start of German far-right party’s key meeting Thousands of people assembled outside the town’s convention centre to protest the far-right AfD party. A MEETING OF the far-right Alternative for Germany (AfD) party was delayed today as thousands shouting “No to Nazis” protested outside the venue in the eastern town of Riesa. Once the congress started, the party’s 600-odd delegates approved co-leader Alice Weidel as candidate for chancellor by acclamation ahead of a snap general election on 23 February. (…) Later in the morning, a police spokesman said there was “no serious unrest” but that one road on the way to Riesa remained blocked by protestors. Protest organisers said that police had hit groups of demonstrators and deployed pepper spray. A statement from protest organisers said more than 12,000 people had turned out from all over Germany to voice their opposition to the AfD.

Da geht mir das Herz auf! Zehntausende Menschen stellen sich der rechtsextremen AfD in #Riesa entgegen! Danke ♥️In diesen Zeiten erfordert es Entschlossenheit und Mut, sein Gesicht gegen Rechtsextremismus zu zeigen, ob hier in Riesa, in den AfD-Hochburgen oder im Netz. Halten wir zusammen!

— Christoph Bautz (@christophbautz.bsky.social) 2025-01-11T12:06:45.796Z
https://bsky.app/profile/joergspengler.bsky.social/post/3lfh7pysug22m

ZSK-Sänger Joshi über Anti-AfD-Proteste „Meine Band wäre vermutlich im Gefängnis“

Die Punkband ZSK wird am Samstag in Riesa bei der Kundgebung gegen den AfD-Parteitag spielen. Ihr Sänger sagt, die Partei ist die größte Gefahr für die Demokratie seit 1945. ZSK-Sänger Joshi: „Mit überzeugten Kadern spreche ich nicht. Das macht keinen Sinn.“ Joshi läuft am Freitagmittag suchend über den Parkplatz vor der WT Arena, in der die AfD am Wochenende ihren Parteitag abhalten will. Die markante Frisur des Sängers der Punkband ZSK ist unter einer schwarzen Mütze versteckt. Er helfe schon beim Aufbau der Bühne und trage ein paar Zäune, erzählt Joshi der taz. Trotzdem habe er Zeit für ein kurzes Interview. taz: Joshi, warum spielt Ihr hier am Samstag auf einer Kundgebung gegen den AfD-Bundesparteitag? Joshi: Ganz ehrlich, die Situation ist einfach so dramatisch, da müssen sich alle gerade machen. Wir sind da auf eine gewisse Art verpflichtet. Ich kann nicht zu Hause sitzen oder bei Rock am Ring spielen, aber nicht nach Riesa fahren und hier Flagge zeigen. Im Interview: Joshi (ZSK) Joshi ist der Sänger von ZSK. Die ursprünglich aus Göttingen stammende Punkband gab ihr erstes Konzert im Dezember 1996. Inzwischen füllt sie bundesweit Konzerthallen. In Zusammenarbeit mit anderen Bands wie den Ärzten initiierte ZSK ab 2007 das Projekt „Kein Bock auf Nazis“. taz: Was meinst Du damit, „die Situation ist dramatisch?“ Joshi: Die AfD ist die größte Gefahr für die Demokratie seit 1945, und ich habe das Gefühl, viele haben das immer noch nicht verstanden. Wenn die AfD irgendwann an die Macht kommen sollte, in ein oder zwei Bundesländern, in der Bundesregierung, dann würde es sehr finster. Wenn man sieht, was bei der AfD für ein harter Rassismus und Antisemitismus gepredigt wird, welche Vernichtungsfantasien Leute da haben. Das wäre keine rosige Zukunft, sondern eine Diktatur. Die taz wäre verboten und meine Band wäre vermutlich im Gefängnis. taz: Ihr habt auch vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg gespielt. Die AfD bekam dort trotzdem hohe Wahlergebnisse. Joshi: Mir ist klar, dass wir mit dieser Demo keinen AfD-Wahlerfolg verhindern. Es geht darum, den Leuten, die sich gerade machen, den Rücken zu stärken. Aber es wird kein AfD-Wähler morgen vorbeikommen und sich denken: Na gut, die haben recht, wähle ich die doch nicht.

via taz: ZSK-Sänger Joshi über Anti-AfD-Proteste „Meine Band wäre vermutlich im Gefängnis“

Angebliche Massenvergewaltigung in Frankfurt sorgt für Hasskommentare und Aufrufe die AfD zu wählen – #fakenews #nazipropaganda

Auf Instagram wird ein Video einer angeblichen Massenvergewaltigung in Sossenheim geteilt. Darunter viele rassistische Hasskommentare und Aufrufe die AfD bei der Bundestagswahl zu wählen. Seit einer Woche kursiert bereits ein Video über eine angebliche Massenvergewaltigung, „die ganz Frankfurt unter Schock versetzt“ auf Instagram. Eine KI-Stimme sagt in diesem Reel: „Eine 18-jährige Frau wurde nach einem Tinderdate Opfer einer brutalen Gruppenvergewaltigung.“ Dazu werden Symbolbilder von Polizisten im Bahnhofsviertel eingeblendet, obwohl als Tatort Sossenheim genannt wird: „Kaum hatte Sina die Wohnung in Sossenheim betreten wurde sie von zwei Männern überwältigt (…): Ausführlich wie reißerisch wird die angebliche Tat beschrieben. „Über vier Stunden wird sie abwechselnd vergewaltigt, geschlagen und verbrannt.“ (…) Nur wenige hinterfragen diese angebliche Massenvergewaltigung. Googelt man Sossenheim und Vergewaltigung, findet man im Netz nichts. In den Kommentaren unter dem Video postet jemanden einen Link zu einem Artikel der „Bild“-Zeitung, wo eine junge Frau im Oktober 2024 erzählte, dass sie von zwei Afghanen an einem Weiher in Sossenheim vergewaltigt worden sei. Die Tat, die 2022 passiert sein soll, wurde vor dem Wiesbadener Amtsgericht im Dezember 2024 verhandelt. Wie die Richterin der FR am Freitag auf Anfrage mitteilte, seien beide Männer freigesprochen worden, „weil das Gericht nicht überzeugt war, dass die Aussage so stimmt.“ Eine Frau hinterfragt unter dem Instagram-Video, warum dieser Fall jetzt plötzlich, drei Jahre nach der angeblichen Tat, auftaucht: „Panikmache und Instrumentalisierung für rechts“. Auffallend ist, dass das Profil schirm.christian, das das Video geteilt hat, nur knapp über 2000 Follower:innen hat. Die Kommentare moderiert er nicht. „Zuckerbergs new era‘ verspricht nichts Gutes für die Debattenkultur“ Eva Berendsen von der Bildungsstätte Anne Frank kennt sich aus mit Hass im Netz: „In den Kommentarspalten wird pauschal gegen Geflüchtete rassistisch gehetzt und ihnen der Tod gewünscht, dazwischen rufen Nutzer dazu auf, die AfD zu wählen.“ Es sei zu erwarten, dass fremdenfeindliche Hetze und Desinformation auf Social Media mit der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes noch zunehmen werde und die AfD und andere rechtsextreme Akteure „die eher laxen Regularien von Instagram & Co. strategisch zu nutzen versuchen.“

via fr: Angebliche Massenvergewaltigung in Frankfurt sorgt für Hasskommentare und Aufrufe die AfD zu wählen

Großeinsatz der Polizei in Horb: Haus von mutmaßlichem “Reichsbürger” geräumt

Stundenlang war die Polizei mit gepanzerten Fahrzeugen und Spezialkräften in Horb-Ihlingen im Einsatz. Ein Wohnhaus wurde zwangsweise geräumt und nach Drogen durchsucht.Mit schwerem Gerät und Spezialkräften war die Polizei am Donnerstagabend im Horber Stadtteil Ihlingen (Kreis Freudenstadt) im Großeinsatz. Der Anlass: Die Beamten haben die vom Amtsgericht angeordnete Zwangsräumung eines Wohnhauses abgesichert. Gewohnt haben soll dort unter anderem ein Mann, der der sogenannten “Reichsbürger”-Szene zugerechnet wird.Weil die Polizei mit einer möglichen Gefahrenlage gerechnet hat, entschied sie sich für den Großeinsatz. Man habe nicht zweifelsfrei garantieren können, dass die Mitarbeiter der Polizei und des Amtsgerichts Horb nicht angegriffen würden, sagte Benjamin Koch, der Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim, dem SWR. (…) Unabhängig von der Zwangsräumung ermitteln auch noch die Staatsanwaltschaft Rottweil und die Polizei Horb. Denn, so Koch, gegen Bewohner des Hauses gebe es einen Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- beziehungsweise Cannabisgesetz. Für das Haus gab es einen gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss, der nach der offiziellen Zwangsräumung gleich abgearbeitet wurde. Laut Polizei sind auch Beweismittel gefunden worden. Details wollen die Ermittler derzeit noch nicht preisgeben.

via tagesschau: Großeinsatz der Polizei in Horb: Haus von mutmaßlichem “Reichsbürger” geräumt

Nach X-Talk mit Elon Musk rebelliert die rechte Szene gegen AfD-Chefin: „Weidel blamiert Deutschland“

In einem Livestream trafen AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel und Milliardär Elon Musk aufeinander. Eine Aussage sorgt für heftige Kritik in den eigenen Reihen. Über Tage hinweg kündigte AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel ihren Live-Talk mit Milliardär Elon Musk auf der Plattform X an. Vorab hieß es, dass beide „endlich die Wahrheit über die AfD“ sagen würden. Nach dem 75-minütigen Gespräch, in dem Weidel und Musk unter anderem über Adolf Hitler und eine zukünftige Mars-Kolonie sinnierten, hagelt es nun Kritik. Vor allem Weidels Äußerungen sorgen in den eigenen Reihen für heftige Reaktionen. Bereits wenige Stunden nach dem Gespräch meldet sich Markus Pretzell, ehemaliger Landesvorsitzender der AfD in Nordrhein-Westfalen, auf X zu Wort: „Das Gespräch hat Weidel mehr geschadet als die letzten fünf ÖRR-Inquisitionen.“ Erik Ahrens, der die Social-Media-Strategie der AfD aufgebaut hat, veröffentlichte wenige Stunden nach dem Livestream ein Video mit dem Titel: „Weidel blamiert Deutschland.“ In seinem Video kritisiert Ahrens die Argumentation der AfD-Chefin, insbesondere ihre Aussage, dass Adolf Hitler ein Kommunist gewesen sein soll. Unter den Kritikern ist auch der rechtsradikale Autor und Aktivist Philip Stein. Auf X schreibt er: „Dieses Gespräch kann sich niemand anhören, der noch bei Verstand ist.“ Stein bezeichnet sich selbst als rechtsradikal und schreibt in seinen Texten, dass „man wegen seines Blutes Deutscher ist und nicht wegen seines Passes.“ Zudem trat Stein in der Vergangenheit als Redner auf bei Veranstaltungen der Identitären Bewegung. Max Mordhorst, FDP-Politiker und Mitglied des Deutschen Bundestags, bezieht sich in seiner Kritik ebenfalls auf diese Äußerung: „Alice Weidel behauptet ernsthaft, Hitler sei Kommunist gewesen. Natürlich war er AUCH Sozialist. Aber selbstverständlich war seine Politik rechtsextrem. Nicht umsonst sah er Stalin als ideologischen Erzfeind. Was eine Geschichtsvergessenheit. Gut, dass diese Frau sich entzaubert.“

via berliner zeitung Nach X-Talk mit Elon Musk rebelliert die rechte Szene gegen AfD-Chefin: „Weidel blamiert Deutschland“

Diskussionen um Julia Klöckners Post zur AfD – Meinung: “Klöckner ist im Netz hyperaktiv unterwegs”

Julia Klöckner hat mit ihrer Aussage in den sozialen Medien zur AfD für viele Diskussionen gesorgt. Die Meinung von SWR-Korrespondent Mathias Zahn. Julia Klöckner weiß genau, wie die sozialen Medien bedient werden müssen, um maximale Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Klöckner ist im Netz hyperaktiv unterwegs, zählt politische Gegner und Medien krawallig an. Man darf davon ausgehen, dass sie auch den jüngsten Shitstorm bewusst angezettelt hat, um AfD-Sympathisanten zu umwerben. “So funktioniert Populismus” Schon vor anderthalb Jahren hatte Friedrich Merz die CDU als “Alternative für Deutschland mit Substanz” bezeichnet – aber auch damit die AfD nicht geschrumpft. Jetzt wirft Klöckner die Angel über die Brandmauer aus und bietet der AfD-Klientel die CDU als “demokratische Alternative” an. Biedert sich an. Zitat: “Für das, was Ihr wollt, müsst Ihr nicht AfD wählen.” Der Rest gehört zum Geschäft in den sozialen Medien. Im aufkommenden Shitstorm entschärft Klöckner den fragwürdigen Post, teilt gegen ihre Kritiker von links aus und begibt sich in einer wortreichen Erklärung in die Opferrolle. So funktioniert Populismus.

via swr: Diskussionen um Julia Klöckners Post zur AfD Meinung: “Klöckner ist im Netz hyperaktiv unterwegs”

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Im Kreistag #Konstanz – AfD-Fraktion beschäftigt #Anwalt mit #Neonazi-Hintergrund

Die AfD-Kreistagfraktion Konstanz hat nach SWR-Recherchen einen Anwalt mit einschlägig rechtsextremem Hintergrund beschäftigt. Der Mann ist seit vielen Jahren aktiv in der Neonaziszene. Auf den ersten Blick wirkt der Rechtsstreit wie einer von vielen, der die Richter am Verwaltungsgericht Freiburg tagtäglich beschäftigt. Eine vermeintliche Kleinigkeit, ein Streit um die Tagesordnung im Kreistag des Landkreises Konstanz. Die dortige AfD-Fraktion hatte per Anordnung durchsetzen wollen, dass sich der Kreistag mit mehreren Asylthemen befasst, unter anderem mit der Forderung nach einer Arbeitspflicht für Asylbewerber. Vergeblich, der Landrat machte die Punkte nicht zum Thema, das Verwaltungsgericht Freiburg gab ihm Anfang Dezember recht. Denn der Kreistag sei für diese Themen gar nicht zuständig.  Aus dem achtseitigen Beschluss des Verwaltungsgerichts geht hervor, dass sich die AfD-Kreistagsfraktion in dem Verfahren von einem Anwalt mit einschlägig rechtsextremem Hintergrund vertreten ließ. Das Dokument liegt dem SWR vor. Demnach handelt es sich bei dem Rechtsanwalt um Matthias B. Der in Bayern lebende Jurist ist kein Unbekannter. Er sorgte bereits bundesweit für Schlagzeilen, als ihm in Bayern vor einigen Jahren ein juristisches Referendariat untersagt worden war. Unter anderem weil B. Funktionär der Neonazi-Partei Der Dritte Weg gewesen war, hielten die Richter des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes den Mann für ungeeignet. Sie bezweifelten seine Verfassungstreue.   Nach SWR-Informationen bewegt sich B. seit rund zwei Jahrzehnten in der rechtsextremen Szene. Er übernahm Ämter und Aufgaben, kandidierte für die rechtsextreme NPD für eine Landtagswahl, hielt Reden auf Demonstrationen. Außerdem war er Teil einer Neonazi-Vereinigung, die 2014 verboten wurde – aufgrund ihrer aggressiv-kämpferischen und verfassungsfeindlichen Bestrebungen.

via swr: Im Kreistag Konstanz AfD-Fraktion beschäftigt Anwalt mit Neonazi-Hintergrund

siehe dazu auch: BVerwG urteilt spät zu “III.-Weg”-Jurist Ver­fas­sungs­feinde müssen nicht zu Voll­ju­risten aus­ge­bildet werden. Wegen langjähriger verfassungsfeindlicher Betätigung durfte ein Juraabsolvent und Funktionär einer Neonazi-Partei in Bayern nicht ins Referendariat. Zu Recht, entschied das BVerwG. Das Urteil kommt dennoch zu spät. In einem dreiteiligen Anzug und mit geflochtenem Vollbart betrat der Kläger am Donnerstag kurz nach 10 Uhr den Gerichtssaal. Unauffällig schob sich Matthias B. durch die wartende Zuschauermenge vor dem Eingang des großen Sitzungsaals im Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) und nahm Platz, ganz vorne. Mit einer selbstbewussten Bewegung warf er sich seine Robe über – ganz der Anwalt. Denn der ist der Kläger ja schließlich mittlerweile selbst auch. Daran ändert auch das Urteil des BVerwG nichts mehr, das das Gericht einige Stunden später am Abend verkünden wird. Mindestanforderungen im Hinblick auf die Verfassungstreuepflicht muss auch der Bewerber für einen juristischen Vorbereitungsdienst erfüllen, auch wenn der nicht als Beamtenverhältnis ausgestaltet ist. Damit hat der Senat, die Klage von B. zurückgewiesen. Eine lange “politische Vita” Nach dem Abschluss seines Jurastudiums an der Universität Würzburg wollte B. in Bayern sein Referendariat absolvieren. Der Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg lehnte im März 2020 seinen Antrag auf Zulassung jedoch ab – wegen seiner langjährigen verfassungsfeindlichen Betätigung sei er charakterlich ungeeignet. B. war von 2005 bis 2012 als Mitglied in der NPD, zeitweise sogar als Kreisvorsitzender tätig. Ab 2009 gehörte er außerdem zur Kernstruktur einer Kameradschaft, die dem “Freien Netz Süd” zuzurechnen war. Das neonazistische Netzwerk wurde 2014 verboten – viele Mitglieder, so auch B., fanden danach ihren Weg in die Kleinstpartei “Der Dritte Weg”. In der am historischen Nationalsozialismus orientierten Partei war B. eine prägende Figur mit herausgehobener Funktion, so der bayerische Verfassungsschutz. Nachdem B. nicht zum Referendariat zugelassen wurde, wehrte er sich dagegen beim Verwaltungsgericht (VG) Würzburg. Das Urteil des VG bezeichnete die politische Betätigung als “lückenlose Kette von gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung zielenden Aktivitäten”. Der lange Weg durch die Instanzen Gegen die Nichtzulassung zum Referendariat ließ B. keine Rechtsschutzmöglichkeit ungenutzt. So bemühte er sich vergebens um Eilrechtschutz und blieb auch vor dem Verwaltungsgericht Würzburg, dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und dem Bundesverfassungsgericht erfolglos. LTO berichtete hierzu ausführlich.  Nach der Ablehnung bewarb er sich ebenfalls in Thüringen und Sachsen zum juristischen Vorbereitungsdienst. Auch hier klagte er sich vergeblich durch die Instanzen – bis der sächsische Verfassungsgerichtshof (SächsVerfGH) zugunsten des Klägers entschied und anordnete, ihn rückwirkend in Sachsen als Referendar einzustellen (Beschluss v. 04.11.2021, Az. Vf. 96-IV-21). Dort hat er mittlerweile das zweite Staatsexamen absolviert und ist seitdem als Rechtsanwalt tätig. Und zwar in Bayern.  Trotzdem will B. festgestellt wissen, dass er damals in Bayern zu Unrecht abgelehnt wurde. Das BVerwG hat die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassen.