TikTok – Wie mit KI-Videos Rassismus verbreitet wird

TikTok wird mit KI-generierten Videos überschwemmt: In vermeintlichen Straßenumfragen werden Schwarze und Migranten als Kriminelle dargestellt. Das erreicht teils Millionen Menschen. Ein Video aus der Vorstadtidylle: Ein schwarzer Mann sitzt auf einer Bank im Park und genießt eine Tafel Schokolade. Ein Polizist kommt zu ihm und sagt lachend: “Vorsichtig! Nicht, dass du in deinen Finger beißt.” Ein weiteres Video: Eine schwarze Mutter ruft ihre Kinder. “Los, Leute. Wir müssen eure Cousins treffen.” In der nächsten Szene steht die Familie im Zoo vor einem Affenhaus und winkt durch die Scheibe.Verbreitet werden diese Videos vor allem auf der beliebten Social-Media-Plattform TikTok oder bei Instagram. Sie werden immer wieder anonym gepostet und benutzen rassistische und antisemitische Stereotype. “Wir werden mit so vielen Inhalten in kurzer Zeit konfrontiert, dass wenig Raum zur bewussten Verarbeitung bleibt”, sagt Pia Lamberty. Sie forscht zu Desinformation im Netz. “Insofern können solche problematischen Inhalte unbewusst auch ihre Wirkung entfalten, weil wir zu wenig Pausen zum Reflektieren haben.” Diese Clips erreichen teils millionenfach Zuschauer und verbreiten Vorurteile in großer Reichweite. “Je stärker die Inhalte verbreitet werden und die Desinformationsblase verlassen, desto größer ist die Wirkung.” Die Affen in diesen Videos würden zur Entmenschlichung schwarzer Menschen genutzt.Es sei eine Reproduktion kolonialer Stereotype getarnt als satirischer und angeblich humorvoller Clip. “Die Menschen, die sowieso schon eine ähnliche Haltung haben, werden darin bestärkt. Darüber hinaus macht hier auch die Dosis das Gift: Je mehr solcher Narrative auf Social Media stattfinden, desto mehr tragen sie zur Normalisierung von Hass und Hetze bei und können Einstellungen verändern.” In einem anderen KI-Clip steht ein angeblicher Journalist neben einem jungen, schwarzen Mann mit löchrigem T-Shirt: “Möchten Sie den Deutschen die Jobs wegnehmen?”, fragt der Reporter. “Nein, ich nehme Bürgergeld und Mercedes”, so die Antwort. Die Kommentare auf das Videos zeigen, dass nicht alle Nutzer verstehen, dass es sich um KI-Videos handelt. “Ab ins Schlauchboot. Schickt ihn nach Hause”, schreibt ein Nutzer. Eine andere Nutzerin: “Was ist nur los mit unsere Deutschland?” Die Videos transportieren ein Gefühl der Angst, so Pia Lamberty. Sorge vor Überfremdung, vor Migration und Abstieg.”Solche Fake-Umfragen sind oft dazu da, um Ressentiments zu schüren und an Ängsten und Wut der Bevölkerung anzudocken, um diese dann weiter zu verstärken”, sagt Lamberty. Die Aussagen und die Umfragen scheinen echt, sind aber frei erfunden. “Eine gespaltene Gesellschaft ist labiler gegen Bedrohungen. Insofern wird versucht, solche Prozesse zu verstärken.” Diese Umfrage-Videos sind keine Seltenheit. Sie sind aber nur ein kleiner Teil der großen Masse an KI-generierten Videos. Viele der Clips sollen lustig sein oder unterhalten. Doch auch die menschenverachtenden Clips werden gezeigt und weltweit verbreitet.

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Gewerkschaft oder nicht? AfD-naher Verein klagt gegen VW

Bisher ist „Zentrum“ nicht bei VW vertreten. Doch der AfD-nahe Verein will im Werk Isenbüttel bei Gifhorn Vertrauensleute wählen lassen – und dafür Zugang zum Werk. Der Volkswagen-Konzern blockt ab. Nun muss das Arbeitsgericht Braunschweig entscheiden. Die AfD-nahe Arbeitnehmerorganisation „Zentrum“ will bei VW Fuß fassen und verlangt nun vor Gericht Zugang zum Betrieb. Vor dem Arbeitsgericht Braunschweig klagt der Verein, der sich selbst als „alternative Gewerkschaft“ bezeichnet, gegen die VW-Tochter Volkswagen Group Services. Eine Einigung gab es beim Kammertermin am Donnerstag nicht. Ein Urteil soll am 21. August fallen, wie Richter Ingo Hundt am Ende der ergebnislosen Verhandlung ankündigte. Zentrum will bei Volkswagen Group Services am Standort Isenbüttel (Landkreis Gifhorn) gewerkschaftliche Vertrauensleute wählen lassen und verlangte dafür Zugang zum Betrieb. Die Organisation will für die Abstimmung werben, Infomaterial verteilen und die Wahl dann auch im Betrieb durchführen. Doch VW stellte sich quer und verwehrte den Zugang. Begründung: Der Verein sei keine in dem Betrieb vertretene tariffähige Gewerkschaft. Daher könne er sich auch nicht auf die gesetzlichen Sonderrechte einer Gewerkschaft berufen. Zudem gebe es Zweifel, ob Zentrum überhaupt Mitglieder in dem Betrieb hat. VW fertigt dort Achsen. Der Verein hat eigenen Angaben zufolge sechs Mitglieder an dem Standort mit knapp 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eine entsprechende Mitgliederliste wurde beim Kammertermin vorgelegt. Vertrauensleute sind Ansprechpartner einer Gewerkschaft im Betrieb und gelten als Bindeglied zwischen Belegschaft und Gewerkschaft. Anders als beim Betriebsrat ist ihre Wahl nicht gesetzlich geregelt. Erster Aufschlag bei Volkswagen Bei Volkswagen ist es das erste Mal, dass die Gruppe eigene Vertrauensleute wählen lassen will. „Wir haben in verschiedenen Betrieben bereits erfolgreich Vertrauensleutewahlen durchgeführt“, teilte Zentrum-Gründer und Vorstandsvorsitzender Oliver Hilburger auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Im Volkswagen-Konzern planen wir derzeit erstmals eine solche Wahl, was für uns ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau unserer gewerkschaftlichen Präsenz ist.“

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“Fernab von allen, was ich mir vorstellen kann”: Vermieter wird AfD nicht los

Die AfD hat ihre Parteizentrale im Norden Berlins. Der Eigentümer hat der Partei zum Ende März die Räume fristlos gekündigt – trotzdem bleibt die AfD dort. Dem österreichischen Immobilienmakler Lukas Hufnagl ist verärgert. Grund dafür ist eine Immobilie in Berlin, die er an die „Alternative für Deutschland“ (AfD) vermietet hat. Hufnagel soll nach einem Bericht der Süddeutsche Zeitung (SZ) der AfD schon Anfang März fristlos gekündigt haben, „aber die Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla und ihr Parteiapparat weigern sich auszuziehen.“ Dadurch bewege sich seine Firma Quercus Grund GmbH, der das Gebäude gehört, am Rand der Zahlungsunfähigkeit. Hufnagl finde keine Bank mehr, die ihm einen neuen Kredit geben will für ein Gebäude, „in dem der Hauptmieter eine Partei ist, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer ‚Verdachtsfall‘ geführt wird“. Auch ein Verkauf des Gebäudes scheint sich schwierig zu gestalten.  „Das mit der AfD ist fernab von allem, was ich mir habe vorstellen können“, sagt der Immobilienmakler. AfD-Wahlparty bringt Fass zum Überlaufen Laut Hufnagl sind im Vorfeld einige Dinge passiert. Ein Brandanschlag auf die AfD-Parteizentrale, versuchte Anschläge auf ihn selbst und in jüngster Zeit die Party der AfD am Abend der Bundestagswahl am 23. Februar, worüber er einen Bericht im Fernsehen gesehen haben will. „Da war ich stinksauer“, erzählt der Österreicher (…) Hufnagel wirft der AfD, sich nicht an die Vereinbarung im Mietvertrag gehalten zu haben. Außenwerbung sei untersagt gewesen. Auch habe die Partei die AfD den Innenhof nicht mit gemietet und damit die Außenfläche für ihre Party unerlaubt genutzt. Als Folge der Feierlichkeiten habe die Polizei das Gebäude abgesperrt, wodurch andere Mieter das Haus nicht betreten können. „Die Fortsetzung des Mietvertrags mit einem solchen Mieter, der sich über alle vertraglichen Absprachen und jegliche guten Sitten hinwegsetzt, Hausfriedensbruch und Vermögensgefährdung zulasten seines Vermieters und Nötigung gegenüber allen anderen Mietparteien des Hauses begeht, der also völlig rücksichtslos nur eigene Interessen verfolgt, ist unzumutbar“, wird der Anwalt von Hufnagel in dem Bericht zitiert.

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Rassismus am Nürburgring: „Bin ich dein N***?” Betreiber reagiert

Ein Mitarbeiter des beliebten Nürburgrings wird bei einem rassistischen Aussetzer vor laufender Kamera gefilmt – und entlassen. Das Video sorgt online für Empörung. (…) Auf dem Nürburgring können Touristen mit ihrem eigenen Auto oder einem Mietfahrzeug die Strecke befahren. Auch ein junger Mann aus England reiste zu diesem Zweck an. Der Vorfall ereignete sich am Samstag, dem 26. Juli 2025. In einem inzwischen viral gegangenen Video ist zu sehen, wie der Englisch sprechende Tourist die Zufahrt zur Nordschleife filmt. Er sitzt dabei auf dem Beifahrersitz eines Sportwagens. Beim Heranfahren an die Schranke bittet er einen älteren Mitarbeiter in gelber Warnweste um Hilfe – offenbar weiß er nicht, wie er seine Einlasskarte richtig zu benutzen hat. Doch statt ihm zu helfen, reagiert der Streckenposten abweisend – und sogar rassistisch. Der Mitarbeiter nimmt zwar die Karte entgegen, macht aber nach kurzer Zeit eine aggressive Bemerkung: „Bin ich dein N?“. Der Tourist scheint die Aussage nicht zu verstehen. Daraufhin legt der Mitarbeiter noch einmal nach: „Steht N auf meiner Stirn?“ Die Aussage impliziert, dass der Mitarbeiter das rassistische N-Wort als Synonym für „Diener“ oder „Sklave“ verwendet – ein schockierender Vorgang. Am Ende wirft er dem Besucher die Karte zurück ins Auto. Das Video endet an dieser Stelle. Es wurde anschließend vom Betroffenen online gestellt und verbreitete sich rasend schnell über Plattformen wie Instagram und Facebook. (…) „Uns ist bekannt, dass es am Samstag, 26. Juli, an der Zufahrt zur Nordschleife zu einem inakzeptablen Fehlverhalten eines Mitarbeiters gegenüber einem Gast gekommen ist. Wir stellen klar: Rassistische oder diskriminierende Äußerungen haben am Nürburgring keinen Platz. Der betreffende Mitarbeiter wurde umgehend von allen Aufgaben entbunden und die Zusammenarbeit beendet. Er wird nicht mehr für den Nürburgring tätig sein. Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei dem betroffenen Gast und bei allen, die durch diesen Vorfall irritiert wurden.“

via rnd: Rassismus am Nürburgring: „Bin ich dein N***?” Betreiber reagiert

siehe auch: Nürburgring entlässt Mitarbeiter nach rassistischem Vorfall. Nach einem Rassismus-Vorfall hat der Nürburgring einen Mitarbeiter entlassen. Der Ordner war von einem Gast an der Einfahrt zur Rennstrecke dabei gefilmt worden, wie er ihm gegenüber ausfällig wird. Von SWR Auf dem nur wenige Sekunden dauernden Video ist zu sehen, dass der Tourist dem Ordner seine Einlasskarte überreicht und bittet, diese ans Lesegerät zu halten, damit die Einfahrtschranke aufgeht. Doch das lehnt der Nürburgring-Mitarbeiter ab, macht dreimal eine rassistische Äußerung und wirft die Einlasskarte durch das offene Autofenster zurück in den Wagen

Gewalt- und Mordaufrufe gegen syrische Flüchtlinge – Hasskommentare unter Alice Weidels Post: Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt

Nach SWR-Recherchen ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart zu Hasskommentaren gegen syrische Flüchtlinge unter einem Instagram-Post von AfD-Parteichefin Alice Weidel. Ende Juni hatte Alice Weidel auf ihrem Instagram-Kanal die Abschiebung von einer Gruppe syrischer Flüchtlinge gefordert. Diese sollen Ende Juni in einem hessischen Freibad mehrere Mädchen und junge Frauen laut Polizei “unsittlich berührt” haben. in Hanau auf SWR-Anfrage mit. Unter Weidels Post: Mehr als 120 Gewalt- und Mordaufrufe Einen Monat lang standen die Kommentare unter dem Post unkommentiert im Netz. Unmittelbar nachdem Weidel vom SWR mit den Kommentaren konfrontiert wurde, wurden mehr als 700 Kommentare, dann der ursprüngliche Post gelöscht. Die Anfrage des SWR blieb bislang unbeantwortet. Weidel hatte ein offenbar mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstelltes Foto gepostet, auf dem mehrere lachende, arabisch aussehende Männer hinter einem blonden Mädchen im Schwimmbad zu sehen sind. Das Foto zeigt nicht das tatsächliche Tatgeschehen. Der Beitrag von Alice Weidel wurde fast 150.000 Mal geliked und fast 8.000 Mal von Nutzern aus ganz Deutschland kommentiert und ist damit einer ihrer reichweitenstärksten Posts. Der SWR hat sämtliche Kommentare ausgewertet. Demnach finden sich dort mehr als 120 Gewalt- und Mordaufrufe, die nach Einschätzung von Experten strafrechtlich relevant sein könnten. Verdacht auf Volksverhetzung So schreibt ein Nutzer unter dem Weidel-Post über die syrischen Flüchtlinge “Töten, alle töten. I love 88.” Die Zahl 88 ist eine Chiffre für Anhänger von Adolf Hitler. Ein anderer Nutzer fordert “den Abschaum ohne Fallschirm über Syrien abwerfen”. In weiteren Kommentaren wird das “öffentliche Erhängen” oder “Kastration ohne Betäubung” für die Syrer verlangt. Außerdem wünschen sich mehrere Nutzer, die mutmaßlichen Täter in ein Konzentrationslager zu schicken: “Raus mit dem Dreck. Wiederaufbau KZ”, schreibt einer der Nutzer unter dem Post von Alice Weidel. Viele weitere Kommentare fallen möglicherweise unter den Straftatbestand der Volksverhetzung – gleich mehrere fordern unter anderem “abschießen, nicht abschieben!”. Zahlreiche Nutzer bekunden dabei ihre Unterstützung für Alice Weidel und die AfD, indem sie “blaue Herzen” zu ihren Kommentaren hinzufügen. Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt Nachdem einige der Nutzer identifiziert werden konnten, hat nun unter anderem die Staatsanwaltschaft Stuttgart Ermittlungen eingeleitet, wie sie dem SWR auf Anfrage mitgeteilt hat. “Als Straftatbestände kommen, § 111 StGB (Öffentliche Aufforderung zu Straftaten) oder § 140 StGB (Belohnung und Billigung von Straftaten) in Betracht”, erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Bei beiden Strafbeständen handele es sich um Offizialdelikte.

via swr: Gewalt- und Mordaufrufe gegen syrische Flüchtlinge Hasskommentare unter Alice Weidels Post: Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt

Neonazis feiern Sonnenwende – Ein Feuer wie beim Führer

Rund 80 deutsche Neonazis feiern in Tschechien Sonnen­wende, singen Hitlerjugend-Lieder und beschwören das „germanische Volk“. Auch AfD-nahe Politiker sind dabei. Die taz war vor Ort. Als die Dunkelheit den Feuerplatz vollends umhüllt, beginnt der Trommler mit seinen Schlägen. Ganz regelmäßig schallt das Wummern durch die Nacht, es ist das Signal für die Frauen und Männer, ihre Zeremonie zu beginnen. Mit Fackeln in den Händen schreiten sie zum Takt im Kreis um einen Holzstapel, der sieben Meter in die Höhe ragt. Ganze Baumstämme sind dafür spiralförmig aufgeschichtet. Als sie das Feuer entzünden, zucken die Flammen haushoch in den Himmel, ihr Schein erleuchtet die umliegenden Hügel und schimmert durch die nahestehenden Baumwipfel. Es beginnt ein ekstatisches Treiben: Die Gruppe fasst sich an den Händen und rennt um das Feuer – Frauen in Röcken in gedeckten Farben und mit Blumenkränzen, Männer in Leinenhemden und Kränzen aus Eichenlaub, ebenso zahlreiche Kinder, auch Kleinkinder, und solche im Grundschulalter. Schneller und schneller wird ihr Tanz und ihr Gebrüll. „Heil Sonnenwende“, schreien sie immer wieder durch die Nacht. „Heil Sonnenwende“, rufen auch die Kinder hinterher. Es ist Samstag, der 21. Juni 2025. Rund 80 Neonazis sind an diesem längsten Tag des Jahres nach Višňová bei Frýdlant in Tschechien nahe der deutschen und polnischen Grenze zusammengekommen, um die Sonnenwende zu feiern. (…) Das Fest mit seinen Ritualen ist verstörend – und gefährlich: Kinder werden in eine rassistische Ideologie eingewöhnt, während sich zugleich eine politische Organisierung zeigt, die sonst im Hintergrund wirkt und einen „Kulturkampf“ betreibt, um völkisches sowie nationalsozialistisches Gedankengut fortleben zu lassen. Es ist ein verschworener Kreis, mit Verbindungen auch zu mutmaßlichen Rechtsterroristen. Nach taz-Informationen tritt die Organisationsstruktur unter anderem unter dem unverfänglich-klingenden Namen „Kulturwerk Oberlausitz“ auf und organisiert sich in geschlossenen Social-Media-Gruppen. (…) Unter den Teilnehmern finden sich auch deutsche Lokalpolitiker mit Nähe zur AfD: Markus W., einst Mitglied der inzwischen aufgelösten Nachwuchsorganisation Junge Alternative, Robert Thieme, der im Juni 2024 als parteiloser Kandidat für die AfD in den Zittauer Stadtrat antrat, sowie Thomas Christgen, der über die AfD-Liste in den Stadtrat von Niesky gewählt wurde, dort jedoch fraktions- und parteilos blieb. (…) In Bezug auf die Sonnenwendfeier in Tschechien erkennt Botsch eine klare ideologische Linie. Die dort gezeigten Rituale knüpften an die Praxis an, wie sie einst der Neonazi Jürgen Rieger in der völkisch-rassistischen Vereinigung „Artgemeinschaft“ entwickelt habe. Es gebe eindeutige Hinweise auf eine Nähe der dokumentierten Feier zu dieser Gruppierung. Ein zentrales Indiz dafür sei der verwendete Spruch „Heil Sonnenwende“, den Rieger laut Botsch „explizit als Praxis eingeführt“ habe. Tatsächlich haben Teilnehmer der Sonnenwendfeier in der Vergangenheit an Treffen der „Artgemeinschaft“ teilgenommen. (…) Die Nähe der Sonnenwendfeier zur „Artgemeinschaft“ könnte juristisch relevant sein: Die „Artgemeinschaft“ wurde 2023 in Deutschland verboten. Laut Bundesinnenministerium war sie eine sektenartige, rassistische und antisemitische Vereinigung, die die Ideologie der Rassenlehre und des Nationalsozialismus verbreitete, Kinder und Jugendliche indoktrinierte und die ideologische Grundlage für weitere rechtsextreme Organisationen wie die verbotene „Heimattreuen Deutschen Jugend“ bildete. Vom Kreis um die Artgemeinschaft gab es Verbindungen in gewalttätige Spektren, bis hin zum Rechtsterrorismus – etwa zum NSU und seinem Umfeld sowie zum Mörder von Walter Lübcke. Eine Weiterbetätigung im Sinne der „Artgemeinschaft“ wäre verboten. Polizei war in Tschechien nicht zu sehen Doch am 21. Juni sind in Višňová weder tschechische noch deutsche Sicherheitskräfte vor Ort zu sehen. Tschechische Behörden wollten der taz dazu auf Anfrage keine näheren Angaben machen, der Bürgermeister der Gemeinde antwortete nicht auf mehrfache Nachfrage. Das Bundesamt für Verfassungsschutz äußerte sich nur allgemein zur Funktion von Sonnenwendfeiern für die Vernetzung und innere Festigung der rechtsextremistischen Szene und zur Indoktrination von Kindern

via taz: Neonazis feiern Sonnenwende Ein Feuer wie beim Führer

“Spiegel”: Spion soll intime Details über Alice Weidel nach China gemeldet haben

Ein Ex-Mitarbeiter des queerfeindlichen AfD-Politikers Maximilian Krah kommt wegen Spionage vor Gericht. Laut “Spiegel” konnte er viele Lästereien über die lesbische Parteichefin aufschnappen. Jian G., ein langjähriger Mitarbeiter des rechtsextremen AfD-Politikers Maximilian Krah, muss sich in Kürze vor dem Oberlandesgericht Dresden wegen Spionage für China verantworten. Wie der “Spiegel” (Bezahlartikel) berichtet, soll der 44-jährige G. Peking auch Informationen über das Privatleben der lesbischen Co-Chefin Alice Weidel weitergegeben haben. G. ist ein in China geborener Deutscher, den Krah 2019 einstellte. Er wurde im Frühjahr diesen Jahres wegen Spionageverdachts verhaftet. Laut Dokumenten soll Krah dem Spion vom Privatleben Weidels und ihrer Lebenspartnerin erzählt haben – etwa von wem angeblich der Samen stammte, mit dem eines der Kinder Weidels und ihrer Partnerin gezeugt worden war. Nach Angaben eines Protokolls soll der AfD-Bundestagsabgeordnete Jan Wenzel Schmidt außerdem über das angebliche Liebesleben von Weidel in ihrer Jugend sinniert haben – all dies habe G. nach Peking gemeldet. Politisch interessanter waren Informationen, wonach Weidel unter den AfD-Bundestagsabgeordneten nicht sehr beliebt sei. Sie sei laut Schmidt außerdem “gar nicht so hart und entschlossen”, wie sie in ihren Reden den Eindruck erwecke. Krah habe auch von einem Putschplan von Weidels Co-Chef Tino Chrupalla berichtet, der seine lesbische Parteifreundin loswerden wolle. So habe Krah vor der Bundestagswahl in diesem Jahr erklärt, sie solle ruhig Kanzlerkandidatin werden. Sollte sie dann wegen “ihrer Schwäche und mangelnden Führungsqualitäten” ins Straucheln geraten, könne “Tino dies nutzen” – und den Parteivorsitz alleine an sich reißen. Krah soll Chrupalla bei seinem Vorgehen gegen Weidel unterstützen. Krah dementierte gegenüber dem “Spiegel”, dem Spion Parteiinterna verraten zu haben, “schon gar nicht über das Privatleben von Frau Weidel”.

via queer: “Spiegel”: Spion soll intime Details über Alice Weidel nach China gemeldet haben

siehe auch: Prozess gegen Krah-Assistenten Jian G. Die geheimen AfD-Dossiers des mutmaßlichen China-Spions Der Ex-Mitarbeiter des Politikers Maximilian Krah kommt wegen Spionage vor Gericht. Er soll Parteiinterna ausgeforscht haben, darunter intime Details über die Vorsitzende Alice Weidel. Für die AfD könnte der Prozess peinlich werden. Das Word-Dokument war in chinesischer Sprache verfasst und trug einen poetischen Dateinamen: »Tee am Vormittag«. Nach Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) wurde es am 7. Januar 2024 erstellt, um 21.10 Uhr, von einem gewissen Jian G., damals Mitarbeiter des AfD-Politikers Maximilian Krah im Europaparlament. In dem Dossier fasste der gebürtige Chinese G. ein vertrauliches Gespräch mit seinem Boss zusammen. Angeblich hatte er ihn am Tag zuvor in einem Frühstückscafé am Rand der tschechischen Hauptstadt Prag getroffen. Dem Dokument zufolge berichtete Krah seinem Assistenten G. ausführlich von Parteiinterna und lästerte über AfD-Chefin Alice Weidel. Auch Details aus dem Privatleben von Weidel und ihrer Lebensgefährtin soll Krah zum Besten gegeben haben – vom Verfasser des Dossiers akribisch dokumentiert. (…) Inzwischen geht die Generalstaatsanwaltschaft Dresden der Frage nach, ob sich Krah für seinen chinafreundlichen Schmusekurs hat schmieren lassen. Bei den Ermittlungen gegen Jian G. stießen die Fahnder auf verdächtige Zahlungen.  Von April 2019 bis Dezember 2022 sollen mehr als 50.000 Euro an Anwaltskanzleien geflossen sein, für die Krah tätig war. Das Geld stammte von Firmen aus Jian G.s Umfeld. Krah sei, so heißt es in Ermittlungsakten, von seinem Mitarbeiter mit Geld versorgt worden. Dabei habe es Bemühungen gegeben, Zahlungen mithilfe von Scheinrechnungen zu verschleiern. Krah bestreitet das vehement. Er habe keine Bestechungsgelder bekommen und auch sonst nichts Illegales getan. Es habe sich um eine »vollkommen normale anwaltliche Tätigkeit« gehandelt