Tausende Demonstranten ziehen bundesweit vor FDP-Büros

Völlig überraschend wird der FDP-Politiker Kemmerich Ministerpräsident – mit den Stimmen von AfD und CDU. Es ist ein politisches Beben, dessen Schockwellen weit über Thüringen hinaus gehen. Thomas Kemmerich (FDP) ist neuer Ministerpräsident in Thüringen. Der FDP-Landesparteichef hat sich gegen den bisherigen Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) durchgesetzt. Dabei erhielt er am Mittwoch sowohl Stimmen der CDU als auch der AfD von Landesparteichef Björn Höcke. Höcke ist Gründer des rechtsnationalen “Flügels” seiner Partei, der vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus eingestuft wird. SPD und Linke werfen Union und FDP auch im Bund einen unverzeihlichen Dammbruch vor. Bundespolitiker mehrerer Parteien sprechen sich für Neuwahlen in Thüringen aus. Tausende Demonstranten ziehen bundesweit vor FDP-Büros. (…) Nach der Wahl des neuen Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) verlagert sich der Protest auf die Straße: Am Mittwochabend versammelten sich knapp tausend Menschen vor der FDP-Bundeszentrale in Berlin-Mitte, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. “Wer hat uns verraten? Freie Demokraten”, skandierten die Teilnehmer unter anderem. Auch im thüringischen Jena demonstrierten nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen. Zu der Kundgebung in Berlin hatten die Landesverbände von SPD, Grünen und Linken aufgerufen. “Alle zusammen gegen den Faschismus”, rief die Menge in Richtung der FDP-Zentrale. Zahlreiche Menschen trugen Plakate mit Aufschriften wie “Gelb ist das neue Braun” oder “Stoppt die AfD”.

via stern: Tausende Demonstranten ziehen bundesweit vor FDP-Büros

siehe auch: CDU in Thüringen stimmte „gegen Empfehlungen, Foderungen und Bitten der Bundespartei“. Politbeben in Thüringen: FDP-Mann Thomas Kemmerich ist neuer Ministerpräsident – mit Stimmen der AfD. Die Wahl erschüttert die Parteien in Berlin. Nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerichs zum neuen Ministerpräsidenten von Thüringen herrscht im politischen Berlin Entsetzen. Die Spitzen der Union forderten am Mittwochabend unisono Neuwahlen in Thüringen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisierte das Stimmverhalten der Thüringer CDU-Landtagsfraktion scharf. Die Fraktion habe „ausdrücklich gegen die Empfehlungen, Forderungen und Bitten der Bundespartei“ gehandelt, betonte die Parteivorsitzende am Mittwoch in Straßburg. Sie sei der Auffassung, „dass man darüber reden muss, ob neue Wahlen nicht der sauberste Weg aus dieser Situation sind“. Das Präsidium der Bundes-CDU habe einstimmig Neuwahlen in Thüringen empfohlen, sagte Kramp-Karrenbauer weiter. Die Thüringer CDU-Fraktion lehnt Neuwahlen allerdings ab; Ministerpräsident von AfD-Gnaden – Die armseligen Taschenspielertricks von CDU und FDP. Die Wahl Thomas Kemmerichs in Thüringen ist ein politischer Tabubruch und Sündenfall, demokratischer Menschenverstand hätte sie verhindern können. Thüringen ist ein politischer Tabubruch und, schaut man sich das rechtsextremistische Potenzial der AfD an, auch ein Sündenfall. Das hätte mit etwas mehr demokratischem Verstand leicht verhindert werden können. Stattdessen haben CDU und FDP mit armseligen Taschenspielertricks agiert und glaubten, das sei politisch clever. Im Gegenteil: Die Demokratie hat einer Partei, die in Teilen rechtsextrem ist und deren radikalste Vertreter aus Thüringen stammen, ein Geschenk mit unheimlicher Symbolkraft gemacht. Für CDU und FDP, die sich dieser politischen Schande quasi selbst angedient haben, wird der Tag noch böse Konsequenzen haben. Und die SPD wird dadurch im Bund gezwungen sein, über die Fortführung der Koalition erneut nachzudenken.

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Thomas Kemmerich – ein Büttel der Rechtsradikalen

FDP-Mann Thomas Kemmerich ist neuer Ministerpräsident von Thüringen.
Die Wahl des FDP-Mannes Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen mit den Stimmen der AfD ist ein politischer Tabubruch. Er macht sich damit zum Büttel der Rechtsradikalen, kommentiert vorwärts-Chefredakteurin Karin Nink. In Thüringen lässt sich der FDP-Mann Thomas Kemmerich, dessen Partei gerade mal mit fünf Prozent in den Landtag kam, mit den Stimmen der rechtsradikalen AfD zum Ministerpräsidenten wählen. Ein Mitglied der einstigen Bürgerrechtspartei von Hans-Dietrich Genscher, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Gerhart Baum und Burkhard Hirsch macht sich zum Büttel der Rechtsradikalen und lässt sich von ihnen auf den Thron heben. Und die thüringische Union spielt mit – was für ein abgekartetes Spiel. Das scheinheilige Angebot, das Kemmerich SPD und Grünen nach dem ersten Aufschrei des Entsetzens gemacht hat, ändert daran nichts.
Damit haben die konservativ-bürgerliche Union und die sogenannte liberal-bürgerliche FDP in diesem Land einen Tabubruch vollzogen, der das politische Klima spürbar verändern wird und die politische Arithmetik in Deutschland deutlich zu verschieben droht. Verantwortlich, um es noch einmal deutlich zu sagen, sind FDP und CDU. Und zwar nicht nur in Thüringen sondern auch im Bund, wenn dieser unerträgliche Kurswechsel nicht doch noch korrigiert wird und Kemmerich als Ministerpräsident zurücktritt. FDP kriecht unter die Decke der Rechtsradikalen Aus den Koalitionsgesprächen mit demokratischen Parteien hat FDP-Chef Christian Lindner sich 2017 aus Angst vor der Verantwortung mit den Worten gestohlen: „Besser nicht regieren als schlecht regieren.“ Jetzt kriecht dieselbe Partei in Thüringen unter die Decke der rechtsradikalen AfD. Und wenn man Wolfgang Kubicki, dem starken Mann hinter Lindner, zuhört, finden auch führende Köpfe der Bundes-FDP nichts Anstößiges an diesem Vorgang.

via vorwärts: Thomas Kemmerich – ein Büttel der Rechtsradikalen

Wie die AfD den FDP-Mann zum Regierungschef machte

“Ich nehme die Wahl an” – mit diesen Worten hat Thomas Kemmerich am Mittwochmittag um kurz nach 13.30 Uhr die politische Landschaft in Deutschland erschüttert. Nicht der Wahlsieger Bodo Ramelow von der Linken ist der neue Ministerpräsident Thüringens, sondern der FDP-Mann. Die Wahl war geheim – doch das Resultat deutet darauf hin, dass die rechtspopulistische AfD nur zum Schein einen Kandidaten aufstellte und dann geschlossen für FDP-Landesschef Kemmerich votierte.
Wie kam das Ergebnis zustande? Für die Parteien Linke, SPD und Grüne war schon vor dem ersten Wahlgang klar, dass es alles andere als eine glatte Entscheidung würde. In den ersten beiden Wahlgängen – da war eine absolute Mehrheit nötig – fiel Ramelow durch. Aufgestellt im dritten Wahlgang waren außer Ramelow für die Linke auch der AfD-nahe Christoph Kindervater (parteilos) und Thomas Kemmerich (FDP). Eine einfache Mehrheit würde nun reichen. Das Ergebnis lautete schließlich: 44 Stimmen für Ramelow, 0 für Kindervater und 45 für Kemmerich, bei einer Enthaltung. Damit ist der FDP-Chef in Thüringen – mit einer Stimme Vorsprung vor Ramelow – der neue Ministerpräsident.

via spiegel: Wie die AfD den FDP-Mann zum Regierungschef machte

siehe auch: FDP-Ministerpräsident dank AfD: Der lautlose Eklat von Erfurt. Spekuliert wurde viel – doch für wirklich möglich hielten es nur wenige. FDP-Mann Thomas Kemmerich ließ sich mit Stimmen der AfD-Fraktion ins Amt des Ministerpräsidenten wählen. Im Erfurter Landtag entluden sich erst spät nach der Wahl – nach lähmendem Entsetzen – Emotionen. Das sichtbarste Zeichen dafür, was an diesem Tag passiert war, lieferte die Vorsitzende der Thüringer Linken. Susanne Hennig lief mit einem Strauß Blumen auf den neuen Ministerpräsidenten des Freistaates zu. Doch statt ihn Thomas Kemmerich in die Hand zu drücken, warf sie ihm das Gebinde mit einer schnellen Bewegung vor die Füße und schritt eilig davon. (…) Der Tag endete vorläufig damit, dass Kemmerich vor dem Landtag kundtat: „Es geht um Thüringen“ – und unter Gelächter CDU, SPD und Grüne einlud, in eine gemeinsame Regierung einzutreten, Das wollen SPD und Grüne erklärtermaßen nicht. Schließlich beantragte er die Verschiebung der Sitzung. Dem wurde stattgegeben, mit den Stimmen von CDU, FDP – und AfD.

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DATENKLAU – Ermittlungen gegen Greifswalder Polizisten – #schauhin #antiantifa #terror

Ein Polizist soll versucht haben, ohne einen dienstlichen Grund Daten von Privatpersonen herauszufinden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Betroffenen befürchten rechte Hintergründe. Aktuell ermittelt die Stralsunder Staatsanwaltschaft in mehreren Fällen gegen einen Greifswalder Polizeibeamten. Dieser soll gegen das Landesdatenschutzgesetz verstoßen haben, indem er persönliche Daten von mehreren Betroffenen abgerufen hat, ohne, dass dazu ein dienstlicher Grund bestanden hätte, wie Lobbi e.V., ein Verein für Opferhilfe rechter Gewalt, am Montag erklärte. (…) Der aktuelle Fall geht auf das Frühjahr 2019 zurück und wurde von den Betroffenen selbst ausgelöst. Zuvor wurden in einer Facebook-Gruppe, in der greifswaldbezogene Ereignisse diskutiert werden, persönliche Daten, unter anderem Klarnamen und Wohnadressen, von einigen Mitdiskutierenden veröffentlicht. Die Informationen waren dabei im Besitz von Gruppenmitgliedern mit rechter Gesinnung. Vier Betroffene erstatteten daraufhin eine Anzeige. Durch die Ermittlungen geriet ein Greifswalder Polizeibeamter in den Fokus. Er war Mitglied der fraglichen Facebook-Gruppe und sympathisierte online offen mit der AfD und rechtem Gedankengut. (…) Die Betroffenen befürchten, dass die Informationen womöglich an Personen aus dem rechten Spektrum weitergegeben wurden. In der Vergangenheit waren Polizisten in Land bereits an Datenabfragen beteiligt, wie etwa durch Recherchen gegen das rechte Netzwerk „Nordkreuz” deutlich wurde

via nordkurier: DATENKLAU – Ermittlungen gegen Greifswalder Polizisten

Far-right 'hate factory' still active on Facebook despite pledge to stop it

A network of profit-driven pages fuelling anti-Islamic sentiment was exposed two months ago but is still operating. Facebook has failed to stop a coordinated far-right operation profiting from disinformation and anti-Islamic hate almost two months after it was publicly exposed. The Guardian revealed in December that a network of Facebook’s largest far-right pages were part of a coordinated commercial enterprise that for years had been harvesting Islamophobic hate for profit, prompting promises from the social media giant that it would crack down on the network. Facebook soon removed several pages and accounts which it said “appeared to be financially motivated” and said it had updated its inauthentic behaviour policy to “further improve our ability to counter new tactics”. Facebook soon removed several pages and accounts which it said “appeared to be financially motivated” and said it had updated its inauthentic behaviour policy to “further improve our ability to counter new tactics”. “These pages and accounts violated our policy against spam and fake accounts by posting clickbait content to drive people to off-platform sites,” a Facebook spokesperson said at the time. “Our investigations are continuing and, as always, we’ll take action if we find any violations.” But two months after Facebook was made aware of the scheme, an analysis by the Guardian has confirmed that a number of the pages are still feeding off anti-Islamic content to drive readers to the same for-profit, third-party websites.

via guardian: Far-right ‘hate factory’ still active on Facebook despite pledge to stop it

Rechte Parole auf Baufahrzeug

Dieser Lastwagen mit Baustellen-Material wurde in Büttelborn fotografiert. Auf der Heckklappe steht in Frakturschrift „Whitepower Germania“. Ein Lastwagen mit mutmaßlich rechtsradikal motivierter Beschriftung ist bei einer Baustelle in Büttelborn fotografiert worden. Der Lastwagen mit Karlsruher Nummernschild ist für einen dort ansässigen Baukran-Dienstleister im Einsatz. An seiner Heckklappe steht in Frakturschrift „Whitepower Germania“. Der Begriff „White Power“, ursprünglich vom rassistischen und gewaltbereiten Ku-Klux-Klan in den USA geprägt, steht für die angebliche Überlegenheit der „Weißen Rasse“. Er wird häufig von Rechtsradikalen und Neonazis genutzt. Der orangefarbene Lastwagen taucht mehrfach als Dienstfahrzeug auf der Facebook-Seite eines Funktionärs der rechten „Republikaner“ aus Baden-Württemberg auf. (…) Die Inhaberin der Karlsruher Kranfirma, die den gleichen Nachnamen trägt wie der „Republikaner“-Funktionär, wollte zu der Parole auf dem Fahrzeug keine Stellungnahme abgeben.

via echo online: Rechte Parole auf Baufahrzeug