Die AfD hat ihre Parteizentrale im Norden Berlins. Der Eigentümer hat der Partei zum Ende März die Räume fristlos gekündigt – trotzdem bleibt die AfD dort. Dem österreichischen Immobilienmakler Lukas Hufnagl ist verärgert. Grund dafür ist eine Immobilie in Berlin, die er an die „Alternative für Deutschland“ (AfD) vermietet hat. Hufnagel soll nach einem Bericht der Süddeutsche Zeitung (SZ) der AfD schon Anfang März fristlos gekündigt haben, „aber die Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla und ihr Parteiapparat weigern sich auszuziehen.“ Dadurch bewege sich seine Firma Quercus Grund GmbH, der das Gebäude gehört, am Rand der Zahlungsunfähigkeit. Hufnagl finde keine Bank mehr, die ihm einen neuen Kredit geben will für ein Gebäude, „in dem der Hauptmieter eine Partei ist, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer ‚Verdachtsfall‘ geführt wird“. Auch ein Verkauf des Gebäudes scheint sich schwierig zu gestalten. „Das mit der AfD ist fernab von allem, was ich mir habe vorstellen können“, sagt der Immobilienmakler. AfD-Wahlparty bringt Fass zum Überlaufen Laut Hufnagl sind im Vorfeld einige Dinge passiert. Ein Brandanschlag auf die AfD-Parteizentrale, versuchte Anschläge auf ihn selbst und in jüngster Zeit die Party der AfD am Abend der Bundestagswahl am 23. Februar, worüber er einen Bericht im Fernsehen gesehen haben will. „Da war ich stinksauer“, erzählt der Österreicher (…) Hufnagel wirft der AfD, sich nicht an die Vereinbarung im Mietvertrag gehalten zu haben. Außenwerbung sei untersagt gewesen. Auch habe die Partei die AfD den Innenhof nicht mit gemietet und damit die Außenfläche für ihre Party unerlaubt genutzt. Als Folge der Feierlichkeiten habe die Polizei das Gebäude abgesperrt, wodurch andere Mieter das Haus nicht betreten können. „Die Fortsetzung des Mietvertrags mit einem solchen Mieter, der sich über alle vertraglichen Absprachen und jegliche guten Sitten hinwegsetzt, Hausfriedensbruch und Vermögensgefährdung zulasten seines Vermieters und Nötigung gegenüber allen anderen Mietparteien des Hauses begeht, der also völlig rücksichtslos nur eigene Interessen verfolgt, ist unzumutbar“, wird der Anwalt von Hufnagel in dem Bericht zitiert.
via fr: “Fernab von allen, was ich mir vorstellen kann”: Vermieter wird AfD nicht los