DIE ERSTEN IN EUROPA – DAS „MOTHERCHAPTER“ DER HSN, DIE «SCHWEIZER HAMMERSKINS»

Vor nunmehr 32 Jahren importierten Schweizer Neonazis das Konzept der neonazistischen Bruderschaft aus den USA nach Europa und gründeten 1990 die «Schweizer Hammerskins» (SHS). Drei Jahrzehnte, in denen das Schweizer Chapter durch Gewalttaten, politische Agitation und Einfluss auf das internationale RechtsRock-Geschehen auffiel. Bis zu 60 Personen durchliefen seit der Gründung nachweislich die Vollmitgliedschaft der SHS, etliche weitere schafften es über den Status als Anwärter nicht hinaus. Aktuell unterhält das Chapter bis zu 20 aktive Mitglieder. Hinzu kommt die unterstützende Struktur, die «Crew 38 Zentralschweiz». In der Öffentlichkeit treten die «Schweizer Hammerskins» nur selten auf, und wenn dann meist im europäischen Ausland. Doch sie stellten stets eine Hintergrundstruktur der Schweizer Neonaziszene. Noch bis vor kurzem waren etliche Schweizer Hammerskins in extrem rechten Parteien wie der PNOS («Partei National Orientierter Schweizer») involviert. Auch im neonazistischen Kampfsport-Milieu mischen sie kräftig mit und sind dort für Labels wie «White Rex» und «Resistend Sportswear» verantwortlich. (…) Bis zur Jahrtausendwende organisierten die SHS in der Deutsch-Schweiz meist Feste – sogenannte „Trinkerkongresse“ – und übernahmen auf Konzerten befreundeter Organisationen Security-Aufgaben. Sie selbst organisierten lediglich eine handvoll Events, die selten mehr als 100 Neonazis anzogen. Die Organisation größerer Konzerte oblag zu diesem Zeitpunkt Olivier Kunz, der allerdings nicht mehr im Namen der Hammerskins agierte. Ab der Jahrtausendwende sollte sich das schlagartig ändern. Vor allem in Deutschland erhöhte sich der behördliche Druck, Konzerte mussten kurzfristig abgesagt werden oder wurden polizeilich gestürmt. Frust machte sich breit. In der Schweiz hingegen herrschte ein vergleichbar lascher Umgang der Behörden mit neonazistischen Konzerten. Die Anreise über die Grenze fand meist störungsfrei statt und auch an den Orten des Geschehens beschränkte sich die Polizei auf sporadische Kontrollen. In den angemieteten Turnhallen und Gemeindesälen waren die Neonazis unter sich. Das gemeinsame, massenhafte Zeigen des Hitlergrußes gehörte genauso zum Standard-Repertoire auf den Konzerten, wie die unzähligen Verkaufsstände, auf denen etliche strafrechtlich relevante CDs, Merchandise und NS-Devotionalien verkauft wurden. Zu nennen sei hier ein Konzert der «Schweizer Hammerskins» im April 2000 in der Grenzregion um Lörrach mit den Berliner Bands «D.S.T.» und «Legion of Thor». Beide Bands waren schon damals eng an die «Hammerskins Berlin» angebunden. Darüber hinaus ist das Konzert der SHS in der Reithalle Ettiswill im Kanton Luzern im Januar 2001 erwähnenswert, bei dem auch die deutschen Bands «Jungsturm» und «Eternal Fear» auftraten. Die Sänger der beiden Bands waren zu dieser Zeit in Deutschland Anwärter der «Hammerskin Nation». «Jungsturm» spielte nur wenige Monate später, im Mai 2001, erneut auf einem Konzert der SHS in der Nähe von Luzern. Die Konzerte waren die Präsentationsfläche der Hammerskin-Musikszene. Jedes Chapter brachte „ihre“ Bands mit und konnte sich dadurch profilieren. Die Einnahmen flossen direkt in die Strukturen der SHS, wie aus einem internen Rundbrief im Nachgang des Konzerts im Januar 2001 ersichtlich wird. So schrieben die SHS an ihre deutschen „Brüder“: „Durch eine erfreulich hohe Besucherzahl und enormen Durst der Kameraden konnten wir endlich mal wieder etwas in unsere Kasse hineingeben, was uns beim weiteren Kampf um unseren Klubraum bestimmt nützlich sein wird.“ (sic!) Zu dem Aufwind rechter Konzerte in der Schweiz dürfte auch ein deutscher Neonazi beigetragen haben: Malte Frederik Redeker (1976), aus Malsch in Baden-Württemberg. Er wohnte in Mexico, bis er 1999 in die Schweiz zog, um an der Universität in St. Gallen zu studieren. Im Januar 2000 wurde er Prospect bei den «Schweizer Hammerskins». Er war es vermutlich, der gemeinsam mit dem deutschen Chapter «Baden» am 24. März 2001 in der Ostschweiz ein Konzert u.a. mit «Celtic Warrior» organisierte. Anlass war der Geburtstag von Ulf Kaminski, der zum Zeitpunkt den «Hammerskins Baden» angehörte. Im Nachgang sei man mit der Organisation des Abends sehr zufrieden gewesen, verlautbarten verschiedene deutsche Chapter in ihren Newslettern. Redeker stand schon damals weltweit mit RechtsRock-Bands in Kontakt. Da sein Visum aufgrund seiner politischen Aktivitäten von den Schweizer Behörden nicht verlängert wurde, zog er 2001 nach Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz, wurde jedoch 2002 Fullmember bei den SHS. 2003 gründete er das Chapter «Westmark». Heute ist Redeker „European Secretary“ der HSN und damit einer der führenden Hammerskins in Europa. Einen tatsächlichen Erfolg innerhalb der Szene erzielten die SHS aber erst am 10. August 2002. An diesem Tag richteten sie das erste „European Hammerfest“ in Eggmas in der Gemeinde Affoltern im Albis aus, rund 17 Kilometer südlich von Zürich. Um die 1.300 Neonazis waren gekommen, darunter alleine 300 Personen aus Deutschland. Das Konzert war das dahin größte Neonazi-Event in der Schweiz und sorgte entsprechend für mediale Empörung. Auch wurde hierbei deutlich, dass die Behörden noch keinen adäquaten Umgang mit solchen Konzerten gefunden hatten. So wusste die Polizei im Vorfeld etwa nicht, wo das „Hammerfest“ stattfinden würde. Im Nachgang lobten die SHS sogar die Behörden. Sie hätten sich korrekt und höflich verhalten und hätten dem Wunsch entsprochen, Journalistinnen vom Event fern zu halten, wie später auf der Webseite der SHS nachzulesen war.

via exif-recherche: DIE ERSTEN IN EUROPA – DAS „MOTHERCHAPTER“ DER HSN, DIE «SCHWEIZER HAMMERSKINS»

#Rechtsrock, #Randale und #Morddrohung: #Feier bei #Fußballtrainer endet mit #Polizeieinsatz – #gassenraudi #rünningen

In der Nacht auf Sonntag fand in einem Gartenhaus in Rüningen eine Feier mit dem Neonazi-Liedermacher »Gassenraudi« aus Braunschweig statt. Als die Polizei wegen Ruhestörung gerufen wurde, kam es zu rassistischen Beleidigungen und einer Todesdrohung gegen einen der Polizeibeamten. Der 32-jährige Pächter des Gartens, bis vor kurzem Trainer beim TSV Rüningen, verhielt sich laut Polizei „aggressiv“. Eine kleine Reportage zu den Hintergründen: Am Montag meldete die Polizei, dass sie am Wochenende zu einer Ruhestörung in eine Gartenparzelle in Rüningen gerufen wurde. Dort seien den Polizistinnen „rund 20 Personen aggressiv entgegen“ getreten. Der 32-jährige Pächter des Gartens, so heisst es in der Polizeimeldung, verhielt sich den Polizeibeamtinnen gegenüber „äußerst unkooperativ und aggressiv und weigerte sich, den polizeilichen Aufforderungen Folge zu leisten.“ Die Stimmung sei eskaliert. Ein Polizist sein „von dem 32-jährigen Pächter fremdenfeindlich beleidigt und mit dem Tode bedroht“ worden. Die Gäste seien zudem aus dem Gartenhaus herausgetreten und hätten sich vor den Polizeibeamt*innen bedrohlich aufgebaut. Erst als weitere Polizeikräfte sowie Polizeidiensthunde vor Ort eintrafen, konnte die Feier aufgelöst werden, teilte die Polizei Braunschweig mit. Gegen den Pächter wurde ein Strafverfahren wegen Bedrohung und Beleidigung eingeleitet, alle weiteren Personen erhielten Platzverweise. (…) Auf einem Foto trägt eine Person ein Shirt, auf dem auf dem ersten Blick eine Hakenkreuzfahne zu sehen ist. Betrachtet man es genauer, dann ist dort nur ein rennendes Strichmännchen zu sehen, dass allerdings wie ein Hakenkreuz gestaltet ist. Auf einem anderen Bild aus dem Gartenhaus ist eine Fahne in den Reichsfarben schwarz-weiß-rot zu sehen, auf der in Frakturschrift „Nationaler Widerstand“ steht. Offensichtlich dient das als Partyraum ausgebaute Gartenhaus, in dem am Wochenende die Feier stattfand, als regelmäßiger Ort für Liederabende, Treffen und Feiern der Neonazis.

via dokurechts: Rechtsrock, Randale und Morddrohung: Feier bei Fußballtrainer endet mit Polizeieinsatz

Hundreds including children attend Neo-Nazi festival in Italy

Participants at the Neo-Nazi two-day festival that took place in Verona, Italy on July 9,10 The city of Verona, famously known as the home for Shakespeare’s Romeo and Juliet, was host to a two-day Neo-Nazi festival on July 9, 10. The festival, organised by Italian identitarians and Hammerskins, was attended by hundreds of right-winged extremists including women and children. Events such as football, music concerts, and several workshops were conducted. The event was highlighted by investigative journalist Fabian Eberhard who posted pictures of the event on his official Twitter page. He wrote, “The event is highly problematic: It serves as an international networking opportunity for the scene. And an even bigger festival is planned in Verona for September.” The world knows Verona as the city of love. But according to Eberhard, organisations like CasaPound, Fortezza Europa, Forza Nuova, or Veneto Fronte Skinheads make the city a center of right-wing extremism. “And the authorities often just watch the events without intervening,” he tweeted.

via siasat: Hundreds including children attend Neo-Nazi festival in Italy

LPD-EF: Thüringer #Polizei verhindert #Rechtsrockkonzert in #Sonneberg – #thüringen #gewalt #schläger #LockThemUp

Am Samstag gegen Mittag wurde die Landespolizeidirektion über ein mögliches Rechtsrockkonzert im Raum Sonneberg informiert. Das Konzert sollte, getarnt als private Geburtstagsfeier eines 54-Jährigen, auf einem Privatgrundstück in Sonneberg stattfinden. Um das Konzert zu unterbinden (eine Anmeldung lag nicht vor) wurden auf den Zufahrten nach Sonneberg Kontrollstellen eingerichtet, um mögliche Teilnehmer erkennen und bereits weit vor dem Versammlungsort abweisen zu können. Das Gespräch mit dem Grundstückseigentümer, der gleichzeitig als Einladender fungierte, ergab, dass dieser nur einen Bruchteil seiner Gäste persönlich kannte. Somit wurde ihm gegen 18:00 Uhr die Durchführung der Veranstaltung auf seinem Grundstück untersagt. Allen Personen die sich bereits in der Nähe des geplanten Versammlungsortes befanden, wurde ein Platzverweis erteilt. An einer Kontrollstelle wurde eine männliche Person identifiziert, die mit Haftbefehl gesucht wurde. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt verbracht. Der Veranstalter versuchte dann sein Konzert in eine Gaststätte in der Sonneberger Kirchstraße zu verlegen. Dies wurde ihm untersagt. Auch der kurzfristige Versuch eines Liedermachers im Außenbereich der Gaststätte musikalische Darbietungen abzuhalten, wurde unterbunden. Die Gitarre und eine Mundharmonika wurden sichergestellt. Gegen den Veranstalter und gegen den Gastwirt wurden Anzeigen erstattet. Auch gegen eine Person, die an der Kontrollstelle die Namensangabe verweigern wollte, erstatteten die Kolleginnen und Kollegen Anzeige. Gegen Mitternacht wurde dann festgestellt, dass Musik aus der Gaststätte kam. Während einer Lärmpegelmessung vor Ort beleidigte ein aus der Gaststätte kommender Mann die eingesetzten Kollegen. Er wurde, da er dann die Kollegen massiv angriff, in Gewahrsam genommen, ist jedoch mittlerweile wieder entlassen. Insgesamt konnten 24 Personen aus dem rechten Spektrum identifiziert werden. Im Zuge der Nachkontrolle in Sonneberg konnten Kräfte der Bereitschaftspolizei Thüringen eine körperliche Auseinandersetzung zwischen fünf der Veranstaltungsteilnehmer und drei Passanten in Sonneberg verhindern. Da hier der Verdacht einer Körperverletzung zum Nachteil der drei Passanten bestand, wurde Anzeige erstattet.

via presseportal: LPD-EF: Thüringer Polizei verhindert Rechtsrockkonzert in Sonneberg

siehe auch: Getarnt als Geburtstagsfeier: Polizei verhindert in Sonneberg illegales Rechtsrockkonzert. Es sollte eine Geburtstagsparty sein, doch als die Polizei nach Hinweisen das Grundstück untersuchte, stieß sie auf ein illegales Rechtsrockkonzert. Die Feier war nur vorgeschoben, der Veranstalter kannte den Großteil seiner Gäste nicht. Das Konzert wurde untersagt. Auch weitere Vergehen konnte die Polizei verhindern. (…) Daraufhin wurden die Feier auf dem Grundstück untersagt und Menschen in der Nähe Platzverweise erteilt. Als der Veranstalter versuchte, das Konzert in eine Gaststätte zu verlegen, wurde ihm auch dies untersagt.

a photo of a police car
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„#KategorieC“ will wieder aktiv werden – #rechtsrocktnicht

Einst hatte sich die rechtsextreme Hooligan-Band „Kategorie C“ aufgelöst, der Sänger war musikalisch seitdem im Querdenken-Umfeld aktiv, nahm gar ein Lied mit Xavier Naidoo auf. Bald soll nun ein neues Album veröffentlicht werden. Ursprünglich hatte Kategorie C (KC) 2019 auf dem „Schild & Schwert“-Festival in Ostritz ihr Abschiedskonzert gespielt. Aktiv blieben Musiker der Band gleichwohl noch mit Auftritten bei „Balladen“-Abenden. Sänger Hannes Ostendorf veröffentlichte unter dem Namen „Hannes“ weiter Songs und kooperierte mit anderen Musikern der Rechtsrock- und „Querdenken“-Szene sowie mit Xavier Naidoo. (…) Rücktritt vom Rücktritt Eines der letzten Band-Projekte, das Ostendorf unterstützte, nennt sich „Tragik der Zeit“. Musikalisch aktiv sind dabei die langjährige Neonazi-Aktivistin Melanie Dittmer und ein Marcel aus Sachsen. „Tragik der Zeit“ veröffentlichten kürzlich eine Mini-CD. Gleichwohl hatte Ostendorf schon im April 2021 mitgeteilt, auch KC seien wieder aktiv geworden und könnten die Fans in diesen schweren Zeiten nicht alleine lassen. Nun haben KC via Telegram-Kanal offiziell mitgeteilt, dass die Band neue Lieder eingespielt habe. Die CD zur „Re-Union“ werde aktuell abgemischt und gemastert, eine Veröffentlichung solle erfolgen sobald möglich, hieß es in der Mitteilung.

via endstation rechts: „Kategorie C“ will wieder aktiv werden

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Von <a href=”//commons.wikimedia.org/wiki/User:Salander-ahron” title=”User:Salander-ahron”>Salander-ahron</a> – Fotograf Salander (Ahron Foto), CC BY-SA 3.0, Link

ORGANISIERTE #KRIMINALITÄT – #Prozessbeginn gegen mafiöse Neonazi-Strukturen – #BruderschaftThüringen #zwangsprostitution #drogenhandel #kriminelleVereinigung #Geldwäsche #Erfurt #KAL #Unterwasser #Turonen #Garde20 #Combat18 #Blood&Honour

In Erfurt beginnt am Mittwoch der Prozess gegen neun Personen aus dem Neonazi-Netzwerk „Bruderschaft Thüringen“, die sich unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandels und Geldwäsche verantworten müssen. Wenn in einer Halle der Messe in Erfurt der Prozess gegen sechs Männer und drei Frauen beginnt, saßen einige davon bereits im vergangenen Jahr auf der Anklagebank des Landgerichts Erfurt. Ging es bei der Neuauflage des „Ballstädt Prozesses“ um den brutalen Überfall auf eine Kirmes-Gesellschaft, müssen sich die neun Beschuldigten aus Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen jetzt unter anderem wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln verantworten. Einzelne Beschuldigte sind wegen schwerer Zwangsprostitution, Geldwäsche und Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt. Sieben Beschuldigte müssen sich vor Gericht wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung verantworten. Schon ein Blick auf einige Beschuldigte zeigt die enge Verzahnung zwischen Neonazi-Strukturen, Rotlicht, Waffen und Drogenhandel. Thomas W. und Rocco B. mussten sich bereits im Ballstädt-Prozess vor Gericht verantworten, auch W.s Cousine Nicole G. ist seit mehr als zehn Jahren in der extrem rechten Szene aktiv, ihre Handynummer diente in der Vergangenheit immer wieder als Kontaktnummer für konspirative Rechtsrock-Konzerte. Matthias M. war der Anmelder des konspirativ organisierten Konzerts im Schweizer Städtchen Unterwasser 2016 mit rund 5.000 Besuchern. Bei einer Durchsuchung in seiner Wohnung stießen die Ermittler 2019 auf scharfe Waffen und rund 2000 Schuss Munition. Peter M. trat als Rapper bei dem Konzert in der Schweiz auf, war führendes Mitglied der im August 2012 verbotenen Kameradschaft Aachener Land (KAL) und wurde wegen Handels mit Drogen im März 2019 zu einer Haftstrafe verurteilt. Die ehemalige Prostituierte Sina T. war für die Führung eines neuen Bordells in Gotha vorgesehen. Auch Dirk W. wird auf der Anklagebank Platz nehmen müssen, während er noch im Ballstädt-Prozess zu den Anwälten der angeklagten Neonazis gehörte. Sie alle gehören zum neonazistischen Netzwerk „Bruderschaft Thüringen” oder ihrem direkten Umfeld (…) Seit 2015 treibt die neonazistische „Bruderschaft“ ihr braunes Unwesen, laut Innenminister Georg Maier eine „sehr radikale und gewalttätige Ausprägung des Rechtsextremismus“. Allein zwischen 2019 und 2020 gab es laut Innenministerium in 32 Fällen Ermittlungsverfahren gegen Personen, die der „Bruderschaft“ beziehungsweise den „Turonen” oder der „Garde 20″ zugerechnet werden. Das Netzwerk ist eng mit der Rechtsrock-Szene verwoben und spielt in der Organisation von Konzerten eine große Rolle. Es unterhält bundesweit Kontakte in die Neonazi-Szene und pflegt enge Verbindungen nach Österreich und in die Schweiz sowie zu den Netzwerken „Blood & Honour” und „Combat 18″.

via endstation rechts: ORGANISIERTE KRIMINALITÄT Prozessbeginn gegen mafiöse Neonazi-Strukturen

siehe auch: Das rechtsextreme Drogenkartell: Aufstieg und Ende der “Bruderschaft Thüringen”. Am Mittwoch beginnt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ein erster Großprozess gegen das rechtsextreme Drogenkartell der “Bruderschaft Thüringen”. Sie galt als die gefährlichste Neonazi-Organisation Thüringens – bestens vernetzt mit rechtsextremen militanten Strukturen “Blood & Honour” und “Hammerskins”. Exakt – Die Story: Braunes Gift – Das Drogenkartell der Neonazis (Trailer) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK 1 min Braunes Gift: Das Drogenkartell der Neonazis Facebook Twitter Pinterest Email Nach fast zwei Jahren Ermittlungen scheint das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) das Netzwerk jetzt zerschlagen zu haben. Damit ist den Ermittlern erstmals gelungen, eine Neonazi-Struktur nachhaltig zu bekämpfen. Fast 30 Jahre konnten die Rechtsextremisten nahezu ungestört Angst und Schrecken verbreiten. Bis sie zu Drogendealern wurden. (…) Unbekannt waren die mutmaßlichen Drahtzieher dagegen nicht: alle der inhaftierten “Turonen” oder Mitglieder der “Garde 20” sind als Rechtsextremisten registriert. Die beiden Chefs der “Bruderschaft” sind seit Mitte der 1990er-Jahre aktiv. Neonazi-Konzerte als Beginn Der Rechtsrock war von Anfang an das Geschäftsfeld der späteren Führer der “Bruderschaft”. Thomas W. – einer der Bosse – spielte in Bands wie “Bataillon” und “SKD – Sonderkommando Dirlewanger” – benannt nach dem Kriegsverbrecher Oskar Dirlewanger. Er soll auch dabei gewesen sein, als in Gotha der rechtsextreme “Toringi e.V.” gegründet wurde, der vor allem mit illegalen Neonazi-Konzerten die Polizei in Atem hielt. Als der Druck der Polizei immer größer wurde, wichen die Rechtsextremisten ins nahe Crawinkel aus, um sich dort als “Hausgemeinschaft Jonastal” – kurz HJ, wie Hitler-Jugend, zu organisieren. In der alten Fleischerei machten sie nicht nur weiter mit volksverhetzendem Rechtsrock, sondern feierten sich in den sozialen Medien als “NSU reloaded” – ergänzt mit einem Foto, das die Neonazis mit Waffen zeigte. Von Anfang an bekannten sie sich zu dem später als Unterstützer der NSU-Terroristen verurteilten Ralf Wohlleben. Sie sammelten Spenden, veröffentlichten Solidaritäts-Sampler. Auch als “Bruderschaft” hielten sie Kontakt zu Wohlleben (…) Dann kam Corona und so das Aus für Großveranstaltungen. Das war – vermuten die Ermittler des LKA und der Verfassungsschutz – der Zeitpunkt, an dem sich die “Turonen” ihrer Erfahrungen aus dem “Objekt 21” besannen und den Drogenhandel für sich entdeckten. Scheinbar problemlos knüpften sie an das lokale Drogenmilieu Gothas an. Sie übernahmen ein Bordell, planten ein weiteres. Bald lief das Drogenkartell der Neonazis. Immer mehr Drogen orderten sie – erst bei einem Neonazi aus Aachen, später bei einem Rocker des Bandidos MC in Gera. Nach nur einem Jahr war es den schlagkräftigen Rechtsextremisten gelungen, ihre Claims zwischen Bad Langensalza und Meiningen, von Gotha bis in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt auszuweiten und zu behaupten.

Rechtsextremistische Musik – Likes von Soldaten führen zu MAD-Ermittlungen

Auf der populären Musikplattform Soundcloud sind nach Recherchen von NDR und SWR zahlreiche rechtsextremistische Titel frei zugänglich. Bundeswehr-Angehörigen drohen MAD-Ermittlungen, wenn sie den Gefällt-mir-Button klicken. Die Musikplattform Soundcloud fällt mit ihren Inhalten unter das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Demnach sind Plattformen dazu verpflichtet, rechtswidrige Inhalte spätestens innerhalb von 24 Stunden zu löschen, nachdem sie ihnen gemeldet wurden. Die Unternehmen müssen aber nicht selbst aktiv nach diesen Inhalten suchen. Für den Hamburger Medienrechtler Stephan Dreyer vom Hans-Bredow-Institut ist die aktuelle Rechtslage “ein Anreiz zum Wegschauen”. Auch die deutschen Behörden und andere Meldestellen hätten Soundcloud als Plattform bisher kaum auf dem Schirm. Im Mai immerhin führte Soundcloud gemeinsam mit Europol und sechs europäischen Polizeibehörden eine Aktion gegen Internet-Propaganda durch. Dabei wurden mehr als 300 rechtsextremistische Titel gelöscht, teilte das BKA auf Anfrage mit. “Aber jetzt, ein paar Wochen später, findet man das Material natürlich wieder auf der Plattform, es ist ein Kampf gegen die Windmühlen”, sagt Dreyer. In einer stichprobenartigen Suche fanden NDR und SWR auf Soundcloud mehr als 150 Titel von Alben, die auf dem Index stehen, also auf der Liste jugendgefährdender Medien der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz. Manche sind gerade erst hochgeladen worden, viele aber standen schon vor der öffentlichkeitswirksamen Löschaktion auf der Plattform. (…) Wer seine Vorliebe für rechtsextremistische Musik offen zeigt, kann schnell bei Sicherheitsbehörden in Verdacht geraten. Bereits das Liken könne einen “ersten Anhaltspunkt für das Vorliegen einer rechtsextremistischen Bestrebung” darstellen, so das Bundesamt für Verfassungsschutz auf Anfrage. Eine besonders hohe Verfassungstreue wird Soldatinnen und Soldaten verlangt, denen schnell Ermittlungen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) drohen.Ein Sprecher des MAD teilte NDR und SWR mit: “Das Hören, Liken und Teilen von rechtsextremistischer Musik stellt immer einen tatsächlichen Anhaltspunkt für Bestrebungen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung dar und löst eine nachrichtendienstliche Verdachtsfalloperation aus.”

via tagesschau: Rechtsextremistische Musik Likes von Soldaten führen zu MAD-Ermittlungen

siehe auch: Likes für rechtsradikale Musik: Bundeswehr-Soldat droht Ermittlungsverfahren. Auf der Musikplattform Soundcloud sind zahlreiche rechtsextremistische Titel deutscher Bands frei zugänglich. Auch Bundeswehr-Angehörige aus Mecklenburg-Vorpommern zählen zur Hörerschaft – ihnen drohen MAD-Ermittlungen. Philipp K. ist Bundeswehrsoldat und in Vorpommern stationiert. In den sozialen Medien ist der Panzergrenadier sehr aktiv. Er postet Bilder von sich in Uniform bei Facebook und Instagram. Sein Soundcloud-Profil ist öffentlich einsehbar: Nach Recherchen von NDR und SWR hat K. dort auch bei rechtsextremen Songs “Gefällt mir” geklickt. Darunter auch ein Lied der Neonazi-Band Landser – mit menschenverachtenden Zeilen wie diesen: “Ein Asylantenheim ist abgebrannt. Die armen Schwarzen soll’n jetzt Obdachlose sein. Nach außen tu’ ich schwer empört. Zu Hause kicher’ ich still in mich hinein” (…) “Jeder Mensch, der diese Texte hört, weiß nach wenigen Liedzeilen ganz genau, wo sich die Gruppe positioniert”, sagt er. “Ein Like für die Band Landser ist ein Bekenntnis.” Der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern misst Rechtsrock einen “zum Teil gewaltbefürwortenden Charakter” zu. “Die Liedtexte (…) fördern damit nicht unwesentlich die zumindest latent vorhandene Gewaltbereitschaft, die ihren Ausdruck meist in spontan begangenen Straf- und Gewalttaten finden kann”, teilt eine Sprecherin mit.

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