Fußballerinnen kritisieren FIFA-Saudi-Deal – „Tritt nicht nur die Rechte der Frauen mit Füßen“

Im April verkündete die FIFA einen Sponsoren-Deal mit dem größten saudi-arabischen Ölkonzern. Dagegen protestieren mehr als 100 Topspielerinnen nun in einem offenen Brief. Mehr als 100 Profifußballerinnen aus 24 Ländern haben den Weltverband FIFA dazu aufgefordert, den Sponsorenvertrag mit dem saudi-arabischen Ölkonzern Aramco zu beenden. Saudi-Arabien habe „Milliarden für Sport-Sponsoring ausgegeben, um von dem brutalen Ruf des Regimes in Bezug auf die Menschenrechte abzulenken“, heißt es in einem offenen Brief, den unter anderem die deutsche Nationalspielerin Paulina Krumbiegel von Juventus Turin sowie Bayern Münchens ehemalige Torhüterin Erin Nayler aus Neuseeland unterzeichneten. Die Behandlung von Frauen in dem Land spreche für sich, hieß es weiter. (…) Die insgesamt 106 Fußballerinnen aus allen Kontinenten kritisieren jedoch, dass gerade eine Partnerschaft mit einem Unternehmen aus Saudi-Arabien die Fortschritte und Entwicklungen des Frauenfußballs in den vergangenen Jahren „weit zurückwerfen“ würden. „Die saudische Führung tritt nicht nur die Rechte der Frauen mit Füßen, sondern auch die Freiheit aller anderen Bürger“, heißt es in dem Schreiben. „Stellen Sie sich vor, wenn von LGBTQ+-Spielerinnen, von denen viele Heldinnen unseres Sports sind, erwartet wird, bei der WM 2027 für den staatlichen Ölkonzern eines Regimes zu werben, das genau die Beziehungen kriminalisiert, in denen sie leben und für die sie stehen.“

via 11freunde: Fußballerinnen kritisieren FIFA-Saudi-Deal „Tritt nicht nur die Rechte der Frauen mit Füßen“

person holding multi colored heart shaped ornament
Photo by Alexander Grey on Pexels.com

Neonazi-Aufmarsch in Marzahn Wieder mal Arbeit für die Antifa – #outnumbered

In Marzahn versammelten sich 1.500 An­ti­fa­schis­tin­nen zu einer Demo. Neonazis hatten zuvor zu einem Aufmarsch aufgerufen.Es gibt sie noch, Berlins starke antifaschistische Szene. Das hat sie am Samstagnachmittag in Marzahn-Hellersdorf bewiesen. Rund 1.500 An­ti­fa­schis­tin­nen kamen in den Bezirk, um unter dem Motto „Patriarchat sterben lassen – antifaschistisch kämpfen“ gegen Gewalt gegen Frauen und gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Aufgerufen hatten antifaschistische und queerfeministische Gruppen. Die hohe Teil­neh­me­rin­nen­zahl war ein klares Zeichen der Mobilisierung, besonders wegen eines angekündigten Aufmarschs von Neonazis. Deren Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ sowie die neu gegründeten jugendlichen Neonazi-Gruppen „Jung und Stark“ und „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) hatten unter dem Motto „Gegen Linkspropaganda und Lügen der Antifa“ zu einer Gegendemo aufgerufen. Bei der Antifa-Auftaktkundgebung am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße trennten nur einige hundert Meter die beiden Gruppen voneinander. „Wir stellen uns gegen Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Faschisten, die sich hier immer mehr Räume nehmen!“, rief eine Aktivistin zu Beginn der Antifa-Demo. In Redebeiträgen wurden die steigenden Angriffe auf queere Menschen thematisiert sowie Femizide und die Forderung nach der Legalisierung von Abtreibungen. Schilder der „Omas gegen Rechts“, Transgender-Flaggen, Banner der „Letzten Generation“ und Plakate für ein AfD-Verbot prägten das Bild. Gegen 17 Uhr setzte sich der Demozug in Bewegung und zog die Raoul-Wallenberg-Straße hinunter durch die Plattenbausiedlungen. Abgeschirmt von der Polizei, marschierten dahinter Neonazis mit Deutschland- und Reichskriegsflaggen, in 90er-Jahre-Skinhead-Optik mit Springerstiefeln, Glatzen und Lonsdale-Shirts. Einige trugen T-Shirts vom Dritten Weg. Statt der angemeldeten 400 Personen, waren es nur rund 100, die hinter einem „Stoppt den linken Terror!“-Banner durch Marzahn zogen und Parolen skandierten wie „Ost, Ost, Ostdeutschland!“ oder „Bambule, Randale, Rechtsradikale!“. Immer wieder zeigten die auffällig jungen Teil­neh­me­rin­nen das als Hasssymbol eingestufte sogenannte „White Power“-Zeichen, bei dem Daumen und Zeigefinger einen Kreis formen, während die anderen Finger abgespreizt sind. Nicht alle An­woh­ne­rin­nen befürworten die Antifa-Demo Während die Antifas durch die Blocks zogen und „Nazischweine, raus aus den Kiezen!“ riefen, jubelten ihnen einige An­woh­ne­rin­nen von den Balkonen zu. Ein Banner mit „Gegen Nazis!“ wurde von einem Balkon ausgerollt. Ein kurdischer Mann, der mitlief, berichtete der taz, er sei häufig Opfer rassistischer Anfeindungen und wünsche sich mehr solcher Demos im Kiez. Das galt nicht für alle Anwohner*innen: Andere schwenkten von ihren Balkonen aus Deutschlandflaggen, die in vielen Fenstern hängen, grölten „A, Eff, De!“ und zeigten den Hitlergruß, auf der Straße wie auch auf den Balkonen.

via taz: Neonazi-Aufmarsch in Marzahn Wieder mal Arbeit für die Antifa

100 Karten über Rechtsextremismus : Quietschbunt gegen AfD-Blau

Das Investigativmedium „Correctiv“ legt nach der Potsdam-Enthüllung 100 Karten und Grafiken über Rechtsextremismus vor. Sie helfen, das dunkle Deutschland hell auszuleuchten. Ja, es war ein Sturm der Entrüstung, nachdem im Januar das Geheimtreffen von Potsdam mit den sogenannten Remigrationsplänen diverser Rechtsextremisten aufgedeckt worden war. Hunderttausende Menschen gingen auf die Straße, um zu zeigen, dass sie derlei Wahnideen ablehnen und für eine offene Gesellschaft einstehen. Dieser Sturm der Entrüstung ist inzwischen merklich abgeflaut, die AfD feierte Wahlerfolge in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Aber das Rechercheteam von Correctiv hat inzwischen nicht nur ein Buch über das Potsdamer Treffen (Marcus Bensmann: Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst. Die ungeheuerlichen Pläne der AfD, Galiani Berlin) veröffentlicht, nun legt das investigative Medienhaus ein weiteres Aufklärungswerk mit dem Titel „100 Karten über Rechtsextremismus“ vor. Detailansicht öffnen Wie man Demokratie aushöhlt – Grafik zu „Strategien aus dem Playbook der Rechtsaußen-Parteien“ in Europa. Das Besondere an dem Buch ist die visuelle Umsetzung der düsteren Daten in quietschbunte Grafiken und Karten. Verantwortlich dafür ist der Katapult-Verlag, der seine Arbeitsweise so versteht: „Wissenschaft für alle verständlich machen und in originelle Karten übersetzen“. Das gelingt in vielen Fällen, beim Blättern gibt es immer wieder den berühmten Aha-Effekt, der bei durchgeschriebenen Analysen oft nicht entsteht. Leider sind die Grafiken in keinerlei ersichtlicher Ordnung sortiert, wild geht es durcheinander von Rechtsterror in der Bundesrepublik über Vernichtungsstätten des Holocaust, albanischen Nationalismus, Antisemitismus bei Sportveranstaltungen bis zur „Gruppe Nordkreuz“, die Todeslisten von Hunderten Menschen in Deutschland angefertigt hatte.

via sz: 100 Karten über Rechtsextremismus : Quietschbunt gegen AfD-Blau

Unterlassungserklärung: AfD darf Song von Die Atzen nicht mehr verwenden

Bei einer Wahlparty der AfD in Potsdam wurde ein Song der Band Die Atzen umgedichtet. Die Berliner reagierten nun mit rechtlichen Schritten und forderten die Partei auf, das zu unterlassen. Andernfalls könnte es teuer werden. Die AfD darf einen Song der Berliner Band Die Atzen nicht mehr verwenden. Das teilte der Vorsitzende der AfD Brandenburg, René Springer, am Dienstag den Mitgliedern des Landesverbandes mit.   Den Angaben zufolge wurde die AfD von einer Rechtsanwaltskanzlei dazu aufgefordert, eine verbindliche strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abzugeben. Im Falle eines Verstoßes gegen eine solche Erklärung würden empfindliche Vertragsstrafen fällig werden, heißt es weiter. ” Im schlimmsten Fall würden Prozesskosten von geschätzt bis zu 36.000 Euro anfallen.”

via tagesschau: Unterlassungserklärung: AfD darf Song von Die Atzen nicht mehr verwenden

Putins Geburtstag – Hacker attackieren russisches Staatsfernsehen

Eine Cyberattacke hat die Onlineauftritte mehrerer russischer Staatssender lahmgelegt, auch interne Systeme sollen betroffen sein. Hinter dem Angriff stecken angeblich proukrainische Hacker. Die staatliche Mediengruppe VGTRK ist nach Angaben des russischen Präsidialamtes Opfer eines Hackerangriffs geworden. Der Angriff sei beispiellos, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Gruppe, die Russlands wichtigsten Fernsehsender sowie zahlreiche regionale TV- und Radiosender betreibt, arbeite mit Hochdruck daran, mehr über die Umstände der Attacke und die Verantwortlichen dafür zu erfahren. Der normale Sendebetrieb läuft ersten Berichten zufolge weiter. Probleme soll es indes bei den Onlineangeboten von mindestens 20 Sendern geben. Diese seien aktuell nicht abrufbar, heißt es. Davon betroffen sei auch der Nachrichtendienst Rossiya 24. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, führt auch der Abruf der Livestreams der Sender zu Fehlermeldungen, dies wird auch von russischen Medien bestätigt. Stammen die Angriffe aus der Ukraine? Laut einer anonymen Regierungsquelle aus Kiew stecken proukrainische Hackergruppen hinter dem Angriff, der angeblich gezielt am 72. Geburtstags des russischen Präsidenten Wladimir Putin verübt wurde. Bei der Attacke seien die Onlineauftritte der Sender nicht nur temporär lahmgelegt worden, behauptete die Quelle nach Angaben von Reuters: Die Hacker hätten zudem zahlreiche Daten gelöscht.

via spiegel: Putins Geburtstag Hacker attackieren russisches Staatsfernsehen

siehe auch: „Wiederherstellung wird lange dauern“: Hackergruppe legt russisches Staatsfernsehen lahm. Angeblich hat eine mit der Ukraine sympathisierende Hackergruppe einen Cyberangriff auf die Rundfunkgesellschaft WGTRK gestartet. „Alles wurde von den Servern gelöscht“, heißt es aus Insiderkreisen. (…) Den unterschiedlichen Berichten zufolge wurden die Server außer Gefecht gesetzt und wichtige Informationen gelöscht. Die Wiederherstellung sei sehr zeitaufwendig, heißt es. Das Staatsfernsehen hat die Berichte über den Hackerangriff bislang nicht kommentiert. Der ehemalige Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Gerashchenko, berichtete unter Berufung auf interne Unternehmenskreise ebenfalls von eklatanten Problemen bei den Wiederherstellungsprozessen. „Das Problem ist sehr ernst und die Wiederherstellung wird lange dauern“, erklärte demnach eine anonyme Quelle einem russischen Medium.

photo of person typing on computer keyboard
Photo by Soumil Kumar on Pexels.com

#Einreisesperre: Vortrag von Rechtsextremist Sellner in #Zürich verhindert – #eingesellnert #noIB

Die Polizei unterband per Einreiseverbot einen Vortrag des Rechtsextremisten Martin Sellner in Zürich. Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits im März. Die Zürcher Kantonspolizei (Kapo) hat eine Einreisesperre gegen den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner beantragt. Die rechtsextreme Schweizer Bewegung “Junge Tat” hatte in den sozialen Medien angekündigt, dass Sellner im Oktober im Kanton Zürich einen Vortrag halten werde. (…) Die der internationalen Identitären Bewegung nahestehende Gruppierung “Junge Tat” hatte auf der Plattform X verkündet: “Sellner kommt in den Kanton Zürich!” Der Vortrag werde am 19. Oktober im Kanton Zürich stattfinden. Ein solcher Vortrag war bereits im vergangenen März in Tegerfelden geplant gewesen, die Aargauer Kantonspolizei verhinderte das Referat jedoch. Sie schritt ein, weil aus ihrer Sicht die öffentliche Sicherheit nicht gewährleistet war. Auch damals hatte das Zürcher Polizeikorps das Bundesamt für Polizei (Fedpol) um ein Einreiseverbot gegen Sellner ersucht

via kurier: Einreisesperre: Vortrag von Rechtsextremist Sellner in Zürich verhindert

WEGEN AFD-NÄHE: Staatsrechtslehrer wollen Ulrich Vosgerau maßregeln

Vor mehr als 100 Jahren wurde die elitäre Vereinigung der Staatsrechtslehrer gegründet. Sie ist für Professoren aller politischen Richtungen offen. Nun will man sich von einem Mitglied distanzieren – wegen Nähe zur AfD. Am 9. Oktober tritt im Hörsaal 1 der Universität Luzern die „Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer“ zusammen. Ihr gehören Professorinnen und Professoren aus den deutschsprachigen Ländern an, die im Verfassungsrecht ausgewiesen sind. Seit mehr als 100 Jahren tagt der Verein, mit einer Unterbrechung im Nationalsozialismus; ihm gehören Wissenschaftler unterschiedlicher politischer Richtungen an. Früher galt die Vereinigung als konservativ, ein Hort des Progressivismus ist sie bis heute nicht. Die Bedeutung der Vereinigung für die soziale und mentale Reproduktion ihrer juristischen Teildisziplin ist Gegenstand von Forschungsliteratur, deren Autoren zu ihren Mitgliedern gehören: Vor zwei Jahren erschien bei Mohr Siebeck das Buch „Die Wissenschaftskultur der Staatsrechtslehre im Spiegel der Geschichte ihrer Vereinigung“ von Helmuth Schulze-Fielitz. Journalisten sind bei den Jahrestagungen nicht zugelassen. Nun haben acht Professoren beantragt, dass die nach Luzern einberufene Mitgliederversammlung einen neuen Punkt in die Tagesordnung aufnimmt. Es geht darum, sich von einem Mitglied zu „distanzieren“. Der Vorschlag liegt der F.A.Z. vor. Er bezieht sich auf den 1974 geborenen Ulrich Vosgerau, einen Privatdozenten der Universität zu Köln, der in Köln mit Rücksicht auf seine berufliche Belastung derzeit von der Verpflichtung zur Titellehre entbunden ist. Vosgerau ist als Rechtsanwalt und Gutachter tätig, unter anderem für die AfD. (…) Die antragstellenden Staatsrechtslehrer schreiben: „Nach unserer Überzeugung hat sich Ulrich Vosgerau in den letzten Jahren zunehmend als Begleiter rechtsextremer Kräfte in Verfassungsfragen gezeigt. In dieser Rolle hat er an dem Treffen des ‚Düsseldorfer Forums‘ am 25. November 2023 in Potsdam teilgenommen, zu dem auch der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner als Redner eingeladen war. Wir distanzieren uns davon, dass ein Mitglied der Staatsrechtslehrervereinigung seine Expertise jenen Kräften zur Verfügung stellt, die dieses Wissen dazu nutzen, die freiheitlich-demokratische Verfassungsordnung im rechtsextremen Sinne zu unterminieren.“

VIA FAZ. WEGEN AFD-NÄHE: Staatsrechtslehrer wollen Ulrich Vosgerau maßregeln

Potsdam-Neu Fahrland AmLehnitzsee1.JPG
Von NorheiEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link