AfD-Abgeordnete auf Russland-Reise – Flaggen schwenken für Putin

AfD-Abgeordnete sind in die russische Exklave Kaliningrad gereist, um dort zu demonstrieren – mit russischen Medien im Schlepptau. Die AfD-Spitze sagt: Sie wusste von nichts. Sie stehen auf einem zentralen Platz und schwenken Fahnen, die zur Hälfte russisch, zur Hälfte deutsch sind: Mehrere AfD-Abgeordnete und -Funktionäre sind nach Kaliningrad gereist. Begleitet von russischen TV-Sendern und Medien setzten sie dort ein Zeichen für die deutsch-russische Freundschaft und “gegen westliche Werte”– ungeachtet Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine, ungeachtet der massiven Sanktionen Deutschlands und der EU gegen Russland. Und auch ungeachtet der Kritik an solch medienwirksamen Reisen in autoritär regierte Länder, speziell nach Russland, in Teilen der eigenen Partei. Bei dem Trip vom 16. bis 21. Juni waren gleich mehrere AfD-Mandatsträger und -Funktionäre mit von der Partie, wie Videos russischer Medien zeigen. Darunter: Hans-Thomas Tillschneider, AfD-Landtagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Sachsen-Anhalt, sowie der Landtagsabgeordnete Frank Otto Lizureck (ebenfalls Sachsen-Anhalt). Mit dabei sind außerdem die AfD-Funktionäre Philip Steinbeck, der im Kreistag Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) sitzt, und Guido Borkowsky, der 2023 in Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt) für die AfD als Bürgermeister kandidierte. Ausgiebig im russischen TV äußert sich auch die Mitreisende Natalie V., die AfD-Funktionäre bereits zuvor auf Russland-Reisen begleitete – angeblich als Übersetzerin. V. betreibt ein Tantra-Massagestudio mit sexuellen Dienstleistungen und tritt immer wieder im Kontext pro-russischer Propagandaaktionen und Protesten in Erscheinung. (…) Dem sachsen-anhaltinischen Landesvize zufolge ist die Reise im Landesvorstand Sachsen-Anhalt Ende 2023 beschlossen und dem “Bundesvorstand ordnungsgemäß angezeigt” worden. Der Bundesvorstand widerspricht: Die Reise sei “wohl nicht angemeldet” gewesen, teilt ein Pressereferent der Partei auf Anfrage von t-online mit.

via t-online: AfD-Abgeordnete auf Russland-Reise Flaggen schwenken für Putin

Waffen, Rechtsrock, Hitlergruß: Hat sich in Aken eine rechtsextreme Jugendclique formiert?

Eine rechtsextreme Jugendclique in Aken schockiert mit verstörenden Aktionen: Buchverbrennung, Hitlergruß und Waffenbilder auf Instagram. Die Stadt und die Polizei sind alarmiert. Klick. Vier Jugendliche, schwarz gekleidet, zeigen den Hitlergruß. Ihre Gesichter sind unkenntlich gemacht. Dazu die Losung „Antifa, halt’s Maul“. Klick. Waffen, auf einem Tisch präsentiert, davor aufgereiht Patronenhülsen, komplettiert von dem Slogan „Rassenkrieg“. Klick. Ein Teenager vor einem bunten Bildhintergrund, auf dem ein Hakenkreuz zu sehen ist; ein weiterer, der ebenfalls mit dem Hitlergruß posiert. Beide sind nicht identifizierbar. Es sind verstörende Bilder aus dem sozialen Netzwerk Instagram. Sie sollen Mitglieder, Sympathisanten und Aktivitäten einer rechtsextremen Jugendclique aus Aken im Landkreis Anhalt-Bitterfeld zeigen. Screenshots liegen der MZ vor. Rechtsextreme Jugend in Aken Ausgerechnet Aken. Es ist erst vier Wochen her, da verbrennen ein 15-jähriger und zwei 16-jährige Schüler an einer Bushaltestelle in der 7.000-Einwohner-Stadt an der Elbe ein Exemplar des „Tagebuchs der Anne Frank“ – eines der eindrücklichsten Zeugnisse jüdischen Leids in der NS-Zeit. Zeugen beobachten die Tat, die Erinnerungen weckt an einen ähnlichen Vorfall in Pretzien. (…) Gehen die gehäuften Schmierereien vielleicht auf das Konto der rechtsextremen Jugendclique? Das liegt nahe, beweisen lässt es sich aber bislang nicht. Im Falle der Propagandadelikte ermittelt die Polizei bisher gegen Unbekannt. Kopf der jugendlichen Naziclique soll 16 Jahre alt sein Die drei Teenager, gegen die nun wegen der Verbrennung von Anne Franks Tagebuch ermittelt wird, sollen der Clique nicht angehören. „Aber sicher haben die untereinander Kontakt“, mutmaßt Andersch. Soweit bekannt, besuchten alle dieselbe Schule, die Sekundarschule „Am Burgtor“. Von dort zur Bushaltestelle, an der das Buch brannte, sind es nur ein paar Schritte. Als Kopf der Clique und informeller Anführer gilt nach MZ-Informationen ein 16-Jähriger, der an der Sekundarschule gerade seinen Abschluss gemacht hat. Menschen, die ihn kennen, beschreiben ihn als smart, charismatisch. Marktplatz von Aken als Treffpunkt der rechtsextremen Jugend „Er kann auf andere Kinder zugehen, die sich dann freuen, dazuzugehören“, sagt eine Person, die mit den Verhältnissen vertraut ist. Nach Einschätzung von Beobachtern umfasst die Gruppe mindestens sechs bis sieben Mitglieder im Alter zwischen 15 und 22 Jahren.

via mz web: Waffen, Rechtsrock, Hitlergruß: Hat sich in Aken eine rechtsextreme Jugendclique formiert?

Polizei ermittelt gegen 13 Tatverdächtige Rassistische Parolen zu „L’amour toujours“: Fahrgast betätigt Notbremse in Zug

Anhören In Oberbayern soll eine Gruppe Passagiere während einer Bahnfahrt rassistische Parolen zu „L’amour toujours“ skandiert haben. Drei Fahrgäste stellten sich ihnen entgegen, einer zog schließlich die Notbremse. Ein Gruppe Zugpassagiere soll während einer Bahnfahrt in Oberbayern nachts das Lied „L‘amour toujours“ angestimmt und dazu rechtsradikale Parolen gerufen haben. Drei Fahrgäste hätten sich ihnen entgegengestellt, teilte die Bundespolizei am Montag mit. (…) Beamte hätten daraufhin 13 tatverdächtige deutsche Staatsangehörige im Alter zwischen 14 und 29 Jahren angetroffen, die überwiegend aus Hessen und Baden-Württemberg stammen, hieß es. Die Gruppe soll während der Bahnfahrt zwischen Übersee und Traunstein zudem zwei indischen Reisegästen gegenüber aggressiv aufgetreten sein und ihnen Gewalt angedroht haben. Drei Deutsche im Alter zwischen 20 und 38 Jahren hätten sich der Gruppe entgegengestellt. Der 38-Jährige habe aufgrund der „bedrohlichen Stimmung“ die Notbremse betätigt, woraufhin der Zug in Traunstein stoppt (…) Drei der Verdächtigen seien bereits früher mit Gewaltdelikten in Erscheinung getreten

via rnd: Polizei ermittelt gegen 13 Tatverdächtige Rassistische Parolen zu „L’amour toujours“: Fahrgast betätigt Notbremse in Zug

Europäischer Gerichtshof – #Russland wegen #Menschenrechtsverletzung verurteilt

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sieht es als erwiesen an, dass Russland nach der Annexion der Krim 2014 “systematisch” gegen Menschenrechte verstoßen hat. Es gebe Beweise, etwa für Misshandlungen und Verschleppungen.Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat Russland wegen der “systematischen Verletzung” von Menschenrechten nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Halbinsel Krim im Jahr 2014 verurteilt. Damit gaben die Richterinnen und Richter einer sogenannten Staatenbeschwerde der Ukraine recht. Das Urteil dürfte jedoch kaum Auswirkungen haben. Die Entscheidung des Gerichts bezieht sich nicht auf die Annexion der Krim an sich, sondern auf das Handeln von russischen Truppen nach der widerrechtlichen Aneignung der ukrainischen Halbinsel. Die Ukraine hatte Russland unter anderem Verschleppungen, unrechtmäßige Inhaftierungen in überfüllten Gefängnissen, Misshandlungen sowie die Unterdrückung der ukrainischen Medien und der ukrainischen Sprache in Schulen vorgeworfen.Auf der Internetseite des EGMR werden zudem die Anschuldigungen der rechtswidrigen Festnahmen sowie der ungerechtfertigten Verfolgung und Verurteilung von Personen mit proukrainischer Haltung auf Basis von erfundenen Vorwürfen als Teil der Beschwerde aufgeführt.

via tagesspiegel: Europäischer Gerichtshof Russland wegen Menschenrechtsverletzung verurteilt

siehe auch: Grand Chamber judgment in an inter-State case In the case of Ukraine v. Russia (re Crimea) the Court has found multiple violations of the European Convention. The case concerned the Ukrainian Government’s allegations of human-rights violations that had been part of a campaign of repression since early 2014 in Crimea, which included in particular disappearances; ill-treatment; unlawful detention; impossibility to opt out of Russian citizenship; suppression of Ukrainian media and of the Ukrainian language in schools; pre-trial detention in overcrowded conditions; prosecution and conviction on fabricated charges in reprisal for any pro-Ukrainian stance; discrimination against Crimean Tatars; and, transfers from Crimea to prisons in Russia. The Court considered that it had enough evidence to conclude beyond reasonable doubt that the incidents had been sufficiently numerous and interconnected to amount to a pattern or system of violations. Moreover, the apparent lack of an effective investigation into the incidents and/or the general application of the measures to all people concerned, among other things, proved that such practices had been officially tolerated by the Russian authorities.

Sign in front of the CJEU complex March 2023.png
Von Luxofluxo – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

AfD-Politiker planen mit Neonazi-Partei Heimat Fraktion in Kreistag – #gesichertRechtsextrem

Drei AfD-Kommunalpolitiker wollen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit der ehemaligen NPD-Partei zusammenarbeiten. Die AfD kündigte an, die Politiker auszuschließen. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wollen einzelne Politiker der AfD mit der rechtsextremen Partei Die Heimat eine gemeinsame Fraktion bilden. Der Verwaltung des Landkreises im Süden Brandenburgs, an der Grenze zu Sachsen, wurde die Bildung einer entsprechenden Fraktion bereits mitgeteilt, sagte eine Sprecherin. Bei der Kommunalwahl errang die AfD im Kreistag Oberspreewald-Lausitz 16 der 50 Sitze. Zwei dieser 16 Kreistagsmitglieder, die beiden AfD-Kommunalpolitiker Bernd Dietrich und Peter Gröbe, wollen nun zusammen mit dem Vertreter der rechtsextremen Die Heimat, Thomas Gürtler, eine neue Fraktion “Heimat und Zukunft” bilden. Das sagte die Sprecherin des Kreises. Gürtler soll Vorsitzender der Fraktion werden. Der neue Kreistag tritt am 4. Juli erstmals zusammen. Auch in der Stadt Lauchhammer im selben Landkreis ist eine ähnliche Zusammenarbeit zwischen den AfD-Politikern und der Partei Die Heimat geplant. In der dortigen Stadtverordnetenversammlung soll es künftig eine neue Fraktion des Heimat-Vertreters Gürtler mit den beiden selben AfD-Mitgliedern Dietrich und Gröbe sowie einem weiteren AfD-Mitglied geben. Sie soll den Namen AfDplus tragen. In Lauchhammer kam die AfD auf sechs Sitze und Die Heimat auf einen.

via zeit: AfD-Politiker planen mit Neonazi-Partei Heimat Fraktion in Kreistag

Statistik der #RIAS-Meldestellen : #Antisemitismus auf dem Vormarsch

Der Terror vom 7. Oktober entfesselte den Judenhass auch in Deutschland neu. Meldestellen dokumentierten 2023 fast doppelt so viele Fälle wie im Vorjahr. Erst sind es arabische Beschimpfungen, die die zwei Männer dem jüdischen Israeli entgegenschleudern, dann bespucken sie ihn, bevor sie treten und schlagen. Am Ende versuchen die Täter noch das Handy ihres Opfers zu stehlen. Dieser Angriff, der sich im Sommer 2023 an einer Berliner S-Bahnstation ereignete, ist einer von rund 4.800 antisemitischen Vorfällen, die der neue Jahresbericht des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen (RIAS) dokumentiert. Im Jahr zuvor waren es nur rund halb so viele Vorfälle. Bei der Präsentation des Berichts am Dienstag sagte Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Antisemitisches Gedankengut reicht von ganz links bis ganz rechts und in die Mitte der Gesellschaft hinein.“ Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sprach von „absolut katastrophale Zahlen“. Er forderte eine Verschärfung des Strafrechts: Auch antisemitische Codewörter sollten als Volksverhetzung eingestuft werden. RIAS dokumentierte insgesamt 121 gewalttätige Vorfälle, darunter sieben Fälle, die als „extreme Gewalt“ eingeordnet werden. Registriert wurden außerdem fast 200 Fälle antisemitischer Bedrohung. Dazu kommen über 300 Fälle von Sachbeschädigung. Den restlichen Großteil der Fälle ordnen die Au­to­rin­nen der Kategorie „verletzendes Verhalten“ zu. Dabei geht es etwa um Beleidigungen oder um antisemitische Schmierereien an Hauswänden. Über die Hälfte der Vorfälle, die RIAS erfasste, ereignete sich nach dem 7. Oktober, als die islamistische Hamas Israel überfallen und über 800 israelische Zi­vi­lis­tin­nen ermordet hatte sowie 250 Zi­vi­lis­t*in­nen in den Gaza-Streifen verschleppte. Laut Bericht bot dies eine „Gelegenheitsstruktur für antisemitische Äußerungen und Handlungen in Deutschland“: Teils als unmittelbare Reaktion auf den Angriff der Hamas, teils später vor dem Hintergrund des Gazakriegs. Insgesamt ordnet RIAS fast dreiviertel der erfassten Vorfälle dem israelbezogenen Antisemitismus zu

via taz: Statistik der RIAS-Meldestellen :Antisemitismus auf dem Vormarsch

Mehr als ein Dutzend Flughäfen im ATACMS-Visier: Putins verletzliche Seite wird größer

Die Ziele stehen fest: Mehr als 50 Stützpunkte und mehr als ein Dutzend Flugplätze liegen im Feuerbereich der ATACMS. Ukraine wartet auf Grünes Licht. Charkiw – Joe Biden sollte der Ukraine „gestatten, alle militärischen Ziele in den operativen und tiefsten rückwärtigen Gebieten Russlands mit von den USA gelieferten Waffen anzugreifen.“ Das Institute for the Study of War (ISW) zeigt klare Kante, worüber Newsweek berichtet. Die Denkfabrik hat gerade eine Karte veröffentlicht voller Markierungen, welche Gebiete unter Wladimir Putins völkerrechtswidriger Besatzung in Reichweite amerikanischer Langstrecken-Raketen liegen. Die Analysten des ISW rufen auf zum Einsatz der ATACMS (Army Tactical Missile Systems). Die Ukraine gewinnt damit ungeheuer an Reichweite: „Die meisten vom Westen gelieferten Artilleriegeschosse fliegen weniger als 50 Kilometer weit“, erklärt die Neue Zürcher Zeitung: „Himars-Raketen, mit denen die Truppen Kiews ab dem Sommer 2022 große Erfolge erzielten, haben eine Reichweite von gut 80 Kilometern. ATACMS-Raketen fliegen dagegen je nach Version doppelt bis viermal so weit.“ Die Invasion im Raum Charkiw ist inzwischen zum Stehen gekommen, die Lage kippt zugunsten der Ukraine, weil die Verteidiger kürzlich die Genehmigung zu weitreichenderem Feuer durch US-Präsident Joe Biden bekommen hatten. Das ISW erkennt erste Fortschritte. Putins „unantastbares” Territorium schrumpft: Die ATACMS-Ziele stehen fest Durch die Erlaubnis des Westens, westliche Waffen tiefer nach Russland hineinwirken zu lassen, habe Russland wohl bereits 16 Prozent seines als „unantastbar“ geltenden Territoriums an die potenzielle Kontrolle durch die Ukraine verloren, schreiben die Analysten und geben das auch auf ihrer Karte wieder.

via fr: Mehr als ein Dutzend Flughäfen im ATACMS-Visier: Putins verletzliche Seite wird größer

ATACMS-Raketenstart von einem M142 HIMARS
Von U.S. Army Acquisition Support Center – https://www.dvidshub.net/image/4357876/pointing-new-direction, Gemeinfrei, Link