Eine rechtsextreme Jugendclique in Aken schockiert mit verstörenden Aktionen: Buchverbrennung, Hitlergruß und Waffenbilder auf Instagram. Die Stadt und die Polizei sind alarmiert. Klick. Vier Jugendliche, schwarz gekleidet, zeigen den Hitlergruß. Ihre Gesichter sind unkenntlich gemacht. Dazu die Losung „Antifa, halt’s Maul“. Klick. Waffen, auf einem Tisch präsentiert, davor aufgereiht Patronenhülsen, komplettiert von dem Slogan „Rassenkrieg“. Klick. Ein Teenager vor einem bunten Bildhintergrund, auf dem ein Hakenkreuz zu sehen ist; ein weiterer, der ebenfalls mit dem Hitlergruß posiert. Beide sind nicht identifizierbar. Es sind verstörende Bilder aus dem sozialen Netzwerk Instagram. Sie sollen Mitglieder, Sympathisanten und Aktivitäten einer rechtsextremen Jugendclique aus Aken im Landkreis Anhalt-Bitterfeld zeigen. Screenshots liegen der MZ vor. Rechtsextreme Jugend in Aken Ausgerechnet Aken. Es ist erst vier Wochen her, da verbrennen ein 15-jähriger und zwei 16-jährige Schüler an einer Bushaltestelle in der 7.000-Einwohner-Stadt an der Elbe ein Exemplar des „Tagebuchs der Anne Frank“ – eines der eindrücklichsten Zeugnisse jüdischen Leids in der NS-Zeit. Zeugen beobachten die Tat, die Erinnerungen weckt an einen ähnlichen Vorfall in Pretzien. (…) Gehen die gehäuften Schmierereien vielleicht auf das Konto der rechtsextremen Jugendclique? Das liegt nahe, beweisen lässt es sich aber bislang nicht. Im Falle der Propagandadelikte ermittelt die Polizei bisher gegen Unbekannt. Kopf der jugendlichen Naziclique soll 16 Jahre alt sein Die drei Teenager, gegen die nun wegen der Verbrennung von Anne Franks Tagebuch ermittelt wird, sollen der Clique nicht angehören. „Aber sicher haben die untereinander Kontakt“, mutmaßt Andersch. Soweit bekannt, besuchten alle dieselbe Schule, die Sekundarschule „Am Burgtor“. Von dort zur Bushaltestelle, an der das Buch brannte, sind es nur ein paar Schritte. Als Kopf der Clique und informeller Anführer gilt nach MZ-Informationen ein 16-Jähriger, der an der Sekundarschule gerade seinen Abschluss gemacht hat. Menschen, die ihn kennen, beschreiben ihn als smart, charismatisch. Marktplatz von Aken als Treffpunkt der rechtsextremen Jugend „Er kann auf andere Kinder zugehen, die sich dann freuen, dazuzugehören“, sagt eine Person, die mit den Verhältnissen vertraut ist. Nach Einschätzung von Beobachtern umfasst die Gruppe mindestens sechs bis sieben Mitglieder im Alter zwischen 15 und 22 Jahren.

via mz web: Waffen, Rechtsrock, Hitlergruß: Hat sich in Aken eine rechtsextreme Jugendclique formiert?