Thüringen – Desinformation über ausgesetzte Bahnkontrollen

In den vergangenen Tagen verbreitete sich eine Meldung, der zufolge Bahn-Mitarbeitern in Thüringen die Ticketkontrollen bei Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund freigestellt worden seien. Das ist jedoch irreführend. Aus Angst vor Übergriffen werden Mitarbeiter dazu angehalten, Tickets von Fahrgästen mit Migrationshintergrund nicht mehr zu prüfen. Eine Kapitulation mit Ansage”, schreibt die AfD beim Kurzmitteilungsdienst X. Andere reichweitenstarke Accounts schreiben in verschiedenen sozialen Netzwerken etwa: “Deutschland KAPITULIERT vor gewalttätigen Migranten!” oder “Wenn das Recht vor renitenten Gruppen kapituliert: Das System Bahn bricht ein”.Dazu werden rechtspopulistische Artikel von Boris Reitschuster oder der “Jungen Freiheit” geteilt. Die “Junge Freiheit” etwa schreibt, dass es den Zugbegleitern der Süd-Thüringen-Bahn künftig freigestellt sei, die Tickets von Ausländern zu kontrollieren. Sie berufen sich mit der Aussage auf einen Artikel der Thüringer Allgemeinen. Dies ist jedoch eine sehr selektive Interpretation des Artikels.Reißerische ÜberschriftDie Überschrift des Artikels der Thüringer Allgemeinen, wie sie in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, lässt zunächst eine ähnliche Schlagrichtung vermuten. So heißt es unter anderem bei X vom Kanal der Zeitung: “Ausländer in der Bahn in Thüringen: In Ausnahmesituationen keine Ticketkontrolle”. Die Überschrift des Onlineartikels lautet: “Asylpolitik: Keine Ticketkontrolle in brenzligen Situationen”.Im ersten Satz der Meldung heißt es jedoch direkt: “Die Süd-Thüringen-Bahn hat ihre Zugbegleiter nicht angewiesen, Fahrscheine ausländischer Fahrgäste nicht mehr zu kontrollieren.” Das habe eine Sprecherin des Bahnunternehmens klargestellt. Da sich der Artikel hinter einer Bezahlschranke befindet, ist das jedoch nicht mehr für jeden ersichtlich. Player: videoGewerkschaft der Polizei fordert nach Angriffe auf Feuerwehr und Polizei ein weitgehendes Böllerverbot in Berlin 29.11.2023 Gewalt gegen Zugbegleiter Auf der Suche nach mehr “Bahnhöflichkeit” Die Fälle verbaler und körperlicher Gewalt gegen Mitarbeitende von Bus und Bahn sind stark gestiegen. mehr Tenor im Artikel ein andererIn dem Artikel wird deutlich, wieso das Thema überhaupt aufgegriffen wurde: In einem Leserbrief an die Thüringer Allgemeine hatte demnach ein Ehepaar behauptet, dass eine Zugbegleiterin in der Regionalbahn 44 von Arnstadt Süd nach Erfurt nur die Fahrkarten von vermeintlich deutschen Fahrgästen habe sehen wollen.Gegenüber der Thüringer Allgemeinen wies die Bahnsprecherin diesen Vorwurf zurück. Da der Zug bereits davor von Meiningen nach Arnstadt unterwegs war, gehe die Zugbegleiterin gewöhnlich bereits während dieses Streckenabschnitts mehrmals durch den Zug, um Tickets zu kontrollieren. Deshalb habe sie die Fahrkarten der anderen Gäste vermutlich schon gesehen, bevor das Ehepaar in den Zug eingestiegen sei.Weiter heißt es, dass das Bahnunternehmen es für vermessen halte, aus einer einmaligen Beobachtung abzuleiten, dass ausländische Fahrgäste auf der Bahnstrecke Erfurt-Suhl-Meiningen grundsätzlich nicht kontrolliert würden.

via tagesschau: Thüringen Desinformation über ausgesetzte Bahnkontrollen

L.A. rehab staff gave Nazi salutes, made racist remarks and gave ‘white power’ gang signs, lawsuit says

Managers at a rehab facility in Tarzana gave Nazi salutes, displayed “white power” gang signs and abused other staff members with homophobic, racist and antisemitic language, according to a lawsuit filed Monday in Los Angeles County Superior Court. Seven former and current staff members of the Executive Recovery Group Inc. alleged that the abuse and harassment began after an executive manager was hired, according to a news release from the Los Angeles civil litigation attorneys who filed the lawsuit. The manager allegedly replaced two Hispanic managers with her white friends, including one who is associated with a white nationalist gang, according to the release. “Discrimination and harassment have no place in any workplace, let alone one dedicated to the recovery and well-being of vulnerable individuals,” attorney Camron Dowlatshahi said in the release. “These toxic actions of the management at this facility are not just morally reprehensible, they are illegal under California law.” The Executive Recovery Group Inc. didn’t immediately respond to a request for comment. The organization is based in California and owns multiple drug rehab facilities across the state. The company has been the subject of several lawsuits in the past, including on allegations of failure to pay overtime wages and failure to prevent a hostile work environment.

via yahoo: L.A. rehab staff gave Nazi salutes, made racist remarks and gave ‘white power’ gang signs, lawsuit says

Peeping Toms and ‘black Nazis’ – what the Mark Robinson scandal tells us about the US election race

Arwa Mahdawi The Republican party has more than its share of mean and misguided representatives. But Robinson, the man running for governor of North Carolina, has a good claim to have outdone them all. Do you have: a) unconventional scientific opinions; b) an inability to keep your thoughts and genitals to yourself; c) a soft spot for slavery; and d) a US passport? If you answered “yes” to most of the above, then congratulations, you’ve got what it takes to be a Republican politician. As you may have noticed, the main qualification for serving as a Republican lawmaker appears to be bizarre and unexpected behaviour. You couldn’t invent some of these people. There’s Joe Arpaio, for example: the former Republican sheriff of Maricopa County who, in the 1990s, forced all the inmates of a tent jail he later described as a “concentration camp” to wear pink underwear. Then there’s former Texas congressman Joe Barton, who resigned after a nude selfie scandal and was convinced that nobody should be worried about carbon dioxide emissions hurting the environment because CO2 is “in your Coca-Cola”. Recently, a Vermont Republican, Mary Morrissey, was caught after a months-long campaign of secretly pouring water into her colleague’s bag. And far-right Florida congressman Matt Gaetz keeps getting investigated for sexual misconduct. I could go on. Entry into the GOP Hall of Shame is very competitive. Still, it looks like we’ve got a new and notable contender. Enter Mark Robinson, who is running to become the governor of North Carolina. Robinson, CNN reported last week, was allegedly active on an adult messaging board called Nude Africa between 2008 and 2012 (before his political career), and had a lot to say on topics like Hitler, slavery and pornography. Posting under the name “minisoldr”, Robinson mused that slavery wasn’t that bad after all, writing “some people need to be slaves. I wish they would bring [slavery] back. I would certainly buy a few.” Robinson also called himself a “black NAZI!”, described Martin Luther King Jr with racial slurs, and said he’d “take Hitler” over Obama-era legislators. Oh, but there’s more! Robinson allegedly referred to himself as a “perv” for his porn preferences and admitted to “peeping” on women in public gym showers when he was 14. The would-be governor has denied making these comments and embraced all the usual self-pitying guff about it being a liberal witch-hunt. Just to be clear, Robinson isn’t just some random dude who has decided to take a crack at obtaining political office. He’s currently the lieutenant governor of North Carolina, the ninth most populous state in the US. The man is already in a position of power. He’s also been heartily endorsed by Donald Trump, who has called him “Martin Luther King on steroids”.

via guardian: Peeping Toms and ‘black Nazis’ – what the Mark Robinson scandal tells us about the US election race

Häftlinge sollen für AfD-Mann in Belarus arbeiten

Erst im Frühjahr wurde bekannt, dass Jörg Dornau eine Zwiebelfarm in Belarus betreibt. Jetzt erhebt ein Zeuge schwere Vorwürfe gegen den AfD-Politiker. Der sächsische AfD-Politiker Jörg Dornau soll auf einer Zwiebelplantage in Belarus politische Gefangene für sich arbeiten lassen. Das berichtet das oppositionelle belarussische Portal reform.news unter Berufung auf Zeugenaussagen. Demnach habe Dornau persönlich die Arbeit der Häftlinge auf seiner Farm überprüft, sagte reform.news ein früherer Insasse des nahegelegenen Gefängnisses in der Stadt Lida. (…) Für die Arbeit der Häftlinge soll Dornau dem Gefängnis in Lida umgerechnet fünf Euro pro Tag gezahlt haben, berichtet reform.news. Das Geld sei aber nicht an die Häftlinge geflossen, sondern für die Instandhaltung der Haftanstalt verwendet worden. Dass Dornau in Belarus eine Zwiebelfarm betreibt, wurde erst Anfang des Jahres öffentlich bekannt. Weil er das Einkommen aus der Farm nicht beim sächsischen Landtag meldete, verhängte das Präsidium des Landtags im August ein Ordnungsgeld in Höhe von fast 21.000 Euro gegen den AfD-Politiker.

vi t-online: Häftlinge sollen für AfD-Mann in Belarus arbeiten

siehe auch: Auf seiner Farm in Belarus : Beutet AfD-Abgeordneter politische Gefangene aus? Erneut schwere Vorwürfe gegen den sächsischen AfD-Landtagsabgeordneten Jörg Dornau (54). Das oppositionelle belarussische Internetportal „reform.news“ berichtet, dass in Dornaus Agrarbetrieb „000 Zybulka Bel“ in Belarus politische Gefangene eines nahegelegenen Gefängnisses schuften müssen. (…) Dornau, so berichtet reform.news, habe sich persönlich von der Arbeit der Strafgefangenen überzeugt und diese überprüft. „Der deutsche Politiker wusste und unterzeichnete Dokumente über die ‚Erbringung von Dienstleistungen‘ mit der Einrichtung, in der Weißrussen gezielt gefoltert werden“, zitiert das Portal den anonymen ehemaligen Häftling des Gefängnisses.

#Landgericht #München – »Hängt die Grünen«-Plakate – Rechtsextremist verurteilt – #payday

Im Bundestagswahlkampf plakatierte die Kleinpartei »Der III. Weg« einen volksverhetzenden Slogan. Die Verurteilung eines Rechtsextremisten deswegen wurde zwischenzeitlich aufgehoben. Nun muss er doch eine Strafe zahlen. Ein Aktivist der rechtsextremen Partei »Der III. Weg« ist nun doch wegen des Aufhängens von Plakaten mit der Aufschrift »Hängt die Grünen« verurteilt worden. Das Landgericht München I sprach ihn wegen Volksverhetzung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten schuldig. Der Angeklagte erhielt eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen, insgesamt sind es 4500 Euro, wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf einen Gerichtssprecher berichtete. Das Bayerische Oberste Landesgericht hatte zuvor einen Freispruch des Angeklagten in der Berufungsinstanz aufgehoben und die Sache zurückverwiesen. (…) Der ehemalige Chef der Partei »Der III. Weg« wurde wegen der Plakate bereits rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 8400 Euro verurteilt.

via spiegel: Landgericht München »Hängt die Grünen«-Plakate – Rechtsextremist verurteilt

Rechtsextremer Sender berichtet erstmals am Wahltag aus Parlament

Das rechte Onlinemedium Auf 1 wurde als Anhängsel von RTV fürs Medienzentrum akkreditiert. Ein rechtsextremes Medium darf am Tag der Nationalratswahl aus dem Parlament berichten. Dort befindet sich das Medienzentrum, wo auch die Spitzenkandidaten der kandidierenden Parteien zusammenkommen, um das Wahlergebnis zu kommentieren.  Es geht um den Onlinesender Auf 1, der am 29. September in einem Raum mit kurier.tv oder krone.tv sitzen soll. Dieser Platz wurde dem Medium zugewiesen, wie die Parlamentsdirektion, dem Standard bestätigt hat. Dies stellt ein Novum dar. Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit dem oberösterreichischen Lokalsender RTV, der um die Akkreditierung angesucht habe. Grundlage für die Genehmigung und die Einstufung als Medium sei ein Programmzulassungsbescheid der Medienbehörde Komm Austria aus dem Jahr 2019.  Sprachrohr der Szene Auf 1 wird also neben TV-Sendern wie ORF, Puls 24 oder öffentlich-rechtlichen Sendern aus Deutschland berichten, die in einschlägigen Medien wie Auf 1 gern abschätzig als “Systemmedien” bezeichnet werden. Auf 1 gilt als ein Sprachrohr der rechtsextremen Szene in Österreich und Deutschland, und als Verbreiter von Verschwörungstheorien. Der Onlinesender unterhält auch Verbindungen zur FPÖ.

via kurier: Rechtsextremer Sender berichtet erstmals am Wahltag aus Parlament

siehe auch: Warum ein rechtsextremer Verschwörungssender ins Parlament einziehen darf Auf1 verbreitet rechtsextreme Verschwörungstheorien und darf nun bei der Nationalratswahl aus dem Parlament senden. Die Bundesstelle für Sektenfragen warnt. Es ist von „widerlichem Unfug“ die Rede. Und sei eine „klare Fehlentscheidung“, schreibt Neos-Mediensprecherin Henrike Brandstötter am Montag auf X. Und auch Grünen-Mediensprecherin Eva Blimlinger meint, „es gehe gar nicht“.  Die Politikerinnen reagierten damit auf eine Entscheidung des Parlaments, wonach der rechtsextreme Verschwörungssender Auf1 am Sonntag zu den Nationalratswahlen aus dem Medienzentrum des Hohen Hauses senden darf. Das berichtete der Standard. Begründet wurde dies von Seiten der Parlamentsdirektion mit der „breiten Interpretation“, was ein Medium sei und was nicht. (…) Innerhalb kürzester Zeit konnte Auf1 eine enorme Reichweite aufbauen und zählt heute zu den größten Medien im rechtsextremen Verschwörungsmilieu im deutschsprachigen Raum. 2021 wurde der Sender während der Corona-Pandemie von Stefan Magnet gegründet. Zeitweise sendete ein Regionalsender das Programm – rechtswidrig, wie die österreichische Medienbehörde KommAustria feststellte. Der Versuch, in Deutschland über Satellit zu senden, scheiterte. Der wichtigste Kanal ist aber ohnehin Telegram, wo der Sender 288.221 Abonnenten hat. Es gibt ein Studio in Berlin, auch in der Schweiz will man Fuß fassen. Auf1 steht laut eigenen Angaben für „Alternatives Unabhängiges Fernsehen, Kanal 1“. Themen sind vor allem Migration, Corona und die Klimakrise. So ist von einer „gezielten Überfremdung Europas“ die Rede, von der Impfung als „Gen-Experiment“ oder dem „Klima-Schwindel“. Klassischen Medien werden Lügen vorgeworfen und der russische Angriff in der Ukraine verteidigt. Auf1 bedient so ziemlich jede derzeit gängige Verschwörungserzählung.

Nach #Festnahme in #Frankreich – #Telegram-Chef #Durow kündigt Kooperation mit Behörden an

5 Millionen Euro Kaution hat Telegram-Chef Pawel Durow gezahlt – und darf Frankreich derzeit nicht verlassen. Jetzt erklärt er: Telegram habe seine Nutzungsbedingungen geändert und werde künftig Daten mit Behörden teilen. Telegram wird die Telefonnummern und IP-Adressen der Nutzer auf Anfrage an die Behörden weitergeben, das hat Telegram-Gründer und Chef, Pawel Durow, angekündigt. »Um Kriminelle noch mehr davon abzuhalten, die Telegram-Suche zu missbrauchen, haben wir unsere Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien aktualisiert und sichergestellt, dass sie weltweit einheitlich sind. Wir haben klargestellt, dass die IP-Adressen und Telefonnummern derjenigen, die gegen unsere Regeln verstoßen, auf berechtigte Anfragen hin an die zuständigen Behörden weitergegeben werden können«, schrieb Durow auf Telegram.  »In den letzten Wochen hat ein engagiertes Team von Moderatoren mit Hilfe von KI die Telegram-Suche viel sicherer gemacht. Alle problematischen Inhalte, die wir in der Suche identifiziert haben, sind nicht mehr zugänglich«, teilte Durow mit.

via spiegel. Nach Festnahme in Frankreich Telegram-Chef Durow kündigt Kooperation mit Behörden an