Regenbogen nein, AfD-Kornblumen ja: Julia Klöckner folgt rechtem Kulturkampf

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) will politische Symbole im Plenarsaal verbieten – die Ausnahmen aber sprechen Bände. Linke-Abgeordnete Cansin Köktürk spricht von einem gezieltem Vorgehen gegen progressive Zeichen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) will politische Symbole im Plenarsaal verbieten. Aber nicht etwa den Bundesadler, nicht die Deutschlandfahne, auch nicht das EU-Emblem – die gelten ausdrücklich als erlaubt. Es geht um Symbole, die nicht ins offizielle Bild passen. Der Vorstoß soll eine strenge Auslegung des parlamentarischen Neutralitätsgebots signalisieren – ist in Wahrheit jedoch ein Lehrstück in selektiver Symbolpolitik. Ein Auslöser des aktuellen Vorstoßes war offenbar ein Vorfall bei einer Gedenkstunde im Bundestag für den Genozid von Srebrenica. SPD-Abgeordnete wollten eine kleine weiße Blume am Revers tragen – das Gedenksymbol für die Opfer des Genozids an Bosniaken. Der Berliner SPD-Politiker Mehmed König erklärte auf Instagram, wie ihm und der Srebrenica-Überlebenden Selma Jahic bereits vor Betreten der Besuchertribüne klargemacht wurde, dass das Tragen der Blume verboten sei.König und seine Begleitung trugen die Gedenkblume letztlich dennoch – woraufhin sie zunächst aufgefordert wurden, den Saal zu verlassen. Klöckners Politik folgt einer Linie rechten Kulturkampfes. Im Mai und Juni verteidigte sie die Entscheidung, zum Christopher Street Day keine Regenbogenflagge am Bundestag zu hissen. „Wir sind der Deutsche Bundestag, und bei uns weht eine Fahne: Schwarz-Rot-Gold“, sagte Klöckner gegenüber T-Online. Mitarbeitenden der Bundestagsverwaltung wurde sogar untersagt, als Teil des queeren Netzwerks der Bundesverwaltung am Berliner CSD teilzunehmen. Vertreter:innen des CSD nannten den Vorgang eine „bewusste Absage an die queere Community.“Grünen- und Linken-Abgeordnete reagierten Ende Juni: In bunten Oberteilen bildeten sie im Plenarsaal eine menschliche Regenbogenflagge – ein stiller Protest gegen eine Politik der Ausgrenzung politisch unliebsamer Haltungen.Palästina-Shirts und Pride-Flaggen unerwünschtUnd Anfang Juni ließ Klöckner die Linken-Abgeordnete Cansin Köktürk während laufender Sitzung aus dem Plenarsaal werfen – wegen eines Oberteils mit der simplen Aufschrift: „Palestine“. Politische Statements, so argumentierte Klöckner später gegenüber t-online, seien „unabhängig von der Botschaft“ im Plenum untersagt. Köktürk hat gegen das Vorgehen jetzt formell Einspruch eingelegt. In dem Schreiben, das dem Freitag vorliegt, benennt die Abgeordnete das Verhalten der Bundestagspräsidentin als „ungerechtfertigte Einschränkung meiner politischen Tätigkeit“. Der Vorfall sei Teil einer politischen Linie, in der gezielt gegen Symbole des progressiven Spektrums agitiert werde. Als Beispiel nennt sie die Entfernung von Pride-Flaggen an Abgeordnetenbüros sowie einen offenen Brief der CDU-Abgeordneten Johannes Volkmann, Daniela Ludwig und Pascal Reddig, in dem diese ein Verbot der Kufiya im Bundestag einfordern.Der Brief hatte auf den Umstand reagiert, dass Köktürk bei der konstituierenden Sitzung des Bundestags ein Kufiya-ähnliches Tuch trug. Dass der AfD-Abgeordnete Torben Braga am selben Tag mit einer blauen Kornblume im Revers im Plenarsaal saß – ein Symbol, das in den 1930er-Jahren von österreichischen Nazis verwendet wurde – störte in der CDU offenbar kaum jemanden. Die Störung der Ordnung, die Klöckner Köktürk unterstellte, sei – so argumentiert Köktürk in ihrem Einspruch – nicht allein dadurch gegeben, dass ein Kleidungsstück symbolisch interpretiert werden kann. Eine solche Störung müsse objektiv nachvollziehbar und in nicht diskriminierender Weise feststellbar sein.Wassermelonen nein, gelbe Schleifen ja: Solidarität mit wem?

via freitag: Regenbogen nein, AfD-Kornblumen ja: Julia Klöckner folgt rechtem Kulturkampf

Debatte in Brandenburg – Bürgermeisterin nach offenem Brief gegen Rechtsextremismus angefeindet

Nachdem sich die Bürgermeisterin von Spremberg zum Schweigen über rechtsextreme Vorfälle in der Stadt geäußert hat, wurde gegen sie demonstriert und gehetzt. Der Verfassungsschutz macht sich ein Bild der Lage. Nach den Äußerungen der Bürgermeisterin von Spremberg zum Rechtsextremismus in der Stadt in der brandenburgischen Lausitz werden Forderungen nach einer Videoüberwachung lauter. Rathauschefin Christine Herntier (parteilos) setzt sich seit Längerem dafür ein, kritisierte jüngst aber, dass dies etwa aus Datenschutzgründen nicht umgesetzt worden sei. In einer von der Stadt am Donnerstag mitgeteilten Stellungnahme sprechen sich auch ehemalige Bundestagsabgeordnete aus Spremberg dafür aus, dass an betroffenen Orten schnell eine Videoüberwachung ermöglicht werden müsse. An diesem Freitag will der Verfassungsschutz mit Verantwortlichen in Spremberg darüber beraten, wie er die Stadt unterstützen kann. Laut Brandenburger Innenministerium ist das Treffen zunächst als internes Arbeitsgespräch geplant. Auch eine Sondersitzung des Ältestenrates solle es geben, teilte die Stadt mit. Außerdem sei ein Gespräch mit Sozialarbeitern sowie ein Workshop geplant. Zudem sei der Vorschlag aufgekommen, am Bahnhof ein Willkommensbanner anzubringen.

via spiegel: Debatte in Brandenburg Bürgermeisterin nach offenem Brief gegen Rechtsextremismus angefeindet

Neue Vorwürfe gegen Schweizer AfD-Pfarrer wegen Facebook-Posts – was ihm nun droht

Der Diessenhofer Pfarrer Gottfried Spieth politisiert für die «Alternative für Deutschland» in Frankfurt an der Oder. Jetzt gibt es neue Anschuldigungen gegen den 64-Jährigen, weil er auf Facebook Fremdenhass verbreitet hat. Der Kirchenrat kündigt Konsequenzen an. Sein Büro ist schon zu Teilen geräumt, vor dem Pfarrhaus steht ein grosser Container. Gottfried Spieth packt grad die Zügelkisten für seine Familie, die ihre Siebensachen aufs neue Schuljahr hin nach Frankfurt an der Oder zügelt. Im brandenburgischen Städtchen an der Grenze zu Polen hat der Diessenhofer Pfarrer seit Juni 2024 ein politisches Amt für die AfD inne. (…) Das Profil mit dem Namen «Spieth Gottfried Gerhard» ist mittlerweile gelöscht. Die Posts mit antisemitischem, völkischem und rechtsextremem Inhalt aber liegen dieser Redaktion vor. In einem schrieb Spieth von Umsturzfantasien: «Der germanische Zorn ist nicht verschwunden, er schläft. Wehe, wenn er aufgeweckt wird! 10 bis 20 nichtassimilierte Biodeutsche, im Bunde mit moderner (Wehr-)Technik, sind zu (fast) allem in der Lage. Was Israel recht ist, sollte uns billig sein. Wenn, wenn unsere jetzt noch unterdrückten maskulinen Instinkte losgelassen werden (…).» In einem anderen von der «AZ» recherchierten Post schreibt Spieth: «Das dritte Reich war eine komplexe Mischung und lässt sich nicht in seiner ganzen Breite auf einen kriminellen Nenner bringen (…)». Und einmal stellt der Diessenhofer Pfarrer infrage, ob die Verwendung des Wortes «Massenmord» angebracht ist. So schreibt er: «Die Alliierten konnten es sich im WK II (Zweiten Weltkrieg, Anm. d. Red.) leisten, das dritte Reich mit solchen Maximalbegriffen zu brandmarken, weil sie aus der Position überlegener Stärke handeln konnten.» Die Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler im Jahr 1933 bezeichnete Spieth als «demokratischen Pragmatismus». Und die nationalsozialistischen Soldaten, die in der Schlacht um Stalingrad zwischen 1942 und 1943 kämpften, seien «überzivilisiert und verweichlicht» gewesen. Die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zwar «neue aussenwirtschaftliche Spielräume eröffnet», sei mit ihrer Willkommenskultur aber schlecht für den «Genpool» gewesen.

via watson: Neue Vorwürfe gegen Schweizer AfD-Pfarrer wegen Facebook-Posts – was ihm nun droht

siehe dazu auch: Heiliger Hass. In Diessenhofen predigt ein Pfarrer, der in Deutschland für die AfD politisiert. Gegenüber Journalisten behauptete er, kein Rechtsextremer zu sein. Recherchen der AZ zeichnen ein anderes Bild. (…) Denn dort sitzt Spieth seit den Neuwahlen 2024 in der «Stadtverordnetenversammlung», dem Stadtparlament von Frankfurt an der Oder. Er politisiert hier parallel zu seinem Pfarramt für die AfD, die «Alternative für Deutschland». Anfang Mai stufte der Bundesverfassungsschutz die AfD als «gesichert extremistische Bestrebung» ein

Fußballrowdys wüteten auf Autobahnrastplatz in Oberösterreich

Gruppe ging auf drei Auto-Insassen los. Drei junge Männer wurden verletzt, Fahrzeuge beschädigt. Eine Gruppe von 20 Fußballrowdys ist in der Nacht auf Sonntag auf dem Autobahnrastplatz Hainbach in Schörfling am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) auf drei Männer im Alter von 17 bis 20 Jahren losgegangen. Das aus dem Salzburger Bezirk St. Johann im Pongau stammende Trio wurde bei der Attacke verletzt. Der Fanbus mit Anhängern von Austria Salzburg hatte sich gerade auf der Heimreise nach dem Auswärtsspiel im ÖFB-Cup beim ASKÖ Oedt befunden. Die Salzburger sind dabei überraschend mit 0:1 gescheitert. Im Bereich der Lkw-Parkplätze standen zwei Autos, in denen insgesamt fünf Personen saßen. Bei der folgenden Auseinandersetzung wurden ein 20-jähriger Österreicher, ein gleichaltriger Iraker und ein 17-jähriger Russe verletzt.

via standard: Fußballrowdys wüteten auf Autobahnrastplatz in Oberösterreich

siehe auch: ZUM SCHÄMEN 20 Fußballfans gingen auf drei junge Migranten los. Fairness ist für manche Fußballfans ein Fremdwort: Zu einem bösen Foul kam es auf dem Autobahnrastplatz Hainbach bei Schörfling (OÖ) am Attersee am Samstag gegen 20.30 Uhr. Zwanzig Fußballfans attackierten drei junge Migranten, die dort Rast machten. (…) Rund 20 Fußballfans gingen auf drei Fahrzeuginsassen los. Es handelte sich um einen 20-jährigen Österreicher mit Migrationshintergrund, einen 20-jährigen Iraker und einen 17-jährigen Russen, alle aus dem Bezirk St. Johann im Pongau. Das Trio war vermutlich ebenfalls bei einem Match in Oberösterreich gewesen; Nach Cup-Aus in Oedt: Austria Salzburg-Fans ließen Frust in Schörfling aus. Nach der 0:1- Niederlage bei der ASKÖ Oedt attackierten Anhänger von Austria Salzburg auf einem Autobahnrastplatz drei junge Männer. Das Kräfteverhältnis passte an diesem Abend überhaupt nicht: Zunächst verlor Austria Salzburg in Traun bei der ASKÖ Oedt mit 0:1, danach attackierten 20 Anhänger der Violetten drei junge Männer auf einem Autobahnrastplatz. (…) Fakt ist, dass es auf dem Parkplatz, auf dem die beiden Autos der Männer abgestellt waren, zu Handgreiflichkeiten kam. Ein 20-jähriger Österreicher, ein gleichaltriger Iraker und ein 17-jähriger Russe wurden dabei verletzt. Auch deren Fahrzeuge wurden beschädigt.  Der Fanbus setzte anschließend seine Reise fort, kam aber nicht weit:  Die Polizei stoppte das Fahrzeug in Mondsee, es folgte eine lange Identitätsfeststellung.  Weil die Kameras am Autobahnrastplatz aber keine konkreten Aufnahmen des Geschehens lieferten, dürften sich die weiteren Ermittlungen als schwierig erweisen.

ERMITTLUNGEN Fäkal-Attacken auf mindestens acht Frauen: Mann in Wien in U-Haft

Der Mann soll sich aus einem mobilen WC Kot besorgt, diesen in Becher gefüllt und damit die Frauen beworfen haben. In Wien sitzt ein 29-jähriger Rumäne in U-Haft, weil er auf mindestens acht Frauen Fäkal-Attacken verübt haben soll. Dem Mann wird konkret vorgeworfen, sich aus einem mobilen Baustellen-WC Kot besorgt, diesen in Becher gefüllt und damit die Opfer beworfen bzw. diesen ins Gesicht geschüttet zu haben. Das Landesgericht geht von Tatbegehungs- und Fluchtgefahr aus, bestätigte Gerichtssprecherin Christina Salzborn am Freitag auf APA-Anfrage. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Das mobile Klo, in dem er sich bediente, befand sich in der Nähe einer U-Bahn-Station, die als Drogen-Umschlagplatz bekannt ist. (…) Zu den Angriffen kam es großteils in U-Bahn-Stationen bzw. im Nahbereich von U-Bahn-Stationen der Linie U6. Die Opfer waren ausschließlich junge Frauen, eine 25-Jährige wurde am 2. Juli am Auge getroffen. (…) Der 29-Jährige ist dem Vernehmen nach geständig, behauptet jedoch, ihm sei das inkriminierte Vorgehen von anderen Männern aufgetragen worden. Da das Vorliegen einer maßgeblichen schwerwiegenden und nachhaltigen psychischen Störung nicht auszuschließen ist, hat die Staatsanwaltschaft einen psychiatrischen Sachverständigen beigezogen

via standard: ERMITTLUNGEN Fäkal-Attacken auf mindestens acht Frauen: Mann in Wien in U-Haft

Crowds rush to take selfies with neo-Nazi Hitler impersonator at German motorcycle race

While donning a rubber Hitler mask, he enjoyed beers openly at the race to the reported amusement of those around him. Crowds take selfies with a neo-Nazi impersonating Hitler in Germany. (photo credit: SECTION 27A COPYRIGHT ACT) ByDANIELLE GREYMAN-KENNARD JULY 26, 2025 16:31 A 40-year-old neo-Nazi was arrested in Hohenstein-Ernstthal, Germany, in early July for wearing a Hitler costume, according to authorities and international media reports. The suspect was said to have also worn a brown shirt inscribed with “Adolf” and the numeral 8, which neo-Nazis have used as code for ‘H’ standing for Hitler. A more popular variation is ‘88’, standing for “Heil Hitler.” While donning a rubber Hitler mask, he enjoyed beers openly at the race to the reported amusement of those around him.

via jpost: Crowds rush to take selfies with neo-Nazi Hitler impersonator at German motorcycle race

‘Return to the Land’: White supremacists building whites-only settlement in Arkansas

40-member community that claims its classification as a Private Members Association allows it to circumvent civil rights legislation. A group of white supremacists is founding a settlement in Arkansas that will only allow in white Christians. The 160-acre community in the Ozark hills near Ravenden, Arkansas, named “Return to the Land” (RTTL), was founded in 2023 by Eric Orwoll and Peter Csereby, according to a Sky News report that aired this week. It is explicitly declared a whites‑only settlement, excluding Jewish people, followers of non‑European religions, and LGBTQ individuals, vetting members based on European ancestry via interviews and membership screening processes, Sky News reported (…) Orwoll described the project to Sky News as a “fortress for the white race” and framed it as a model for white separatist ethnonationalist living. He was ambivalent about his feelings toward Adolf Hitler, but explicitly discussed the idea of a new charismatic leader akin to a “second coming” of Hitler. “You want a white nation? Build a white town,” he told Sky News. RTTL’s Telegram group and public chats include numerous Nazi references, such as Csere posting “1488,” a reference to the white supremacist “14 words” slogan and to the “Heil Hitler” chant.

via timesofisrael: ‘Return to the Land’: White supremacists building whites-only settlement in Arkansas