Der Diessenhofer Pfarrer Gottfried Spieth politisiert für die «Alternative für Deutschland» in Frankfurt an der Oder. Jetzt gibt es neue Anschuldigungen gegen den 64-Jährigen, weil er auf Facebook Fremdenhass verbreitet hat. Der Kirchenrat kündigt Konsequenzen an. Sein Büro ist schon zu Teilen geräumt, vor dem Pfarrhaus steht ein grosser Container. Gottfried Spieth packt grad die Zügelkisten für seine Familie, die ihre Siebensachen aufs neue Schuljahr hin nach Frankfurt an der Oder zügelt. Im brandenburgischen Städtchen an der Grenze zu Polen hat der Diessenhofer Pfarrer seit Juni 2024 ein politisches Amt für die AfD inne. (…) Das Profil mit dem Namen «Spieth Gottfried Gerhard» ist mittlerweile gelöscht. Die Posts mit antisemitischem, völkischem und rechtsextremem Inhalt aber liegen dieser Redaktion vor. In einem schrieb Spieth von Umsturzfantasien: «Der germanische Zorn ist nicht verschwunden, er schläft. Wehe, wenn er aufgeweckt wird! 10 bis 20 nichtassimilierte Biodeutsche, im Bunde mit moderner (Wehr-)Technik, sind zu (fast) allem in der Lage. Was Israel recht ist, sollte uns billig sein. Wenn, wenn unsere jetzt noch unterdrückten maskulinen Instinkte losgelassen werden (…).» In einem anderen von der «AZ» recherchierten Post schreibt Spieth: «Das dritte Reich war eine komplexe Mischung und lässt sich nicht in seiner ganzen Breite auf einen kriminellen Nenner bringen (…)». Und einmal stellt der Diessenhofer Pfarrer infrage, ob die Verwendung des Wortes «Massenmord» angebracht ist. So schreibt er: «Die Alliierten konnten es sich im WK II (Zweiten Weltkrieg, Anm. d. Red.) leisten, das dritte Reich mit solchen Maximalbegriffen zu brandmarken, weil sie aus der Position überlegener Stärke handeln konnten.» Die Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler im Jahr 1933 bezeichnete Spieth als «demokratischen Pragmatismus». Und die nationalsozialistischen Soldaten, die in der Schlacht um Stalingrad zwischen 1942 und 1943 kämpften, seien «überzivilisiert und verweichlicht» gewesen. Die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zwar «neue aussenwirtschaftliche Spielräume eröffnet», sei mit ihrer Willkommenskultur aber schlecht für den «Genpool» gewesen.
via watson: Neue Vorwürfe gegen Schweizer AfD-Pfarrer wegen Facebook-Posts – was ihm nun droht
siehe dazu auch: Heiliger Hass. In Diessenhofen predigt ein Pfarrer, der in Deutschland für die AfD politisiert. Gegenüber Journalisten behauptete er, kein Rechtsextremer zu sein. Recherchen der AZ zeichnen ein anderes Bild. (…) Denn dort sitzt Spieth seit den Neuwahlen 2024 in der «Stadtverordnetenversammlung», dem Stadtparlament von Frankfurt an der Oder. Er politisiert hier parallel zu seinem Pfarramt für die AfD, die «Alternative für Deutschland». Anfang Mai stufte der Bundesverfassungsschutz die AfD als «gesichert extremistische Bestrebung» ein