Mit Pubertätsblockern zu sexueller Zufriedenheit?

Wenn Jugendliche sich in ihrem Geschlecht nicht wohl fühlen, können sie Pubertätsblocker erhalten. Eine Studie hat erstmals die Auswirkung der Medikamente auf sexuelle Zufriedenheit in den späteren Lebensjahren untersucht. Von Daniela Remus, NDR Die sexuelle Zufriedenheit von Menschen, die mit Pubertätsblockern behandelt wurden, und denen, die eine natürliche Pubertät durchlaufen haben, unterscheidet sich nur marginal: Denn die trans Personen, die in ihrer Jugend Pubertätsblocker erhalten haben, seien mit ihrem Sexualleben ähnlich zufrieden wie die Gesamtbevölkerung. Und das sei eine gute Nachricht. So interpretieren niederländische Forschende die Ergebnisse einer Studie, die sie vor wenigen Tagen im Fachblatt The Journal of Sexual Medicine veröffentlicht haben. Danach gaben 49 Prozent der befragten trans Personen an, sie seien mit ihrem Sexualleben zufrieden, während das in der Gesamtbevölkerung 47 Prozent sagen. Die vorliegende Studie des niederländischen Teams ist die erste, die untersucht hat, ob und inwiefern die Gabe von Pubertätsblockern das sexuelle Erleben im späteren Leben als Erwachsener beeinflusst. Deshalb befürwortet Georg Romer, der als Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum in Münster seit Jahren trans Kinder und Jugendliche behandelt, diese Studie. “Das wichtigste Ergebnis der Studie ist dabei: Berichtete Probleme mit der sexuellen Zufriedenheit traten bei den im Jugendalter mit Pubertätsblockern Behandelten nicht häufiger auf als bei Transgender-Personen, die erst nach voller durchlaufender pubertärer Reifung eine Hormonbehandlung begannen.”Und auch der Hamburger Endokrinologe Achim Wüsthof begrüßt diese Veröffentlichung. Es sei “beruhigend zu sehen, dass die Ergebnisse nicht sehr negativ ausgefallen sind.” Diese Erkenntnis könne und werde er in Zukunft nutzen “für die Beratung von Jugendlichen und ihren Eltern”.

via tagesschau: Mit Pubertätsblockern zu sexueller Zufriedenheit?

siehe auch: Sexual satisfaction and dysfunction in transgender adults following puberty suppression treatment during adolescence. Background Sexual satisfaction and dysfunction in transgender and gender-diverse (TGD) individuals following treatment with puberty suppression (PS) have not yet been studied and remain a topic of clinical and academic concerns. Aim This study explores the long-term effects of (early) PS treatment on sexual satisfaction and dysfunction in TGD individuals. (…) The primary outcomes included sexual satisfaction and various sexual dysfunctions, defined as the presence of a sexual problem accompanied by distress. Results Sexual satisfaction was reported by 52% of transmasculine and 40% of transfeminine individuals, with similar outcomes between early and late PS groups. Among transmasculine individuals, 58% reported at least one sexual dysfunction, most commonly difficulty with initiating sexual contact (34%), with similar frequencies in PS groups. In transfeminine individuals, 50% experienced at least one sexual dysfunction, with difficulty achieving orgasm (35%) being most common, with similar reports across PS groups. The prevalence of sexual dysfunctions was comparable to that of transgender individuals who began GRMT in adulthood.

a pride flag drawn on the ground

Antifeministische Allianz – Reich, radikal, mit Reichweite

AristokratInnen, religiöse ExtremistInnen und OligarchInnen machen Politik gegen Frauen und Queers. Ein EPF-Bericht zeigt, wie groß ihr Einfluss ist. Gut 20.000 Hektar Land, mehrere Schlösser und ein Vermögen, das auf rund 3 Milliarden Euro geschätzt wird: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hat einiges vorzuweisen. Ihr eigen sind auch klare Positionen, unter anderem zu gleichgeschlechtlicher Ehe und Schwangerschaftsabbrüchen: Beides lehnt sie ab, Letztere bezeichnete sie schon mal als Mord. 2023 gab die Fürstin ein Spendendinner für Hans-Georg Maaßen, gegen den in der CDU da schon ein Parteiausschlussverfahren wegen rechtsextremer Äußerungen lief. Auch international pflegt die Katholikin laut Berichten des Guardian und der New York Times einschlägige Verbindungen, darunter zu Steve Bannon, ehemals Trumps Chefstratege und noch immer einer der einflussreichsten Köpfe der MAGA-Bewegung, sowie dem ultrakonservativen Richter des U. S. Supreme Court, Samuel Alito. „The german princess“, wie Thurn und Taxis international gern genannt wird, ist nicht die Einzige, die aristokratischen Glamour in eine bedrohliche Bewegung bringt. Mit dabei in einer globalen Szene, einem weit verzweigten Netzwerk, das gegen Rechte von Frauen und LGBTIQ mobil macht und teils weit rechte Positionen teilt, sind neben vielen deutschen Adeligen auch „Dutzende“ internationale Erzherzoge, Gräfinnen und Prinzen. „Eine neue Allianz“ von AristokratInnen, religiösen ExtremistInnen, extrem rechter PopulistInnen und OligarchInnen „gestalte derzeit europäische Politik neu“, heißt es in dem Bericht „Die Nächste Welle“, den Par­la­men­ta­rie­r*in­nen des Europäischen Parlaments am Donnerstag vorlegten. Dieser globalen antifeministischen Szene gehe es darum, „Jahrzehnte von hart erkämpften sexuellen und reproduktiven Rechten in ganz Europa zu demontieren“, heißt es in dem Bericht des Europäischen Parlamentarischen Forums für sexuelle und reproduktive Rechte (EPF). Sie zeichne sich dadurch aus, „religiösen Extremismus in den Mainstream des Regierens“ bringen zu wollen – und zu können. Das geschehe über eigens gegründete Medien und Social Media, Stiftungen und Thinktanks, Lobbyismus und strategische Prozessführung. Und über viel Geld. (…) Auf europäischem Level sind laut EPF insbesondere drei Fraktionen stark in die Mobilisierung eingebunden: die Europäischen Konservativen und Reformer (EKR), die Europäische Christliche Politische Partei (ECPP) und die rechte Fraktion Identität und Demokratie (ID). Ungeachtet verschiedener Positionen ihrer Mitgliedsparteien spielte etwa die EKR „eine führende Rolle bei Anti-Gender-Initiativen innerhalb des Europäischen Parlaments“ und sponserte Großveranstaltungen in Polen, Spanien und Kroatien, bei denen der Kampf gegen „ ‚Gender-Ideologie‘ ganz oben auf der Tagesordnung stand“. Die ID-Fraktion macht proaktiv gegen „globalistische Kräfte“ mobil, die sie beschuldigt, LGBTIQ- und Gender-Themen zu fördern. Und die ECPP sponsorte Treffen des antifeministischen Netzwerks Agenda Europe. Alle europäischen Fraktionen erhalten zudem Spenden, wovon wiederum einige von Anti-Gender-AkteurInnen stammen. So bestehe die Möglichkeit, dass ideologische Geldgeber „die Agenda der politischen Fraktionen auf europäischer Ebene bestimmen“. Zu den größten privaten Sponsoren der EKR etwa gehörte laut Bericht 2023 und 2024 mit insgesamt 36.000 Euro Tilman Rüsch. Er sitzt im Rat der Stiftung für Familienwerte, die rechte PublizistInnen wie Birgit Kelle, Hedwig von Beverfoerde und Roland Tichy für Vorträge einlädt und sich laut Website für die „Ehe zwischen Mann und Frau“ einsetzt.

via taz: Antifeministische Allianz Reich, radikal, mit Reichweite

siehe auch: The Next Wave: How Religious Extremism Is Regaining Power. A new alliance of religious extremists, far-right populists, and oligarchic funders is reshaping European politics. The Next Wave describes this covert, strategic effort to launder religious extremism into mainstream governance through media, NGOs, political parties, and public institutions.  Backed by private wealth and legitimised through state funding, this movement is engineering a long-term authoritarian transformation under the guise of tradition and care. This project exposes the financial, political, and ideological architecture of The Next Wave, equipping civil society to recognise, resist, and counter its growing influence. Philanthropic support is essential to disrupt this emerging infrastructure and defend pluralistic democracy.  (…) Unprecedented in scope, The Next Wave offers a detailed account of the financial trajectories of over 270 anti-rights and religious extremist actors in Europe, tracing their growing access to political power, professionalisation, international networking, and — in some cases — their capture of entire institutions, political parties, and states. It also exposes emergent strategies, including the production of ideologically driven knowledge, the establishment of anti-gender service infrastructures, and the rise of elite public affairs firms and civil society fronts covertly directed by religious hierarchies.  The Next Wave is essential reading for understanding how sexual and reproductive rights in Europe are being strategically eroded — and what must be done to defend both these rights and democratic governance.

VG Berlin weist Klage von Eltern ab Die “Pro­gress-Pride”-Flagge ist keine poli­ti­sche Indok­tri­nie­rung – #Pridemonth

In den Räumlichkeiten einer Berliner Grundschule hängt eine selbstgemalte, sogenannte Progress-Pride-Flagge. Sie ist als Schutzsymbol für betroffene Personen gedacht. Die Eltern einer Schülerin störten sich hieran zu Unrecht, so das VG Berlin. Anzeige Eine selbstgemalte “Progress-Pride”-Flagge darf im Hort einer Grundschule hängen. Das hat das Verwaltungsgericht (VG) Berlin entschieden (Urt. v. 25.06.2025, Az. VG 3 K 668/24). Die Eltern einer Grundschülerin hatten geklagt. Sie stören sich an der etwa DIN A3 großen selbstgemalten Fahne, die zusätzlich zu der wohl bekannteren einfachen Regenbogenfahne auf der linken Seite noch einen Keil in den Farben rosa, hellblau, weiß, schwarz und braun sowie ein gelbes Dreieck mit lila Kreis aufzeigt. Bezeichnet wird diese Version als “Progress-Pride”-Flagge in der interinklusiven Version. (…) Vor der 3. Kammer des VG Berlin blieb die Klage indes ohne Erfolg. Das staatliche Neutralitätsgebot verlange nicht, dass im erzieherischen Bereich auf die Darstellung wertender Inhalte verzichtet werde, so das VG. Es sei vorliegend noch nicht die Grenze zur “politischen Indoktrinierung” überschritten. Die Flagge sei insbesondere vereinbar mit verfassungsrechtlichen und auch schulgesetzlichen Vorgaben, soweit diese “das Selbstverständnis bestimmter Gruppen und deren Recht zur freien Identitätsbildung” symbolisiere. Nicht zu beanstanden sei auch die Entscheidung, mit der Flagge ein Schutzsymbol für betroffene Personen im Hort zu setzen.

via lto: VG Berlin weist Klage von Eltern ab Die “Pro­gress-Pride”-Flagge ist keine poli­ti­sche Indok­tri­nie­rung

hands joined against progress pride flag
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Nach Strafbefehl: AfD-Politikerin bettelt um Spenden – und verschweigt wahre Hintergründe

Die Fraktionsvorsitzende der AfD in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, Nicole Jordan, sorgt erneut für Schlagzeilen. Nachdem sie einem Gerichtstermin am vergangenen Donnerstag am Amtsgericht Hamburg-Harburg fernblieb, wurde gegen sie ein Strafbefehl über 3.200 Euro wieder in Kraft gesetzt – wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In der Corona-Zeit hatte Jordan einen Ahnenpass der Hitlerjugend mit sichtbarem Hakenkreuz auf Social Media gepostet und diesen mit einem Kommentar zur Impfpflicht versehen. Statt Einsicht zeigt sich die Bezirkspolitikerin allerdings als Opfer – und bettelt nun öffentlich um Geld. Über eine coronakritische Gruppe sammelte sie am Freitag erste Spenden via PayPal. Schnell folgte eine Kampagne auf einer Spendenplattform. Dort verschweigt Jordan jedoch den tatsächlichen Grund für ihre Strafe. Vom NS-Dokument mit Hakenkreuz ist keine Rede mehr – stattdessen zeigt sie einen Antifa-Aufkleber, berichtet von Angriffen auf ihr Wohnhaus und betont ihre Rolle als „verheiratete Mutter“, die lediglich wegen ihres AfD-Engagements ins Visier geraten sei. „Ich bin außerdem: politisch aktiv – Mitglied der AfD. Und ja, das reicht in Deutschland heute aus, um zum Ziel zu werden“, so geriert sie sich selbst als Opfer. „Nur mal als Erinnerung an vergangene Zeiten in punkto Impfzwang/Impfpflicht. Einfach mal drüber nachdenken…“, nennt Jordan den Beitrag, der nun juristische Folgen für sie hat – immerhin verscheigt sie, offenbar ganz bewusst, dass sie ein Hakenkreuz auf einem Dokument einer NS-Organisation gepostet hat. In ihrer Spendenkampagne ruft sie zu Solidarität auf und will insgesamt 4.500 Euro sammeln. Bis Sonntagmorgen waren bereits rund 600 Euro zusammengekommen – viele Beiträge anonym.

via besser im blick: Nach Strafbefehl: AfD-Politikerin bettelt um Spenden – und verschweigt wahre Hintergründe

siehe dazu auch: Telegram-Beitrag mit Hakenkreuz geteilt: Geldstrafe für Hamburger AfD-Politikerin Die Fraktionschefin der AfD in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, Nicole Jordan, soll wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eine Geldstrafe zahlen. Ein Amtsgericht der Hansestadt verwarf am Donnerstag nach Angaben eines Gerichtssprechers den Einspruch der Politikerin gegen einen entsprechenden Strafbefehl, weil sie nicht zur Verhandlung erschien. Laut Staatsanwaltschaft hatte Jordan im April 2022 in ihrem für politische Mitteilungen genutzten Profil in dem Messengerdienst Telegram einen Beitrag eines Nutzers geteilt, in dem ein Gesundheitspass der NS-Jugendorganisation Hitlerjugend mit Hakenkreuz abgebildet war. Dessen Verwendung ist verboten. Zur Höhe der Geldstrafe lagen zunächst keine offiziellen Angaben vor. Einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft zufolge ging es um 40 Tagessätze, deren Umfang wurde nicht genannt. Laut Medienberichten sollte sich die Höhe auf 80 Euro belaufen, was einer Summe von 3200 Euro entspräche.

screenshot Gofundme

NACH BRANDANSCHLAG IN ERFURT Russischsprachiger Telegram-Kanal veröffentlicht Video von brennenden Bundeswehr-Lkw

In der Nacht zum 22. Juni haben unbekannte Täter auf einem Betriebsgelände des Lkw-Herstellers MAN in Erfurt sechs Bundeswehr-Lkw angezündet. Nun ist zu dem Brandanschlag in einem russischen Telegram-Kanal ein Video aufgetaucht, das die brennenden Fahrzeuge zeigt. In einem Text zu dem Video wird behauptet, die Fahrzeuge seien für die Ukraine bestimmt gewesen. Hierfür gibt es von der Bundeswehr keine Bestätigung. Das Thüringer Landeskriminalamt teilte mit, man prüfe die Echtheit des Videos. Die bei einem Brandanschlag am Wochenende in Erfurt beschädigten und zerstörten Bundeswehr-Fahrzeuge waren nicht für die Lieferung an die Ukraine bestimmt. Das sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums MDR Investigativ am Freitag auf Anfrage. Die sechs Lkw gehörten zu zwei Bundeswehr-Einheiten in Erfurt und Bad Frankenhausen und seien der Firma MAN zur Wartung übergeben worden. Mit der Übergabe sei das Unternehmen für den Zustand der Fahrzeuge und damit auch für deren Sicherheit zuständig. Zu dem Brandanschlag auf Militärfahrzeuge am Samstag in Erfurt ist ein Video in einem russischsprachigen Telegram-Kanal veröffentlicht worden. Der Kanal mit dem Titel “Besessen vom Krieg” veröffentlichte am Donnerstag ein mehrere Sekunden langes Video, das die brennenden Fahrzeuge auf dem Gelände der Firma MAN Truck & Bus Service GmbH im Erfurter Norden zeigt. Auf dem Video ist deutlich das Atmen einer Person zu hören, die das Video aufnimmt.

via mdr: NACH BRANDANSCHLAG IN ERFURT Russischsprachiger Telegram-Kanal veröffentlicht Video von brennenden Bundeswehr-Lkw

RECHTSEXTREME JUGENDGRUPPEN – Verfassungsschutz warnt vor Gefahr „für Leib und Leben“ von Homosexuellen, Linken und Migranten – #terror

Organisationen wie die Letzte Verteidigungswelle (LVW) seien eine Gefahr für bestimmte gesellschaftliche Gruppen, warnt das Bundesamt für Verfassungsschutz. Treibende Kraft bei der Radikalisierung der jugendlichen Rechtsextremisten sei das Internet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht laut einem Zeitungsbericht angesichts des Erstarkens rechtsextremistischer Jugendgruppen eine Gefahr für Leib und Leben von Homo- und Transsexuellen, Mitgliedern der linken Szene sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Dies ergebe sich aus einer schriftlichen Antwort des Verfassungsschutzes auf eine entsprechende Anfrage, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Dass Menschen im Rechtsextremismus zunehmend jünger werden, ist kein neues Phänomen“, heißt es demnach in der Stellungnahme. Neu sei aber, dass die einschlägigen „Radikalisierungsprozesse nun auch flächendeckend den Übersprung in die reale Welt schaffen und in reale Gruppen und rechtsextremistischen Aktionen münden“. „Aufgrund der mittlerweile gefestigten Strukturen und der Aktionsorientierung der in 2024 neu entstandenen Jugendgruppen ist insbesondere für Angehörige der LSBTIQ-Bewegung, linken Szene und Personen mit Migrationshintergrund eine abstrakte Gefährdung für Leib und Leben gegeben“, zitieren die RND-Zeitungen den Verfassungsschutz. LSBTIQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle und queere Menschen. Einen Beschleuniger dieser Entwicklung sieht die Behörde demnach im Internet. Wörtlich heißt es: „Die virtuelle Vernetzung im Rechtsextremismus und vor allem die uneingeschränkte Verfügbarkeit von rechtsextremistischen Ideologieinhalten hat sich in den vergangenen Jahren fundamental geändert. Im Internet sind diese extremistischen Inhalte in Verbindung mit unpolitischen Themen ständig verfügbar. Das kann dazu führen, dass sich die Radikalisierung noch beschleunigt und verstärkt.“

via welt: RECHTSEXTREME JUGENDGRUPPEN Verfassungsschutz warnt vor Gefahr „für Leib und Leben“ von Homosexuellen, Linken und Migranten

siehe auch: Immer jünger, immer rechter: Teenager mit Baseballschlägern. Sie tragen schwarze Muskelshirts mit Aufschriften wie „Ich bin auch ohne Sonne braun“. Ihre Haare sind kurz, gescheitelt und streng gekämmt. Sie zeigen den White Power- oder gar den Hitlergruß. Sie sind Teenager, die gegen queere Demonstrationen aufmarschieren, Brandanschläge auf Kulturhäuser verüben oder Politikerinnen und Politiker auf offener Straße krankenhausreif schlagen: Sie verkörpern eine neue Generation junger Neonazis, die selbstbewusst und extrem gewaltbereit auftritt. Öffentlich treten sie unter Namen wie „Jung und Stark“, „Deutsche Jugend voran“ oder „Letzte Verteidigungswelle“ auf. Welche Gefahr geht von diesen Neonazis aus? Kehrt mit ihnen eine Welle rechter Gewalt wie in den 1990er Jahren zurück, die inzwischen in der zeitgeschichtlichen Betrachtung als „Baseballschlägerjahre“[1] bezeichnet werden? (…) Ende Mai dieses Jahres ging die Generalbundesanwaltschaft gegen die Neonazis der „Letzten Verteidigungswelle“ vor. Ihnen wird vorgeworfen, Anschläge auf Unterkünfte für Asylsuchende in Thüringen und auf ein Kulturhaus in Brandenburg begangen zu haben. Der Fall erregte besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, weil es sich bei den Tatverdächtigen zum Teil um Jugendliche und minderjährige Heranwachsende handelt.[3] Die Aktivitäten der Gruppe wurden auch deshalb bekannt, weil ein Journalistenteam des Magazins „Stern“ undercover in der Szene recherchiert hatte und deren Pläne gegenüber den Behörden aufdeckte.[4] Nun wird wegen des Verdachts der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung gegen diese Jugendlichen ermittelt. Bereits in den vergangenen Jahren häuften sich Angriffe von zum Teil sehr jungen Neonazis etwa auf CSD-Paraden in ostdeutschen Städten: So wurden Teilnehmende des CSD in Halle (Saale) 2023 von Neonazis verfolgt und angegriffen.[5] In Bautzen kam es 2024 zu Angriffen, als dort zeitgleich zum CSD zwei rechte Gegendemonstrationen stattfanden, die sich aggressiv gegen die öffentliche Sichtbarkeit queeren Lebens wandten. Aus Furcht vor Übergriffen wurde damals die Aftershow-Party des CSD abgesagt. Laut dem Autor:innenkollektiv Feministische Intervention wurden von 200 bundesweit stattfindenden Paraden 68 angegriffen oder gestört.[6]  Zu einem regelrechten Gewaltexzess kam es Mitte Juni in Bad Freienwalde (Brandenburg), wo Neonazis ein regionales Bürgerfest für Demokratie überfielen. Laut Presseberichten waren die Täter vermummt, bewaffnet und gingen planvoll gegen ihre Opfer vor. Es gab drei Verletzte.[7]

Pro Asyl will juristisch gegen Aussetzung von Familiennachzug vorgehen

Pro Asyl hat die Aussetzung des Familiennachzugs für bestimmte Geflüchtete als “inhuman” bezeichnet. Die Organisation will das Gesetz prüfen und dagegen klagen. Die Flüchtlingsschutzorganisation Pro Asyl will juristisch gegen die vom Bundestag beschlossene Aussetzung des Familiennachzugs für Geflüchtete mit eingeschränktem Schutzstatus vorgehen. “Wir lassen das Gesetz rechtlich prüfen und würden Klagen dagegen unterstützen”, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Karl Kopp dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).  Es gelte ein “Rückwirkungsverbot”, sagte Kopp. “Es kann doch nicht sein, dass der Familiennachzug rückwirkend auch bei Menschen ausgesetzt wird, die in dem Glauben nach Deutschland geflohen sind, sie könnten ihre Familie nachholen.” Der Bundestag hatte dem Gesetzesvorhaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag zugestimmt. Die befristete Aussetzung des Familiennachzugs bei Geflüchteten mit eingeschränktem Schutzstatus wurde mit 444 Jastimmen angenommen, 133 Abgeordnete stimmten dagegen. Die Regelung gilt zunächst für zwei Jahre. “Das ist ein sehr trauriger Tag”, sagte Kopp dem RND. “Denn wir reden faktisch über Zeiträume von fünf bis sechs Jahren, in denen Familien getrennt sind und kaputtgehen, weil sie im Herkunftsland nicht zusammengeführt werden können.” Dies sei “inhuman” und “integrationspolitisch ein fatales Signal”. Außerdem bringe es Menschen zu einer gefährlichen Flucht über die Ägäis in die EU. Auch Grünenfraktionschefin Britta Haßelmann kritisierte das Gesetz. “Familien gehören zusammen – unabhängig von Herkunft und Status”, sagte sie dem RND. Eine dauerhafte Trennung von Familien erschwere die Integration.

via zeit: Pro Asyl will juristisch gegen Aussetzung von Familiennachzug vorgehen