Streit um Kurs eskaliert – Aufstand in #Werteunion – Landesvorstände treten aus – #afd #lengsfeld

Führende Werteunion-Mitglieder haben die Nase voll: Die Thüringer Landesspitze ist zurück- und ausgetreten, andere Landesvorstände stehen offenbar davor. Eine Personalie hat die Entwicklung beschleunigt. Prominente Mitglieder der Werteunion verlassen den Verein und planen, konservative Kräfte in der Union wieder stärker innerhalb von CDU und CSU zu sammeln. Die Linie der selbsternannten “Konservativen Basisbewegung in der Union” werde dominiert von “Krawallmachern, die kein gutes Haar an der CDU lassen”, sagte Christian Sitter, bisher Vorsitzender der Werteunion Thüringen. “Es geht dort gar nicht mehr darum, inhaltliche Veränderungen zu erreichen.” Sitter und seine Stellvertreterin Angela Wanner haben ihre Ämter niedergelegt und den Austritt aus dem Verein erklärt, wie sie t-online.de sagten. Offenbar wird sich unter anderem auch der Vorsitzende des großen Landesverbands Baden-Württemberg, Holger Kappel, anschließen. Kappel war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen. Sitter und Wanner bestätigten, auch andere Landesvorstände wollten den Kurs nicht mehr mittragen.
Dynamik durch Vera Lengsfeld-Entscheidung (…) Eine Personalie am Wochenende hat Dynamik in die Entwicklung gebracht. Die frühere Bundestagsabgeordnete und Bloggerin Vera Lengsfeld will in den Landesvorstand in Thüringen einziehen, wie es in einer Erklärung vom Sonntag heißt. Sie ist erst vor kurzem durch einen Mehrheitsbeschluss des Bundesvorstands aufgenommen worden. Die bisherige Thüringen-Vizevorsitzende Wanner sieht darin “ein sichtbares äußeres Zeichen eines Kurses, der sich seit Monaten fortsetzt und den wir nicht mehr mittragen können.” Lengsfeld wird mit einer Annäherung in Richtung AfD verbunden, sie vertritt zunehmend rechtspopulistische und auch verschwörungsideologische Positionen.

via t-online: Streit um Kurs eskaliert – Aufstand in Werteunion – Landesvorstände treten aus

symbolbild; Screenshot youtube

„Der Täter wird als Südländer beschrieben“ – wie die Polizei rassistische Stereotype reproduziert

Fast täglich taucht der Begriff „südländisches Aussehen“ in Polizeiberichten auf. Forscherin Clara Ervedosa hat untersucht, wie eine staatliche Institution damit das Bild vermeintlich krimineller Fremder zementiert. Es ist eine typische Polizeimeldung aus einer deutschen Stadt: „(…) Die Beschreibung des mutmaßlichen Täters folgt: „165 bis 170 cm groß, schlanke Figur, weißes T-Shirt mit roter Aufschrift, knielange Jeanshose, kurze, dunkle Haare. […] Er wird als Südländer beschrieben.“ Anruf bei der Polizeistelle: „Was genau muss ich mir unter einem ‚Südländer‘ vorstellen?“ Antwort des Sprechers: „Offensichtlich handelt es sich nicht um einen Schweden, Finnen oder Dänen.“ Der Begriff sei verwendet worden, weil die Geschädigte den mutmaßlichen Täter so beschrieben habe. Wenn man zehn Leute befragen würde, was sie unter „südländisch“ verstünden, bekäme man zehn unterschiedliche Antworten, so der Sprecher. „Aber unterm Strich kommt man schon etwa beim Gleichen raus.“ Die Bevölkerung verbinde damit laut Sprecher: dunklere Haut und Augen und schwarze Haare. Der Begriff „Südländer*in“ oder auch „südländisches Aussehen“ ist in vielen Polizeimeldungen Standard. (…) Das ist ein Problem, sagt Clara Ervedosa. Die Germanistin von der Universität Coimbra in Portugal forscht zu Migration, Rassismus und Sprache. Im Juni hat sie einen wissenschaftlichen Artikel mit dem Titel The Perpetrator is a „Southerner“: „Südländer“ as Racial Profiling in German Police Reports veröffentlicht. Für ihren Artikel hat Ervedosa zwei Datenbanken genutzt, die analysieren, welche Worte digital wo und wie häufig verwendet werden. „Den Begriff ‚Südländer*in‘ nutzen vor allem Polizei und die Medien“, sagt sie. In ihrem Artikel argumentiert Ervedosa, dass die Polizei so rassistische Stereotype reproduziert. „Was genau soll eine ‚Südländerin‘ sein?“, fragt sie im Gespräch mit ze.tt. Es sei eben kein geographischer Begriff, weil mit „Südländerinnen“ nicht Menschen aus Australien oder der Schweiz gemeint sind – Länder, die von Deutschland aus gesehen auch im Süden liegen. „Es ist ein versteckter Begriff für einen bestimmten Phänotyp“, sagt die Germanistin. Im Kern meint „Südländerin“ Mensch mit dunklerer Hautfarbe. Es impliziert aber noch mehr. „‚Südländer*innen‘ werden auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zugeschrieben. Sie gelten als emotional, temperamentvoll, irrational und als Menschen, die schnell zur Waffe greifen.“ Durch die Verwendung des Begriffs zementiere die Polizei ein Bild, das so auch in Teilen der Bevölkerung vorherrsche. Nämlich dass Menschen, die so aussehen, besonders kriminell sind. Dabei besteht dieser vereinfachende Zusammenhang gar nicht. Der Begriff ist aus ihrer Sicht aber noch aus einem weiteren Grund problematisch. „Menschen mit diesem Erscheinungsbild werden nicht als Deutsche angesehen.“ In Polizeimeldungen finde sich nie die Beschreibung „keltischer Typ“. Dass die Polizei mutmaßliche Täterinnen äußerlich beschreibt, um sie leichter zu finden, sei nicht das Problem, sagt sie. Aber warum die ausgrenzende und abwertende Pauschalisierung „Südländerin“ benutzen?

via ze.tt: „Der Täter wird als Südländer beschrieben“ – wie die Polizei rassistische Stereotype reproduziert

Debatte um Rassismus : Knorr benennt „Zigeunersauce“ um

Da „Zigeunersauce“ negativ interpretiert werden könne, soll das Produkt künftig „Paprikasauce ungarischer Art“ heißen. (…) „Da der Begriff „Zigeunersauce“ negativ interpretiert werden kann, haben wir entschieden, unserer Knorr Sauce einen neuen Namen zu geben.“ Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma begrüßte die Entscheidung. „Es ist gut, dass Knorr hier auf die Beschwerden offenbar vieler Menschen reagiert“, sagte der Vorsitzende Romani Rose dem Blatt. Ihm selbst bereite allerdings der wachsende Antiziganismus in Deutschland und Europa größere Sorgen. „Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund Zigeunerschnitzel und Zigeunersauce nicht von oberster Dringlichkeit.“ Viel wichtiger sei es, Begriffe wie „Zigeuner“ kontextabhängig zu bewerten, „wenn etwa in Fußballstadien „Zigeuner“ oder „Jude“ mit offen beleidigender Absicht skandiert wird“.

via faz: Debatte um Rassismus : Knorr benennt „Zigeunersauce“ um

Rassismus als System: Historisch tief verwoben

System zur Privilegierung weißer Menschen: Anders als gelegentlich behauptet gibt es „umgekehrten Rassismus“ logisch und historisch nicht.
Menschen auf einer Demonstration. Schwarze Menschen und People of Color schreiben über den strukturellen Rassismus, der ihre Familiengeschichten geprägt hat, ihre Lebensläufe formt und ihren Alltag beherrscht. Und dennoch kommen immer wieder – in letzter Zeit verstärkt auch in linken Kreisen und Medien – grundlegende Fragen auf: Was ist Rassismus? Und wie unterscheidet er sich von möglichen Diskriminierungsformen gegen Weiße? Da es diese große Nachfrage nach Begriffsklärungen gibt, folgt an dieser Stelle eine erneute Auseinandersetzung mit den Wörtern Rassismus und Diskriminierung. Rassismus ist eine Ideologie, die besagt, dass Menschen mit bestimmten äußerlichen Merkmalen weniger wert seien als andere. Rassismus geschieht zugleich ganz konkret, nebenbei, unbewusst, gedankenlos. Ohne nachzudenken, beurteilen wir Menschen nach Name, Muttersprache, Herkunft, (sichtbarer) Religionszugehörigkeit oder Hautfarbe. Moment – wer ist mit diesem „wir“ eigentlich gemeint? Alle Menschen. Niemand ist vor rassistischen Denkmustern gefeit. Denn Rassismus wird erlernt und an die nächste Generation weitergegeben – in Form von Sprache, Kulturpraktiken, Kunst, Berichterstattung oder allgemein über jahrhundertelang gewachsenem „Wissen“. Niemand ist frei von rassistischer Sozialisation. Benachteiligt werden durch sie aber nur all jene, die als Nichtweiße gelesen werden. Das ist gut erforscht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der strukturelle Charakter dieses Phänomens. Bei Rassismus geht es durchaus um Mikroaggressionen im Alltag: Schimpfwörter, dumme Witze, Gesten oder schräge Blicke, die nichtweiße Körper stets und überall treffen. Die bittere Realität ist aber auch: mit der „falschen“ Hautfarbe, dem „falschen“ Namen oder der „falschen“ Herkunft oder Religion hat man schlechtere Karten auf dem Wohnungs-, Bildungs-, Arbeits- oder Dating-Markt. Als nichtweiße Person wird man von der Polizei strukturell anders behandelt. In Anwesenheit der „Hüterinnen des Rechtsstaats“ fühlt man als Schwarzer Mensch oder Person of Color oft nicht etwa in Sicherheit, sondern unsicher, aufbauend auf den Erfahrungswerten, dass man als BPoC durch Polizeibeamtinnen oft mit willkürlicher Gewalt konfrontiert wird. Racial Profiling ist in dieser Hinsicht bloß eine von vielen greifbaren Ausformungen von rassistischen Strukturen, hier in Polizeibehörden. (…) Intersektionalität beschreibt auch die Verschränkung verschiedener Formen von Diskriminierung: Klassismus, Queerfeindlichkeit, Sexismus oder Ableismus. Das bedeutet im Umkehrschluss: Eine von Rassismus betroffene Person kann auch zusätzlich in anderen Kategorien benachteiligt werden. Deswegen ist es so wichtig (vor allem im Journalismus), sich auf Erzählungen und Geschichten einzulassen. Jeder Fall ist einzigartig. Und den von verschiedenen Formen der Benachteiligung betroffenen Menschen zuzuhören hilft, die Hintergründe zur strukturellen Benachteiligung besser zu verstehen. Nur über ein aufmerksames Zuhören kann ein Diskurs funktionieren. Nun wird von einigen Weißen behauptet, sie hätten – meist im Urlaub – in anderen Ländern mit nichtweißer Mehrheitsbevölkerung negative Vorurteile erlebt. Wurden also aufgrund ihrer weißen Hautfarbe anders gemacht, so wie es Nichtweiße in europäischen oder nordamerikanischen Gesellschaften aus ihrer Lebenserfahrung heraus berichten. Diese Weißen sagen demnach, dass sie von vietnamesischen Gastgeber*innen auf ihre Haarfarbe oder -struktur angesprochen wurden, sie haben vielleicht schlechte Erfahrungen im Anden-Urlaub gemacht, oder ihnen wurde als Ausländer in Kairo ein höherer Preis berechnet – im Taxi oder Restaurant. Nur: Wenn jemand aus Deutschland all the way nach Ägypten, Vietnam oder Peru fliegt, kann ersie sich ein paar Cents mehr für ein Mittagessen eben auch leisten. Außerdem fliegt man dorthin mit seinen weißen Privilegien im Rucksack. Eine punktuelle Benachteiligung, zum Beispiel auf der Straße als Touristin beschimpft zu werden, ist keine strukturelle Diskriminierung und schon gar kein Rassismus. Diese unangenehme Situation wird spätestens mit dem Boarding zurück nach Frankfurt aufgehoben. Zur Not ruft man als weiße Person die Tourismuspolizei des Landes an und die Täterinnen wandern direkt ins Gefängnis. Neben der Hautfarbe ist hier auch die Passfarbe wichtig. Als EU-Staatsbürgerinnen kann man in vielen Gesellschaften des Globalen Südens, besonders in Urlaubsdestinationen, mehr oder weniger machen, was man will. Die Kehrseite von Rassismus sind also weiße Privilegien.

via taz: Rassismus als System: Historisch tief verwoben

Polizist aus Ermittlungsgruppe Rechtsextremismus – Stefan K. soll Geflüchteten verprügelt haben – aus rassistischem Motiv – #terror

Ein Beamter ermittelte gegen Neonazis in Neukölln. Nun steht er selbst vor Gericht. Hat er etwas mit den rechtsextremen Anschlägen zu tun? Eine Spurensuche. Am Ende geht es um die Frage, was der Beamte Stefan K. mit der rechtsextremistischen Anschlagsserie in Neukölln selbst zu tun hat. Es wäre für die Berliner Polizei und die Opfer der schlimmste anzunehmende Fall. Ein Gau ist es für Innensenator Andreas Geisel (SPD) schon jetzt, wie er dem Tagesspiegel sagte. Noch gibt es keine Hinweise darauf, dass K. mit Neonazis kooperiert hat, zumal alle Verfahren zu den Neukölln-Anschlägen von der Soko „Fokus“ seit mehr als einem Jahr überprüft werden. K. war in der Neuköllner Ermittlungsgruppe Rechtsextremismus (EG Rex) tätig. Seit Januar muss er sich vor Gericht wegen einer mutmaßlich rassistischen Gewalttat verantworten. Erstmals hatte die „taz“ über die Anklage im Januar berichtet. Nun machte das Antifa-Portal „Recherche 030“ publik, dass K. bis 2016 Beamter in der EG Rex war, die im selben Jahr aufgelöst wurde

via tagesspiegel: Polizist aus Ermittlungsgruppe Rechtsextremismus Stefan K. soll Geflüchteten verprügelt haben – aus rassistischem Motiv

Israels Botschafter lehnt Kontakt zur AfD ab

Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, hat der AfD verstörenden Antisemitismus vorgeworfen. Er lehne deshalb jeden Kontakt mit der Partei ab, sagte er der “Berliner Zeitung”. (…) Der israelische Botschafter kritisierte, es gebe heute wieder Politiker in Deutschland, die die Bedeutung des Gedenkens an die Schoah nicht respektierten, die die Verbrechen der Wehrmacht kleinredeten und das Mahnmal für die ermordeten Juden in Berlin als Schande bezeichneten.

via swr: Israels Botschafter lehnt Kontakt zur AfD ab

HORRIFIC: 9 Year Old Boy Holding Horrific Antisemitic Sign, in Kentucky

Children approx. 9 year old is forced to hold horrific antisemitic signs while stepping on the American and LGBTQ flags at a protest in Columbus, Kentucky! You can’t make this stuff up. Who would have believed this would be taking place in the USA in 2020?!

via 5townscentral: HORRIFIC: 9 Year Old Boy Holding Horrific Antisemitic Sign, in Kentucky

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