Ein Kopfschütteln reichte, um einen Zuschauer in der Talkshow “maischberger” zur Zielscheibe digitaler Hetze zu machen. Eine neue VOLLBILD-Recherche zeigt, wie unter anderem rechtsextreme Influencer solche Hasswellen in Gang setzen. Anfang des Jahres, kurz vor der Bundestagswahl: Am 22. Januar 2025 sitzt der Student Konstantin Saalfeld in der ARD-Talkshow “maischberger”. Aus Kameraperspektive sitzt er direkt hinter AfD-Chefin Alice Weidel. Er schüttelt mehrmals den Kopf, während Alice Weidel spricht – eine Meinungsäußerung. Doch diese Geste zieht für den Studenten ungeahnte Konsequenzen nach sich.Auf Social Media bricht gegen Saalfeld eine Welle der Empörung aus. In kurzer Zeit verbreiten sich auf den Plattformen X und TikTok Screenshots, Videoausschnitte und Memes, die Saalfeld kopfschüttelnd hinter Alice Weidel zeigen. Auch sein Name wird genannt und die Tatsache, dass Saalfeld vor Jahren einmal Sprecher eines Stadtverbands der Grünen Jugend war. Unter den Posts sammeln sich Hasskommentare.Sogar auf privaten Social-Media-Profilen erreicht ihn die Hetze. Beleidigungen wie “Dreckspack” und “Hurensohn” sind darunter, aber auch Drohungen: “Ich hoffe, dich hat jemand auf der Liste” oder “Da kann man nur hoffen, dass ihm nicht mal ein Messer im Park beschert wird”. “Das war gruselig”, sagt Konstatin Saalfeld im Interview mit VOLLBILD. Dieses Gefühl müssen jährlich Tausende erleben. Das Bundeskriminalamt erfasst immer mehr strafbare Hassbeiträge im Netz. 2024 registrierte es mehr als 10.000 Fälle, die Zahl sei seit 2021 um das Vierfache gestiegen. 44 Prozent der Hassbeiträge stammten 2024 laut BKA aus dem rechten Spektrum.Wer sind die Menschen, die Konstantin Saalfeld zur Zielscheibe machten? Dieser Frage geht ist eine VOLLBILD-Dokumentation nachgegangen und hat analysiert, was mit dem entfachten Hass bezweckt werden soll. Bei der Recherche ist den Reportern unter anderem ein Post besonders aufgefallen, in dem schon kurz nach der Sendung ein Ausschnitt des Kopfschüttelns gezeigt wird und in dessen Kommentarspalten sich besonders viel Hass findet. Gepostet hat den Beitrag Timm Kellner: ein ehemaliger Polizist, heute ein bekannter Influencer.Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen bezeichnete Kellner in seinem Jahresbericht 2023 als Rechtsextremist. Er sei ein Multiplikator der sogenannten “Delegitimierer”-Szene – also jener Gruppierungen, die gezielt das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben wollen. Auf YouTube und Instagram folgen Kellner zusammen mehr als 760.000 Menschen. Für seine Community inszeniert er sich vor allem als Entertainer und Satiriker. Der Verfassungsschutz NRW beschreibt Kellners Strategie in seinem Jahresbericht 2023 wie folgt: “Das markanteste rhetorische Stilmittel von Kellner ist Ironie, womit er einerseits unterhalten und andererseits seine menschenrechts- und demokratiefeindlichen Äußerungen verbrämen möchte.” Die Hasswellen folgen dann häufig durch die Kommentare seiner Community.
Tommy Robinson gilt als prägende Figur der rechtsextremen Szene in Grossbritannien. Jetzt wurde der 42-Jährige festgenommen. Der britische Rechtsradikale Tommy Robinson ist wegen des Verdachts der Körperverletzung festgenommen worden. Die Verkehrspolizei erklärte am Montag, ein 42-Jähriger sei im Kontext eines Angriffs am Londoner Bahnhof St Pancras Ende Juli festgenommen worden. Die Festnahme fand demnach am Londoner Flughafen Luton statt. Der Mann solle wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung verhört werden. Auf Onlineplattformen war vergangene Woche ein Video verbreitet worden, auf dem Robinson neben einem regungslos am Boden liegenden Mann vorbeiläuft und sagt, er sei provoziert worden. Robinson flog nach dem Vorfall nach Teneriffa und kehrte nun aus Portugal kommend nach Grossbritannien zurück. Robinson ist kein Unbekannter Der frühere Fussball-Hooligan Robinson, der mit richtigem Namen Stephen Yaxley-Lennon heisst, ist Gründer der rechtsradikalen Gruppierung «English Defence League» und gilt als der bekannteste Rechtsextremen Grossbritanniens. Er hat mit muslim- und einwandererfeindlichen Äusserungen eine grosse Zahl von Anhängern auf Onlineplattformen gewonnen. Selbst der Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage hatte sich in der Vergangenheit deutlich von Robinson distanziert, dem er Nähe zu gewalttätigen Kriminellen vorwarf.
siehe auch: Verdacht auf schwere Körperverletzung Britischer Rechtsextremist Tommy Robinson offenbar in London festgenommen Ein Video von Tommy Robinson neben einem Verletzten in einem Bahnhof hatte für Aufsehen gesorgt. Nun haben britische Polizisten einen Beteiligten in Gewahrsam genommen. Medienberichten zufolge handelt es sich um Robinson. Der rechtsextreme und islamfeindliche Aktivist Stephen Yaxley-Lennon, bekannt als Tommy Robinson, ist offenbar am Londoner Flughafen Luton festgenommen worden. Das berichten britische Medien, darunter die BBC und der »Guardian« . Demnach steht die Festnahme im Zusammenhang mit einem Angriff in London am 28. Juli. In den sozialen Medien kursierte ein Video von diesem Tag, das Robinson neben einem regungslosen Mann am Bahnhof St Pancras in der britischen Hauptstadt zeigt. Der Mann liegt bäuchlings auf dem Boden und wirkt verletzt. Robinson ist zu hören, wie er behauptet, aus Notwehr gehandelt zu haben. (…) »Der Mann wurde zum Verhör gesucht, nachdem er in den frühen Morgenstunden des 29. Juli nach dem Vorfall in St Pancras das Land in Richtung Teneriffa verlassen hatte«, heißt es in einer Mitteilung der BTP . Es bestünde der Verdacht der schweren Körperverletzung. Demnach befindet sich der Mann in Gewahrsam. Nach dem Angriff in St Pancras hatte die BTP von einem Vorfall mit »schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen« gesprochen. Der Verletzte wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen. Dem »Guardian« zufolge geht die BTP davon aus, dass er das Opfer ist, nicht der Täter.
Ein früherer Mitarbeiter des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah muss sich ab Dienstag wegen Spionage für einen chinesischen Geheimdienst vor dem Oberlandesgericht Dresden verantworten. Auch eine mutmaßliche Komplizin steht vor Gericht. Ein früherer Mitarbeiter des damaligen AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah muss sich wegen Agententätigkeit für einen chinesischen Geheimdienst vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt am Dienstagmorgen am Oberlandesgericht Dresden. Auf der Anklagebank sitzt zudem eine mutmaßliche Komplizin. Bereits ab 2002 soll der Deutsche Jian G. laut Anklage des Generalbundesanwaltes Mitarbeiter eines chinesischen Geheimdienstes gewesen sein. Strafbar nach § 99 Abs. 1 Nr. 1 StGB), wobei Jian G. ein besonders schwerer Fall (§ 99 Abs. 2 StGB) zur Last gelegt wird. Als Assistent in Krahs Abgeordnetenbüro im Europäischen Parlament habe er von September 2019 bis zu seiner Festnahme im April 2024 Informationen gesammelt und teilweise vertrauliche Dokumente an chinesische Stellen weitergereicht. Außerdem habe er persönliche Informationen über AfD-Führungspersonal zusammengetragen sowie chinesische Dissidenten ausgespäht.
siehe auch: Vorwurf der Spionage für China Prozess gegen Ex-Mitarbeiter von Krah beginnt. Ein ehemaliger Mitarbeiter des AfD-Politikers Krah steht unter Spionage-Verdacht für China. Mit seiner mutmaßlichen Komplizin muss er sich nun vor Gericht verantworten. China weist die Vorwürfe zurück. Ein früherer Mitarbeiter des damaligen AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah muss sich wegen Agententätigkeit für einen chinesischen Geheimdienst vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt heute am Oberlandesgericht Dresden. Auf der Anklagebank sitzt zudem eine mutmaßliche Komplizin. Bereits ab 2002 soll der Deutsche Jian G. laut Anklage des Generalbundesanwaltes Mitarbeiter eines chinesischen Geheimdienstes gewesen sein. Die Bundesanwaltschaft hatte ihn im April 2024 in Dresden festnehmen lassen. Sie wirft ihm einen besonders schweren Fall geheimdienstlicher Agententätigkeit vor. Als Assistent in Krahs Abgeordnetenbüro im Europäischen Parlament habe er von September 2019 bis zu seiner Festnahme Informationen gesammelt und teilweise vertrauliche Dokumente an chinesische Stellen weitergereicht, heißt es in der Anklage. Er soll mehr als 500 Dokumente beschafft haben, “darunter auch einige, die das Europäische Parlament als besonders sensibel eingestuft hatte”. Außerdem habe er persönliche Informationen über AfD-Führungspersonal zusammengetragen sowie chinesische Dissidenten ausgespäht. Kurz nach der Festnahme hatte die Bundesanwaltschaft Büroräume von G. und Krah im Europäischen Parlament in Brüssel durchsuchen lassen. Dabei betonte sie, dass die Durchsuchung von Krahs Büros “eine Maßnahme bei Zeugen” sei; Prozess in Dresden Ex-Mitarbeiter von Krah lässt Spionagevorwürfe bestreiten Er soll vertrauliche Dokumente an China weitergereicht und persönliche Informationen über AfD-Führungspersonal gesammelt haben: Der Prozess gegen Jian G. hat begonnen. Er will sich selbst vor Gericht nicht äußern. Der Prozess gegen Jian G., einen früheren Mitarbeiter des damaligen AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah, hat begonnen. Zum Auftakt hat die Verteidigung die Vorwürfe zurückgewiesen, G. sei als Agent für den chinesischen Geheimdienst tätig gewesen. Seine Tätigkeiten seien nicht auf die Weitergabe von Informationen ausgerichtet gewesen, sagte der Anwalt des Angeklagten am Oberlandesgericht (OLG) Dresden. Er habe sich auch nie dazu bereit erklärt. Der gebürtige Chinese G. will sich demnach selbst nicht zu den Vorwürfen äußern. Sein Anwalt stellte ihn als engagierten Mitarbeiter Krahs dar. Es werde sich zeigen, ob G. »007 oder lediglich 08/15« sei.
Perlenohringe statt Springerstiefel, „Remigration“ statt „Ausländer raus“: Öffentlichkeitswirksam inszenieren sich europäische Rechtsextremisten und AfD-Politiker bei einem Treffen in Mailand – wer war vor Ort? AfD-Politikerin Lena Kotré lächelt den rechtsextremen Martin Sellner an. „Danke, dass ich dabei sein durfte und ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen“. Kotré und Sellner waren beim „Remigration Summit“ in Italien, wo sich im Mai – bei Sonnenschein und Aperol Spritz – die europäische Neue Rechte versammelte. Ihre Vision: ein Europa ohne Ausländer – und weitestgehend auch ohne Menschen mit Migrationshintergrund, dank „Remigration“. Statt Springerstiefeln trägt man hier Anzug und Perlenohrringe – und gibt sich staatsmännisch, öffentlichkeitswirksam und nur ein bisschen provokant. In Deutschland hat die AfD die „Remigration“ im Wahlkampf zum Kernthema gemacht – gleichzeitig könnte genau das ihr Genick brechen. Denn unter anderem wegen der oft wiederholten „Remigrations“-Forderungen ihrer Parteifunktionäre wurde die AfD vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Auch das Bundesverwaltungsgericht stellte kürzlich fest: Wenn mit „Remigrationskonzept“ auch Staatsbürger mit Migrationshintergrund gemeint sind – wie es auch einige in der AfD propagieren – dann ist das mit der Menschenwürde nicht vereinbar. Das Konzept geht zurück auf Martin Sellner. Er fordert „Remigration“ für „nicht-assimilierte Staatsbürger“ über „Anpassungsdruck“ und „maßgeschneiderte Gesetze“ als „Jahrzehnteprojekt“. (…) Wir haben diese Bilder sowie Social Media Posts und Medienberichte ausgewertet und insgesamt 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den deutschsprachigen Ländern identifiziert, die am „Remigration Summit“ im Mai 2025 teilgenommen haben. Von uns identifizierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum beim „Remigration Summit 2025“ in Mailand, Italien: Lena Kotré, AfD-MdL Brandenburg Martin Sellner, Identitäre Bewegung Österreich Vincenzo Richter, Bundesleiter Identitäre Bewegung Deutschland Maximilian Märkl, Sprecher Identitäre Bewegung Deutschland Adrian Frederic Segner, Identitäre Bewegung Deutschland Dennis B. aka „ArminiusDD“, Identitäre Bewegung Deutschland Annie H., Identitäre Bewegung Deutschland Moritz, Identitäre Bewegung Deutschland Erik, Identitäre Bewegung Deutschland Paul Klemm, COMPACT TV / Filmkunstkollektiv Jannis George, Filmkunstkollektiv Clarissa aka „Aurelia“, Filmkunstkollektiv Timm K., Filmkunstkollektiv Manuel Corchia, Junge Tat Schweiz Tobias Lingg, Junge Tat Schweiz Marc Schweizer, Junge Tat Schweiz Aus Deutschland war die AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré dabei und laut Bericht von T-Online auch ihr Kollege im Landtag, der AfD-Abgeordnete Fabian Jank sowie möglicherweise Mario Müller, bekannter Rechtsextremist und Mitarbeiter eines AfD-Bundestagsabgeordneten dabei. Ob Jank und Müller tatsächlich teilgenommen haben, ist nicht eindeutig belegt – Anfragen von CORRECTIV dazu ließen beide unbeantwortet.
An allen vier Ecken war eine Rasierklinge versteckt. Wer solche Aufkleber entfernen will, riskiert schwere Verletzungen. Ähnliche Fälle hat es bereits gegeben. Der Leipziger Kreisverband der AfD distanziert sich davon und will Anzeige erstatten. In Leipzig-Leutzsch sind AfD-Aufkleber aufgetaucht, an deren Rückseiten Rasierklingen angebracht waren. Ein etwa vier Sekunden langes Video, das seit einigen Tagen in sozialen Netzwerken kursiert, dokumentiert einen solchen Fund. Die mutmaßliche Intention des Anbringens der Rasierklingen ist offenbar, dass sich Menschen beim Entfernen der Sticker verletzen. Dabei handelt es sich womöglich um den Straftatbestand der versuchten gefährlichen Körperverletzung, wie Fälle aus anderen deutschen Städten zeigen.
Die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig nimmt am Treffen einer rechten Denkfabrik in Ungarn teil. Für den Chef der Grünen Jugend ist klar, was daraus folgen sollte. Nach deren Ungarn-Reise fordert die Grüne Jugend den Ausschluss der CDU-Abgeordneten Saskia Ludwig aus der Unions-Bundestagsfraktion. Die Union habe in ihren Reihen ein Problem beim Umgang mit Rechtsextremen, sagte der Co-Chef der Grünen-Nachwuchsorganisation, Jakob Blasel, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Der einzig richtige Schluss kann daher nur sein, für unsere Demokratie einzustehen und Saskia Ludwig aus der Fraktion zu werfen. Die Brandmauer muss stehen!“ Die Brandenburger CDU-Politikerin Ludwig hatte Anfang August an einem Festival des Mathias-Corvinus-Collegiums (MCC) in Estzergom in Ungarn teilgenommen. Dort begegnete sie auch AfD-Chefin Alice Weidel. Das MCC gilt als Kaderschmiede der Regierung des ungarischen Ministerpräsidenten und Rechtspopulisten Viktor Orban. Die Denkfabrik und Bildungseinrichtung importiert unter anderem Ideen rechter Publizisten aus den USA. Beim Festival war laut Facebook-Seite des MCC Orban zu Gast, ebenso Tech-Milliardär Peter Thiel, bekannt für rechtskonservative Positionen. Nach Angaben einer Sprecherin der Unionsfraktion war Ludwig ohne deren Wissen dort. „Saskia Ludwig sind Werte wie Anstand, Moral oder Demokratie komplett egal“, erklärte Blasel. „Deswegen überrascht weder ihre Hetzkampagne gegen die SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht noch ihr Treffen mit führenden Rechtsextremen Europas. Da wächst zusammen, was zusammen gehört.“ Ludwig hatte sich auf der Plattform X gegen die von der SPD nominierte Juraprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf positioniert.
siehe auch: Teilnahme an Konferenz mit AfD-Chefin Weidel: Unionsfraktion distanziert sich von Saskia Ludwig Die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig ist bei einer Veranstaltung der rechtskonservativen ungarischen Denkfabrik MCC aufgetreten. Nun reagiert die Fraktionsspitze. Die Führung der Unionsfraktion geht auf Distanz zur umstrittenen CDU-Abgeordneten Saskia Ludwig aus Brandenburg. Hintergrund sind Bilder, die Ludwig am vergangenen Freitag gemeinsam mit AfD-Parteichefin Alice Weidel bei einer Veranstaltung der rechtskonservativen ungarischen Denkfabrik MCC zeigen. „Frau Ludwig hat an der Veranstaltung nicht im Auftrag der Fraktion und ohne Wissen der Fraktionsführung teilgenommen“, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. „Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gilt und schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. An diesen ist jedes CDU-Mitglied gebunden.“ Das Mathias Corvinus Collegium (MCC) gehört zum Umfeld von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Die Journalistin Annika Brockschmidt hatte im sozialen Netzwerk Bluesky berichtet, Ludwig sei Teil eines MCC-Panels gewesen. Weidel habe im Publikum in der ersten Reihe gesessen. Bilder zeigen Weidel und Ludwig im augenscheinlich freundlichen Gespräch. Ludwig habe gesagt, in Westdeutschland gelte es als teuflisch, die Brandmauer zwischen AfD und CDU als Problem zu bezeichnen. Es werde noch viel Zeit brauchen, das Thema in der CDU zu diskutieren; CDU-Politikerin Saskia Ludwig Diskutieren bei einer Gruselshow in Ungarn CDU-Abgeordnete Ludwig zeigte sich auf einem Podium offen für eine Zusammenarbeit mit der AfD. Alice Weidel dürfte das freuen – sie saß im Publikum. „Die Brandmauer muss fallen – eher früher als später“, mit diesen Worten begrüßte Bence Bauer Saskia Ludwig am Wochenende auf einem Panel in Ungarn. Die CDU-Abgeordnete war einer Einladung zum Netzwerktreffen der illiberalen Rechten, dem MCC Feszt in Esztergom, gefolgt, um dort über den Zustand der Bundesregierung zu diskutieren. Mit Ludwig auf der Bühne saßen am Freitagabend neben dem Leiter des regierungsnahen Budapester Deutsch-Ungarischen Instituts Bauer auch Max Tichy von der neurechten Plattform „Tichys Einblick“. Die illustre Zusammenkunft hatte die Journalistin Annika Brockschmidt publik gemacht, die darüber auf Bluesky berichtete. Auf dem Podium verteidigte Ludwig, die derzeit unter Plagiatsverdacht steht, ihre umstrittenen Positionen zur Zusammenarbeit mit der AfD. (….) Das Aufgebot der Redner beim diesjährigen MCC-Festival liest sich wie ein Who is Who der internationalen Rechten. Dominic Cummings, der Architekt des Brexit und ehemalige Chefberater von Boris Johnson, diskutierte über politische Strategien. Ayaan Hirsi Ali, die niederländisch-amerikanische Autorin und Kritikerin des politischen Islam, sprach über Einwanderung. Peter Thiel, Silicon-Valley-Milliardär und Antidemokrat, redete über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz; Will sie die Brandmauer zur AfD schleifen?: So tickt die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig Sie heizte den Widerstand gegen Frauke Brosius-Gersdorf an. Jetzt steht Saskia Ludwig wegen ihres Auftritts mit AfD-Chefin Alice Weidel bei einem rechten Treffen in der Kritik. Ihrer Partei bereitete sie früher schon Probleme. (…) Die Unionsfraktion distanziert sich: „Frau Ludwig hat an der Veranstaltung nicht im Auftrag der Fraktion und ohne Wissen der Fraktionsführung teilgenommen“, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. „Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gilt und schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus.“ Fast wortgleich äußert sich Brandenburgs CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann. Es ist nicht das erste Mal, dass er derart zu Ludwig Stellung nehmen muss. Schon kurz vor der Bundestagswahl hatte sie sich verklausuliert gegen eine Brandmauer zur AfD ausgesprochen. „Wenn über 50 Prozent Mitte-Rechts wählen, dann muss es auch eine Mitte-Rechts-Regierung geben für die Bürger“, sagte sie dem Sender TV Berlin.
Saskia Ludwig (CDU), war am Freitag Teil eines Panels des MCC – der Orbánschen Kaderschmiede – zusammen mit Max Tichy, Sohn von Roland Tichy, der ebenfalls bei Tichys Einblick arbeitet. In der 1. Reihe im Publikum: Alice Weidel. Ludwig und Weidel schütteln sich die Hand, sprechen 2x miteinander
Borussia Dortmund hat sich erfolgreich gegen einen Wahlwerbe-Aufkleber der örtlichen AfD gewehrt. Die Partei fügte sich einer Unterlassungserklärung. Auf dem Sticker, der für die Kommunalwahl am 14. September in NRW gestaltet wurde, heißt es: “Beim Fußball schwarz-gelb – am Sonntag blau.” Der BVB argumentierte in einer Unterlassungsaufforderung, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, dass man die “Vereinnahmung” der Vereinsfarben durch die AfD nicht hinnehmen müsse. Am Dienstag schrieb der Verein in seiner Mitteilung: “Mit seiner Rechtsauffassung hat sich der BVB nun durchgesetzt.” Zuvor hatte der Kreisverband der Partei am Montag eine entsprechende Unterlassungsaufforderung von Borussia Dortmund unterschrieben. Das teilte der Fußball-Bundesligist ebenfalls mit. Mit der Erklärung verpflichte sich der AfD-Kreisverband Dortmund “bei Meidung einer für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Vertragsstrafe, es zu unterlassen, zu Zwecken der politischen Meinungsbildung Wahlwerbung unter Verwendung der Vereinsfarben des BVB zu betreiben”, so der Verein in seiner Mitteilung. Der Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich, dem die Unterlassungsaufforderung zusammen mit dem AfD-Kreisverband zugegangen war, bestätigte den Vorgang gegenüber der dpa
siehe auch: BVB mahnt die AfD ab Ein wichtiges Zeichen. Kurz vor der Bundestagswahl haben BVB-Fans sich bereits gegen die AfD ausgesprochen. Die AfD macht Wahlwerbung mit Bezug zum BVB. Der wehrt sich und geht juristisch dagegen vor. Damit setzt er nicht nur ein Statement gegen die rechtsextreme Partei, sondern stärkt auch jenen Fans den Rücken, die sich für ein diskriminierungsfreies Stadion einsetzen. (…) Die Partei, die vom Verfassungsschutz auf Bundesebene als “gesichert rechtsextremistisch” eingestuft wird, verteilt Aufkleber, die an Borussia Dortmund anlehnen. “Beim Fußball schwarz-gelb – am Sonntag blau” ist darauf zu lesen. Die KGaA wehrt sich dagegen und schickte dem Dortmunder AfD-Kreisverband eine Abmahnung und Aufforderung zur Unterlassung. “Aus unserer Sicht wird hier rechtswidrig versucht, eine Verknüpfung zwischen dem BVB und einer politischen Einstellung sowie einem politischen Wahlverhalten herzustellen, indem der AfD-Kreisverband Dortmund suggeriert, ein Fußballfan des BVB würde oder müsse gleichzeitig die AfD wählen”, teilte der BVB auf Anfrage mit. Diesen Eindruck wolle man nicht zulassen, denn: “Das widerspricht den Werten von Borussia Dortmund.“ (…) Das einzige, das gegen eine Partei, die sich die Destabilisierung unserer Demokratie zum Ziel gesetzt hat, hilft, ist eine klare Kante. Ihre Handlungsräume müssen eingegrenzt werden, wo es nur geht. Der BVB hat im Rahmen seiner Möglichkeiten nun einen ersten Schritt gemacht. Weitere könnten folgen. Per Mitgliederbeschluss im Herbst wurde der Vorstand des e. V. beauftragt, Maßnahmen zu entwickeln, um Borussia Dortmund vor dem Zugriff von Parteien zu schützen, die dem Grundwertekodex widersprechen. Im Interview mit schwatzgelb.de erklärte Präsident Lunow jüngst, dass ein Fragenkatalog zur juristischen Prüfung erarbeitet worden sei. Das macht Hoffnung, dass der BVB sich als Ganzes für die Zukunft weiter wappnet.