Rechtsextremist steht wieder in Dresden vor Gericht

Ein Jahr und vier Monate nach der erstinstanzlichen Verurteilung des Rechtsextremisten Max Schreiber läuft nun das Berufungsverfahren am Landgericht Dresden. Der 38-Jährige hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung erhalten – unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Amtsanmaßung und Volksverhetzung. Dem Heidenauer Stadt- und Kreisrat der „Freien Sachsen“ werden mehrere politisch motivierte Delikte vorgeworfen und eine Prügelattacke im Straßenverkehr. Mitangeklagt ist Schreibers drei Jahre jüngerer Bruder Moritz. Gemeinsam sollen die Brüder am 13. Februar 2022 mit weiteren Tätern mehrere Bild-Journalisten und ihre Begleitschützer bei einem sogenannten Sonntagsspaziergang in Laubegast in die Flucht geschlagen haben. Bruder bekommt Bewährungsstrafe Außerdem sollen die Schreiber-Brüder im Juni 2023 den Fahrer eines Elektrorollers in der Pirnaer Landstraße attackiert haben – gefährliche Körperverletzung. Der Geschädigte, der erheblich verletzt worden war, nimmt als Nebenkläger an der Verhandlung teil. Moritz Schreiber hatte für die beiden Vorwürfe zehn Monate auf Bewährung wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung erhalten. Max Schreiber wird weiter vorgeworfen, nicht angemeldete Demos angeführt und sich auf Kundgebungen wie in sozialen Medien verächtlich über Asylbewerber geäußert zu haben

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Wegen »FCK AfD«-Kommentar – Füssener Stadtrat muss 6000 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen

Auf einen Facebook-Kommentar folgte für einen Stadtrat der Freien Wähler prompt ein Durchsuchungsbeschluss. Dieser war laut Gericht rechtswidrig, im Strafverfahren muss der Politiker trotzdem zahlen. »FCK AfD von euch Pissern lassen wir uns nicht mundtot machen«. So hatte Stadtrat Thomas Scheibel einen Zeitungsbericht auf Facebook kommentiert. Der in dem Bericht erwähnte AfD-Kreistagsabgeordnete aus dem Landkreis Ostallgäu sah sich derart im Netz beleidigt, dass er Scheibel anzeigte und einen Strafantrag stellte . Scheibel hatte wegen der Beleidigung zunächst Ende Februar einen Strafbefehl bekommen, dagegen legte er Einspruch ein. In der Folge verurteilte ihn das Amtsgericht Kaufbeuren zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 200 Euro. Auch dagegen ging Scheibel in Berufung. Nun hat das Landgericht das Verfahren gegen den Stadtrat der Freien Wähler nach Erfüllung der festgesetzten Auflagen eingestellt. Auflage waren Zahlungen an gemeinnützige Organisationen. Das geht aus einem Beschluss des Landgerichts Kempten vom 26. September hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Scheibel hat 3000 Euro an einen Hospizverein und 3000 Euro an einen Tierschutzverein gezahlt. Thomas Scheibel schrieb dazu in einer Mitteilung: »Ich habe das gern getan, weil das Geld wenigstens einem guten Zweck zufließt und nicht in der Staatskasse verschwindet. Trotzdem bleibt der bittere Beigeschmack, dass ein demokratisch gewählter Mandatsträger für eine politische Meinung zahlen muss, während der Staat für seine rechtswidrigen Maßnahmen keinerlei Verantwortung übernimmt.« Hintergrund ist eine rechtswidrige Hausdurchsuchung, zu der es im Zuge der Ermittlungen gegen Scheibel gekommen war: Im Oktober vergangenen Jahres standen nach der Anzeige wegen Beleidigung Beamte bei Scheibel vor der Tür und sollten seine Wohnung durchsuchen, EDV-Geräte beschlagnahmen. Zu einer echten Durchsuchung und auch einer Beschlagnahme kam es dann zwar nicht, Scheibel legte dennoch Beschwerde beim Landgericht Kempten ein. Dieses gab dem Stadtrat recht. Der Durchsuchungsbeschluss sei rechtswidrig gewesen, als Begründung nannte das Gericht die mangelnde Verhältnismäßigkeit

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FCK AfD

Politikwissenschaftler kritisiert Merz “Stadtbild”-Debatte: “Es ist ein einziges Desaster”

Die “Stadtbild”-Äußerung von Kanzler Merz sorgt weiterhin für Zündstoff – auch in der Koalition. Wird die Debatte zur Belastungsprobe? Das, was da angerichtet wurde, ist natürlich ein einziges Desaster. Albrecht von Lucke, Politikwissenschaftler und Publizist Kanzler Merz spielt der AfD in die Karten Die Schuld sieht von Lucke bei Kanzler Friedrich Merz (CDU). Nach der “unsäglichen Aussage”, man müsse das Stadtbild ändern und auch massive Rückführungen tätigen, werde sich die AfD die Hände gerieben haben – da ist sich von Lucke sicher. Nach dem Motto: Das mach erst mal. Denn Rückführungen seien häufig kaum durchzusetzen. Ein weiterer Punkt, der die AfD freuen dürfte, so der Politikwissenschaftler, sind die Demonstrationen, die Merz mit seiner Aussage ausgelöst habe. “Stadtbild”-Debatte versachlichen Jetzt komme es darauf an, die Debatte zu versachlichen. Man müsse klären, was unter Sicherheit im Stadtbild zu verstehen sei. Merz kritisiert er für einen “Kardinalfehler”: Der Kanzler verstehe nicht, dass Kriminalität und Migration das Thema sei, was immer der AfD diene.

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Debatte über Stadtbild-Äußerungen Grünenchef Banaszak sieht »Angsträume«

Der Grünenvorsitzende Felix Banaszak sagt, in Deutschland gebe es Orte, wo sich Menschen in der Dunkelheit kaum noch auf die Straße trauen. Darüber müsse man sprechen – allerdings nicht so wie der Bundeskanzler. In der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausgelösten Stadtbild-Debatte hat Grünenchef Felix Banaszak davor gewarnt, die Augen vor den existierenden Problemen zu verschließen. Es müsse anerkannt werden, dass Merz mit seinen Äußerungen zu den Folgen von Migration »eine breit getragene Wahrnehmung anspricht, mit der sich progressive Kräfte beschäftigen müssen«, schrieb Banaszak in einem Beitrag, aus dem die Funke-Zeitungen (Montagsausgaben) zitierten. »Es gibt sie, die Angsträume in unserem Land«, wo sich Menschen in der Dunkelheit kaum noch auf die Straße trauen, so der Grünenchef. »Es gibt die an Kleinstadtbahnhöfen herumlungernden Faschos und sturzbesoffen grölende Fußballfans in Zügen«, schrieb Banaszak. »Und es gibt kriminelle Gruppen auch aus migrantischen Familien, die am Freitagabend Leute abziehen oder Frauen belästigen.« Gerade die progressiven Kräfte seien gefordert, dies nicht mehr einfach zu ignorieren. Die Art und Weise, wie der Bundeskanzler über Migration und das Stadtbild spricht, lehnt er dennoch ab, wie Banaszak in dem Beitrag betont. »Warum fällt es uns schwer, diese Wahrnehmungen als tiefes Gefühl von Verunsicherung, als Vertrauens- und Kontrollverlust zu verstehen, der schon längst in unseren Alltag eingegriffen hat?«, fragte Banaszak. »Progressive Kräfte, die notwendige und berechtigte Kritik an rassistischen Aussagen und Strukturen formulieren, dürfen nicht den Eindruck erwecken, diesen Teil des Lebens auszublenden, denn es gibt ihn.« Banaszak wirft Merz »Stammtischgerede« vor Über all diese Themen müsse man sprechen – ehrlich und unmissverständlich, fordert der Grünenvorsitzende, der aus Duisburg stammt. Merz habe dies allerdings nicht getan. Denn es sei unehrlich, »die Zustände zu beklagen, die seine Partei mitzuverantworten hat«. Wer Integrationsarbeit an Ehrenamtliche auslagere, Frauenhäuser chronisch unterfinanziere und die öffentliche Infrastruktur vernachlässige, dürfe sich nicht durch »Stammtischgerede« aus der Verantwortung stehlen.

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Trotz Anklage: AfD Würzburg macht Halemba zum Spitzenkandidaten

Obwohl der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Halemba unter Anklage steht, zieht die Würzburger AfD mit dem 24-Jährigen an der Spitze in den Kommunalwahlkampf 2026. In einer Mitgliederversammlung wurde er mit großer Mehrheit gewählt, wie die Main Post berichtet. Die AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Wegen einer Klage der Partei legte die Behörde die Einstufung aber bis zur gerichtlichen Klärung auf Eis. Halemba steht unter Anklage der Staatsanwaltschaft Würzburg und soll sich im Januar unter anderem wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Der Vorwurf gründet darauf, dass bei einer Geburtstagsfeier des AfD-Politikers das Lied „Wacht an der Spree“ der als kriminelle Vereinigung eingestuften Band „Landser“ abgespielt worden sein soll. Halemba macht geltend, er sei zur fraglichen Zeit gar nicht auf der Party gewesen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

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TIME Photo Secretly Subverts Trump Cover With Nazi Reference

President Donald Trump’s latest TIME magazine cover owes its visual language to one of the most chilling portraits of the 20th century, the Daily Beast has learned. The TIME image—released online ahead of next week’s print issue—depicts the 79-year-old president behind the Resolute Desk. He is leaning forward into a power pose that obscures his often bruised right hand and loose neck skin. Above the image, which was shot by Washington-based photographer Stephen Voss, the headline declares, “TRUMP’S WORLD.” Billionaire Woos Trump With Flattering TIME Cover LESS TIME Leigh Kimmins The cover was unveiled just days after Trump himself lashed out at a TIME cover picture of him, which showed an unflattering perspective on his 79-year-old neck. He has yet to give his take on the new image, but his chief communications officer is clearly enamored. “TRUMP’S WORLD,” Steven Cheung wrote on X, sharing the image. Other photographers on Instagram were quick to recognize the homage to an infamous photo Photo composition by The Daily Beast/Images from TIME Magazine (left) and Arnold Newman (right) It comes as TIME’s billionaire owner, Salesforce CEO Marc Benioff, outed himself as a Trump super-fan, declaring that he “fully supports” the president’s plot to send National Guard troops to San Francisco. “We don’t have enough cops, so if they can be cops, I’m all for it,” he said. The Daily Beast has learned that the composition on the new TIME cover is inspired by Arnold Newman’s 1963 photograph of Alfried Krupp, the German industrialist and convicted Nazi war criminal. That portrait, published by Newsweek, has long been considered among the most psychologically charged images ever produced for a weekly news magazine. Voss appeared to confirm the reference by liking comments on Instagram where followers had asked him if the two images were linked. “Are you referencing Arnold Newman’s portrait of Krupp here?” fellow photographer Shayan Asgharnia asked. Once Voss had liked the comment, Asgharnia replied again. “F—–g brilliant,” he said.

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Ehemaliges Kino als AfD-Domizil: Neue „Stellungnahme zur Sachlage“ – #weilheim

Niemand sei „amused, dass so etwas in Weilheim entsteht“: So nahm Bürgermeister Markus Loth jetzt Stellung zur Nutzung des früheren Starlight-Kinos durch die AfD. Doch die Stadt habe in der Sache keinen Einfluss. Weilheim – Fünf Wochen nach Verteilung eines gefälschten „Amtsblatts“, das vor der künftigen Nutzung des früheren Starlight-Kinos durch die AfD warnt, sah sich die Stadtspitze nun zu einer „Stellungnahme zur Sachlage“ veranlasst. „Die mögliche Nachfolgenutzung des ehemaligen Starlight-Kinos in der Schützenstraße beschäftigt aktuell die Weilheimer Bürgerschaft und auch die Presse“, erklärte Hauptamt-Mitarbeiter Stefan Popp zu Beginn der Stadtratssitzung am Donnerstagabend (23. Oktober) – und verlas im Auftrag des Bürgermeisters ein Statement, das eine Verantwortung des Rathauses in dieser Angelegenheit von sich wies: Es müsse „an dieser Stelle festgestellt werden, dass die Nachfolgenutzung des ehemaligen Starlight-Kinos nicht in der Entscheidungs- oder Einflusssphäre der Stadt Weilheim (das heißt Stadtrat, Bürgermeister oder Verwaltung) liegt“. Ehemaliges Starlight-Kino: Stadt unterstützte Projektidee für eine Kulturbühne Die Vermietung eines Gebäudes sei „eine rein privatrechtliche Angelegenheit“, so begann die Stellungnahme, dabei sei die Stadt „in der Regel nicht eingebunden und hat auch grundsätzlich keinen Einfluss darauf“. Auch habe sie keine Kenntnis über den Inhalt von Mietverträgen. Von der geplanten Schließung des Kinos habe die Stadt durch Presseberichte im Februar 2024 Kenntnis erlangt; dabei wurde explizit auf einen Bericht im Weilheimer Tagblatt vom 20. Februar 2024 verwiesen.

via merkur: Ehemaliges Kino als AfD-Domizil: Neue „Stellungnahme zur Sachlage“