Sachsen-Anhalt – Jeder vierte Arzt in Krankenhäusern aus dem Ausland

Mehr als ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalts Krankenhäusern besitzt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Für die medizinische Versorgung werden sie immer wichtiger. Eine Recherche mit den wichtigsten Zahlen. Mehr als jede vierte Ärztin oder jeder vierte Arzt (27,1 Prozent) in Sachsen-Anhalts Krankenhäusern hat keinen deutschen Pass. Das ergibt eine Abfrage des Mediendienstes bei der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.  Insgesamt – also in Krankenhäusern, Praxen, Behörden und weiteren Bereichen – lag der Anteil der ausländischen Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt etwas niedriger, bei 18,7 Prozent. Damit hatte knapp jeder fünfte Arzt und jede fünfte Ärztin einen ausländischen Pass. Sachsen-Anhalt liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt: Deutschlandweit hat rund jede sechste Ärztin und jeder sechste Arzt keine deutsche Staatsangehörigkeit (16 Prozent), wie eine Mediendienst-Recherche im Mai 2026 gezeigt hat. Die große Mehrheit (83,4 Prozent) der ausländischen Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt arbeitet in Krankenhäusern. (…) Vor allem im ländlichen Raum sei eine „flächendeckende Versorgung ohne ausländische Kolleginnen und Kollegen nicht mehr sicherzustellen”. Wie wichtig internationale Fachkräfte für Krankenhäuser in ländlichen Regionen sind, zeigt das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben. Nach dessen Angaben haben 76 von 280 Ärztinnen und Ärzten eine internationale Biografie – das sind rund 26 Prozent. Insgesamt arbeiten an den drei Standorten etwa 100 Beschäftigte internationaler Herkunft. „Ohne sie wäre die Versorgung der von rund 100.000 Patientinnen und Patienten im Jahr in dieser Qualität nicht möglich”, sagt Geschäftsführer Matthias Voth gegenüber dem Mediendienst.

via mediendienst integration: Sachsen-Anhalt Jeder vierte Arzt in Krankenhäusern aus dem Ausland

AfD-Politiker nennt queere Menschen „psychisch krank” – Neufahrns CSU-Bürgermeister stellt sich schützend vor Community

Die AfD Neufahrn fordert, den „Queeren offenen Treff” für Jugendliche ab zwölf Jahren einzustellen. Fraktionschef Attila Szalontay bezeichnet queere Menschen als „psychisch krank” und ruft Eltern auf, ihre Kinder fernzuhalten. Das Kinder- und Jugendhaus Neufahrn bietet seit diesem Jahr abwechselnd mit der Gemeindebibliothek Neufahrn einen offenen Queertreff an. Dieser richtet sich an alle ab zwölf Jahren, die Teil der queeren Community oder Verbündete sind. Eine Anmeldung ist nicht nötig, und die Teilnahme ist kostenlos. Die Leitung liegt in den Händen von Henrik Kloth (Mobile Jugendarbeit) und Raven Knoll (Bibliothek). „In einer lockeren Runde wollen wir uns kennenlernen und gemeinsam Wünsche und Ziele für den Treff sammeln und planen. Kommt vorbei!“, heißt es in der Einladung zum „Queeren offenen Treff“, der zuletzt am 21. Juli stattfand. (…) Der Vorsitzende der dreiköpfigen AfD-Fraktion im Neufahrner Gemeinderat, Mitglied des bayerischen Landesfachausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik der AfD und Mitglied des Bundesfachausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik der AfD, Attila Szalontay, wird folgendermaßen zitiert: „Für mich als Familienvater von zwei minderjährigen Kindern ist eine Veranstaltung wie diese inakzeptabel. Ich habe persönlich nichts gegen Queerdenkende, ich akzeptiere deren Lebensweise, dies ist kein Verbrechen, aber ich sehe es als eine psychische Krankheit an. Ich möchte hiermit in aller Öffentlichkeit alle normal denkenden Eltern auffordern, genau darauf zu achten, welche Veranstaltungen auch in öffentlichen Jugendräumen ihre Kinder besuchen. Ich werde alles veranlassen, was in meiner Macht steht, um Veranstaltungen dieser Art zu verhindern. Wenn sich Queerdenkende treffen wollen, sollen sie dies im Rahmen von Erwachsenen tun, aber nicht unter Einbeziehung von Minderjährigen.” Die Worte der AfD-Fraktion haben bei Bürgermeister Ozan Iyibas vor allem eines ausgelöst: Unverständnis. Denn: „Über Kinder- und Jugendschutz, altersgerechte Aufklärung und die Rolle der Eltern kann und soll man diskutieren.“ Aber: „Dafür braucht es keine Denkverbote, sondern gute Argumente, gegenseitigen Respekt und einen sachlichen Austausch.“ Eine klare Grenze sei jedoch „dort erreicht, wo Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität als ,psychisch krank‘ bezeichnet und als nicht ,normal denkend‘ dargestellt werden“. Mit dem Missbrauch des Begriffs „psychisch krank“ als abwertende Bezeichnung würden die Menschen herabgewürdigt, die tatsächlich mit einer psychischen Erkrankung leben müssen. Eine solche Stigmatisierung sei gefährlich und habe in unserer Gesellschaft keinen Platz. „Das ist keine sachliche Debatte mehr. Das ist die Herabwürdigung von Menschen.“ Deshalb werde der „Queere offene Treff“ auch weiterhin stattfinden, versichert Iyibas. „Beim nächsten Treffen werde ich selbst dabei sein. Nicht, um eine politische Front aufzubauen, sondern um deutlich zu machen: Diese jungen Menschen gehören zu unserer Gemeinde. Sie gehören zu unserer Gesellschaft.“

via merkur: AfD-Politiker nennt queere Menschen „psychisch krank” – Neufahrns CSU-Bürgermeister stellt sich schützend vor Community

hands joined against progress pride flag
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Bundesanwaltschaft ermittelt – Jungnazi soll Jungen zu Mord angestiftet haben – #terror

Ein Jugendlicher aus Rheinland-Pfalz soll Kinder zu schwersten Gewalttaten angestachelt haben, bis hin zum Mord. Nun ermittelt die Bundesanwaltschaft. Irgendwann gab es offenbar keine Grenzen mehr. Immer weiter soll der Rheinland-Pfälzer Kai M., 19 Jahre alt, mit seiner Onlinegruppe Jugendliche zu Straftaten angestachelt haben. Jungen in den USA und Schweden zu Brandstiftungen an Fahrzeugen. Ein Mädchen zu sexuellen Handlungen an sich mit einem Messer, bei dem sie schwer verletzt wurde. Und einen Minderjährigen in Russland zu einem Mord eines Kindes an einer Schule mit einem Messer. Und von all dem soll er Videos ins Internet gestellt haben. Am 17. März dann stoppte die Polizei die grausame Serie. Sie nahm Kai M. im Raum Trier fest – damals noch im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Die gab die Festnahme damals nicht bekannt, wegen der Persönlichkeitsrechte des jungen Beschuldigten und der laufenden Ermittlungen. Nun aber teilte am Donnerstag die Bundesanwaltschaft mit, dass sie den Fall von Kai M. übernommen hat. Der Vorwurf: Rädelsführerschaft in einer terroristischen Gruppe. Dazu kommen Anstiftung zum Mord, zu mehrfacher Brandstiftung, zu sexuellem Missbrauch eines Kindes oder die Verbreitung von Darstellungen von Kindesmissbrauch. Damit übernimmt die oberste Ermittlungsbehörde der Bundesrepublik erstmals einen Fall aus dem Feld der sogenannten COM-Szene. Diese steht für ein internationales Onlinenetzwerk, in dem Gewalt und Sadismus gefeiert werden – und gezielt nach Kindern und Jugendlichen als Opfern gesucht wird. Diese werden in Chats mit Drohungen zu Straftaten oder Erniedrigungen und Selbstverletzungen bis hin zu Suiziden gedrängt. Die Szene an sich ist nicht zwingend politisch. Im Fall der Gruppe von Kai M. aber inszenierte diese sich auch als rechtsextrem – weshalb nun die Bundesanwaltschaft den Fall übernahm. Tatvideos als Werbung für weitere Anschläge Kai M. soll sich bereits seit gut zwei Jahren in dieser Szene bewegt haben. Laut Bundesanwaltschaft gründete er Ende März 2024 zusammen mit anderen eine Onlinegruppe, die rechtsextreme Parolen verbreitete und schwerste Straftaten bis hin zu Morden ankündigte. Anders als bei anderen COM-Gruppen sei deren Ziel mit den Gewalttaten auch der Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung gewesen. Mit den Videos der Taten sollte Werbung für die Gruppe und weitere Anschläge gemacht werden.

via taz: Bundesanwaltschaft ermittelt Jungnazi soll Jungen zu Mord angestiftet haben

siehe auch: Terror per Chatgruppe Bundesanwalt ermittelt gegen Rechtsextremist und Online-Sadist. Ein im März in Rheinland-Pfalz festgenommener junger Mann soll sich als Anführer einer rechtsextremistischen Gruppe sowie einer Gruppe von Online-Sadisten entpuppt haben. Was ihm konkret vorgeworfen wird. Er soll über Chats einen minderjährigen Jungen in Russland dazu gebracht haben, an einer Schule ein Kind mit einem Messer zu töten. Und Jugendliche in den USA und in Schweden dazu, Fahrzeuge in Brand zu setzen. Und das ist längst nicht alles: Die Bundesanwaltschaft ermittelt nun gegen einen jungen Mann, der als Jugendlicher und Heranwachsender Mitglied in einer terroristischen und einer kriminellen Vereinigung gewesen sein soll. Jeweils als mutmaßlicher Rädelsführer habe er Menschen zu Straftaten bewegt. Der Mann wurde am 17. März festgenommen und ist in Untersuchungshaft, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Sie hat das Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz übernommen. Der Mann soll deswegen auch einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Zuerst hatte der Südwestrundfunk darüber berichtet. Er soll über Chats einen minderjährigen Jungen in Russland dazu gebracht haben, an einer Schule ein Kind mit einem Messer zu töten. Und Jugendliche in den USA und in Schweden dazu, Fahrzeuge in Brand zu setzen. Und das ist längst nicht alles: Die Bundesanwaltschaft ermittelt nun gegen einen jungen Mann, der als Jugendlicher und Heranwachsender Mitglied in einer terroristischen und einer kriminellen Vereinigung gewesen sein soll. Jeweils als mutmaßlicher Rädelsführer habe er Menschen zu Straftaten bewegt. Der Mann wurde am 17. März festgenommen und ist in Untersuchungshaft, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Sie hat das Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz übernommen. Der Mann soll deswegen auch einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Zuerst hatte der Südwestrundfunk darüber berichtet. Rechtsextreme Ideologie und sexuelle Handlungen mit Messer Die Liste der Vorwürfe ist lang: Der Beschuldigte soll spätestens Ende März 2024 eine Vereinigung gegründet haben, die von einer rechtsextremen Ideologie geprägt sei. Es sollten besonders schwerwiegende Straftaten wie Mord oder Totschlag begangen oder dazu aufgerufen werden, um den Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung herbeizuführen. „Bild- und Videomaterial solcher Taten werden in Chatgruppen bewusst geteilt, um Werbung für die Vereinigung sowie für künftige Anschläge zu machen.“ Außerdem geht es den Angaben nach um Anstiftung zu Mord und mehrfacher Brandstiftung, um Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch eines Kindes, um bandenmäßige Verbreitung kinderpornographischer Inhalte, die öffentliche Aufforderung zu Straftaten, Billigung von Straftaten und Gewaltdarstellung. Konkret nennt die Bundesanwaltschaft die Beispiele aus Russland, den USA und der Schweiz. Ferner soll der Beschuldigte mutmaßlich in einer Chatgruppe zur Tötung eines US-Bürgers aufgerufen haben. „Schließlich besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte über das Internet mit einem Kind im europäischen Ausland in Kontakt getreten ist und dieses dazu veranlasst hat, mit einem Messer sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen“, heißt es in der Mitteilung. Das Opfer habe schwere Verletzungen erlitten. Von einigen Taten habe der Beschuldigte Videozusammenschnitte im Netz verbreitet.

Brandanschlag auf jüdisches Altenheim in München – Generalstaatsanwaltschaft sieht Tatverdacht gegen Neonazi Bernd V. erhärtet

Der SPIEGEL hatte über eine neue Spur im Fall des Anschlags auf ein jüdisches Wohnheim im Jahr 1970 in München berichtet, nun sind die Ermittlungen abgeschlossen. Der rechtsextreme Tatverdächtige war schon früh im Visier der Fahnder. Im Februar 1970 starben bei einem Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim in München sieben Menschen, mehr als 56 Jahre danach hat die Generalstaatsanwaltschaft der bayerischen Landeshauptstadt nun neue Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben. Demnach habe sich der Tatverdacht gegen einen inzwischen verstorbenen, justizbekannten Münchner Neonazi »erhärtet«. Der Mann, ein zur Tatzeit 25-jähriger Deutscher, habe seinerzeit regelmäßig in der Gegend um das Wohnheim der Israelitischen Kultusgemeinde in der Münchner Reichenbachstraße verkehrt. Nach dem »Ergebnis der umfangreichen neuen Ermittlungen von Generalstaatsanwaltschaft und polizeilichem Staatsschutz des Polizeipräsidiums München sprechen belastbare Gründe für die Täterschaft des (verstorbenen) Verdächtigen«, teilte die Behörde mit. Wie der SPIEGEL bereits im Januar berichtete, handelt es sich bei dem Verdächtigen um den 1944 geborenen Bernd V., einen Rechtsextremisten, der wiederholt durch Diebstähle und Einbrüche aufgefallen war. Zeugen beschrieben V. als glühenden Antisemiten und Hitler-Verehrer. (…) Der späte Hinweis der Zeugin war nach SPIEGEL-Recherchen nicht die erste Spur zu Bernd V.: Bereits Anfang der Siebzigerjahre hatte sich ein Gefängnisinsasse bei den Behörden gemeldet und angegeben, mit Bernd V. einst eine Zelle geteilt zu haben. Dort habe V. ihm andeutungsweise erzählt, dass er der gesuchte Brandstifter im Fall des jüdischen Altenheims sei. Nach SPIEGEL-Informationen leitete die Staatsanwaltschaft aufgrund des Hinweises ein Ermittlungsverfahren gegen den damals in anderer Sache inhaftierten Bernd V. ein und führte am 18. Juli 1972 eine Beschuldigtenvernehmung durch. Dabei soll V. die Vorwürfe bestritten haben. Am Ende reichten die belastenden Angaben des Mithäftlings nicht aus, um V. zu überführen – die Ermittlungen gegen ihn wurden 1974 eingestellt. Erst 2025, durch die Aussage der neuen Zeugin, erhielten die Ermittler einen zweiten, unabhängigen Hinweis auf Bernd V. als mutmaßlichen Täter. Wahrscheinlich hätte er für eine Anklage gereicht, doch V. war bereits im Juni 2020 gestorben.

via spiegel: Brandanschlag auf jüdisches Altenheim in München Generalstaatsanwaltschaft sieht Tatverdacht gegen Neonazi Bernd V. erhärtet

siehe auch: German neo-Nazi suspected of deadly 1970 fire at Jewish retirement home. German investigators believe they have now identified an arsonist who set fire to a Jewish community centre in Munich in 1970, killing seven people. For decades the man’s identity remained a mystery. But Munich prosecutors now believe he was a 25-year-old lone neo-Nazi with known antisemitic opinions. The seven killed were all Holocaust survivors aged 59 to 71. Another 15 people were injured. The prosecutors’ revelations come too late to secure justice for the victims. The suspect, identified by Der Spiegel magazine as Bernd V, died in 2020. At about 20:40 on 13 February 1970, prosecutors say the killer poured petrol into the wooden stairwell at a retirement home housed inside the Jewish community building on Reichenbachstrasse, and then set it alight. The fire spread quickly to the top floor of the building. While many managed to escape to the roof or were rescued by firefighters, four of the victims died in the stairwell and another died after jumping from a window. Prosecutors now believe they have “compelling grounds pointing to the (deceased) suspect being the perpetrator”, based on “credible information” from a woman, who came forward last year after the death of a close relative who had known the man well. According to prosecutors, the suspected killer was heard to claim within the immediate vicinity of the community building that “the Jews had everything” and he wanted to “set them on fire”. Fifteen minutes later, the building was engulfed in flames.

Rechtsextremer Sänger Thompson kommt in Frankfurter Jahrhunderthalle

Thompson gilt als Superstar der kroatischen Musik. Doch der Sänger steht seit Jahren wegen nationalistischer und faschistischer Symbolik in der Kritik. Im November will er in Frankfurt auftreten – dagegen gibt es bereits Protest. In Kroatien sind Konzerte von Marko Perković Massenveranstaltungen. Wenn der erfolgreichste Sänger des Landes auftritt – meistens unter seinem Künstlernamen Thompson -, dann kommen regelmäßig zehntausende, manchmal sogar hunderttausende Menschen zusammen. Die Frankfurter Jahrhunderthalle fasst indes nur etwa 4.000 Plätze. Die Karten für das geplante Thompson-Konzert am 13. November waren am Donnerstag binnen zwei Stunden ausverkauft. Die kroatische Diaspora in Deutschland hält Perković die Treue – trotz oder vielleicht gerade weil ihm immer wieder Nationalismus und Faschismusverherrlichung vorgeworfen werden. Doch gegen das Konzert regt sich bereits Widerstand. “Mit Faschismus macht man keine Geschäfte”, ließ die Linke im Frankfurter Römer am Donnerstag per Pressemitteilung verlautbaren. Die Partei fordert die Leitung der Jahrhunderthalle auf, das Konzert abzusagen. “Thompson steht seit Jahren wegen nationalistischer und faschistischer Symbolik bei seinen Auftritten in der Kritik”, erklärt Benjamin Aličić. Der Stadtverordnete der Linken verweist unter anderem darauf, dass Thompson seine Konzerte regelmäßig mit dem Lied “Bojna Čavoglave” beginnt, einem Kriegslied, an dessen Anfang er und sein Publikum regelmäßig die Grußformel “Za dom spremni” schmettern – die offizielle Grußformel des mit Nazi-Deutschland verbündeten Ustascha-Regimes.

via hessenschau: Rechtsextremer Sänger Thompson kommt in Frankfurter Jahrhunderthalle

Gefährliche Kampfsportler: Wie Rechtsextreme zu Stars der »Underground Fight Clubs« werden

Über millionenfach geklickte Videos machen »Underground Fight Clubs« auch deutsche Rechtsextreme zu Helden. Die Wirkung des Hypes auf Jugendliche ist umso gefährlicher. Es ist ein trister Abend im März 2026. Der Seiteneingang einer Soccerhalle in Duisburg ist geöffnet. Drinnen stehen dicht gedrängt überwiegend junge Männer um eine aus Heuballen errichtete Kampffläche. Ein stechender Schweißgeruch umgibt die Menge. Auf den umliegenden, mit Banden umrandeten Kunstrasenflächen wird weiter unbeeindruckt Fußball gespielt. Die sogenannte »Ruhrpott Fighting Championship« richtet einen Kampfabend aus, fernab des seriösen Kampfsports. In den Disziplinen Boxen, Kickboxen, Mixed Martial Arts (MMA) und Bareknuckle-Boxen – Boxen ohne Handschuhe – wird sich hier in Duisburg zumindest grob an den offiziellen Regularien orientiert. Die Qualität der Kämpfe dürfte sich deutlich unterhalb des Niveaus einer durchschnittlichen Amateur-Kampfgala bewegen. In einem der Hauptkämpfe stehen sich zwei junge Männer in blauen Jeanshosen und oberkörperfrei gegenüber. Sie schlagen mit blanken Fäusten aufeinander ein, bis einer der beiden K.O. geht. Einer der Männer ist ein Schweinfurter Rechtsextremist und Hooligan. Der 21-Jährige trägt etliche tätowierte Symbole der rechtsextremen Szene, einige sind strafbar. In der Soccerhalle in Duisburg scheint das niemanden zu interessieren. Der rechtsextreme Kämpfer sorgt für Spektakel, seinem Gegner lässt er keine Chance. Später landet das Video des Kampfes im Internet, einige Tausend klicken es an. Die politische Gesinnung des Schweinfurters wird nicht thematisiert. Dabei gäbe es über ihn einiges zu erzählen. (…) Europaweit herrscht ein anhaltender Hype um die sogenannten »Underground Fight Clubs«. Regeln gibt es in den neu erschaffenen Formaten kaum. Statt in einem Ring mit gefedertem Boden wird etwa zwischen Bauzäunen auf Asphalt gekämpft. Eine wilde, neue Szene wirkt berauscht von sich selbst und kreiert ihre eigenen Helden. Darunter finden sich Rechtsextreme aus ganz Europa, auch aus Deutschland sind Kämpfer dabei. Der Untergrund öffnet die Türen für rechtsextreme Ideologien – ein gefährliches Zusammentreffen. (…) Hass, Gewalt und ein rechtsextremes Weltbild sind auch in Europas größtem »Underground Fight Club« fester Bestandteil. Das aus dem schwedischen Göteborg stammende Format »King of the Streets«, kurz: Kots, hat auf YouTube über zwei Millionen Abonnenten, überträgt seine Veranstaltungen auf einem eigenen Pay-per-View-Kanal online und hat sogar eine eigene Kampfsportmarke etabliert. Kots gilt als der brutalste, organisierte Fightclub der Welt. Alles ist erlaubt, vom Griff in die Augen bis zum Tritt auf den Kopf des Gegners. Der Asphaltuntergrund ist so etwas wie das zweifelhafte Markenzeichen von Kots. Kampfsportler, Hooligans und Extremisten aus ganz Europa treten dort an streng geheimen Orten gegeneinander an. Ein Kampf ist erst zu Ende, wenn einer der Kämpfer sich nicht mehr wehren kann. Zu den Kots-Stars gehören auch Rechtsextreme. Einer von ihnen ist der Slowake Michal »Panzer« Petris, dessen rechtsextreme Gesinnung durch seine Tätowierungen unübersehbar ist. Aktuell sitzt der MMA-Kämpfer in seiner Heimat für mehrere Jahre im Gefängnis. Die rechtsextreme Kleidermarke und frühere Veranstaltungsreihe »Kampf der Nibelungen« des bekannten deutschen Neonazis Alexander Deptolla verkauft Solidarität-T-Shirts für den Slowaken. Er erfährt von der in Deutschland neu entstandenen rechtsextrem angehauchten Mischszene um die »Underground Fight Clubs« Unterstützung. Diese lassen also Rechtsextreme gewähren, Rechtsextreme dominieren aber auch zunehmend die Fight Clubs – und nutzen sie zur Rekrutierung gewaltbereiter Jugendlicher.

via zeit: Gefährliche Kampfsportler: Wie Rechtsextreme zu Stars der »Underground Fight Clubs« werden

Gerangel mit Polizisten Weitere Haftstrafe für Ex-Soldaten Franco A.

Der wegen Terrorplanung verurteilte Franco A. muss länger im Gefängnis bleiben. Wegen gewaltsamen Widerstands gegen Polizisten verurteilte ihn das Landgericht Darmstadt zu weiteren sechs Monaten Haft. Im Juli 2022 wurde Franco A. wegen der Planung einer Terrortat zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Wenige Monate zuvor war er am Offenbacher S-Bahnhof Ledermuseum mit Polizeibeamten aneinandergeraten. Dafür hat ihn das Landgericht Darmstadt am Mittwoch zu weiteren sechs Monaten Haft verurteilt. “Das war nicht nur passiver Widerstand, das war Widerstand durch Gewalt”, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Das Gericht folgte damit der Einschätzung der Staatsanwaltschaft. Demnach wollte der 37-Jährige der Polizeikontrolle im Februar 2022 zunächst entfliehen. Anschließend sei es zu einem Gerangel gekommen. Polizeibeamte hatten während des Prozesses als Zeugen ausgesagt, dass sich der ehemalige Bundeswehroffizier ruckartig bewegt, die Arme gestreckt, sich gewunden, losgerissen und zwei Fluchtversuche unternommen habe. Sechs Polizeibeamte für Festnahme nötig Es habe insgesamt sechs Polizisten gebraucht, um ihn festzunehmen. Das Gericht wertete aber zugunsten von Franco A., dass die Polizeikräfte nicht angegriffen worden seien. Laut Staatsanwaltschaft soll er versucht haben, nach den Beamten zu treten und ein Messer zu ziehen.

via hessenschau: Gerangel mit Polizisten Weitere Haftstrafe für Ex-Soldaten Franco A.