Ahlem: Rechtsextremist beschädigte wohl Holocaust-Gedenkstätte

Nach dem Vandalismus Ende Januar führten Videoaufnahmen die Polizei auf die Spur des Verdächtigen. Ein bekannter Rechtsextremist hat laut Polizei Ende Januar Kränze an der Holocaust-Gedenkstätte Ahlem beschädigt. Das geht laut Polizei aus den bisherigen Ermittlungen hervor. Der 25-jährige Tatverdächtige sei beim Staatsschutz schon in der Vergangenheit durch politisch motivierte Straftaten aufgefallen. Seit 2019 sei auch bekannt, dass sich der Mann bei rechtsextremen Organisationen engagiere. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung Anfang Februar hatten die Ermittler unter anderem eine mutmaßlich funktionsfähige, vollautomatische Maschinenpistole mit dazugehöriger Munition gefunden

via ndr: Ahlem: Rechtsextremist beschädigte wohl Holocaust-Gedenkstätte

Debatte über Nazivergangenheit – St. Pauli spielt Klubhymne vorerst nicht mehr

Der FC St. Pauli spielt seit etwa 20 Jahren vor Heimspielen »Das Herz von St. Pauli«. Dann sorgte die Biografie des Songtexters für Diskussionen. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Fußball-Bundesligist FC St. Pauli wird die Stadionhymne »Das Herz von St. Pauli« künftig vorerst nicht mehr vor seinen Heimspielen am Millerntor abspielen. Nach anhaltenden Diskussionen wegen der NS-Vergangenheit des Texters des Songs, der seit etwa 20 Jahren vor den Spielen aus den Boxen dröhnt, wird er schon bei der Partie gegen den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr, TV: Sky) nicht mehr im Stadion ertönen, wie der Klub mitteilte . »Wenn es beim Abspielen der Hymne zu Pfiffen und gegenseitigen Beschimpfungen kommt, ist das nicht hinnehmbar und hilft niemandem«, sagte St. Paulis Präsident Oke Göttlich. Man werde den Austausch mit seinen Mitgliedern und Fans über den Umgang mit dem Lied aber fortführen. Auslöser für die teils hitzige Debatte der vergangenen Tage und Wochen ist eine umfassende Recherche des FC-St.-Pauli-Museums zur Entstehung des Liedes. Konkret geht es um die Biografien des Interpreten Hans Albers, des Komponisten Michael Jary und des Texters Josef Ollig, deren Wirken das Museum in einem Podcast zur Geschichte des Klubs näher beleuchtet. Vor allem Olligs Rolle als Soldat der Wehrmacht und Kriegsberichterstatter für die NS-Propaganda macht weiten Teilen der aktiven Fanszene schwer zu schaffen. Während einige die Meinung vertreten, dass St. Pauli Werk und Autor in diesem Fall trennen möge, weil man den Song längst positiv besetzt habe, forderten andere das abrupte Ende des musikalischen Rituals.

via spiegel: Debatte über Nazivergangenheit St. Pauli spielt Klubhymne vorerst nicht mehr

siehe auch: St. Pauli fans drop iconic chant after discovering Nazi ties of its composer, St. Pauli supporters have abandoned their beloved chant “Das Herz von St. Pauli” after discovering that its composer, Josef Ollig, was a Nazi and Wehrmacht soldier. St. Pauli’s passionate fan base has permanently dropped a long-standing club anthem after uncovering the Nazi past of its composer, Josef Ollig. The song, “Das Herz von St. Pauli” (The Heart of St. Pauli), had been an integral part of the matchday experience at Millerntor Stadium for years. However, given St. Pauli’s strong left-wing stance and political values, fans were shocked to learn that the song’s creator was a supporter of the Nazi regime.

„Schuldkult“ und „Überfremdung“: Wie extrem sind die Kandidaten der AfD?

Ein AfD-Politiker bestreitet die alleinige deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg, eine andere wurde wegen Volksverhetzung verurteilt, einer traf sich früher mit Holocaust-Leugnern. Jeder fünfte AfD-Bundestagskandidat geriet schon ins Visier des Verfassungsschutzes. Nach der Bundestagswahl werden voraussichtlich mehr AfD-Abgeordnete als je zuvor ins Parlament einziehen. Insgesamt 360 Personen – 317 Männer und 43 Frauen – bewerben sich für die AfD um ein Mandat, als Direktkandidaten in den Wahlkreisen oder auf einer Landesliste ihrer Partei. Jeder Fünfte von ihnen geriet nach Tagesspiegel-Recherchen bereits vor mehreren Jahren ins Visier des Verfassungsschutzes: In einem Gutachten des Bundesamts für Verfassungsschutz, das 2021 die Grundlage für die Einstufung der AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall bildete, tauchten bereits 73 der heutigen Bundestagskandidaten namentlich auf.

via tagesspiegel: „Schuldkult“ und „Überfremdung“: Wie extrem sind die Kandidaten der AfD?

AfD-#Ausschlussverfahren gegen #MatthiasHelferich – Schon die #JungeUnion wollte ihn loswerden

Gegen den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten läuft in der AfD ein Parteiausschlussverfahren. Unsere Recherchen zeigen: Schon einer anderen Partei war er zu extrem. Die Junge Union Nordrhein-Westfalen hat 2007 versucht, Matthias Helferich aus der Jugendorganisation der CDU auszuschließen. Das geht aus Unterlagen hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Dem damals 18-jährigen Parteimitglied von CDU und Junge Union wurden damals schwere Vorwürfe gemacht, die Helferich allerdings bis heute zurückweist. Den Unterlagen zufolge soll Helferich den heutigen NRW-Ministerpräsidenten und damaligen Generalsekretär der NRW-CDU Hendrik Wüst 2006 auf einem Geburtstag eine „Judensau“ genannt haben. „Schwule“ seien „aidskranke Stricher“, die, wenn sie „verrecken“, selbst schuld seien. Zudem soll er auf einer Veranstaltung der Schülerunion in Düsseldorf die Schwedin Jessika Nilsson rassistisch beleidigt haben. „Raus, raus, Ausländer raus. Du bist nicht arisch!“, soll er gerufen haben. Helferich streitet alle Vorwürfe ab. Auf einer Bundesschülertagung der Schülerunion, heißt es, soll er „Sieg Heil“ gerufen und sich für Uniformen bei der Schülerunion ausgesprochen und betont haben: „Wie damals“. Unsere Redaktion hat mit mehreren Zeugen der Vorfälle gesprochen. (…) In der Jungen Union und CDU tauchte Helferich wenige Monate nach den Vorfällen und dem Ausschlussverfahren ab. Das Parteiausschlussverfahren wurde in der Folge von der Jungen Union nicht weiterverfolgt. Helferich trat Mitte Juli 2015 aus der Union aus, kurz bevor im September 2015 die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Grenzen für Menschen vorwiegend aus Syrien und Afghanistan nicht geschlossen hatte und mehrere zehntausend Flüchtlinge einreisten. Wenige Monate später trat er in die AfD ein und wurde 2021 durch seine Selbstbezeichnung in internen Chats bundesweit als „freundliches Gesicht des NS“ bekannt. In der Folge verhängte die Partei eine Ämtersperre gegen Helferich, der bis dato noch Vize-Parteivorsitzender der AfD in NRW war. Zudem verzichtete Helferich nach dem hohen Druck darauf, in die AfD-Bundestagsfraktion einzutreten.

via RuhrNachrichten: AfD-Ausschlussverfahren gegen Matthias Helferich Schon die Junge Union wollte ihn loswerden

Holocaust-Überlebender Weinberg gibt Verdienstkreuz definitiv zurück

Der 99-Jährige aus Leer bleibt bei seiner Entscheidung. Auch Bundespräsident Steinmeier konnte ihn nicht umstimmen.Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg aus Leer will sein Bundesverdienstkreuz definitiv zurückgeben. Auch ein Telefongespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Montag habe ihn nicht mehr umstimmen können, berichtete das Magazin “Stern”. Er habe sein Bundesverdienstkreuz dem Mannheimer Fotografen Luigi Toscani mitgegeben, der sich am Dienstag mit Steinmeier treffen und es ihm überreichen solle, sagte Weinberg demnach. Der 99-Jährige hatte zuvor angekündigt, das ihm verliehene Bundesverdienstkreuz aus Protest gegen eine Bundestagsabstimmung zur Migrationspolitik Ende Januar zurückzugeben, bei der die Union Stimmen der AfD in Kauf nahm. Auch Toscani erklärte daraufhin, seine Auszeichnung zurückgeben zu wollen

via tagesschau: Holocaust-Überlebender Weinberg gibt Verdienstkreuz definitiv zurück

sieeh auch: Mannheimer Fotograf Toscano bekräftigt Entscheidung und gibt Bundesverdienstkreuz zurück. Das Abstimmungsverhalten im Bundestag zur Migrationspolitik war der Auslöser. Der Mannheimer Fotograf Luigi Toscano will am Dienstag sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben. Aus Protest gegen die Abstimmung Ende Januar, bei der die AfD Union und FDP im Bundestag zu einer Mehrheit verholfen hat, will der Mannheimer Fotograf Luigi Toscano am Dienstag sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben. Er hatte diesen Schritt unmittelbar nach der Abstimmung angekündigt – ebenso wie sein Freund, der 99-jährige Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg. Toscano ist Träger der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland, Albrecht Weinberg dagegen ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

»Diese ganze Holocaust-Anheftung an die AfD ist nervtötend«

Alice Weidel fiel bei »Caren Miosga« erneut mit fragwürdigen Aussagen zur NS-Zeit auf. Das Thema Nationalsozialismus war ihr sichtlich unangenehm. »Warum verdrehen Sie da die Augen?« fragte Caren Miosga ihren Studiogast, die AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Alice Weidel, zu Beginn der Talkshow am Sonntagabend. »Mach ich doch nicht«, antwortete die spitz. Doch die Kameras hatten Weidels genervten Blick schon eingefangen, als Miosga die Gedenkstunde zum Holocaust-Gedenktag am vergangenen Mittwoch im Deutschen Bundestag erwähnt hatte. (…) Was denn ihre persönlichen Lehren aus Auschwitz seien, wollte sie von Weidel wissen. Ihre Antwort: »Dass so etwas natürlich nicht nochmal passieren darf, und das wird es ja auch nicht.« Dann versuchte die 45-Jährige, sich und ihre Partei als Opfer der Medien und der etablierten Parteien zu präsentieren. »Recht verstörend« sei es, wenn der Holocaust für eine »politische Instrumentalisierung« genutzt werde. »Das Gedenken an diese schweren Verbrechen sollte über der Tagespolitik stehen«, so die AfD-Kanzlerkandidatin. Und über die Tagespolitik wollte sie reden, das machte Weidel mehrfach klar. Doch Miosga ließ nicht locker, bohrte nach. Sie kam auf den von Weidel in der Vergangenheit verwendeten Begriff von einem »Schuldkult« zu sprechen, der in Deutschland angeblich praktiziert werde. Erst gab sich die AfD-Chefin skeptisch, den Begriff in jüngster Zeit überhaupt verwendet zu haben (»Schuldkult mag ich vor Jahren mal gesagt haben«). Doch dann legte sie plötzlich den Schalter um und sagte: »Ich glaube nicht, dass wir permanent zurückblicken sollten, aus einem Schuldkult heraus.« Ob sie denn wisse, aus welchem problematischen Milieu der Begriff stamme, wollte Miosga wissen. Weidels flapsige Antwort: »Das interessiert mich nicht, das brauche ich gar nicht zu wissen.« Als die Interviewerin ihr vorhielt, sich hier eines Begriffs aus dem rechtsextremen Bereich zu bedienen, keilte Weidel zurück: »Na ja, Schuldkult ist Schuldkult. Also mittlerweile gibt es ja so einige Sachen, die man nicht mehr sagen darf. (…) Ihre offensichtliche Strategie, unangenehme Fragen zu Parteifreunden und Unterstützern mit einem »Fragen Sie die doch selbst« zu parieren, hielt Weidel auch später durch. Politische Verantwortung für die Aussagen anderer in der AfD übernahm sie nicht. Auch nicht für Christina Baum aus Baden-Württemberg, die einen Angriff auf ihr Wahlkampfbüro mit den Novemberpogromen der Nazis verglichen hatte. Ob das nicht eine Verharmlosung dessen sei, was 1938 passiert sei, fragte Miosga. Weidel: »Hier geht man doch auf Andersdenkende los. Also, auf AfD-Funktionäre werden permanent physisch Angriffe verübt. Wir haben eine hohe Gefährdungslage. Uns werden die Häuser beschmiert.« Miosga: »Die Reichskristallnacht vergleichen Sie mit einem Angriff auf ein Wahlkreisbüro?« Weidel: »Nein, Sie framen das so. Wenn Sie darüber weiter diskutieren wollen, dann laden Sie Christina Baum ein. Ich sage einfach nur, dass wir eine konservativ-liberale Partei sind. Lesen Sie unser Wahlprogramm, dann können wir uns darüber unterhalten. Aber über sowas – ich weiß nicht, wo das hinführen soll, was Sie damit erreichen wollen.«

via jüdische allgemeine: »Diese ganze Holocaust-Anheftung an die AfD ist nervtötend«

Die #Österreich-Connection des NS-Verbrechers #KlausBarbie – #Steyr

“Der Schlächter von Lyon” schickte Kinder und Widerstandskämpfer aus Wien in den Tod, nach dem Krieg verkaufte er österreichische Panzer. “Er war verrückt und war von dem Zwang beherrscht, zu schlagen. Es machte ihm Spaß, Menschen zu quälen”, so beschrieb die französische Widerstandskämpferin Lise Lesèvre jenen SS-Mann, der sie 19 Tage hintereinander verhört und dabei gefoltert hatte. Der Mann, das war Klaus Barbie. Von seinen Opfern wurde er “Schlächter von Lyon” genannt. Als Gestapo-Chef in der französischen Großstadt war er während der deutschen Besatzungszeit (1940 bis 1944) für Abertausende von Verhaftungen, Deportationen und Hinrichtungen verantwortlich. Unter den Opfern waren auch Kinder und Widerstandskämpfer und Widerstandskämpferinnen aus Wien. Nach Kriegsende konnte Barbie über Jahrzehnte ein komfortables Leben in Südamerika führen, als Agent für westliche Geheimdienste, Berater von Militärs und Drogenhändlern sowie als Vertreter für das österreichische Unternehmen Steyr Daimler Puch – das damals mehrheitlich in Staatsbesitz war. Der Wiener Bahoe-Verlag hat dieser Tage eine 154 Seiten dicke Graphic Novel über das Leben von Klaus Barbie auf Deutsch veröffentlicht. Sie ist eigentlich eines der ausführlichsten und profundesten Sachbücher über den NS-Verbrecher, der zeit seines Lebens ein Deutschtümler, Antisemit und Hitler-Verehrer war. Der Sender Sky arbeitet derzeit an einer mehrteiligen Dokumentation über die Verstrickungen von Barbie mit der Kokainmafia in Südamerika. Zu seinen Verbrechen zählte die Verschleppung von 44 Waisenkindern aus einem Heim im französischen Izieu im April 1944. Auf seinen Befehl hin wurden die jüdischen Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden. Darunter waren auch sieben Wiener Kinder. Ein Denkmal auf dem Wiener Schwedenplatz erinnert seit einigen Jahren an sie. Darauf sind ihre Namen zu lesen: Georgy Halpern, Hans Amendt, Liane und Renate Krochmal, Martha und Senta Spiegel sowie Sigmund Springer.

via standard: Die Österreich-Connection des NS-Verbrechers Klaus Barbie

Klaus Barbie in uniform.jpg
Von Unknown photographer (for the NSDAP) – https://www.rue89lyon.fr/2017/05/05/1987-2017-trente-ans-proces-klaus-barbie-a-lyon/, Gemeinfrei, Link