Gegen den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten läuft in der AfD ein Parteiausschlussverfahren. Unsere Recherchen zeigen: Schon einer anderen Partei war er zu extrem. Die Junge Union Nordrhein-Westfalen hat 2007 versucht, Matthias Helferich aus der Jugendorganisation der CDU auszuschließen. Das geht aus Unterlagen hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Dem damals 18-jährigen Parteimitglied von CDU und Junge Union wurden damals schwere Vorwürfe gemacht, die Helferich allerdings bis heute zurückweist. Den Unterlagen zufolge soll Helferich den heutigen NRW-Ministerpräsidenten und damaligen Generalsekretär der NRW-CDU Hendrik Wüst 2006 auf einem Geburtstag eine „Judensau“ genannt haben. „Schwule“ seien „aidskranke Stricher“, die, wenn sie „verrecken“, selbst schuld seien. Zudem soll er auf einer Veranstaltung der Schülerunion in Düsseldorf die Schwedin Jessika Nilsson rassistisch beleidigt haben. „Raus, raus, Ausländer raus. Du bist nicht arisch!“, soll er gerufen haben. Helferich streitet alle Vorwürfe ab. Auf einer Bundesschülertagung der Schülerunion, heißt es, soll er „Sieg Heil“ gerufen und sich für Uniformen bei der Schülerunion ausgesprochen und betont haben: „Wie damals“. Unsere Redaktion hat mit mehreren Zeugen der Vorfälle gesprochen. (…) In der Jungen Union und CDU tauchte Helferich wenige Monate nach den Vorfällen und dem Ausschlussverfahren ab. Das Parteiausschlussverfahren wurde in der Folge von der Jungen Union nicht weiterverfolgt. Helferich trat Mitte Juli 2015 aus der Union aus, kurz bevor im September 2015 die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Grenzen für Menschen vorwiegend aus Syrien und Afghanistan nicht geschlossen hatte und mehrere zehntausend Flüchtlinge einreisten. Wenige Monate später trat er in die AfD ein und wurde 2021 durch seine Selbstbezeichnung in internen Chats bundesweit als „freundliches Gesicht des NS“ bekannt. In der Folge verhängte die Partei eine Ämtersperre gegen Helferich, der bis dato noch Vize-Parteivorsitzender der AfD in NRW war. Zudem verzichtete Helferich nach dem hohen Druck darauf, in die AfD-Bundestagsfraktion einzutreten.
via RuhrNachrichten: AfD-Ausschlussverfahren gegen Matthias Helferich Schon die Junge Union wollte ihn loswerden