KI-Doppelgänger lässt sich in zwei Stunden erstellen, Identitätsdiebstahl nimmt zu

Anrufe von Betrügern mit geklonten Stimmen und Sextortion werden immer häufiger. Ein KI-Bot, der in einem Chat nicht von der eigenen Persönlichkeit zu unterscheiden ist, lässt sich heute mit relativ wenig Aufwand erstellen. Das zeigen Forscher von Google Deepmind und der Stanford University. Sie haben für ein Experiment 1052 Probanden eingeladen und diese jeweils zwei Stunden lang zu verschiedenen Themen befragt. Dazu gehörten sowohl ihre Lebensgeschichte als auch Meinungen zu aktuellen Gesellschaftsthemen. Die Aufnahmen wurden anschließend transkribiert und der Text dazu verwendet, eine generative KI zu trainieren, die die Personen simulieren sollte. Um zu prüfen, wie gut sie funktionieren, bekamen Menschen und Bots anschließend eine Reihe von Aufgaben vorgesetzt und mussten etwa Persönlichkeitstests ausfüllen und Spiele spielen. Zwei Wochen später wurden die Chatbots und Menschen erneut befragt. KI-Agents gaben zu 85 Prozent dieselben Antworten wie ihre organische Vorlage. Ähnlich erfolgreich waren sie auch dabei, Persönlichkeitsmerkmale in fünf Versuchen zu simulieren. Das lässt den Schluss zu, dass es schon mit einer vergleichsweise geringen Menge an Informationen möglich ist, das Wertegerüst einer Person zu skizzieren. Darauf basierend lässt sich ein KI-Doppelgänger erschaffen, der die eigene Persönlichkeit überzeugend imitiert. Diese Erkenntnis gilt zwar zunächst nur unter den Bedingungen der Versuchsumgebung, das wird aber wohl nicht so bleiben. Studienleiter Joon Sung Park wagt gegenüber der MIT Technology Review die Prognose, dass wir eines Tages über mehrere KI-Doppelgänger verfügen könnten, die uns Entscheidungen abnehmen.

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DIGITALES EIGENTUM – Musk beansprucht Eigentum an jedem X-Konto, um Alex Jones zu helfen

Die Anwälte von Musk versuchen so gegen die Übertragung des Accounts des Verschwörungsportals “InfoWars” vorzugehen, das zwangsversteigert wurde. Vergangene Woche argumentierten die Anwälte von Elon Musk zum ersten Mal vor Gericht, dass X das “übergeordnete Eigentum” an allen Konten auf der Plattform innehat. Hiermit soll versucht werden, die Übernahme des Accounts “InfoWars” zu verhindern, hinter dem der rechtsextreme Verschwörungstheoretiker Alex Jones steht. Vorangegangen war dem Ganzen ein Gerichtsurteil gegen den Rechtsextremen Alex Jones, dem Kopf hinter dem Medienunternehmen InfoWars, der für schuldig befunden wurde, Familien von Lehrern und Schülern verleumdet zu haben, die 2012 an der Sandy Hook Elementary School getötet wurden. Mehrmals hatte der Radiomoderator zuvor behauptet, dass der Amoklauf, bei dem 20 Grundschulkinder und 6 Lehrer ums Leben gekommen sind, inszeniert worden sei. Seine Anhänger belästigten die Hinterbliebenen über Jahre hinweg und drohten ihnen mit dem Tod. Die Familien haben daraufhin geklagt und ein Urteil in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar gegen Jones erwirkt. Im Zuge des Liquidationsverfahrens des Vermögens des Verschwörungstheoretikers war auch der Verkauf von InfoWars vorgesehen, um diese Schuld zu begleichen. The Onion, eine satirische Nachrichtenwebsite und vormals Zeitung, hat die entsprechende Insolvenz-Auktion Mitte des Monats gewonnen, und der Verkauf wurde von den Angehörigen abgesegnet. Alles meins Dieser Verkauf wird jedoch von Jones nahestehenden Unternehmen angefochten, und auch Elon Musks X springt hierfür in die Bresche. In der Klageschrift, die von 404 Media geteilt wurde, wird argumentiert, dass den Nutzern von X zwar eine “Lizenz” zur Nutzung der Plattform gewährt wird, diese wäre jedoch nicht übertragbar, da X letztlich der Eigentümer aller Konten auf der Plattform sei und mit ihnen machen könne, was es möchte. Dementsprechend könnten die Social-Media-Konten auch im Rahmen der Auktion nicht übertragen werden. Gleichzeitig wiesen die Anwälte darauf hin, dass man keinen Anspruch auf das Eigentum an den Inhalten von Accounts erhebe, sehr wohl aber an den Konten selbst.

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KI-generiert

Fingierter Macheten-Überfall in Chemnitz: Prozess startet am Freitag

Ein mutmaßlicher Neonazi ließ sich mit einer Machete verstümmeln, um Sozialleistungen zu kassieren. Danach gab er an, von Linksextremen überfallen worden zu sein. Doch die Polizei entlarvte die Lüge schnell. Am Freitag beginnt in Chemnitz der Prozess gegen den Komplizen, der dem Betrüger mit der Machete drei Finger abtrennte. Vorab gibt es neue Details zu der Lügengeschichte. Das Opfer, ein mutmaßlicher Neonazi wollte seine Hand abhacken lassen, um Sozialleistungen zu kassieren. Das vermeintliche Opfer hatte sich eigentlich die ganze Hand abhacken lassen wollen, um staatliche Leistungen zu kassieren. Die Geschichte eines Angriffs durch Linksextreme stellte sich als Lüge heraus. Nach einem erlogenen Macheten-Überfall muss sich ab Freitag ein 38-jähriger Mann vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Laut Anklage soll er dem vermeintlichen Opfer auf dessen Wunsch hin im August 2023 im Stadtpark mit einem Machetenhieb Zeige-, Mittel- und Ringfinger abgetrennt haben. Dann hatte das vermeintliche Opfer, das der Neonazi-Szene angehören soll, die Polizei gerufen und angegeben, es sei von Linksextremen überfallen worden. Seine Lügengeschichte war auch im Telegram-Kanal der rechtsextremen Freien Sachsen samt Foto aus der Klinik mit bandagierter Hand verbreitet worden. Vor dem Prozess wurden nun weitere Details bekannt. Verabredet sei gewesen, die komplette linke Hand abzuschlagen, informierte eine Gerichtssprecherin. Als Entgelt sei vereinbart worden, dass der Angeklagte die abgehackte Hand behalten dürfe. Er habe sie den Ermittlungen zufolge in ein Glas einlegen wollen. Nur versehentlich habe der Machetenhieb nicht die gesamte Hand, sondern nur einige Finger abgetrennt.

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siehe auch: Abgehackte Finger nach fingiertem Macheten-Überfall: Angeklagter bestreitet Tat.Um Sozialleistungen zu kassieren, soll sich der mutmaßliche Neonazi Alexander W. gewünscht haben, dass ihm die linke Hand abgetrennt wird. Ein 38-jähriger aus dem Erzgebirge soll dem Wunsch des aus Dortmund stammenden Mannes nachgekommen sein. Er muss sich seit Freitag wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Das Opfer behauptete zunächst, Linksextreme hätten ihn angegriffen. Vermeintliches Opfer und Angeklagter tauschen sich im Tätowierstudio aus. Der Angeklagte aus dem Erzgebirge bestreitet die Tat und gibt vor, unter dem Einfluss von zwei Gramm Crystal Meth und Wodka gestanden zu haben. Die Geschichte eines Angriffs durch Linksextreme stellte sich als Lüge heraus. Nach dem erlogenen Macheten-Überfall und drei abgehackten Fingern muss sich ein 38-jähriger gebürtiger Stollberger wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Zum Auftakt der Verhandlung am Landgericht Chemnitz hat der Angeklagte die Tat bestritten. Das erklärte der Verteidiger Patrick Schäfer in dessen Namen. Sein Mandant habe unter enormen Drogeneinfluss gestanden. (…) Herr W. sei jedoch hartnäckig geblieben und habe behauptet, es auch schon selbst im Garten versucht zu haben. Gleichzeitig solle er seinem Mandanten, der selbst 65.000 Euro Schulden habe, eine finanzielle Beteiligung der avisierten Sozial- und Invalidenleistungen in Aussicht gestellt haben; Prozess in Chemnitz Fingierter Machetenangriff auf Neonazi – mutmaßlicher Helfer bestreitet Beteiligung Linksextreme hätten ihm bei einem Überfall mit einer Machete drei Finger abgetrennt, hat ein Rechtsextremist behauptet. Das erwies sich als Lüge. Und vor Gericht gab es nun eine weitere Überraschung. Mit einem angeblichen Machetenüberfall beschäftigt sich derzeit das Landgericht Chemnitz. Angeklagt ist ein 38-Jähriger, der einem anderen Mann auf dessen Verlangen hin drei Finger mit der Hiebwaffe abgeschlagen haben soll. (…) Der mutmaßliche Helfer bestritt im Strafprozess nun aber eine Tatbeteiligung. Nach Darstellung des Angeklagten wollte der damals 29-jährige Alexander W. mit der verstümmelten Hand eine Behinderung geltend machen und staatliche Hilfe kassieren (…) Als W. aber die linke Hand auf einen Müllcontainer gelegt habe und sein Mandant mit einer Machete habe zuschlagen sollen, habe dieser Skrupel bekommen und abgebrochen, schilderte dessen Verteidiger weiter. Dann habe das vermeintliche Opfer die Machete genommen und selbst zugeschlagen und sich dabei Zeige-, Mittel- und Ringfinger der linken Hand abgeschlagen. Anschließend habe der Verletzte den Notruf gewählt. Die Finger warf der Angeklagte in einen Glascontainer. Angebliches Opfer schweigt Gegen den heute 30-Jährigen läuft noch ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat. Der Rechtsextremist erschien auch in diesem Prozess als Zeuge, an seiner linken Hand war eine Teilprothese zu erkennen. Er machte aber von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch und schwieg.

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Von Dana60CumminsEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link – symbolbild

Durchsuchungsbeschlüsse wegen Internetbeleidigungen – Die Doppelmoral der AfD

Die AfD inszeniert sich in der Debatte über eine Beleidigung gegen Robert Habeck als Hüterin der Meinungsfreiheit. In einem ähnlichen Fall aber schaltete ein AfD-Funktionär die Justiz ein. Seit bekannt wurde, dass Robert Habeck sich gegen die Zuschreibung »Schwachkopf Professional« wehrte, gibt es Kritik von rechts. Der Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler hatte einen Strafantrag wegen Beleidigung gegen einen Nutzer des sozialen Netzwerks X gestellt, der ihn so bezeichnet hatte.   »So missbraucht Habeck den Sicherheitsapparat« und »Hausdurchsuchung wegen dieses Bildes«, schrieb die Social-Media-Truppe der AfD. »Die etablierten Parteien schaffen ein Klima der Einschüchterung«, hieß es später, »nur die #AfD stellt sich diesen Tendenzen entgegen. Wir verteidigen das Recht auf Meinungsfreiheit!« Doch in einem anderen Fall hat ein AfD-Politiker nun selbst – um im Duktus der Partei zu bleiben – den Sicherheitsapparat missbraucht. Ein AfD-Kreistagsabgeordneter aus dem Landkreis Füssen im Allgäu bemühte die Justiz, weil er sich im Netz beleidigt sah. Thomas Scheibel, ein Stadtrat der Freien Wähler aus Füssen, hatte einen Zeitungsbericht auf Facebook so kommentiert: »FCK AfD von euch Pissern lassen wir uns nicht mundtot machen.« Woraufhin der AfD-Abgeordnete, der in dem Bericht namentlich erwähnt wurde, nicht etwa die Meinungsfreiheit pries, sondern die Justiz einschaltete. Der Abgeordnete stellte beim Hatespeech-Beauftragten der bayerischen Justiz Strafanzeige gegen mehrere Kommentatoren des Beitrags, darunter Scheibel, und reichte auch den entsprechenden Strafantrag nach. Ende Oktober klingelte bei Scheibel um 6.45 Uhr die Polizei. Die Beamten hatten einen Durchsuchungsbeschluss dabei – wie im Fall Habeck. Beschlagnahmt werden sollten EDV-Geräte aller Art, insbesondere Mobiltelefone, Tablets und andere Computer. Und wie im Fall Habeck sahen die Polizisten von einer echten Wohnungsdurchsuchung ab; bei Scheibel nahmen sie nicht einmal etwas mit. In beiden Fällen sind die Anzeigenerstatter nicht direkt dafür verantwortlich, dass es einen Durchsuchungsbeschluss gab. Und doch zeigt der Fall aus Füssen die Scheinheiligkeit der AfD: hier den »Sicherheitsapparat« anprangern, dort ihn einschalten?

via spiegel: Durchsuchungsbeschlüsse wegen Internetbeleidigungen Die Doppelmoral der AfD

siehe auch: Hausdurchsuchung bei Füssener Stadtrat nach Facebook-Post über AfD. Hohe Wellen schlägt derzeit ein Fall aus Füssen: Stadtrat Thomas Scheibel kommentierte in den sozialen Medien eine Aktion der AfD – und bekam Besuch von der Polizei. Füssen – Deutschlandweit berichten Medien darüber, was Stadtrat Thomas Scheibel passiert ist. Nachdem er sich im Frühjahr mit recht derben Worten auf der Facebookseite des Kreisboten gegen eine Aktion des AfD-Kreisverbands geäußert hatte, stand vor kurzem plötzlich die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür. Seit Tagen steht das Telefon von Thomas Scheibel nicht mehr still, massenweise E-Mails erreichen ihn. Neben den vielen Anfragen von Journalisten beinhalten viele der Nachrichten eine eindeutige Botschaft: Sie ermuntern den 44-jährigen Füssener und äußern Dankbarkeit und Zuspruch. „Halten Sie durch!“ ist da zu lesen oder „Ich hoffe, dir geht`s (wieder) gut und du lässt dich nicht unterkriegen.“ Und auch Scheibel gibt sich kämpferisch: „Ich bin bereit meine Grundrechte zu verteidigen.“ Alles begann mit einem Facebook-Post. Der Kreisbote Füssen hatte darüber berichtet, dass der Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Wolfgang Dröse einem Lehrer des Gymnasiums Hohenschwangau einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot vorwarf, nachdem dieser seine Schüler zu einer Teilnahme an einer Demo für die Demokratie ermuntert hatte. Bauunternehmer Thomas Scheibel, der für die Freien Wähler Füssen im Stadtrat sitzt, kommentierte daraufhin auf der Facebook-Seite des Kreisboten unter anderem: „FCK AfD von euch Pissern lassen wir uns nicht mundtot machen.“ Daraufhin erstattete Wolfgang Dröse Anzeige wegen Beleidigung, was nun zu besagter Hausdurchsuchung führte

#Queerfeindlichkeit: Neue Hauptgegner für eine neue Generation von Neonazis

Sächsische Neonazis haben die Paraden zum Christopher Street Day zu ihren wichtigsten Feindbildern erkoren. Vor allem junge Rechte kommen zu ihren Protesten. In der sächsischen Kleinstadt nahe Leipzig findet zum ersten Mal ein eigener Christopher Street Day (CSD) statt, ein Demonstrationsumzug, dessen Teilnehmerinnen sich für die Rechte queerer Menschen einsetzen. Doch der CSD hat Gegner. Rund 20 junge, teils vermummte Neonazis laufen dem Protestzug hinterher, bauen sich an dessen Rand auf und versuchen mehrmals, auf die Versammlungsfläche zu gelangen. Den Ton geben Kader der Jungen Nationalisten, kurz JN, an, der Jugendorganisation der rechtsextremen Partei Heimat, die früher als NPD bekannt war. Während der Abschlusskundgebung spitzt sich die bedrohliche Kulisse zu. Um den Marktplatz herum stehen mehrere Grüppchen aus dem rechten Hooliganmilieu, eine weitere Gruppe unscheinbar aussehender Jugendlicher filmt und verhöhnt ohne Unterlass die CSD-Teilnehmer. Am Ende bleibt es bei Provokationen, Bedrohungen und leichten Rangeleien, doch die Botschaft der rechten Szene ist eindeutig: Ihr seid hier nicht willkommen. Die Polizei schreibt mehrere Anzeigen wegen Nötigung, Körperverletzung und Vermummung. Ansonsten bleiben die Einsatzkräfte weitgehend passiv. Der Wurzener CSD war einer der ersten des Jahres. Bereits damals zeigte sich: Etwas gerät ins Rutschen. “In der Tat ist die Mobilisierung gegen CSD-Veranstaltungen in diesem Umfang ein neues Phänomen, das im gesamten Bundesgebiet auftritt”, erklärt Janek Treiber, Politikwissenschaftler an der TU Dresden. Gerade in Ostdeutschland seien die Teilnehmerzahlen der Proteste besonders groß, während die CSD-Paraden für die rechte Szene “eine neue Hauptgegnerrolle einnehmen”. Eine neue Generation von Neonazis, die hauptsächlich via Social Media angesprochen werden, begreift gewaltbereite Demonstrationen gegen die CSDs als Erlebnis und verhilft zuletzt eher schwächelnden Organisationen wie den Jungen Nationalisten zu neuer Bedeutung. Dass ausgerechnet das Phänomen Christopher Street Day im Fokus der Rechten steht, erklärt Treiber damit, dass sich diese als Protestobjekt in der analogen Welt anbieten, “die eine links-progressive Idee repräsentieren”. Sexualität und Sexualmoral seien aber seit Langem Themen der extremen Rechten: “Ihre Gegner werden dabei oft als verabscheuungswürdige Perverse dargestellt.” Ein Muster, das sich im Laufe des Sommers bestätigt.

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a pride flag drawn on the ground

AfD-Abgeordneter Hohloch vor Gericht: Urteil nach Social-Media-Streit erst im Dezember – #LockHimUp

Eine Mutter geht gerichtlich gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Dennis Hohloch vor, der sie nach einem Landtagsbesuch von Grundschülern an den Online-Pranger gestellt hatte. Ursprünglich sollte am morgigen Mittwoch über den Fall entschieden werden. In dem Rechtsstreit um möglicherweise Persönlichkeitsrechte verletzende Äußerungen des Brandenburger AfD-Abgeordneten Dennis Hohloch wird am 11. Dezember ein Urteil erwartet. (…) Eine Frau aus Potsdam will Hohloch, dem Parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, per einstweiliger Verfügung untersagen lassen, ihren Namen in seinen Social-Media-Posts zu nennen. Hohloch hatte im Sommer in einer Gesprächsrunde im Landtag mit Grundschulkindern zwischen neun und zwölf Jahren über Gruppenvergewaltigungen und Migration gesprochen haben. Die Mutter eines der Kinder beschwerte sich in einer internen Mail an andere Eltern darüber und forderte eine Aufarbeitung der Vorkommnisse. Hohloch und die AfD-Fraktion stellten daraufhin die Frau in den sozialen Medien bloß und nannten ihren Namen.

via tagesspiegel: AfD-Abgeordneter Hohloch vor Gericht: Urteil nach Social-Media-Streit erst im Dezember

siehe auch: Streit um Social-Media-Beiträge Entscheidung im Verfahren um AfD-Politiker Hohloch verschoben. Im juristischen Streit um Äußerungen des AfD-Landtagsabgeordneten Dennis Hohloch über eine Mutter in sozialen Medien hat das Landgericht Potsdam seine Entscheidung verschoben. Das teilte eine Sprecherin des Gerichts am Dienstag mit. Eine Frau aus Potsdam will mit einem Antrag auf eine Einstweilige Verfügung erreichen, dass die Beiträge Hohlochs in sozialen Medien gelöscht und nicht mehr weiter verbreitet werden. Sie sah sich digitalem Hass ausgesetzt. Hintergrund ist der Besuch einer Grundschulklasse im Landtag im Sommer, bei dem Hohloch vor teils neunjährigen Kindern über Gruppenvergewaltigungen und Migration sprach. (…) Der Verein Opferperspektive, der die Frau unterstützt, sprach davon, dass die Beiträge in den Kommentarfunktionen “zum Sammelbecken für digitalen Hass” gegen die Mutter geworden seien. Die Frau wolle deshalb gegen das “Outing auf Social Media” mit der Unterlassungsverfügung vorgehen. Der AfD-Landtagsabgeordnete sah bislang kein Fehlverhalten. Die Mutter ist eine ehemalige Journalistin, die in der Medienanstalt Berlin-Brandenburg tätig ist und vor Jahren auch für den rbb arbeitete

Larissa Wagner und Co.: So manipuliert die AfD mit KI

Die AfD nutzt gezielt künstliche Intelligenz, um über Fake-Profile und manipulative Inhalte auf Plattformen wie X Desinformation zu verbreiten, Vertrauen in Medien zu untergraben und demokratische Strukturen zu destabilisieren. Die AfD hat sich modernster Technologien bedient, um ihre Botschaften zu verbreiten – und das nicht immer mit sauberen Mitteln. Auf der Plattform X (ehemals Twitter), die nach dem Wegfall vieler Moderationsmechanismen zunehmend zur Spielwiese für fragwürdige Akteure wird, setzt die Partei künstliche Intelligenz (KI) ein, um Fake-Profile zu erstellen und manipulative Inhalte gezielt zu verbreiten. Das Fake-Profil „Larissa Wagner“ Ein Beispiel: das Profil „Larissa Wagner“. Wie ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) thematisiert, handelt es sich dabei um eine vollständig künstlich erzeugte Figur. KI-generierte Bilder und Deepfake-Videos lassen „Larissa Wagner“ unter dem Nutzenamen @LarissaWagt wie eine junge, attraktive Frau wirken, die scheinbar authentische Inhalte teilt. Doch hinter dieser Fassade steckt nichts anderes als eine manipulierte Inszenierung. Die Botschaften des Profils sind geschickt kalkuliert: „Larissa Wagner“ präsentiert sich als gläubige Christin, spricht sich gegen Transmenschen aus, gleichzeitig aber für Alice Weidel, die offen homosexuelle Fraktionsvorsitzende der AfD. Zudem wird das Thema Wehrmachtsvergangenheit angesprochen – in einer Weise, die Verstrickungen relativiert und normalisiert. Mit diesen kontroversen, emotional aufgeladenen Aussagen werden gezielt junge Männer angesprochen, um sie für die AfD zu gewinnen und deren Positionen weniger kritisch zu hinterfragen. Der eigentliche Plan dahinter Auch wenn das Profil „Larissa Wagner“ technisch noch unausgereift ist, zeigt es, wohin die Reise geht: KI-basierte Desinformationskampagnen werden immer schwerer zu erkennen. Die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge verschwimmt zusehends. Für viele Menschen wird es immer schwieriger, zwischen echten und manipulierten Inhalten zu unterscheiden – ein Zustand, den die AfD gezielt ausnutzt. „Lügenpresse“ und die Zerstörung von Vertrauen Dass solche Manipulationen überhaupt erfolgreich sein können, liegt auch an der langfristigen Strategie der AfD. Mit Begriffen wie „Lügenpresse“ hat sie systematisch das Vertrauen in etablierte Medien untergraben. Viele Menschen suchen mittlerweile ausschließlich nach Informationen, die ihre eigenen Überzeugungen bestätigen – und landen so in einer Echokammer aus Halbwahrheiten und Lügen. In dieser Blase wird jede Falschinformation der AfD zur vermeintlichen Wahrheit, weil sie nicht mehr hinterfragt wird.

via grasbrunn-aktuell: Larissa Wagner und Co.: So manipuliert die AfD mit KI

siehe auch: FALSCHES SPIEL AUF X: KI-Maus und rechte Verführerin. Sie gibt vor, für Meinungsfreiheit zu kämpfen, ist aber nur die Männerphantasie eines rechtsextremistischen Magazins. Auf X treibt die KI-Schönheit Larissa Wagner mit gelispelten Parolen ihr Unwesen. (…) Das „Brandenburger Mädel“, als das sie sich bezeichnet, folgt bevorzugt jungen Frauen, die Werbung für die AfD und die Identitäre Bewegung machen. In knapp drei Monaten hat sie mit ihren Tweets und ihrem blendenden Aussehen, das allen gängigen Schönheitsidealen im Internet entspricht, mehr als 3800 Follower gewonnen. Ihr erster Tweet mit der Botschaft „So langsam wird es Herbst“ war noch harmlos, dafür gab es 32 Herzchen, im zweiten schrieb sie: „Kleiner Reminder: Es gibt #NurZwei Geschlechter“, 98 Herzchen. Als sie Alice Weidel in einem TV-Duell besser fand als Sahra Wagenknecht, liefen knapp 1500 Herzchen ein. „Transfrauen sind keine Frauen“ Den Rekordwert von 7000 Herzchen erhielt sie für den Tweet „Transfrauen sind keine Frauen“. Im Bikini am Strand freut sie sich mit Unschuldsblick über das Ampel-Aus, leicht bekleidet auf dem Sofa fragt sie: „Taurus und andere Waffensysteme bringen uns einfach näher an den Weltkrieg. Seht ihr das auch so?“ Ihr Ton in den gelegentlich geposteten Videos, in denen sie in einfacher Sprache etwa gegen Bürgergeld-Empfänger hetzt, ist der einer freundlichen jungen Frau, die ein wenig lispelt. Ihre Lippen bewegen sich dabei asynchron. Man muss nicht viel über KI wissen, um zu sehen, dass Larissa Wagner ein Avatar ist, ein animierter Bot. Einige Nutzer wollen sie trotzdem daten, andere loben sie für ihre Ansichten. Meldet ein Nutzer „KI-Alarm!“, bekommt er von Larissa zur Antwort: „Sherlock!“, sie bezeichne sich in ihrem Profil ja selbst als „KI-Maus“. Ihr Klarname ist natürlich erfunden, die X-Richtlinien für verifizierte Accounts wurden ohne Mühe ausgetrickst. Das Ganze soll wohl irgendeine Art von Ironie faken, es wird aber letztlich nur Meinung entwertet, rechte Sprechblasen werden einer bestimmten Männerphantasie in den Mund gelegt.

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