#Münchner Unternehmer sieht Oberbayer auf #Sylt-Skandal-Video und reagiert sofort – CSU distanziert sich – #pack #kickhimout

Das rechtsradikale Skandal-Video von Feiernden auf der Insel Sylt schlägt bundesweit Wellen der Empörung. (…) Kurze Zeit nach Bekanntwerden des Videos schaltete sich der Staatsschutz ein und erklärte, gegen fünf Beteiligte zu ermitteln, wie die Polizei am Freitag (24. Mai) mitteilte. Nach Rassismus-Eklat auf Sylt: Münchner Unternehmen spricht Kündigung aus Das Partyvideo, in dem junge Menschen beim Skandieren rassistischer Parolen zu sehen sind, beginnt, für die Beteiligten reale Konsequenzen zu haben. Am Freitagnachmittag veröffentlichte ein Münchner Unternehmen ein Statement und sprach sich gegen Rassismus aus. Einer der Beteiligten war mutmaßlich bei der Werbeagentur angestellt. In dem Video ist er zu sehen, wie er eine Geste macht, die an einen Hitlergruß denken lässt. In einer Instagramstory teilte das Unternehmen „Serviceplan Group“ mit, sofort gehandelt zu haben und eine fristlose Kündigung ausgesprochen zu haben, als der Vorfall bekannt wurde. „Wir sind ein weltoffenes Unternehmen und leben unser Leitbild der Stärke durch Vielfalt in allen unseren Houses of Communcation mit 6.000 Kolleg:innen aus mehr als 50 Ländern weltweit täglich.“ Und weiter: „Rassismus wird innerhalb der Agenturgruppe in keiner Form geduldet.“

via merkur: Münchner Unternehmer sieht Oberbayer auf Sylt-Skandal-Video und reagiert sofort – CSU distanziert sich

siehe auch: “Ausländer raus” auf Sylt: Münchner Partygänger wohl in Skandal verwickelt – fristlose Kündigung Junge Menschen grölen auf Sylt einen ausländerfeindlichen Songtext. Die Szene sorgt bundesweit für Aufsehen – auch in München. (…) Jetzt haben die Betreiber des Sylter Lokals klare Konsequenzen gezogen. Die gesamte Szene am späten Nachmittag des Pfingstsamstags sei von Überwachungskameras mit Ton aufgezeichnet worden, sagte Inhaber Tim Becker am Freitag. Man habe die Namen aller fünf Beteiligten an die Polizei gegeben. Auch die Überwachungsaufnahme sei der Polizei übermittelt worden. Viele der insgesamt rund 300 Gäste hätten auf der Terrasse des Lokals den Song ganz normal mitgesungen. Das sei auf der Aufnahme zu hören. Auf der Überwachungsaufnahme sei aber auch zu sehen, wie einer der Beteiligten die kleine Gruppe mit seinem Handy gefilmt hat. “Das waren wirklich nur diese fünf Leute”, sagte Becker. Ähnliche Vorfälle habe es im Pony bisher nicht gegeben. Eine Konsequenz sei, dass “L’amour toujours” künftig nicht mehr gespielt werde. “Uns war das komplett neu, dass das missbraucht wird.” (…) Wenn Münchner Tatverdächtige sich nicht selbst äußern: Instagram-Seite will Identitäten enthüllen Bei ihnen soll es sich unter anderem um bekannte Gesichter aus der Partyszene handeln, wie einer der Betreiber der AZ bestätigt. Freunde, Arbeitskollegen und Familienmitglieder sollen sie identifiziert haben. Noch wollen die Betreiber den Betroffenen Zeit geben, um sich öffentlich zur Sache zu äußern. Sonst wollen sie die Beteiligten “öffentlich machen”. Die Münchner Polizei hat sich zu den Anschuldigungen bisher auf Anfrage der AZ nicht geäußert. Dagegen hat die Münchner Werbeagentur “Serviceplan Group”, bei der einer der Partygänger angestellt war, bereits eine Entscheidung getroffen. “Mit Entsetzen haben wir heute erfahren, dass ein Mitarbeiter unserer Gruppe in die rassistischen Vorfälle auf Sylt am Pfingstwochenende verwickelt war”, postete das Unternehmen auf seinem Instagram-Kanal.

Rostock-Lichtenhagen : Obdachloser von Mob gejagt und verletzt

Eine Gruppe von 20 bis 30 Menschen hat in Rostock einen Obdachlosen verfolgt, geschlagen und getreten. Dem waren Warnungen vor dem Mann in den Sozialen Medien vorangegangen. Rostock-Lichtenhagen: Hier jagte ein Mob den Wohnungslosen Quelle: imago Mehrere Personen aus einer größeren Gruppe haben einen wohnungslosen Mann in Rostock-Lichtenhagen mit Schlägen und Tritten vor sich hergetrieben und verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass eine Vielzahl von Meldungen über den 26-Jährigen in Sozialen Medien einen erheblichen Einfluss auf die Tat am Donnerstagabend hatten. Die Täter hätten die Anschuldigungen mutmaßlich zum Anlass genommen, im Namen der Selbstjustiz zu handeln, teilte die Polizei am Freitag mit. Den Ermittlungen zufolge haben etwa acht Personen aus einer 20- bis 30-köpfigen Gruppe den 26 Jahre alten Deutschen mit Schlägen und Tritten vor sich hergetrieben. Dabei erlitt er leichte Verletzungen (…) In Sozialen Medien seien jüngst Informationen verbreitet worden, dass der Mann möglicherweise Kinder angesprochen habe, hieß es. Es wurden Bilder, Videos sowie ein angeblicher Name des Mannes veröffentlicht. Unter anderem sei die unspezifische Warnung kursiert, man solle auf seine Kinder aufpassen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Auch in diesem Zusammenhang wurden Ermittlungen eingeleitet. (…) Dies und auch Selbstjustiz könnten schnell dazu führen, dass man sich selbst strafbar macht.

via zdf: Rostock-Lichtenhagen : Obdachloser von Mob gejagt und verletzt

EU-Parlament AfD aus rechter ID-Fraktion ausgeschlossen – #kickthemout

Die jüngsten Skandale der AfD haben immer größere Folgen für die Partei. Nun sind alle AfD-Abgeordneten aus der rechten ID-Fraktion im EU-Parlament ausgeschlossen worden. Die AfD-Spitze in Berlin zeigte sich gelassen. Die Rechtsaußen-Fraktion Identität und Demokratie (ID) im Europaparlament hat die Abgeordneten der AfD ausgeschlossen. Das teilte die italienische Partei Lega mit, deren Abgeordneter Marco Zanni der Fraktion vorsitzt. “Die ID-Gruppe will nicht länger im Zusammenhang mit den Vorfällen um Maximilian Krah, dem Spitzenkandidaten der AfD für die Europawahl, stehen”, so die Lega.Grund dafür sind unter anderem verharmlosende Äußerungen Krahs zur SS. Der 47-Jährige steht außerdem wegen der Spionageaffäre um einen Mitarbeiter und wegen seiner Nähe zu Russland und China in der Kritik. Die AfD-Delegation hatte zuvor vergeblich versucht, die Entscheidung noch abzuwenden und gefordert, lediglich ihren Spitzenkandidaten Krah auszuschließen. Dessen Verhalten rechtfertige nicht den Ausschluss aller AfD-Abgeordneten, hieß es in einer E-Mail der Delegationsvorsitzenden Christine Anderson an den Fraktionsvorstand. Am Montag hatte bereits der französische Rassemblement National (RN) die Zusammenarbeit mit der AfD aufgekündigt

via tagesschau: EU-Parlament AfD aus rechter ID-Fraktion ausgeschlossen

siehe auch: EUROPAPARLAMENT: Rechtsaußen-Fraktion schließt alle AfD-Abgeordneten aus Wegen der Vorfälle um Spitzenkandidat Krah müssen die AfD-Abgeordneten ihre Fraktion im Europäischen Parlament verlassen. Die AfD-Delegationsleiterin konnte das nicht mehr abwenden. 417 Teilen Merken Drucken Die Rechts-außen-Fraktion im Europäischen Parlament, Identität und Demokratie (ID), hat am Donnerstag alle neun Abgeordneten der AfD ausgeschlossen. Die Entscheidung fiel auf Antrag des Vorsitzenden Marco Zanni von der italienischen Lega in einem schriftlichen Verfahren, wie dessen Partei mitteilte. Zanni begründete den Schritt mit „der Reihe von Vorfällen, an denen Herr Maximilian Krah und damit auch die deutsche Delegation der Gruppe beteiligt waren“, und damit, „dass diese Vorfälle dem Zusammenhalt und dem Ruf der Gruppe geschadet haben“. Der Ausschluss fand breite Unterstützung; dagegen stimmten lediglich die FPÖ aus Österreich und eine estnische Partei. Die AfD-Delegationsleiterin Christine Anderson hatte vergeblich versucht, die Entscheidung noch abzuwenden, indem sie nur den Ausschluss Krahs beantragte. Der AfD-Bundesvorstand sei darüber „informiert“. Aus AfD-Kreisen hieß es, dieser habe den Schritt nicht gebilligt. Andersons Manöver wurde in Kreisen der Fraktion als „verzweifeltes“ und „aussichtsloses“ Unterfangen beschrieben; Far-right coalition in European Parliament expels Germany’s AfD party following comments about SS soldiers. A far-right coalition of parties in the European Parliament has expelled Germany’s Alternative for Germany (AfD) Party following their leading candidate’s comments about Nazi SS soldiers during World War II. “The Bureau of the Identity and Democracy Group in the European Parliament has decided today to exclude the German delegation, AfD, with immediate effect,” said the coalition – called the Bureau of the Identity and Democracy Group, or ID Group – in a statement on Thursday. “The ID Group no longer wants to be associated with the incidents involving Maximilian KRAH, head of the AfD list for the European elections,” it said. Krah, the AfD’s leading candidate in next month’s European elections, has already been banned from making public appearances by his party, following controversial comments about Nazi SS soldiers in Italian newspaper La Repubblica over the weekend. In the newspaper interview, Krah is quoted as saying: ”Before I declare someone a criminal, I want to know what he did. Among the 900 thousand SS men, there were also many farmers: there were certainly a high percentage of criminals, but not all of them were. I will never say that anyone who wore an SS uniform was automatically a criminal.” The SS (Schutzstaffel) was a major paramilitary organization under Adolf Hilter, whose primary role was guarding the concentration camps in World War II.

#Kommunalwahl – #Trierer AfD-Kandidat hatte laut Partei Kontakte in rechtsextreme Szene – #RevolteRheinland

Offiziell grenzt sich die AfD von der rechtsextremen Gruppe “Revolte Rheinland” ab. In Trier hat sie aber einen Kandidaten zur Kommunalwahl aufgestellt, der die Gruppe kennt. Es geht um einen Kandidaten für die Wahl zum Trierer Stadtrat. Wie der Kreisvorsitzende der Trierer AfD, Michael Frisch, dem SWR mitteilt, hatte dieser Mann im vergangenen Jahr Kontakte zu der als rechtsextrem geltenden Gruppierung “Revolte Rheinland”. Beiträge in Social Media-Kanälen von “Revolte Rheinland” deuten darauf hin, dass der Mann an mindestens zwei Aktionen teilnahm, die der Gruppe zugerechnet werden können. Auf Fotos dieser Aktionen ist ein Mann zu erkennen, der starke Ähnlichkeiten mit dem Kandidaten der Trierer AfD aufweist. In einem Begleittext werden Teilnehmer einer dieser Veranstaltungen als “Aktivisten der Revolte Rheinland” bezeichnet. (…) “Revolte Rheinland” gilt als Nachfolger der rechtsextremen “Identitären Bewegung” in Rheinland-Pfalz. Die Gruppe ist vor allem im Norden des Landes und im angrenzenden Nordrhein-Westfalen, aber auch in der Region Trier aktiv. Sie fällt seit Jahren mit provokanten Aktionen auf, etwa mit öffentlichen Forderungen einer “Remigration”. Vor etwa zwei Monaten hatte der SWR aufgedeckt, dass ein Kandidat der Koblenzer AfD für die anstehende Kommunalwahl ebenfalls Verbindungen zu „Revolte Rheinland“ hatte.

via swr: Kommunalwahl Trierer AfD-Kandidat hatte laut Partei Kontakte in rechtsextreme Szene

Ärger bei den extremen Rechten – Europaabgeordnete Limmer verlässt die AfD

Nach dem Wahltag soll Schluss sein: Die AfD-Europaabgeordnete Sylvia Limmer tritt nach SPIEGEL-Informationen aus der Partei aus. Sie verweist auf »Putin-Fanboys« und sagt: »Inzwischen werden Kritiker kaltgestellt.« Die AfD-Europaabgeordnete Sylvia Limmer tritt zur Europawahl aus ihrer Partei aus. Das bestätigte sie dem SPIEGEL auf Anfrage. »Im Prinzip habe ich mich schon lange von der AfD verabschiedet beziehungsweise die AfD von mir und ihren Gründungsidealen«, begründete sie den Schritt. »Die AfD ist inzwischen eine Kaderpartei, die Entscheidungen nicht mehr durch basisdemokratische Prozesse entscheidet, sondern top down, also von oben vorgegeben.« Damit verliert die extrem rechte Partei, die gerade ohnehin wegen zahlreicher Skandale und dem Rauswurf aus ihrer Fraktion im Europaparlament in den Schlagzeilen steht, erneut jemanden, der einen hochrangigen Posten besetzt hatte. Limmer war zwischen 2019 und 2022 Beisitzerin im Bundesvorstand gewesen. Die Europaabgeordnete, die zum Lager der vergleichsweise Moderaten zählte, folgt mit ihrem Austritt unter anderem Ex-Parteichef Jörg Meuthen, der die AfD vor zwei Jahren verlassen hatte.

via spiegel: Ärger bei den extremen Rechten Europaabgeordnete Limmer verlässt die AfD

„Reichsbürger“-Prozess in Frankfurt: Im Land der Märchen – #terror

Roman von Alvensleben kommt aus Hameln, das an der Deutschen Märchenstraße liegt. Darauf verweist der Anwalt des mutmaßlichen Verschwörer-Chefs und „Reichsbürgers“ Heinrich XIII. Prinz Reuß am Donnerstag im Prozess gegen seinen Mandanten und acht andere Angeklagte vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Die Anschuldigungen des Generalbundesanwalts, Reuß habe mit einer terroristischen Vereinigung die Ordnung der Republik beseitigen und dabei Tote in Kauf nehmen wollen, erinnerten ihn an das Märchen vom Lügenbaron Münchhausen. Der 72-jährige Reuß ist nach Angaben von Alvensleben vielmehr ein staatstreuer Bürger der Bundesrepublik Deutschland, der hier stets seine Steuern gezahlt, sich Urteilen der Gerichte gebeugt und seine Kinder als alleinerziehender Vater großgezogen habe. Bis zu seiner Verhaftung im Dezember 2022 habe sich Reuß „nicht einmal eine Sachbeschädigung“ zuschulden kommen lassen. Die Gruppe etwa mit der Terrorgruppe „Rote Armee Fraktion“ (RAF) zu vergleichen, sei daher geradezu eine Verhöhnung der Hinterbliebenen von RAF-Opfern. Wirre Gedankenwelt: Laut Prinz Reuß existiert ein „Deep State“ in Deutschland Der Generalbundesanwalt hält den Frankfurter hingegen für den Rädelsführer einer Terrorgruppe, die die gewählte Bundesregierung habe gewaltsam absetzen und durch einen provisorischen „Rat“ mit Reuß als Staatsoberhaupt ablösen wollen. Alle sechs Sitzungen des „Rats“ hätten im Thüringer Schloss von Reuß stattgefunden. Die wirre Gedankenwelt der Gruppe, wie sie von der Anklage dargestellt wird, erinnert durchaus an die erfundenen Abenteuer des Barons von Münchhausen. Danach war Prinz Reuß vorgesehen, für Deutschland nach dem Putsch einen Friedensvertrag mit den alliierten Siegermächten des Zweiten Weltkriegs auszuhandeln. Zudem habe er mit Hilfe seiner Lebensgefährtin, der Russin Vitalia B., versucht, Kontakt mit der russischen Regierung aufzunehmen, um Moskau für den Umsturz in Deutschland zu gewinnen. In der Vorstellungswelt der Gruppe habe Russland Teil einer „Allianz“ sein sollen, die Deutschland von der Herrschaft eines „Tiefen Staates“ befreien sollte – einer kriminellen Organisation, die Kinder systematisch foltere.

via fr: „Reichsbürger“-Prozess in Frankfurt: Im Land der Märchen

siehe auch: Der Glaube an die unheilige Allianz.Am zweiten Tag des Frankfurter Reichsbürgerprozesses kritisieren die Anwälte abermals das Verfahren. Doch es geht auch um konkrete Anschuldigungen in der Anklageschrift. (…) Andreas Wölfel, Anwalt des mutmaßlichen Mitgründers der Vereinigung Peter W., spricht von „massivem Geheimnisverrat“, für die „bundesdeutschen Hofjournalisten“ seien die Festnahmen anscheinend nicht überraschend gekommen. Ein Anwalt von Prinz Reuß, Roman von Alvensleben, kritisierte, dass „vom größten Terrorprozess der Nachkriegszeit“ gesprochen werde, obwohl „nicht einmal eine Sachbeschädigung“ erfasst worden sei; Frankfurter Prozess gegen Gruppe Reuß :Reichsbürger ohne Reue Im Terrorprozess gegen die Gruppe um Prinz Reuß in Frankfurt will die Verteidigung Freisprüche erreichen – ist aber schon jetzt teils zerstritten. Noch hat sich im Prozess gegen die Führungsriege der mutmaßlichen „Reichsbürger“-Verschwörung um Heinrich XIII. Prinz Reuß keiner der neun Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert. Doch bereits nach dem zweiten Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt ist klar: Mit reuevollen Geständnissen dürfte eher nicht zu rechnen sein. „Mein Mandant steht auf der Grundlage des Grundgesetzes und der Rechtsordnung“, sagte Rechtsanwalt Roman von Alvensleben, einer von vier Verteidigern des als Rädelsführer angeklagten Prinz Reuß, am Donnerstag. Nie habe der Frankfurter Immobilienunternehmer Gewalttaten gegen den Staat geplant. Von „Märchen“ sprach der Anwalt. Prinz Reuß, seinen acht Mit­angeklagten sowie 18 weiteren Männern und Frauen, denen in Stuttgart und München der Prozess gemacht wird, wirft die Bundesanwaltschaft die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Hochverrat vor. Die „Patriotische Union“ soll einen bewaffneten Angriff auf den Bundestag geplant haben. Der Aufbau von 286 „Heimatschutzkompanien“ hatte laut Anklage schon begonnen. Ideologischer Antrieb soll dabei auch der Glaube an die antisemitische QAnon-Verschwörungserzählung gewesen sein: dass pädophile Eliten in unterirdischen Tunneln Kinder missbrauchen. Und dass jedoch schon bald ein mächtiger internationaler Geheimbund, die „Allianz“, einmarschieren und die Kinder befreien werde. (…) Dass es sich bei QAnon um herbeihalluzinierten Irrsinn handelt, ist unter den Ver­tei­di­ge­rin­nen indes nicht unumstritten. Am Ende des ersten Verhandlungstags hatte Martin Schwab, Juraprofessor aus Bielefeld und Verteidiger seiner Parteifreundin Johanna Findeisen-Juskowiak aus der Co­ro­na­leugnerinnen-Partei „Die Basis“, der Bundesanwaltschaft einseitige Ermittlungen vorgeworfen – weil sie nicht nach den Tunneln mit den gequälten Kindern gesucht habe. Man dürfe, erregte sich der Hochschullehrer, das nicht einfach als Verschwörungserzählung abtun. Es ist nicht die einzige Uneinigkeit. Bei Vitalia B., der Lebensgefährtin von Prinz Reuß, haben sich Pflichtverteidigerinnen und Wahlverteidiger schon so zerstritten, dass sie offenbar nicht einmal mehr mit­ein­an­der reden. Wahlverteidiger Thomas Nirk nutzte sogar sein Eröffnungsstatement für Angriffe auf seine Kolleginnen. Seiner programmatischen Ansage aber widersprachen auch sie nicht: „Die Verteidigung ist angetreten, die Unschuld der Mandantin zu beweisen.“ Andreas Wölfel schließlich – ein rechtsextremer Szeneanwalt, der den ehemaligen KSK-Soldaten Peter Wörner vertritt – kritisierte das angeblich unverhältnismäßige Vorgehen der Justiz, inklusive Verschwörungsgeraune: „Es besteht der Verdacht, dass das Strafverfahren auf dem Rücken der Angeklagten missbraucht wird, um von anderweitigem Versagen abzulenken.“

Rechtsextreme #Gesänge auf #Sylt : #Rassismus als #Partykracher – #pack #kickthemout

Vor einem Promiclub auf Sylt werden ausländerfeindliche Parolen zu Discomusik gesungen. Seit Monaten geht diese Version in rechtsextremen Kreisen viral. Das Video einer ausgelassenen Partyhorde sorgt seit Donnerstagsabend für Aufregung auf diversen Social-Media-Kanälen. Es zeigt knapp 20 feiernde Menschen mit Getränken, die zu Discomusik den alten Nazislogan „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ singen. Gefilmt wurde es offenbar als Selfie von einer jungen Frau, die fröhlich in die Kamera singt. Sonnenbrillenträger singen Aperol Spritz schwenkend lauthals mit. Besonders auffällig ist ein Mann im Hintergrund, der mit lässig über die Schultern gelegtem Pullover den rechten Arm winkend nach oben streckt. Zwei Finger der linken Hand legt er sich zudem an die Oberlippe, eine Geste, die als Symbol für Hitlers Bärtchen gelesen werden kann. Als eine der ersten hatte die Podcasterin Nora Zabel das Video getwittert. „Eher Anzeigen sind raus“ hatte sie dazu auf X als Replik auf den ausländerfeindlichen Slogan im ursprünglichen Post geschrieben. Zabel ist CDU-Mitglied und hat sich mit dem feministischen Podcast „Womensplaining“ einen Namen gemacht. (…) Weil ihr Post auf X schnell gelöscht wurde, hatte Zabel das Video erneut gepostet. Auch dieser zweite Post ist mittlerweile gelöscht. Zuvor war es aber von prominenten Accounts wie dem Jan Böhmermanns retweetet worden. Der ZDF-Moderator stellte zudem die Frage: „Wer und wo sind diese Leute?“. So kam schnell heraus, dass die Szene offenbar vor dem Pony Club in Kampen auf Sylt gefilmt wurde. Der bezeichnet sich auf seiner Homepage als „ältester Nachtclubs Deutschlands“, in dem sich „Stammgäste und die neue Generation von heute in perfekter Harmonie“ zum gemeinsamen Feiern treffen würden. An Pfingsten feiert der Club auf der Nordseeinsel regelmäßig mit besonderen Events. (…) Öffentlich ist über die Teil­neh­me­r:in­nen der rassistischen Sause bisher wenig bekannt. Gleich zu Beginn des Videos erscheint eine Frau in Großaufnahme, die fröhlich feiernd die Zeilen mitsingt. Sucht man nach dieser Frau im Netz, findet man schnell professionelle Modelfotos. Ein norddeutscher Fotograf hat die Frau in seiner Kartei, auch ein anderer Fotograf wirbt mit ihren Bildern. Die Fotos stammen von 2019 und 2021. Bei Linked-In gibt sie an, an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften studiert zu haben, ihr Linked-In Profil ist mittlerweile gelöscht. Zwei weitere Gäste stammen nach Recherche der taz mutmaßlich aus München. Im Video stehen sie hinter der Frau. Einer von ihnen trägt ein weißes Hemd, eine schwarze Weste und eine schwarze Sonnenbrille. Die Aufnahmen zeigen, wie er im Chor ebenfalls „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ singt. Er und vor allem der Mann neben ihm sind im Netz wohl keine Unbekannten. Fotos zeigen die beiden auf einem Instagram-Account, dessen Betreiber sich „Fashion / Lifestyle Influencer“ nennt und mehr als 59.000 Follower hat. Am Freitagmorgen wurde der Account auf „Privat“ umgestellt. Das Video, das in den sozialen Medien die Runde macht, ist selbst von einem anderen X-Account namens „Oskar Breitfeld“ abgefilmt. Er hatte das Video mit dem Kommentar gepostet: „Hier ist kein Ton reingeschnitten, war wirklich so…“ Aktuell ist das Profil abgeschaltet. „Dieser Account existiert nicht“, heißt es bei Aufruf der Seite. Von dem Video kursieren aber weiterhin zahlreiche Kopien. Am Donnerstagabend teilte auch Anna Leisten, Landesvorsitzende der Jungen Alternative (JA) in Brandenburg, das Video, bezog sich allerdings positiv darauf. „Ich komme im Sommer nach Sylt“, schrieb Leisten und fragte: „Gibt es da schon eine JA?“. Am Ende fügte sie ein Sonnen-Emoji und eine Deutschlandfahne an.

via taz: Rechtsextreme Gesänge auf Sylt :Rassismus als Partykracher

siehe auch: Rassismus-Eklat auf Sylt – und fristlose Kündigung für Gröler. in Video mit „Ausländer raus“ singenden Gästen löst bundesweit Empörung aus. Betreiber des Kultclubs und Vertreter der Politik distanzieren sich. (…) Zu hören ist dabei die Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ – zur Melodie des Dance-Klassikers „L‘Amour Toujours“ des italienischen DJ Gigi D‘Agostino aus dem Jahr 1999. Außerdem im Bild: ein Mann, der einen sogenannten Hitlerbart sowie einen verbotenen Hitlergruß andeutet. Die Polizei Flensburg hat inzwischen das Video mit rassistischem Gegröle vor dem Lokal in Kampen geprüft. Die Staatsanwaltschaft Flensburg und die Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen. „Sie richten sich gegen die Personen, die auf dem Video offensichtlich die oben genannten Äußerungen mitsingen bzw. Kennzeichen tätigen“, teilte die Polizeidirektion Flensburg am Freitagmorgen mit. Es sei aber nicht auszuschließen, dass im Rahmen der Ermittlungen weitere Tatverdächtige hinzukämen, die auf diesem Video nicht abgebildet seien. (…) Das Video, in dem junge Menschen vor einem Lokal auf der Nordseeinsel Sylt rassistische Parolen grölen sollen, ist bundesweit auf große Empörung gestoßen. Das Lokal distanzierte sich in der Nacht zum Freitag von den Gästen und kündigte Konsequenzen an. Die Betreiber des Lokals erklärten auf Instagram zu dem Video, sie seien „tief schockiert“. „Wir distanzieren uns von jeder Art von Rassismus und Diskriminierung.“ Das Pony Kampen hat am Freitagmittag alle Einträge von seiner Instagram-Seite entfernt. Eine der an dem Gegröle in dem Video beteiligten jungen Frauen mit Sonnenbrille im Haar und weißer Bluse hatte die Szene offenbar gefilmt. Die Umstehenden singen und wippen, haben Gläser mit Getränken in den Händen. An dem Gegröle scheint sich niemand zu stören. Ausländerfeindliches Gegröle auf Sylt – HAW Hamburg distanziert sich Bei der Frau, die das Video angefertigt hat, soll es sich um eine Studentin der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg handeln. Zu konkreten Namen wollte sich die HAW auf Abendblatt-Anfrage nicht äußern, „um die Persönlichkeitsrechte zu wahren“. Gleichzeitig distanzierte sich die Hochschule mit deutlichen Worten von dem Video. „Es ist erschreckend und abscheulich, wie ‚normal‘ die rechtsradikalen Gesänge in diesem Umfeld anmuten. Aber ein solches Verhalten ist ganz und gar nicht normal und nicht hinzunehmen – wir stehen als weltoffene Hochschule klar dagegen und tolerieren derartige menschenverachtende Äußerungen in keiner Form“, teilte die HAW mit. Nazi-Gegröle auf Sylt: Shitstorm für Hamburger Firma Die filmende junge Frau war in der Vergangenheit bei einem kleinen Hamburger Unternehmen beschäftigt. Die Firma wird bei Instagram mit einem Shitstorm geflutet. Kunden wollen Bestellungen stornieren. (…) Ebenfalls reagiert hat die Werbeagentur Serviceplan. In ihrer Instagramstory heißt es: „Rassismus wird innerhalb der Agenturgruppe in keiner Form geduldet.“ In einer weiteren, international auf Englisch verfassten Stellungnahme sagt das Unternehmen, man habe „mit Entsetzen“ von den rassistischen Vorfällen erfahren. „Als der Vorfall bekannt wurde, hat die Serviceplan Group sofort gehandelt und eine fristlose Kündigung ausgesprochen.“ Rassismus-Eklat: Pony Kampen auf Sylt zeigt Gäste an Die Pony-Verantwortlichen sind bereits zur Tat geschritten. „Uns wurden nun die Namen von diesen Nazis zugespielt“, schrieben sie bei Instagram. „Wir werden dieses widerliche Verhalten anzeigen und alle strafrechtlichen Möglichkeiten nutzen!!!“; German police investigating viral footage of partyers chanting Nazi slogan Participants in the video chant ‘Germany for the Germans – foreigners out’ instead of the lyrics to a hit disco song, while one does an apparent Nazi salute (…) The video, which was made on Sunday during Pentecost celebrations, shows people on the Sylt island drinking and dancing as the song “L’amour Toujours” plays in the background. Some in the group could be heard changing the lyrics to an old Nazi slogan, “Germany for the Germans – foreigners out.” One of the participants could be seen raising his right arm in an apparent Nazi salute while imitating Hitler’s mustache by putting two fingers above his upper lip.