Fall des Streamers “Jean Pormanove” – Tod vor laufender Kamera schockiert Frankreich

Immer wieder wird ein Streamer in Frankreich vor laufender Kamera misshandelt. Tausende Menschen schauen dabei zu – nun starb der Mann während eines Livestreams. Der Fall bringt Politik und Justiz in Erklärungsnot. Die Liveübertragung auf der Plattform Kick lief schon seit 298 Stunden und 30 Minuten, also seit mehr als zwölf Tagen. Da machten Zuschauer des Dauer-Streams einen der schlafenden jungen Männer im gefilmten Zimmer bei Nizza darauf aufmerksam, dass ihr Dauer-Opfer JP ziemlich komisch und leblos daliege.Daraufhin schmiss einer der jungen Männer zuerst noch eine kleine Plastik-Wasserflasche auf den reglosen Körper. Als die Anwesenden merkten, dass JP tatsächlich nicht mehr reagierte, wurde die Live-Kamera abgeschaltet. Die Polizei in Nizza konnte anschließend nur noch den Tod des im Netz JP genannten Jean Pormanove feststellen, der mit bürgerlichem Namen Raphaël Graven hieß und nun mit 46 Jahren starb.Abozahlen stiegen mit der GewaltKurz zuvor soll Pormanove wie immer in seinen Videos auf der Plattform Kick von den anderen anwesenden Streamern malträtiert worden sein. So war in einer Szene des Livestreams zu sehen, wie Pormanove vor laufender Webcam von seinen ständigen Begleitern festgehalten und gewürgt wurde.Die Streams hatten früher mal eher harmlos mit Videospielen angefangen. Raphaël Graven alias Jean Pormanove war ein ehemaliger Obdachloser und Soldat, der in den Videos immer wieder die Opferrolle einnahm. Sobald Gewalt ins Spiel kam, stiegen die Abos des Streamingkanals und damit auch die Einnahmen. Mehrere Zehntausend Euro sollen dabei in manchen Monaten für die Streaming-Gruppe herausgesprungen sein.Die Plattform Kick griff nicht einDie Journalistin Marie Turcan arbeitet in Frankreich für das investigative Onlineportal Mediapart und hatte schon im vergangenen Jahr mit ihren Recherchen auf die Brutalität der Videos aufmerksam gemacht: “Sie haben immer mehr verstanden, dass, wenn JP sich geärgert hat, dann brachte das Geld”, erzählt sie. “Es gab User, die dafür bezahlt haben, JP beleidigen zu dürfen, die sich an der anschließenden Gewalt ergötzt haben.”Rund 50.000 Zuschauer hingen jeden Abend an den zunehmend gewalttätigen Streams. JP war einer der Stars auf der Plattform Kick, die zu keinem Zeitpunkt eingriff. Mal wurde Pormanove mit Farbe überschüttet, mal auf seinem Stuhl umgeschmissen und immer wieder geschlagen.”Es gab Zuschauer, die den Stream als Begleitmedium genutzt haben. Man konnte sehen, dass einige User den Video-Stream tagelang ununterbrochen eingeschaltet hatten”, sagt die Journalistin Turcan. Es habe eine richtige Community gegeben, die die Streamer angefeuert habe. “Nachdem wir unsere Recherchen veröffentlicht hatten, haben sie sich gegen uns gewendet und uns im Internet belästigt bis hin zu Morddrohungen.”

via tagesschau: Fall des Streamers “Jean Pormanove” – Tod vor laufender Kamera schockiert Frankreich

Dahinter steckt die NPD

In Bremen gab es Hausdurchsuchungen gegen die Gruppe „weserems.aktion“. Hinter junger Aufmachung verbergen sich alte Drahtzieher und neue internationale Vernetzungen. Die Polizei Bremen präsentierte nach den Hausdurchsuchungen einige der gefundenen Gegenstände, darunter Waffen und eine Hakenkreuzfahne, Foto: Polizei Bremen Die beiden Tätowierten gehören zusammen, „Ruhm“ prangt auf der einen, „Ehre“ auf der Wange des anderen. Marvin D. und Enrico A. wohnten auch bis vor kurzem gemeinsam in einer WG in Kirchlinteln nahe Verden an der Aller. Beide tauchen seit ein paar Jahren bei „Heimat“-Demonstrationen, früher NPD, auf. Wegen zweier Raubüberfälle in seiner Heimatgemeinde Langwedel wurde Marvin D. bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.  Nach seiner Entlassung fing er gemeinsam mit Enrico A. an, jüngere Netzwerk-Strukturen im Umfeld der NPD zu unterstützen. Als am Dienstag fünf Razzien gegen junge NationalistInnen im Alter zwischen 19 und 30 Jahren in Bremen stattfanden und Waffen beschlagnahmt wurden, waren dem bereits polizeiliche Maßnahmen gegen die beiden Neonazis vorausgegangen. Alte Netzwerke  „Weserems.aktion“ heißt das neue gewaltbereite rechte Projekt, gegen das die Polizei in der Hansestadt vorging. Doch mutmaßliche Funde wie das Heft „Ein Fähnlein“ deuten auf alte Neonazi-Netzwerke hin. Hinter der Schrift steht der NPD-Unterstützer und Nazi-Hooligan Hendrik Ostendorf aus Bremen. Er war bei Aufmärschen mit Akteuren der „weserems.aktion“ wie Martin B. aus Mahndorf zu sehen. Die Gruppierung ist eng vernetzt mit dem Telegramkanal „Verden verteidigen“, der ebenso wie „Hermanns.Heide“ aus dem NPD-Projekt „Inferno Deutschland“ hervorgegangen scheint. Ähnliche Gruppen gibt es bundesweit. Sie verstehen sich auch als „Kampfgemeinschaft Junge Nationalisten“. „Verden verteidigen“ warb am 19. Dezember 2024 für den „Partner Kanal“ von „weserems“ und schrieb: „Mit den Jungs haben wir schon einiges vollbracht und es wird weiterhin neues entstehen“ (Fehler im Original). Die aktionsorientierte neue Aufmachung steht unter dem Motto: „We hate Antifa“. „Lasst Euch nicht unterkriegen von dem Linken Terror“ – damit ist auch ein Kulturkampf um die Deutungshoheit gegen alles Anti-Rechte – vor allem unter Jugendlichen – gemeint.

via endstation rechts: Dahinter steckt die NPD

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Teenage neo-Nazi who plotted #terror attack at mosque detained for 10 years

The Hitler-inspired teenager planned to set fire to a Muslim centre. A neo-Nazi teenager who planned to carry out a terrorist attack at a mosque has been sentenced to 10 years in custody. The 17-year-old, who was inspired by Adolf Hitler, had planned to set fire to a Muslim centre in Greenock, Inverclyde, after befriending the Imam and mapping out the building’s interior on his phone. In January this year, police apprehended the youth, who was carrying a camouflage military-style rucksack, as he tried to gain entry to the Inverclyde Muslim Centre on Laird Street. Inside the bag they found a German-manufactured Glock-type air pistol, ammunition, ball bearings, gas cartridges and aerosol cans, prosecutors said. He was sentenced at the High Court in Glasgow on Thursday after pleading guilty to two terrorism charges, the Crown Office said. (,,,) Prosecutors said the teenager, who was radicalised online and idolised Norwegian mass murderer Anders Breivik, began to plot an attack on the site in December 2024, planning to set it on fire using aerosols and lighters. He boasted of his plans on social media platform Telegram, and joined the mosque’s WhatsApp group saying he was “looking for guidance”. Despite harbouring anti-Muslim views which he had been writing about for two years previously, the boy won the trust of the Imam during several visits. He later filmed himself wandering the corridors, including footage showing him superimposing a hand carrying a semi-automatic pistol. When the image moved over a religious poster, it appeared to be set on fire, due to a special effect.

via independent: Teenage neo-Nazi who plotted terror attack at mosque detained for 10 years

siehe auch: Inverclyde teenager who planned mass murder by setting fire to mosque given 10-year sentence A court heard how the teenager idolised the Norwegian mass murderer Anders Breivik and had “developed sympathies” with the Nazi Party. A teenager who planned a mass murder by setting fire to a mosque has been sentenced to 10 years in custody. The boy, who cannot be identified due to legal reasons, was 16 when he was arrested in January after police caught him on his way to burn down Inverclyde Muslim Centre in Greenock. He was hoping the mosque, which has a capacity of 275 worshippers, would be full. But he was unable to enter as the door was locked. What he did not know was that the police had received intelligence and were waiting to arrest him. (…) It is understood that he had boasted online about his plans to livestream the attack after becoming radicalised on social media at the age of 13. The teenager, who was dressed in black and carrying an air rifle when arrested, had successfully hoodwinked the mosque’s imam that he was serious about converting to Islam.

„Nius“-Eigentümer sollte CDU-App aufbauen: Kontakt zwischen Klöckner und Gotthardt wohl enger als bisher bekannt – #Klöcknergate

Ein Grußwort von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in den Räumen des „Nius“-Eigentümers Frank Gotthardt löst eine Diskussion aus. Gute Kontakte gab es wohl schon früher. Die Kontakte zwischen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und dem Unternehmer sowie „Nius“-Eigentümer Frank Gotthardt waren einem Medienbericht zufolge enger als bisher bekannt. Unterlagen und vertrauliche E-Mails, die „Table.Briefings“ vorliegen, sollen zeigen, dass Klöckner im Jahr 2023, damals in ihrer Funktion als CDU-Schatzmeisterin, die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens unterstützt habe. Geplant war demnach die „CDU App GmbH“, die die Digitalstrategie der Partei voranbringen sollte. Das dem Bericht zufolge als „China Club“ bezeichnete Projekt sei vertraulich gewesen und nur im kleinen Kreis im Adenauer-Haus besprochen worden. Die Kommunikation lief demnach überwiegend über Klöckner oder Christoph Hoppe, dem CDU-Geschäftsführer. Bei einem ersten Treffen im privaten China-Club über dem Hotel Adlon soll auch der CDU-Vorsitzende und heutige Bundeskanzler Friedrich Merz anwesend gewesen sein. Ziel des Unternehmens war dem Bericht zufolge der Aufbau einer App zur Professionalisierung der Kampagnenarbeit. Ein Entwurf der Absichtserklärung beschreibt, dass das Unternehmen zentrale Parteifunktionen wie Mitgliederbeteiligung, Kampagnenfähigkeit, Parteiverwaltung und Kommunikation mit Mitgliedern, Spendern und Bürgern weiterentwickeln sollte. In einer vertraulichen E-Mail, aus der „Table.Media“ zitiert, schrieb Hoppe: Gotthardt solle „dauerhafter Dienstleister für Erhalt und Ausbau“ der CDU-IT-Struktur sein. Klöckner habe geantwortet: „Wenn Herr Gotthardt diesen Weg mitgehen würde, wäre das ein Erfolg und eine gute Perspektive für uns als CDU“ und bot Unterstützung über „Paralleltelefonate“ an.

via tagespiegel: „Nius“-Eigentümer sollte CDU-App aufbauen: Kontakt zwischen Klöckner und Gotthardt wohl enger als bisher bekannt

siehe auch: Intensive Verbindung: Wie die CDU mit Frank Gotthardt ein Unternehmen gründen wollte und welche Rolle Julia Klöckner dabei spielte Die Verbindungen zwischen der Bundestagspräsidentin und CDU-Politikerin Julia Klöckner und dem Koblenzer Unternehmer und NIUS-Eigentümer Frank Gotthardt sind intensiver als bisher bekannt. So befürwortete Klöckner als Schatzmeisterin 2023 die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens der CDU mit Gotthardt, wie aus Unterlagen und vertraulichen E-Mails hervorgeht, die Table.Briefings vorliegen.    Im Frühsommer 2023 wollte die CDU demnach mit Gotthardt das gemeinsame Unternehmen „CDU App GmbH“ gründen, das die IT- und Digitalstrategie der Partei verantworten und weiterentwickeln sollte. Das Projekt mit dem Namen „China Club“ war vertraulich und wurde im Adenauer-Haus in kleinem Kreis gehalten. Die Kommunikation mit Gotthardt lief meist über die Schatzmeisterin Klöckner oder den CDU-Geschäftsführer Christoph Hoppe. Beim ersten Gespräch im China Club, dem Nobel-Klub über dem Hotel Adlon, soll auch der Vorsitzende Friedrich Merz dabei gewesen sein.   Gotthardts Unternehmen als Herz der Digitalkampagnen der CDU? Ziel des Unternehmens sollte der Aufbau einer App sein, die eine Schnittstelle zur Mitgliederdatenbank haben und Kampagnen der CDU professionalisieren sollte. Das geht aus dem Entwurf einer Absichtserklärung (Letter of Intent) hervor, der Table.Briefings vorliegt. Weiter heißt es, dass das Unternehmen die Weiterentwicklung von „Kernprozessen der CDU wie Kampagnenfähigkeit, Mitgliederpartizipation, Parteiverwaltung und Kommunikation mit Mitgliedern, Spendern, Bürgern und Mitarbeitern“ vorantreiben solle. Damit wäre der Firma eine zentrale Rolle bei Wahlkämpfen zugekommen. Auch wäre ein finanzielles Engagement Gotthardts als Mehrheitsgesellschafter für die CDU praktisch, die Kapitalspritze wäre nicht anzeigepflichtig gewesen. Die Zusammenarbeit war auf Jahre hinaus angelegt. Die Unterschrift unter der Absichtserklärung sollte bis Ende Juli 2023 erfolgen.    In einer als vertraulich eingestuften E-Mail vom 12. Juni 2023 fasst Hoppe den Stand der Verhandlungen zusammen. Er beruft sich dabei auf ein Gespräch mit einem Mitarbeiter Gotthardts (Name ist der Redaktion bekannt). Demnach sollte die CDU nur 24,9 Prozent der IT-Tochtergesellschaft halten, die Mehrheit sollte Gotthardt übernehmen. Gotthardt solle „dauerhafter Dienstleister für Erhalt und Ausbau“ der IT-Struktur der CDU sein, heißt es in der Mail Hoppes an die Parteispitze, zu der auch Klöckner und Merz gehörten. Klöckner reagierte erfreut. „Wenn Herr Gotthardt diesen Weg mitgehen würde, wäre das ein Erfolg und eine gute Perspektive für uns als CDU“, schrieb sie und bot ihre persönliche Hilfe über „Paralleltelefonate“ an.   In der Folge prüften externe Anwälte bereits das Zusammengehen, doch aus dem Gemeinschaftsunternehmen wurde nichts. Wie die CDU auf Anfrage mitteilte, stand die Partei „zum Zwecke der Digitalisierung ihrer Parteiarbeit regelmäßig mit unterschiedlichen potenziellen Dienstleistern im Austausch“. Einer dieser möglichen Partner sei Gotthardt gewesen. „Die Gespräche sind in einer vorvertraglichen Phase beendet worden, weil zu unterschiedliche Auffassungen über die Zusammenarbeit bestanden.“

Urteil: Kein Zugang für AfD-nahen Verein “Zentrum” zu VW-Tochter

Der AfD-nahe Verein “Zentrum” bekommt vorerst keinen Zugang zum Werk der VW-Tochter Volkswagen Group Services in Isenbüttel, um sich gewerkschaftlich zu engagieren. Das hat das Arbeitsgericht Braunschweig entschieden. “Zentrum” hätte nachweisen müssen, dass am Standort Isenbüttel (Landkreis Gifhorn) mindestens eine Person arbeitet, die Mitglied des Vereins ist, urteilte das Arbeitsgericht am Donnerstag. Dies sei von den Klägern nicht ausreichend belegt worden. Der Verein habe zwar Unterlagen eingereicht, diese seien aber zu pauschal und nicht ausreichend detailliert. Nach Aussage des Gerichts wurde der Sachverhalt daher nicht ausreichend dargelegt. Hätte Zentrum die nötigen Nachweise erbracht, stünden dem Verein jedoch die eingeklagten Zutritts- und Werberechte zu, sagte ein Gerichtssprecher. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, “Zentrum” kann Berufung einlegen. Die selbsternannte “Alternative Gewerkschaft” wollte in dem Werk eigene Vertrauensleute wählen lassen und vorab am Standort werben. Volkswagen lehnte das mit der Begründung ab, “Zentrum” sei keine tariffähige Gewerkschaft. Die Entscheidung des Gerichts begrüßte die Volkswagen Group Services. “Die gerichtliche Klärung unterstreicht, dass Unternehmen nicht verpflichtet sind, jeder Organisation Zugang zu ihren Betriebsstätten zu gewähren – insbesondere dann nicht, wenn berechtigte Sicherheitsinteressen und der Schutz von Betriebsgeheimnissen betroffen sind”, heißt es in einer Mitteilung. Man werde auch weiterhin sicherstellen, dass “unsere Standards für ein sicheres und vertrauensvolles Arbeitsumfeld gewahrt werden.”

via ndr: Urteil: Kein Zugang für AfD-nahen Verein “Zentrum” zu VW-Tochter

siehe auch: Angebliche Alternativ-Gewerkschaft AfD-naher Verein scheitert mit Klage gegen VW-Tochter Ein Verein, der sich selbst eine »alternative Gewerkschaft« nennt, wollte sich in ein Werk der Volkswagen Group Services einklagen. Doch er konnte nicht belegen, dass auch nur eines seiner Mitglieder dort arbeitet. Die AfD-nahe Arbeitnehmerorganisation Zentrum bekommt vorerst keinen Zugang zu einem Werk der VW-Tochter Volkswagen Group Services. Die Klage werde abgewiesen, urteilte das Arbeitsgericht Braunschweig. Die Vorträge und vorgelegten Dokumente der Kläger bezeichnete das Gericht als zu pauschal und nicht ausreichend detailliert. Der Verein, der sich selbst als »alternative Gewerkschaft« bezeichnet, will erstmals Zugang zum Werk in Isenbüttel (Landkreis Gifhorn), um eigene Vertrauensleute wählen zu lassen. Volkswagen verweigert dies mit Verweis auf fehlende Tariffähigkeit. Das Gericht bezeichnete es als eine entscheidende Voraussetzung, dass mindestens ein Zentrum-Mitglied auch im Werk arbeite. Dies sei von den Klägern nicht ausreichend belegt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Eine Berufung ist möglich. Der Verein wurde 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Mittlerweile ist er vor allem in Süd- und Ostdeutschland in Betriebsräten vertreten. Seit diesem Frühjahr versucht die Gruppe, mit einem Regionalbüro in Hannover in Niedersachsen Fuß zu fassen. Geleitet wird es von Jens Keller, AfD-Stadtrat in Hannover und Personalrat beim kommunalen Entsorgungsunternehmen Aha der Landeshauptstadt. Keller war bisher Mitglied bei Ver.di.

EU-Kommission sieht Verstöße gegen EU-Recht Kommt das euro­päi­sche TikTok Verbot?

Sorgenkind TikTok: Die Plattform steht regelmäßig in der Kritik. Erst im Mai 2025 hat die EU-Kommission eine neue Einschätzung veröffentlicht, wonach die App gegen EU-Recht verstößt. Was dahintersteckt, erklärt Tamara Wendrich. TikTok ist eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen weltweit und gehört dem chinesischen Technologiekonzern ByteDance. Erst 2018 ersetzte die App den Vorgänger musical.ly und wurde zum internationalen Phänomen. Auf TikTok können Nutzer Kurzvideos posten und miteinander kommunizieren. Zwar machte seine Erfindung ihren Gründer Zhang Yiming zum Multimilliadär doch die App ist nicht unumstritten. Vorwürfe wegen der Missachtung von Minderjährigen und Datenschutz häufen sich. Die App verfüge über mangelhafte Kontrollmechanismen und wirke sich insbesondere auf die psychische Gesundheit von Teenagern – der Zielgruppe von TikTok – negativ aus. In den USA laufen seit Längeren Verbotsverfahren gegen die App, ein dauerhaftes Verbot wurde bisher jedoch noch aufgeschoben. Doch auch andere Regierungen sehen die App kritisch: Ende 2024 beschloss die australische Regierung eine Altersgrenze, wonach die Nutzung von Sozialen Medien wie TikTok erst ab 16 Jahren möglich ist. Schon 2023 verbannten mehrere Länder TikTok von staatlichen Diensthandys. Dieser Entwicklung schloss sich auch die EU-Kommission an. EU-Kommission: TikTok verstößt vorläufig gegen DSA Immer öfter brodelt es seitdem in der europäischen Politik- und Gesetzesküche. Zuletzt hat die Europäische Kommission (EU-Kommission) am 15. Mai 2025 eine vorläufige Entscheidung veröffentlicht, wonach die Plattform gegen EU-Recht verstoßen soll. Genauer: Die App sei nicht mit Art. 26 und 39 Digital Services Act (DSA) vereinbar. Danach wird Werbung auf Online-Plattformen reguliert, zum Beispiel durch ein transparentes Anzeigenregister. Doch zu dieser Entscheidung bedurfte es Einiges an Vorlauf: Der DSA trat erst im Februar 2024 in der gesamten EU vollständig in Kraft. Mit der Verordnung soll ein “sicheres, vorhersehbares und vertrauenswürdiges Online-Umfeld” (Art. 1 Abs. 1 DSA) geschaffen werden. Nach Art. 33 DSA gelten die Bestimmungen des DSA auch für sogenannte VLOPs (Very Large Online Platforms = sehr große Online-Plattformen) und VLOSEs (Very Large Online Search Engines = sehr große Online-Suchmaschinen). Das sind Online-Plattformen, die monatlich mindestens 45 Millionen aktive Nutzer in der EU haben und von der EU-Kommissionen als VLOP/VLOSE eingestuft wurden. Erfolgt die Einstufung, muss die EU-Kommission prüfen, ob die VLOPs und VLOSEs den DSA einhalten. Das ist im Fall TikTok im Mai passiert. Daneben gibt es noch nationale Koordinatoren, die in den jeweiligen Mitgliedstaaten für kleinere Plattformen zuständig sind, in bestimmten Fällen aber auch für VLOPs und VLOSEs. Bereits mehrere förmliche Verfahren gegen TikTok Im April 2023 stufte die Kommission TikTok neben weiteren Webseiten als sehr große Online-Plattform ein. “Nach Einstufung als VLOP startet bei Verdacht eines Verstoßes gegen den DSA eine Art Vorprüfung”, ordnet Prof. Dr. Müller-Terpitz im Gespräch mit LTO ein. Er ist Dozent für Öffentliches Recht, Recht der Wirtschaftsregulierung und Medien an der Universität Mannheim und Mitherausgeber eines Kommentars zum DSA. “Während der Vorprüfung”, führt Müller-Terpitz fort, “können Auskünfte durch die EU-Kommission von der Plattform zur Sachverhaltsausklärung eingeholt werden. Im Anschluss wird ein förmliches Verfahren nach Artikel 66 DSA eröffnet.”

via lto: EU-Kommission sieht Verstöße gegen EU-Recht Kommt das euro­päi­sche TikTok Verbot?

Nach Gleichsetzung von taz und Nius – Klöckner in der Kritik

Nach dem Vergleich der taz mit der radikal rechten Nius kritisiert der Journalistenverband die Bundestagspräsidentin. Es gibt erste Rücktrittsforderungen. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisiert Julia Klöckner: Die Gleichsetzung der taz mit der radikal rechten Internetseite Nius durch die Bundestagspräsidentin sei „inhaltlich falsch und geschmacklos“, heißt es in einer Erklärung vom Dienstag. „Frau Klöckner blendet dabei völlig aus, dass Nius entscheidenden Anteil an der Schmutzkampagne gegen die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf hatte und – anders als die taz – auf journalistische Standards zu pfeifen scheint, wenn die rechtspopulistische Agenda dies verlangt“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster weiter. Die Unionspolitikerin Klöckner hatte am Sonntag auf dem Sommerfest der CDU Koblenz gesprochen. Die Veranstaltung fand auf einem Firmengelände der CompuGroup Medical statt, die von Frank Gotthardt gegründet wurde und mehrheitlich noch immer im Besitz seiner Familie ist. Gotthardt hat über ein Firmengeflecht gleichzeitig die Kontrolle über Nius und finanziert die Plattform auch maßgeblich. In ihrer Rede in Koblenz wies Klöckner Kritik am Veranstaltungsort zurück. Laut einem Reporter des Portals T-Online, der vor Ort war, sagte sie wörtlich: „Die ‚taz‘ kennen sie alle. Die vertritt das sehr linke Spektrum.“ Gotthardt investiere in ein Medium „genau auf der anderen Seite. Aber in den Methoden sind sich beide nicht so sehr unähnlich, in ihren Vorgehensweisen.“ Sie kritisiere beide, kämpfe deshalb aber weder „gegen einen Finanzier der ‚taz‘ noch Frank Gotthardt an“. Auch in der Politik erntet Klöckner für ihre Aussage Kritik. Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sagte dem Tagesspiegel: „Wenn ihr das Hofieren von Rechten wichtiger ist als ihr Amt entsprechend auszufüllen, dann soll sie es doch bitte abgeben.“ Klöckner verharmlose „rechte Hetze und Desinformation“. Dieses Verhalten sei „als Bundestagsabgeordnete schon hochproblematisch, als Bundestagspräsidentin jedoch unerträglich“. Irene Mihalic, Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, sagte der Zeitung: „Julia Klöckner ist nach ihrem Auftritt auf Gotthardts Firmengelände zu Recht in der Kritik, doch ihre Verteidigungsstrategie macht es nicht besser.“ Nius verbreite Narrative der extremen Rechten und schrecke bisweilen auch nicht davor zurück, Falschnachrichten zu verbreiten. „Die Bundestagspräsidentin sollte nicht dazu beitragen.“

via taz: Nach Gleichsetzung von taz und Nius Klöckner in der Kritik