Nach Vorstoß aus Unionskreisen – Günther und Prien lehnen Zusammenarbeit mit der AfD weiter vehement ab – #brandmauer

Einige Unionsvertreter fordern eine Abkehr von der Brandmauer zur AfD. Daniel Günther und Karin Prien halten dagegen. Bürgerliche Mehrheiten in den Parlamenten gebe es mit der AfD nicht. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Karin Prien stellen sich gegen Überlegungen in der Union zu einem veränderten Umgang mit der AfD. »Wir haben eine klare Haltung gegenüber der AfD, an der wird sich nichts ändern«, sagte Günther dem »Stern«. »Wer CDU und AfD in einem Atemzug nennt, hat nicht verstanden, was bürgerlich heißt.« Ähnlich äußerte sich Bundesbildungsministerin Prien, die vor ihrem Wechsel nach Berlin Bildungsministerin in Schleswig-Holstein war und wie Günther dem eher liberaleren Unionsflügel zugerechnet wird. »Die AfD als Partei ist das genaue Gegenteil von bürgerlich«, sagte sie dem »Stern«. »Sie ist zumindest in Teilen – und zwar zunehmend – rechtsextremistisch.« Sogenannte bürgerliche Mehrheiten in den Parlamenten gebe es mit der AfD nicht. Prien warb jedoch um eine Differenzierung zwischen Parteifunktionären und Wählern. »Unter denen, die AfD wählen, gibt es sicher Bürgerliche, die sich von den demokratischen Parteien abwenden.« Hier Vertrauen wiederzugewinnen, sei nicht nur Aufgabe der Union, sondern vor allem auch von SPD und Grünen. Der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der einstige Vorsitzende der CDU-Grundwertekommission Andreas Rödder hatten sich hingegen im »Stern« für eine Abkehr von der Brandmauer gegen die AfD starkgemacht. Die Union sollte aus Taubers Sicht »über eine neue Politik der roten Linien nachdenken, die es dann aber auch erlaubt, Beschlüsse zu fassen, denen die AfD zustimmt«.

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siehe auch: Vorstoß mit anderen Ex-Politikern Ehemaliger CDU-Generalsekretär Tauber will an AfD-Brandmauer rütteln Mit der AfD zusammenarbeiten und nicht immer die “Nazikeule” schwingen: So stellen sich drei Ex-CDU-Politiker den richtigen Umgang mit der teils rechtsextremen Partei vor. Unter ihnen: Peter Tauber, Finanzlobbyist und ehemaliger CDU-Generalsekretär. Vom ehemaligen CDU-Generalsekretär Peter Tauber aus Gelnhausen (Main-Kinzig) war politisch länger nichts zu hören – jetzt meldet er sich zusammen mit zwei anderen Ex-Amtsträgern der Union beim Thema AfD zu Wort. Tauber, der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der einstige Vorsitzende der CDU-Grundwertekommission, Andreas Rödder, machten sich im Magazin “Stern” für eine Abkehr von der Brandmauer gegen die AfD stark. (…) Auch zu Guttenberg befürwortete eine inhaltliche Konfrontation: “Entzauberung gelingt nicht durch Boykott”, mahnte er. “Es bedarf der inhaltlichen Konfrontation, und die findet in meinen Augen zu wenig statt. Wovor haben wir Angst?”, fragt von Guttenberg. Bei vielen AfD-Funktionären handele es sich um “intellektuelle Flachwurzler”.  Wahlen im Osten stehen an Die drei Ex-Politiker sind nicht die ersten, die an der Brandmauer rütteln wollen, zuletzt hatte das auch Jens Spahn ins Spiel gebracht, der Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag

Bundestag – AfD verharmlost antiqueere Gewalt von Rechts

Mit einer wilden Interpretation der Kriminalstatistik behauptet der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt, Gewalt gegen queere Menschen sei “mehrheitlich nicht politisch motiviert”. Die AfD versteht sich inzwischen offenbar als parlamentarischer Arm rechtsextremer Gruppen, die gegen CSDs und queere Menschen auf der Straße und online mobilisieren. Nicht viel anders kann man eine Pressemitteilung verstehen, in der der Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt vor wenigen Tagen weit interpretierend und Fakten verschweigend Zahlen zur antiqueeren Gewalt in Deutschland deutete, um Warnungen des Bundesverfassungsschutzes zurückzuweisen. (…) Tatsächlich hatte der Bundesverfassungsschutz in diesem Jahr (wie auch einige entsprechende Landesbehörden) vor einer Zunahme “queerfeindlicher rechtsextremistischer Aktivitäten” gewarnt. Dazu zählte der Bericht für 2024 (PDF) etwa mehrere “rechtsextremistische Störaktionen gegen CSD-Kundgebungen” auf, an der teilweise hunderte Personen “aus der gewaltorientierten rechtsextremistischen Szene” teilnahmen. Diese massive Einschüchterung und Verbreitung von Menschenfeindlichkeit durch Parteien und Gruppierungen wie “III. Weg”, “Die Heimat”, “Freie Sachsen” oder “Deutsche Jugend Voran”, die auch zu körperlicher Gewalt und großer Sorge in der queeren Community führte, findet bei Reichardt keine Erwähnung. Wohl auch, weil sich der Verfassungsschutzbericht bei der Benennung von queerfeindlichen Ideologien und Argumentationen, von “traditioneller Kernfamilie” über “LSBTIQ-Propaganda” zu “Volkstod”, wie eine Abhandlung auch zur AfD lesen ließe, die aber nicht konkret erwähnt wird. Die aus dem AfD-Umfeld gestartete und von AfD-Politiker*innen massiv unterstützte queerfeindliche “Stolzmonat”-Kampagne in sozialen Netzwerken wird in dem Bericht als Agitation aus der “rechtsextremistischen Szene” bezeichnet, ohne die Partei zu erwähnen. (…) All diese Menschenfeindlichkeit und Kriminalität ignoriert die AfD. Interessanterweise bezieht sich Reichardt unter der verharmlosenden Überschrift “Körperverletzungen gegen Angehörige der LSBTIQ-Bewegung mehrheitlich nicht politisch motiviert” zugleich konkret auf in der Statistik als “rechts” oder “rechtsextrem” aufgeführte Taten im Vergleich zu anderer, nicht klar erkennbarer oder unbekannter Motivation. Damit redet der AfD-Politiker nicht nur rechtsextreme Gewalt und Straftaten klein, was er offenbar für erforderlich hält, sondern behauptet indirekt auch, Taten, die ausdrücklich in einer Statistik politisch motivierter Kriminalität eingestuft werden, seien größtenteils keine solchen. Dabei melden die Behörden hier gezielt die Taten, die mutmaßlich aufgrund der sexuellen Orientierung bzw. Geschlechtsidentität, also aus Queerfeindlichkeit ausgeführt wurden. Taten lassen sich oft nicht auf eine konkrete rechtsextreme Ideologie zurückführen, häufiger aber auf allgemeinere (und oft politisch oder religiös oder vom Umfeld geschürte) Queerfeindlichkeit.

voa queer: Bundestag AfD verharmlost antiqueere Gewalt von Rechts

Hass in den sozialen Medien – Schulleiter verbietet AfD-Praktikum und wird bedroht – #braunesPack

Ein Schüler in Teltow will ein Praktikum bei der Brandenburger AfD-Fraktion machen. Sein Schulleiter untersagte das. Die Schulaufsicht prüft die Entscheidung und unterstützt den Pädagogen. Allerdings: Nun ist der Lehrer mit Todesdrohungen konfrontiert. Von Pauline Pieper Er solle entlassen, verhaftet oder sogar aufgehängt werden. Der Schulleiter der Grace-Hopper-Gesamtschule in Teltow ist in den sozialen Medien massiven Anfeindungen ausgesetzt. Er hatte einem seiner Schüler untersagt, ein Praktikum in der AfD-Landtagsfraktion zu machen. Bekannt machte den Fall in der vergangenen Woche die AfD-Abgeordnete Lena Kotré bei einer Pressekonferenz. Und sie teilte ein Video auf ihren Social-Media-Kanälen. Darunter sammelten sich tausende Kommentare. Auch das rechtsextreme Compact-Magazin veröffentlichte Kotrés Ausführungen bei Youtube, wo es über 200.000 Mal aufgerufen wurde. Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer beleidigten den Schulleiter der Grace-Hopper-Gesamtschule, etwa mit den Worten: “So ein dreckiger Pädagoge, er hat als Leiter total versagt.” Mehrere Personen forderten, Kontaktdaten des Schulleiters zu veröffentlichen. Unter dem Youtube-Video schrieb etwa jemand: “Namen und Adressen der Entscheider, dessen Ehepartner und Angehörige bekanntmachen! Der Rest erledigt sich von selbst.” Eine andere Person schrieb, der Schulleiter solle abgeschoben und aufgehängt werden. Der Schulleiter sieht sich einer Kampagne ausgesetzt.

via rbb: Hass in den sozialen Medien Schulleiter verbietet AfD-Praktikum und wird bedroht

siehe auch: Schulleiter in Brandenburg bedroht Kein Praktikant bei Rechtsextremen Weil er einem Schüler ein Praktikum bei der AfD untersagt, wird der Leiter einer Schule angefeindet. Für die Entscheidung kriegt er aber auch Respekt. Ein Schulleiter aus Teltow wird bedroht, nachdem er einem Schüler seiner Schule untersagt hat, ein Praktikum bei der AfD zu machen. Das bestätigte Brandenburgs Bildungsministerium dem RBB. Der Schulleiter hatte seine Entscheidung demnach damit begründet, dass der Verfassungsschutz die AfD in Brandenburg als gesichert rechtsex­trem einstuft. Publik machte den Fall unter anderem die AfD-Politikerin Lena Kotré, bei dem der Schüler das Praktikum hätte machen wollen. In einem mit Musik unterlegten Video-Statement auf der Plattform X erzählt sie, dass der Schüler schon Anfang des Jahres ein Praktikum bei ihr gemacht habe, die Schulleitung nun aber ein zweites Praktikum bei ihr sowie in der AfD-Landtagsfraktion unterbunden habe – mit der Begründung, dass die AfD rechtsextrem sei. Das sei eine Indoktrination von Schülern, die so nicht stattfinden dürfe, behauptet sie. In dem etwa einminütigen Statement nennt sie zweimal den Namen der Schule und weist auch ausdrücklich darauf hin, dass sie gerade den Namen gesagt hat. (…) „Ich finde es grundsätzlich richtig, dass der Schulleiter diese Entscheidung trifft“, sagt Günther Fuchs, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Brandenburg. Die Gewerkschaft werde ihm den Rücken stärken. Es sei völlig inakzeptabel, dass er nun an den Pranger gestellt und bedroht werde. „Anstatt so einen Shitstorm loszutreten, sollte sich die AfD mal selbstkritisch fragen, welchen Beitrag sie selbst dazu leistet, dass es zu so einer Entscheidung kommt“, sagt Fuchs. Schulen seien in diesen Fragen souverän, „und ich finde es auch richtig, diese Fragen vor Ort zu entscheiden“. Das Wettern der AfD gegen die Entscheidung beruhe auf einer falsch verstandenen Idee des Neutralitätsgebots, sagt Kathrin Wiencek, Vorsitzende des Philologenverbands in Berlin und Brandenburg. „Alles, was in der Gesellschaft kontrovers ist, muss auch an der Schule kontrovers diskutiert werden“, erklärt Wiencek: „Wir vermitteln, was Demokratie ist und was Grundrechte sind, denn das ist wichtig für diesen Staat.“ Schü­le­r*in­nen sollten so darauf vorbereitet werden, selbst zu einem Urteil zu kommen. „Das bedeutet auch, dass wir alle Parteien gleich behandeln. Aber Rechtsextremismus oder überhaupt jede Art von Extremismus hat in der Schule nichts zu suchen.“

Institutionelle Diskriminierung – Wie zeigt sich Rassismus vor Gericht?

Routinen und unbewusste Vorurteile können in juristischen Institutionen eine rassistische Wirkung entfalten. Davon sind potenziell Millionen Menschen mit internationaler Familiengeschichte in Deutschland betroffen. Seit einigen Jahren beschäftigen sich viele öffentliche Institutionen in Deutschland mit struktureller Diskriminierung. Rassismus sei in gesellschaftlichen genauso wie in staatlichen Strukturen zu finden, heißt es auch in der Rassismus-Definition, die die Bundesregierung seit März für die öffentliche Verwaltung zur Verfügung stellt. Das zeige sich in der Sprache, der ungleichen Verteilung von Ressourcen und in verbreiteten stereotypisierenden Annahmen.Das Problem scheint weitgehend erkannt. Laut NDR-Anfragen sehen auch die Mehrheit der Landesjustizministerien institutionellen Rassismus in der Justiz grundsätzlich als Problem an. Drei Landesjustizministerien sehen keine Anzeichen. Doch wie kommt man institutionellem Rassismus auf die Spur? Und was wird dagegen unternommen?Feldforschung im GerichtssaalEin Forschungsteam des Instituts für Kriminologie der Universität zu Köln hat mehr als 300 Gerichtsbeobachtungen durchgeführt, um der Frage nachzugehen (…) Die aktuelle Auswertung zeige, dass sich abwertende Bilder und Vorurteile aus öffentlichen Debatten und Medienberichten im Gerichtssaal widerspiegeln, so Projektleiterin Bögelein. Daher sei zum Beispiel das Risiko für Schwarze Personen erhöht, dass es zu einem für sie besonders negativen Ergebnis komme, weil unbewusste rassistische Vorurteile offenbar immer wieder in die Urteilsfindung einfließen.Die Gerichtsbeobachtungen hätten außerdem gezeigt, dass Richter und Richterinnen Menschen, denen sie sich sozial zugehörig fühlen, oft mehr Verständnis entgegenbringen würden, beispielsweise wenn eine Suchterkrankung vorliege. Auch eine schwierige Lebensgeschichte oder familiäre Probleme würden dann eher als mildernd angesehen als das zum Beispiel bei Schwarzen Personen der Fall sei.

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„Ihr müsst draußen bleiben“ – Quittung für rechts: Siegener Café druckt Anti-AfD-Statement auf Kassenzettel

Bereits vor der Bundestagswahl hat der Inhaber des Café Noir in Siegen sich auf seinen Kassenzetteln klar gegen die AfD positioniert. Jetzt tut er es wieder – und löst einen Shitstorm aus. Kassenzettel werden häufig achtlos entsorgt. Im Café Noir lohnt sich jedoch ein zweiter Blick. Denn auf den kleinen Papierschnipseln befindet sich rund einen Monat nach der NRW-Kommunalwahl ein Hinweis, der aktuell viral geht. „6877 Menschen in Siegen haben die AfD gewählt. Diese haben im Café Noir nichts zu suchen, denn sie sind nicht in der Lage, verantwortlich für diese Stadt zu handeln. Also merkt euch: Ihr müsst draußen bleiben!“ (…) Er sei nicht politisch engagiert im klassischen Sinn. „Aber so ein Verhalten kann ich einfach nicht unkommentiert lassen. Und der Kassenzettel ist für mich als Gastronom ein Instrument, um ein Zeichen zu setzen. Warum sollte ich die Gelegenheit nicht nutzen?“ Kein Kaffee für AfDler in Siegen Bereits vor der Bundestagswahl im Februar dieses Jahres platzierte der Gastronom einen Appell auf seinen Quittungen: „Bitte geh wählen … Aber nicht die AfD“ war dort zu lesen. „Die Partei macht mir Angst. Wir müssen vermeiden, dass sich die Geschichte wiederholt“, erklärte der Gastronom damals im SZ-Gespräch. Das politische Statement in Papierform löste in den sozialen Medien eine Welle an Reaktionen aus. Auch der zweite Aufschlag blieb nicht lange unkommentiert. Kurze Zeit, nachdem er ein Foto des Kassenzettels online teilte, zählt der Post rund 130.000 Aufrufe und über 550 Wortbeiträge.

via siegener tageblatt: „Ihr müsst draußen bleiben“ Quittung für rechts: Siegener Café druckt Anti-AfD-Statement auf Kassenzettel

Affäre weitet sich aus – Heimliche China-Reise bringt AfD-Mann in Bedrängnis

Die China-Affäre der AfD zieht weitere Kreise: Auch andere Abgeordnete hatten Kontakte zum verurteilten Spion. Die Politiker legten sie nicht selbst offen. Auch der AfD-Politiker Frank Rinck ist mit dem mittlerweile verurteilten chinesischen Spion Jian Guo durch China gereist, ohne die Reise öffentlich zu machen. Rinck war damals Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender der Partei in Niedersachsen. Recherchen von t-online zufolge war er im November 2023 Teil der Delegation des Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt, dessen Reise mit Guo t-online am Montag aufdeckte. Die Delegation besichtigte unter anderem eine Diamantenfabrik in der Provinz Henan.Rinck wollte sich auf Anfrage von t-online nicht äußern. Ein Sprecher der Bundestagsfraktion der AfD bestätigte am Montag aber seine Teilnahme und dass die China-Reise auf Kosten der Fraktion und in Abstimmung mit ihr stattgefunden habe. Dass Jian Guo die Reise mitorganisierte und auch mitreiste, habe sie nicht gewusst. Auch der Besuch in der Diamantenfabrik sei nicht bekannt gewesen. Rinck will sich nicht äußern, Krah weist Vorwürfe zurück Wie Rinck hatte auch Jan Wenzel Schmidt die China-Reise – und den für ihn heiklen Besuch in einer dortigen Diamantenproduktion – nie öffentlich gemacht. Erst mit Recherchen von t-online konfrontiert, räumte Schmidt beides schließlich ein. Geschäftsverbindungen stritt er ab. Im Zeitraum der Reise gründete allerdings der Lebensgefährte seiner Mutter, mit dem Schmidt sich den Wohnsitz teilt, Briefkastenfirmen zum Handel mit Diamanten.

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Marla Svenja Liebich weiter untergetaucht – Neonazi scheitert mit Beschwerde gegen Antisemitismusbeauftragten

Liebich wurde 2023 als Neonazi verurteilt, änderte dann den Geschlechtseintrag, nannte sich Marla Svenja. Vor Haftantritt im Frauengefängnis untergetaucht – zuvor aber noch eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Antisemitismusbeauftragten Felix Klein veranlasst. Das Bundesinnenministerium reagierte nun. (…) Das Antwortschreiben des Bundesinnenministeriums an Liebich, datiert auf den 13. Oktober, liegt unserer Redaktion vor. Daraus geht hervor, dass Liebich Klein vorgeworfen hat, seine Dienstpflichten verletzt zu haben. Konkret ging es um die Aussage, Liebich „verhöhne nicht nur Jüdinnen und Juden, sondern alle gläubigen Menschen“. Das Ministerium stellt in dem Schreiben jedoch fest, dass Kleins öffentliche Äußerung zur Person Liebich „keine Anhaltspunkte für eine Dienstpflichtverletzung erkennen lässt“. Die Dienstaufsichtsbeschwerde wurde als nicht begründet angesehen und zurückgewiesen. Der Antisemitismusbeauftragte hatte im August auf die Behauptung von Marla Svenja Liebich auf X reagiert, Antrag auf koschere Verpflegung während des Strafvollzugs gestellt zu haben. Der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben sagte unserer Redaktion damals wörtlich: „Nun zu behaupten, gläubige Jüdin zu sein, verbunden mit dem Wunsch nach koscherer Gefängniskost, verhöhnt nicht nur Jüdinnen und Juden, sondern alle gläubigen Menschen, ungeachtet, welchem Glauben sie anhängen.“

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