Nach jahrelangen Ermittlungen will die Zürcher Staatsanwaltschaft gegen zwei zentrale Figuren der rechtsextremen Gruppe Anklage erheben. Ihnen drohen hohe Strafen. Die Zürcher Staatsanwaltschaft plant laut einem Bericht des «Sonntagsblick», Anklage gegen zwei führende Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung «Junge Tat» zu erheben. Die Ermittlungen liefen knapp drei Jahre – nun steht offenbar ein grösserer Gerichtsprozess bevor. Worum es in der Anklage konkret geht, ist noch nicht öffentlich. Beobachter rechnen jedoch mit einem ganzen Bündel mutmasslicher Straftaten. In der Vergangenheit fielen Mitglieder der Gruppe mit Störaktionen bei queeren Veranstaltungen, Sachbeschädigungen und weiteren Delikten auf. Bereits Ende 2024 hatte die Staatsanwaltschaft gegen sechs weitere Mitglieder der Organisation Strafbefehle erlassen – unter anderem wegen Rassendiskriminierung, Nötigung und Landfriedensbruch.
Die Hamburger AfD-Fraktion sorgt für neuen Gesprächsstoff: Sie hat in einem umstrittenen Burschenschafts-Magazin zwei halbseitige Stellenanzeigen geschaltet. Zuerst hatte die “Hamburger Morgenpost” darüber berichtet. Welchen Ton die “Burschenschaftlichen Blätter” anschlagen, wird gleich auf den ersten Seiten deutlich: “Deutscher Selbsthass als Staatsräson” – so die Überschrift eines Artikels in der neuen Ausgabe, in dem mit der deutschen Erinnerungskultur abgerechnet wird. Gleich gegenüber ist eine halbseitige Stellenanzeige der Hamburger AfD-Fraktion für einen Social-Media-Referenten zu sehen. Beim Umblättern zeigt sich schon die nächste Stellenanzeige der Fraktion.
siehe auch: AfD sucht Mitarbeiter ausgerechnet unter völkischen Burschen Schreiben Sie den ersten Kommentar Sie, lieber Leser, finden, dass Ausländer massenhaft „remigriert“ gehören, dass die Nazi-Diktatur nur ein „Vogelschiss der Geschichte“ war und es sich beim Holocaust-Denkmal in Berlin um ein „Denkmal der Schande“ handelt? Und kennen sich auch noch mit TikTok, Instagram & Co. aus? Dann sind Sie vielleicht ein geeigneter Bewerber: Die Hamburger AfD-Fraktion sucht derzeit nämlich einen „Referenten für Social Media“. Eine Stellenanzeige wurde auch schon platziert – und zwar in den „Burschenschaftlichen Blättern“ (BBl), also der offiziellen Verbandszeitung der völkischen Deutschen Burschenschaft (DB). Das spricht Bände, findet das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR): Damit sei klar, wo sich die Hamburger AfD positioniert: ganz weit rechts außen. Die „Deutsche Burschenschaft“ (DB) ist nicht weniger als der Zusammenschluss der extrem rechten, deutschnationalen Burschenschaften in Deutschland und Österreich. Wie das Hamburger Bündnis gegen Rechts in einer Pressemitteilung schreibt, ist die DB in den vergangenen 20 Jahren noch einmal weiter nach rechts gerückt, als sie es ohnehin schon war – und zwar so weit nach rechts, dass es sogar für manche Rechte nicht mehr tragbar ist. (…) Ein HBG-Mitglied mischt sogar besonders intensiv beim DB mit: Der Hamburger Kevin Dorow ist nämlich „Schriftleiter“ der „Burschenschaftlichen Blätter“, also der DB-Vereinszeitschrift – und damit genau der Publikation, in der die Hamburger AfD-Fraktion nun ihre Stellenanzeige platzierte. Laut Hamburger Bündnis gegen Rechts war Dorow auch noch Funktionär der gesichert rechtsextremistischen Jungen Alternative (JA) – bis der Jugendverband der AfD vorsichtshalber von der Mutterpartei aufgelöst wurde. „Dass die Hamburger AfD nun in solchem Umfeld nach einem Referenten für Social Media sucht, ist bezeichnend“, so das Hamburger Bündnis gegen Rechts. „Social-Media-Accounts der Partei dienen oftmals als Radikalisierungsmaschine und strahlen weit in das Umfeld der Partei bis hinein in militante Szenen wie die Identitäre Bewegung und neonazistische Kreise aus. Außerdem spricht die Partei über TikTok, Instagram und Co. gezielt junge potenzielle Wähler an.“
Am Ballermann leben deutsche Touristen ihren Rassismus offen aus. Ein Influencer aus Baden-Württemberg prangert das an. Was erlebt er auf Mallorca, und was in Deutschland? Mallorca ist nach wie vor die Lieblingsinsel der Deutschen. Auch wenn ihnen von einheimischer Seite kaum mehr Liebe entgegenschlägt. Die Mallorquiner haben die Nase voll vom Massentourismus. Die Deutschen genießen derweil weiter: Sommer, Sonne, Vollsuff. Wobei letzteres bei vielen Party-Touristen aus dem Land der Dichter und Denker offenbar das Schlechteste zum Vorschein bringt. Thematisiert hat das unlängst Influencer Jeremy Okoth aus Karlsruhe. Der Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers schilderte auf seinen Social Media Kanälen, über die er Tausende erreicht, haarsträubende Szene. Er sei bei seinem letzten Aufenthalt mehrmals mit dem „N-Wort“ beleidigt worden, da habe er noch keine 24 Stunden auf der Insel verbracht. Den Hitlergruß auf offener Straße zu zeigen, sei auf dem Ballermann ein Stück Normalität geworden, Deutschlandtrikots, die mit „Führer“ und der Nummer 44 – die Zahl ähnelt den SS-Runen – beflockt sind, werden von Straßenhändlern feilgeboten und gerne gekauft. Das Phänomen rechtsextremer Symbole am Ballermann ist nicht neu. Okoth sagt, das offene Zurschaustellen rassistischer Gesinnung habe im vergangenen Jahr aber deutlich zugenommen. Im Juli 2025 sorgten drei deutsche Urlauber an der Playa de Palma für einen Skandal, als sie in einem Hotel auf dem Balkon offen den Hitlergruß zeigte. Vermutlich bleiben die meisten Fälle aber undokumentiert. „Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man das nicht selbst erlebt“, sagt Okoth im Gespräch mit unserer Zeitung. Beruflich war er zuletzt häufiger auf der Baleareninsel. „Was mich am Ballermann so stört ist, dass die Leute ihren ‚echten Charakter’ zulassen“, sagt der Influencer. „Die Leute saufen – und dann sagen sie, was sie wirklich denken.“ Er sei der Letzte, der etwas gegen einen Witz habe, „selbst wenn es auf die Hautfarbe geht“. Aber einer fremden Person „Heil Hitler“ ins Gesicht zu schleudern, das sei nicht lustig, „aber am Ballerman an der Tagesordnung“. Was ihn besonders schockiert: Am Ballermann wird das einfach zugelassen. „Es hört sich hart an: Aber es trifft mich jetzt nicht besonders hart, wenn mich jemand rassistisch beleidigt“, sagt Jeremy Okoth, „aber was mich ziemlich trifft ist, dass keiner was dagegen sagt, der daneben steht.“ Niemand wende etwas ein, wenn das N-Wort falle, wer ein SS- oder „Führer“-Shirt trage, werde nicht darauf hingewiesen, wie daneben das sei. „Die dürfen das tragen, das ist witzig“, beschreibt Okoth in einem seiner Videos die geistige Haltung, die in Spanien ungeniert ausgelebt wird.
Seit mehr als einem Jahr wird an drei Oberlandesgerichten gegen die “Gruppe Reuß” wegen eines Umsturzversuchs verhandelt. Urteile scheinen in weiter Ferne. Nun sind zwei Angeklagte aus der Haft entlassen worden. Sie galt als Wahrsagerin der Gruppe und soll für “Spiritualität” zuständig gewesen sein: Ruth L. aus dem hessischen Heppenheim gehörte aus Sicht des Generalbundesanwalts Jens Rommel ebenso zum Kern der Gruppe, wie Wolfram S. aus Karlsruhe, der für die IT der Gruppe zuständig gewesen sein soll.Nun sind beide Angeklagte unabhängig voneinander in den vergangenen Wochen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Verfahren von Ruth L. hat das Oberlandesgericht München sogar gänzlich abgetrennt und ausgesetzt. (…) In allen drei Verfahren dauert die Wahrheitsfindung lange. Lediglich am Oberlandesgericht Stuttgart ging es voran. Dort konnte der Sachverhalt einer Schießerei in Reutlingen zwischen einem Angeklagten und dem Spezialeinsatzkommando (SEK) der baden-württembergischen Polizei recht zügig verhandelt werden.Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Verfahren eher vor sich hin dümpeln und insbesondere in München von Streit zwischen den Verteidigern und der eher unentschlossen wirkenden Vorsitzenden Richterin geprägt sind. Diese Situation vermochten zwei Angeklagte in den vergangenen Wochen für sich zu nutzen. Ruth L., die schon vor Monaten aufgrund ihres vergleichsweise hohen Alters über die langen Prozesstage geklagt hatte, entwickelte offenbar in der Untersuchungshaft mehrere akute und chronische Krankheiten, die nach Ansicht ihrer Verteidiger auch nicht richtig beziehungsweise entschlossen genug behandelt worden sein sollen.Um den Prozess in München dadurch nicht weiter zu verzögern, wurde ihr Strafverfahren zunächst abgetrennt und dann auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Ihr Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt, sie muss sich nun regelmäßig bei der Polizei melden. Sollte es ihr gesundheitlich wieder besser gehen, muss der Prozess – nur für sie – von vorn beginnen.Bei Wolfram S. sieht die Sache anders aus: Er hatte im Stuttgarter Verfahren umfangreich Angaben zu den Vorwürfen gemacht und dabei immer wieder betont, dass ihm die ideologische Ausrichtung der Gruppe nicht bekannt gewesen sei und er unter “unglücklichen Umständen”, wie es sein Verteidiger formulierte, in die Gruppe geraten sei.Offenbar glaubt das Gericht ihm das, jedenfalls insoweit, als S. nun nicht mehr in Untersuchungshaft sitzt. Er muss aber weiterhin zu den Verhandlungen erscheinen.
Die Kritik an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner reißt nicht ab. Nun wurden neue Details über ihre Beziehung zu dem Unternehmer Frank Gotthardt bekannt, der das Portal „Nius“ betreibt. Die Grünen werden deutlich. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, hat die Eignung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) für ihr Amt in Zweifel gezogen. Anlass ist der neueste Bericht über ihre enge Verflechtung mit dem Unternehmer Frank Gotthardt. „Die Union muss sich ernsthaft fragen, ob Klöckner tatsächlich die richtige Wahl für das zweithöchste Staatsamt war“, sagte Mihalic dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Es liegt nun an der Union und auch Klöckner selbst, jeden Zweifel bezüglich der Überparteilichkeit ihrer Amtsführung und an ihrer Eignung auszuräumen.“ Die Grünen-Politikerin fügte hinzu: „Schon als Schatzmeisterin der Union unterhielt Julia Klöckner auffällig enge Verbindungen zu Frank Gotthardt – einem Unternehmer, der rechtspopulistische Medien finanziert. Ihn ausgerechnet für die Kommunikation der CDU verantwortlich machen zu wollen, offenbart nicht nur ein schlechtes Urteilsvermögen, sondern auch eine gefährliche strategische Ausrichtung. Wer solche Verbindungen pflegt, sendet klare Signale, wohin sich die Union politisch bewegen soll.“ Dass Klöckner diese Nähe auch als Bundestagspräsidentin aufrechterhalte, sei „nicht nur ein politischer Fehltritt“, es werfe zudem „ein beunruhigendes Licht auf ihr Amtsverständnis“.
siehe auch: Nähe zu „#Nius“-Geldgeber #Gotthardt: In der CDU regt sich Unmut über #Klöckner – #klöcknergate #hatespeech Als CDU-Schatzmeisterin soll die heutige Bundestagspräsidentin Julia Klöckner für eine Kooperation von CDU und Gotthardt geworben haben. Das Adenauer-Haus schweigt dazu. Innerhalb der CDU lösen neue Berichte über Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) Unmut aus. Von einem „neuen Aussetzer“ Klöckners war am Donnerstag in Parteikreisen die Rede. Klöckner soll als CDU-Schatzmeisterin 2023 dafür eingetreten sein, dass die CDU mit dem „Nius“-Eigentümer Frank Gotthardt ein gemeinsames Unternehmen gründet; Äußerungen der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner schadet ihrem Amt und der Demokratie Ein Kommentar von Florian Gathmann Bei einer CDU-Veranstaltung zieht Julia Klöckner Parallelen zwischen der Tageszeitung »taz« und dem Rechts-außen-Portal »Nius«. Damit greift die Bundestagspräsidentin schwer daneben. (…) Wichtiger denn je wäre es, in diesem Amt so überparteilich wie möglich zu agieren, die Worte zu wägen, im Zweifel zusammenzuführen. Das sollte sowohl im Plenum vom Pult der Bundestagspräsidentin aus geschehen als auch bei öffentlichen Auftritten und Äußerungen. Ob Klöckner dies ausreichend gelingt, daran gab es schon in den vergangenen Monaten immer wieder Zweifel. Nun hat Klöckner bei einem CDU-Sommerfest in Koblenz schwer danebengegriffen. Schon die Zusage für den Termin war ihrem Amt nicht angemessen. Denn die Koblenzer Christdemokraten luden ausgerechnet auf das Firmengelände des Geschäftsmanns Frank Gotthardt, der das rechtspopulistische Onlineportal »Nius« maßgeblich finanziert. (…) Aber eine Bundestagspräsidentin hatte auf dieser Veranstaltung nichts zu suchen, auch wenn Klöckner aus Rheinland-Pfalz kommt und hier jahrelang CDU-Vorsitzende war. Rote Linie übertreten Die rote Linie hat sie dann jedoch mit ihrer Rede übertreten. Weil es schon im Vorfeld erhitzte Debatten über ihre Teilnahme gegeben hatte, widmete sich Klöckner darin dem Thema Meinungsfreiheit. (…) Der »taz« ähnliche Methoden vorzuwerfen wie »Nius«, ist offenbar ein schwerwiegendes Missverständnis journalistischer Arbeit. Richtig ist, dass die »taz« publizistisch klar dem links-grünen Lager zuzuordnen ist. Das hat sie in den Jahren seit ihrer Gründung 1978 nicht unbedingt zu einem Lieblingsmedium von Politikern der anderen Seite des politischen Spektrums gemacht. »taz« hält im Gegensatz zu »Nius« journalistische Maßstäbe hoch Der fundamentale Unterschied zu »Nius« ist allerdings, dass bei der »taz« der Versuch unternommen wird, journalistische Maßstäbe hochzuhalten. Ihr Anspruch besteht darin, zunächst die Realität abzubilden und für die Leserinnen und Leser aufzuarbeiten. Bei »Nius« dagegen scheint die Arbeit oft darin zu bestehen, an der Grenze zur Desinformation gegen eine vermeintliche »Cancel-Culture« von links zu kämpfen – und damit angeblich die Meinungsfreiheit zu verteidigen. Das ist ein inzwischen bekanntes Motiv von Rechts-außen-Medien in aller Welt, insbesondere in den USA, dessen sich in Deutschland auch Parteien wie die AfD bedienen. Umso unverständlicher ist es, dass Bundestagspräsidentin Klöckner sich dieses Demokratie-verzerrende Narrativ ohne Not zu eigen macht. Damit wird sie der Verantwortung ihres Amts nicht gerecht; „Grüße an den rechten Rand“ – Experte: Klöckners Nius-Auftritt schadet Merz-Union. Ihr Nius-Vergleich und umstrittene Unternehmer-Kontakte bringen Klöckner unter Druck. Ein Experte glaubt: Das könnte der Union langfristig schaden. Berlin – Es gibt keine schlechte Publicity, sagt man in PR-Kreisen. Dass das nicht zwingend stimmt, zeigt die Debatte um Julia Klöckner in diesen Tagen. (…) Hintergrund: Klöckner hatte Berichten zufolge auf einer Sommerfeier der CDU Koblenz das rechtspopulistische Portal Nius mit der Tageszeitung Taz verglichen, Methoden und Vorgehen beider Medien seien „nicht so sehr unähnlich“, sagte sie demnach. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) nannte den Vergleich später „inhaltlich falsch und geschmacklos“. Gesponsert wurde die Feier in Koblenz vom Unternehmen CompuGroup Medical (CGM), das mehrheitlich dem Unternehmer Frank Gotthardt gehört – der das Portal Nius mitfinanziert. Schon 2023 soll Klöckner engen Kontakt zu Gotthardt gepflegt haben, wie nun unter anderem Tablemedia berichtet. Die CDU wollte damals demnach mit Gotthardt ein IT-Strategie-Unternehmen namens „CDU APP GmbH“ gründen, die Kommunikation lief vor allem über Klöckner. (…) Denn: „Die gemeinsame Abstimmung mit der AfD war bereits eine Annäherung der Union an den rechten Rand. Frau Klöckner hat sich nun medienpolitisch angenähert“, sagt Hillje. Der Rechtspopulismus lebe von einer medialen Strategie, von „einem Ökosystem aus Influencern und pseudojournalistischen Portalen wie Nius, die eine AfD-Agenda verfolgen“, so Hillje. „Julia Klöckner sendet Grüße an den rechten Rand. Nicht zum ersten Mal. Ihr Verhalten kann nicht im Sinne der Gesamtunion sein.“ Sein Urteil: „Das Amt der Bundestagspräsidentin sollte auf Überparteilichkeit und Ausgleich ausgerichtet sein. Frau Klöckner hat sich davon wegbewegt.“ Die Linke forderte gar Klöckners Rücktritt, jetzt wird auch Kritik beim Koalitionspartner SPD laut. Bundestagsabgeordneter Macit Karaahmetoğlu sagte gegenüber dieser Redaktion: „Die Berichte über ihre persönliche Nähe zu Leuten, die die rechtspopulistische Szene unterstützen, finde ich befremdlich. Ihr Amt, das zweithöchste im Staat, verpflichtet zu Neutralität und Geradlinigkeit. Ihr Verhalten macht mich betroffen.“
Die Ukraine hat erneut die Tausende Kilometer lange Druschba-Pipeline angegriffen. Nach Ungarn und in die Slowakei fließt kein russisches Öl mehr. Indirekt könnte auch Deutschland betroffen sein. Die Ukraine hat im Westen Russlands eine Pipeline für Erdöl beschossen. An der Ölpumpstation in Unetscha in der Region Brjansk brach daraufhin ein Feuer aus, wie der Gouverneur der Region, Alexander Bogomaz, sagte. Am Morgen waren die Flammen demnach gelöscht. Folgen hat der Vorfall an der Druschba-Pipeline aber trotzdem.So schrieb der ungarische Außenminister Peter Szijjarto auf Facebook, der Durchfluss von Erdöl nach Ungarn sei nach dem Angriff unterbrochen. Er sprach von einem weiteren Angriff auf die Energiesicherheit seines Landes und rechnet damit, dass die Versorgung für fünf Tage ausfallen werde. Ministerpräsident Viktor Orban rief US-Präsident Donald Trump um Hilfe gegen das Kiewer Vorgehen an.Schon am Montag hatte ein Angriff auf eine andere Pumpstation der Leitung Druschba die Versorgung gestoppt; am Dienstag konnte sie wiederhergestellt werden. Auch die Slowakei, die ebenfalls Öl aus der Pipeline bezieht, beschwerte sich nach dem jüngsten Angriff. (…) Der Brand an der Pumpstation in Westrussland könnte auch Folgen in Deutschland haben. Zwar teilte das Wirtschaftsministerium mit, dass der Vorfall keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit hierzulande habe. Auch der Betrieb der PCK-Ölraffinerie im brandenburgischen Schwedt sei nicht beeinträchtigt, erklärte das Ministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Die Lieferung sei nur kurzzeitig unterbrochen.Etwas vorsichtiger klingt die Einschätzung der Betreiberfirma Rosneft Deutschland in Schwedt: Mögliche Auswirkungen würden noch geprüft, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur dpa. PCK in Schwedt an der Oder bezieht kein russisches Öl mehr, erhält aber im Transit Öl aus Kasachstan. Es müsse geklärt werden, ob die nächste Lieferung bereits diese Pumpstation passiert habe, sagte Rosneft-Sprecher Burkhard Woelki
siehe auch: Putin in Erklärungsnot: Ukraine dreht Russlands Wirtschaft den Energiehahn ab. Ukraine dreht Russlands Wirtschaft den Energiehahn zu Die Ukraine trennt durch Drohnenangriffe Russland von einer wichtigen Ressourcenquelle. Mehrere russische Regionen erleben dadurch einen Stillstand. Moskau – Die ukrainischen Drohenangriffe haben zu einer Verknappung von Benzin in Russland geführt. Wie die Moscow Times berichtet, kämpfen Tankstellen-Betreiber und Autofahrer in einigen Regionen mit einer großen Knappheit, nachdem jüngste ukrainische Drohnenangriffe einen großen Teil der Ölraffinerien in Russland lahmgelegt haben.
Als CDU-Schatzmeisterin soll die heutige Bundestagspräsidentin Julia Klöckner für eine Kooperation von CDU und Gotthardt geworben haben. Das Adenauer-Haus schweigt dazu. Innerhalb der CDU lösen neue Berichte über Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) Unmut aus. Von einem „neuen Aussetzer“ Klöckners war am Donnerstag in Parteikreisen die Rede. Klöckner soll als CDU-Schatzmeisterin 2023 dafür eingetreten sein, dass die CDU mit dem „Nius“-Eigentümer Frank Gotthardt ein gemeinsames Unternehmen gründet. So berichtete es „Table.Briefings“ am Mittwochabend. „Nius“ ist ein stramm rechtes Medienportal, geführt vom früheren „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. Demnach war eine „CDU App GmbH“ geplant, welche die Digitalstrategie der Partei voranbringen sollte. Das dem Bericht zufolge als „China Club“ bezeichnete Projekt sei vertraulich gewesen und nur im kleinen Kreis im Adenauer-Haus besprochen worden. Am Ende sei das Projekt nicht verwirklicht worden. Die CDU wollte sich am Donnerstag zu dem Bericht auf Tagesspiegel-Anfrage nicht äußern. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bezog keine Stellung. Die rheinland-pfälzische CDU ließ derweil erkennen, dass der Bericht korrekt ist. „Die CDU Rheinland-Pfalz war nicht in die beschriebenen Planungen eingebunden. Die Vorgänge betreffen interne Überlegungen auf Bundesebene, die letztlich nicht umgesetzt wurden“, teilte sie auf Tagesspiegel-Anfrage mit. Die Arbeit von Medien bewerte man nicht. „Für uns als CDU Rheinland-Pfalz ist klar: Wir stehen für eine pluralistische Medienlandschaft, in der Meinungsfreiheit und journalistische Standards gelten.“ Klöckner wie Gotthardt stammen aus Rheinland-Pfalz, wo im kommenden Jahr der Landtag neu gewählt wird. Klöckner habe schon als Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, also bis 2022, „keine Gelegenheit ausgelassen“, ihre „große Nähe“ zu Gotthardt zu zeigen, heißt es in der CDU. „Absoluter Wahnsinn“ Es sei schon länger bekannt, dass es jene Verhandlungen zwischen dem Adenauer-Haus und dem Unternehmer Gotthardt gegeben habe. Schon die damalige Überlegung, dem „Nius“-Geldgeber womöglich Zugang zu CDU-Mitgliederdaten zu geben, sei „absoluter Wahnsinn“ gewesen. Öffentlich wollten sich CDU-Politiker zu dem Vorgang nicht zu Wort melden.
siehe auch: „Nius“-Eigentümer sollte CDU-App aufbauen: Kontakt zwischen Klöckner und Gotthardt wohl enger als bisher bekannt – #Klöcknergate Ein Grußwort von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in den Räumen des „Nius“-Eigentümers Frank Gotthardt löst eine Diskussion aus. Gute Kontakte gab es wohl schon früher. Die Kontakte zwischen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und dem Unternehmer sowie „Nius“-Eigentümer Frank Gotthardt waren einem Medienbericht zufolge enger als bisher bekannt. Unterlagen und vertrauliche E-Mails, die „Table.Briefings“ vorliegen, sollen zeigen, dass Klöckner im Jahr 2023, damals in ihrer Funktion als CDU-Schatzmeisterin, die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens unterstützt habe. Geplant war demnach die „CDU App GmbH“, die die Digitalstrategie der Partei voranbringen sollte. Das dem Bericht zufolge als „China Club“ bezeichnete Projekt sei vertraulich gewesen und nur im kleinen Kreis im Adenauer-Haus besprochen worden. Die Kommunikation lief demnach überwiegend über Klöckner oder Christoph Hoppe, dem CDU-Geschäftsführer.