Die Hamburger AfD-Fraktion sorgt für neuen Gesprächsstoff: Sie hat in einem umstrittenen Burschenschafts-Magazin zwei halbseitige Stellenanzeigen geschaltet. Zuerst hatte die “Hamburger Morgenpost” darüber berichtet. Welchen Ton die “Burschenschaftlichen Blätter” anschlagen, wird gleich auf den ersten Seiten deutlich: “Deutscher Selbsthass als Staatsräson” – so die Überschrift eines Artikels in der neuen Ausgabe, in dem mit der deutschen Erinnerungskultur abgerechnet wird. Gleich gegenüber ist eine halbseitige Stellenanzeige der Hamburger AfD-Fraktion für einen Social-Media-Referenten zu sehen. Beim Umblättern zeigt sich schon die nächste Stellenanzeige der Fraktion.

via ndr: Stellenanzeigen der Hamburger AfD-Fraktion in umstrittenem Magazin

siehe auch: AfD sucht Mitarbeiter ausgerechnet unter völkischen Burschen Schreiben Sie den ersten Kommentar Sie, lieber Leser, finden, dass Ausländer massenhaft „remigriert“ gehören, dass die Nazi-Diktatur nur ein „Vogelschiss der Geschichte“ war und es sich beim Holocaust-Denkmal in Berlin um ein „Denkmal der Schande“ handelt? Und kennen sich auch noch mit TikTok, Instagram & Co. aus? Dann sind Sie vielleicht ein geeigneter Bewerber: Die Hamburger AfD-Fraktion sucht derzeit nämlich einen „Referenten für Social Media“. Eine Stellenanzeige wurde auch schon platziert – und zwar in den „Burschenschaftlichen Blättern“ (BBl), also der offiziellen Verbandszeitung der völkischen Deutschen Burschenschaft (DB). Das spricht Bände, findet das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR): Damit sei klar, wo sich die Hamburger AfD positioniert: ganz weit rechts außen. Die „Deutsche Burschenschaft“ (DB) ist nicht weniger als der Zusammenschluss der extrem rechten, deutschnationalen Burschenschaften in Deutschland und Österreich. Wie das Hamburger Bündnis gegen Rechts in einer Pressemitteilung schreibt, ist die DB in den vergangenen 20 Jahren noch einmal weiter nach rechts gerückt, als sie es ohnehin schon war – und zwar so weit nach rechts, dass es sogar für manche Rechte nicht mehr tragbar ist. (…) Ein HBG-Mitglied mischt sogar besonders intensiv beim DB mit: Der Hamburger Kevin Dorow ist nämlich „Schriftleiter“ der „Burschenschaftlichen Blätter“, also der DB-Vereinszeitschrift – und damit genau der Publikation, in der die Hamburger AfD-Fraktion nun ihre Stellenanzeige platzierte. Laut Hamburger Bündnis gegen Rechts war Dorow auch noch Funktionär der gesichert rechtsextremistischen Jungen Alternative (JA) – bis der Jugendverband der AfD vorsichtshalber von der Mutterpartei aufgelöst wurde. „Dass die Hamburger AfD nun in solchem Umfeld nach einem Referenten für Social Media sucht, ist bezeichnend“, so das Hamburger Bündnis gegen Rechts. „Social-Media-Accounts der Partei dienen oftmals als Radikalisierungsmaschine und strahlen weit in das Umfeld der Partei bis hinein in militante Szenen wie die Identitäre Bewegung und neonazistische Kreise aus. Außerdem spricht die Partei über TikTok, Instagram und Co. gezielt junge potenzielle Wähler an.“