Er trug ein T-Shirt mit der Parole „Kraft durch Freude“: Ein Boxstall-Gründer hat bei einer Livesendung von „ran Fighting“ seine Gesinnung zur Schau gestellt. Ein Neonazi-Skandal hat am Samstagabend eine Box-Veranstaltung in Friedrichshafen am Bodensee überschattet, die auf der Pro7Sat1-Plattform “ran Fighting” live im Internet übertragen wurde. Beim Kampf im Superweltergewicht zwischen Ali Celik und Islam Ashabov fiel der Blick auf den Gründer des “Germanen Boxstalls” Rene Hildebrandt. Für ihn trat Ashabov an. Hildebrandt trug ein Shirt mit der Aufschrift “Kraft durch Freude”. Diese war zwischen 1933 und 1945 der Name der Freizeit-Organisation der Nationalsozialisten. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen nach “Bild”-Informationen den Vorfall. Wie konnte es dazu kommen? “Wir distanzieren uns komplett davon und in aller Deutlichkeit”, sagt eine Sprecherin von ProSiebenSat1 dem Tagesspiegel. “Der Kämpfer Islam Ashabov aus Oldenburg ist am Samstag den 14.9. bei der Veranstaltung ‚Sport im Süden‘ als kurzfristiger Ersatzgegner angetreten. Diese Änderung in der Fight Card wurde ran Fighting nicht mitgeteilt.” “Der Kämpfer sowie sein Trainer wurden vom Veranstalter SES-Boxing wie üblich vorab überprüft.” Im Anschluss an den Kampf habe sich bedauerlicherweise ein Betreuer aus dem “Germanen Boxstall Kiel” in den Ring begeben und ein T-Shirt mit rechtsradikalen Parolen getragen. “Die gesamte Veranstaltung wurde von ran Fighting nach Bekanntwerden unmittelbar gelöscht und ist über unsere Plattform nicht mehr abrufbar.”
Eine rechtsextreme Gruppe wollte laut Bundesanwaltschaft einen neuen faschistischen Staat aufbauen. Nach SWR-Recherchen wird auch gegen einen früheren Soldaten aus Idar-Oberstein ermittelt. Es war eine der größten Razzien in der Neonazi-Szene der Bundesrepublik: Am 6. April 2022 haben Polizisten 61 Häuser in ganz Deutschland durchsucht. Das Ziel: ein rechtsextremes Netzwerk zu zerschlagen und die Rädelsführer zu fassen. Darunter waren auch fünf Mitglieder der Gruppe “Sonderkommando 1418”. Ziel: Zerstörung der Demokratie Nach Angaben der Bundesanwaltschaft war dieses “Sonderkommando” eine Chatgruppe, die zwischen Herbst 2019 und Februar 2020 aktiv war. Dort sollten Neonazis für Anschläge und einen sogenannten “Rassenkrieg” rekrutiert werden. Ihre Fantasie laut den Ermittlern: Die Zerstörung der Demokratie und die Herbeiführung eines “neofaschistischen Systems”. In diesem Zusammenhang ermittelt die Bundesanwaltschaft auch gegen einen ehemaligen Soldaten der Bundeswehr in Idar-Oberstein. Der Vorwurf: Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Das bestätigte die Pressestelle auf SWR-Anfrage. Verfahren gegen Soldaten läuft noch Dieses Ermittlungsverfahren ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft aber noch nicht abgeschlossen. Vier Jahre nach der Razzia sei noch immer keine Anklage erhoben worden. Inwiefern der frühere Zeitsoldat aus dem Hunsrück in die Pläne der Gruppe verwickelt war, ist demnach unklar. Was hingegen klar ist: Er ist nicht der einzige Soldat aus Idar-Oberstein, der in den vergangenen Jahren im Visier der Ermittlungsbehörden war. Die Linken im Bundestag stellen regelmäßig Fragen zu rechtsextremen Vorfällen bei der Truppe. Und wer die Antworten der Bundesregierung auf diese parlamentarischen Anfragen durchschaut, stößt noch auf weitere Fälle im Hunsrück. Demnach soll im Oktober 2023 ein Idar-Obersteiner Soldat auf einer Hochzeit eine Kellnerin als “Kanakenbraut” bezeichnet haben. Darüber hinaus habe der Mann in einer Befragung beim Militärischen Abschirmdienst ausgesagt, dass er sich mit der “Identitären Bewegung” beschäftigt habe. Er besitze sogar ein T-Shirt der rechtsextremen Gruppierung, das er zum Schlafen anziehe. (…) Warum der Soldat mit dem Schlaf-Shirt der “Identitären Bewegung” trotz der Vorwürfe nicht aus der Truppe “entfernt” wurde, kommentiert das Verteidigungsministerium jedenfalls nicht. Ob das mutmaßliche Mitglied des “Sonderkommandos 1418” noch bei der Truppe ist, ist unklar. Zumindest hatte die Bundeswehr den damaligen Zeitsoldaten aber bereits am 30. Mai 2022 vom Dienst enthoben und ihm verboten, die Uniform zu tragen. Sein Sold wurde gekürzt und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Auch das ergibt die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Linken. Nicht aber, wie das Verfahren ausging
Ermittler haben vergangenen Donnerstag einen mutmaßlichen Shop für rechtsextremistische Artikel ausgehoben. Bei Razzien in fünf Bundesländern und der Schweiz durchsuchten mehr als 100 Einsatzkräfte elf Gebäude und nahmen sechs Verdächtige ins Visier. Das Amtsgericht Göttingen erließ einen Haftbefehl gegen den 43 Jahre alten Hauptverdächtigen und setzte ihn unter Auflagen außer Vollzug. Die Staatsanwaltschaft und Polizei in Göttingen teilten am Dienstag mit, dass die Verdächtigen die rechtsextreme Szene mit verbotenen Materialien versorgt haben sollen. Der Hauptverdächtige soll die illegalen Waren im Ausland bestellt oder produziert und fünf Komplizen für Lagerung und Verkauf rekrutiert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten den Handel mit volksverhetzender Musik, rechtsextremistischen Artikeln, verbotenen Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vor. Bundesweite Durchsuchungen Die Durchsuchungen erstreckten sich über Niedersachsen, Thüringen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und die Schweiz. Dabei stellten die Ermittler tausende rechtsextreme CDs und Schallplatten, große Mengen an Szene-Artikeln, Dopingpräparate, Sprengmittel, einen Schlagring und eine Schreckschusspistole sicher. In Thüringen entdeckten die Beamten zudem einen Treffpunkt der rechtsextremistischen Szene.
siehe auch: Mutmaßlicher Nazi-Onlineshop GROSSRAZZIA IN 5 BUNDESLÄNDERN. Ein mutmaßlicher Shop für rechtsextreme Artikel ist ins Visier der Polizei geraten. Die Behörden haben Durchsuchungen in fünf Bundesländern und der Schweiz durchgeführt. Dies teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen 43-jährigen Mann und fünf seiner Komplizen. Das Amtsgericht Göttingen hat Haftbefehl gegen den 43-Jährigen erlassen. Er ist gegen Auflagen aktuell auf freiem Fuß. Durchsuchte Standorte und Funde Die Durchsuchungen fanden in Niedersachsen, Thüringen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt statt. In Thüringen stießen die Ermittler auf einen Treffpunkt der rechtsextremen Szene. Bei den Razzien stellten die Behörden Tausende CDs und Schallplatten sicher. Außerdem auch Kleidung und Sticker mit rechtsextremen Symbolen wie Hakenkreuzen oder Hitler-Figuren. Auch nicht frei verkäufliche Sprengkörper wurden entdeckt; POL-GOE: Gemeinsame Pressemitteilung der STA Göttingen und der ZKI der Polizeidirektion Göttingen: Umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen in einem Ermittlungsverfahren gegen Rechtsextremisten Die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Göttingen führt unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Göttingen seit Februar 2025 ein verdecktes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Handels mit volksverhetzenden Tonträgern und rechtsextremistischen Szeneartikeln sowie einem Verstoß gegen das Vereinigungsverbot gegen sechs in Deutschland und in der Schweiz ansässige Personen. Die der rechtsextremen Szene zuzuordnenden Beschuldigten werden verdächtigt, unter Anleitung des Hauptbeschuldigten entsprechende Szeneartikel, Artikel der in Deutschland verbotenen Organisation “Blood & Honour” und “Combat 18” sowie strafrechtlich relevante, volksverhetzende rechtsextreme Musik gewerblich vertrieben zu haben. Weiterhin besteht der Verdacht des Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie des Handels mit unerlaubten Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Ursprung des Verfahrens waren Erkenntnisse aus einem im Oktober 2023 in der Zentralen Kriminalinspektion der PD Oldenburg geführten Ermittlungskomplex gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk. Erste Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass der Hauptbeschuldigte große Mengen von Szeneartikeln mit Symbolen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie der verbotenen Organisationen “Blood & Honour” und “Combat 18” aus dem Ausland bestellte, eigenständig herstellte und einer Vielzahl von Personen, vorrangig aus der rechtsextremen Szene, zum Verkauf anbot. Dabei bezog er mindestens fünf weitere Beschuldigte in den Handel ein und ließ diese die illegale Ware für ihn lagern und in seinem Auftrag verkaufen. Zusätzlich erhärtete sich der aus dem Oldenburger Verfahren entstandene Verdacht, dass der Hauptbeschuldigte Handel mit rechtsextremistischer Musik mit volksverhetzenden Passagen trieb. Am Donnerstag, den 5. Februar 2026, wurden Durchsuchungsbeschlüsse in insgesamt elf Objekten in fünf Bundesländern und in der Schweiz vollstreckt. Dabei wurden mehrere tausend rechtsextremistische Tonträger (CDs und Schallplatten) sowie unzählige Mengen von rechtsextremen Szeneartikeln (Pins, Schlüsselbänder, Bekleidung, Sticker und weiteres Merchandise mit Hakenkreuzen, Reichsadler, SS-Totenschädeln, Hitler-Figuren, Blood & Honour-Schriftzug und weiteren Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen), Dopingpräparate, erlaubnispflichtige Sprengkörper und Eigenlaborate, mehrere Schlagringe, eine Schreckschusspistole sowie eine Vielzahl elektronischer Kommunikationsmittel sichergestellt.
Der Ukraine-Krieg ist längst zum Drohnenkonflikt geworden. Kiew setzt auf eine neue Generation an Piloten. Ohne Emotionen schildern sie ihre Fronteinsätze. Kiew – „Nach meinem ersten Abschuss habe ich nichts gefühlt. Ich habe meinen Job gemacht. Ich habe einen Russen vom Schlachtfeld genommen und ihn zu Dünger verarbeitet.“ Was ein junger Drohnenpilot der Times erzählt, zeigt eine neue Realität im Ukraine-Krieg: Inzwischen entscheiden Gaming-Skills über Leben und Tod. Währenddessen steuert der Ukraine-Krieg unerbittlich weiter auf den nächsten Jahrestag zu. Seit dem 24. Februar 2022 bekämpfen sich die Truppen von Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj. Auf beiden Seiten steigen die Verluste und ein Ende des Konflikts ist bislang nicht in Sicht. Zwar wird in verschiedenen Formaten um ein Ende des Ukraine-Kriegs gerungen, doch bislang scheitern Verhandlungen an unüberwindbaren Differenzen. (…) Die ukrainische Militärführung hatte vergangenen Monat die Weisung herausgegeben, dass die Drohneneinheiten verstärkt Jagd auf russische Soldaten machen sollen. Das Ziel: 50.000 Abschüsse pro Monat. Bereits jetzt zeichnet sich ein gravierender Trend ab. Laut ukrainischen Angaben übertrafen die russischen Verluste die Rekrutierungszahlen. Dank einer neuen Generation von Drohnenpiloten könnte sich die Lage für Putin weiter verschärfen. Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen – Drohnenpiloten machen Jagd auf Soldaten Die Times sprach mit einem 21-jährigen Drohnenpiloten, der gegenwärtig im Ukraine-Krieg Such- und Zerstörungsmissionen gegen Russland fliegt. Zum Henker sei er geworden, erklärte „Strig“. Inzwischen ist er auf den Kampf gegen feindliche Drohnenpiloten spezialisiert. „Es ist das Einfachste von der Welt. Manche Menschen wollen Mitgefühl für alle empfinden. Ich nicht“, erklärte er laut eines Berichts des Kriegskorrespondenten Anthony Loyd. „Wenn du Videospiele magst, PlayStation magst und kämpfen willst, dann hast du die Fähigkeiten, ein auf Drohnen spezialisierter Krieger zu werden“, sagte Oberleutnant Yurii Butusov die gegenwärtige Motivation der neuen Generation der Drohnenpiloten auf ukrainischer Seite. „Früher ging es in Konflikten um körperliche Stärke und Ausdauer, heute geht es um dynamische Menschen mit einer motivierten Denkweise. Ein 20-jähriger Pilot mit den richtigen Fähigkeiten kann mehr Menschen töten als ein Scharfschütze mit 20 Jahren Erfahrung“, sagte er laut Times.
Streiks an Unikliniken, Hochschulen oder Kitas: Im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst der Länder wollen die Gewerkschaften den Druck erhöhen. Von den Arbeitgebern kommt Kritik: Erst streiken und dann verhandeln zerstöre Vertrauen. Am morgigen Mittwoch wird – voraussichtlich zum letzten Mal in dieser Tarifrunde – über die Löhne der Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder verhandelt. Heute wollen die Gewerkschaften mit Warnstreiks fast im gesamten Bundesgebiet – einzige Ausnahme ist Hessen – den Druck auf die Arbeitgeber noch einmal erhöhen. Betroffen sind vor allem Uni-Kliniken, Hochschulen und Straßenbau-Verwaltungen. In einigen Bundesländern sollen auch Kitas und Schulen bestreikt werden. (…) Ver.di und der dbb fordern für die Beschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Geld im Monat, mindestens aber 300 Euro zusätzlich. Für Nachwuchskräfte soll es 200 Euro mehr geben – alles bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die die Arbeitgeberseite vertritt, hat bislang kein Angebot vorgelegt. Ver.di-Vizechefin Christine Behle sagte zuletzt aber: “Den Arbeitgebern schwebt fünf Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von 29 Monaten vor.” Das sei zu niedrig und die Laufzeit zu lang.
siehe auch: Gewerkschaften rufen am Dienstag zu erneuten Warnstreiks in mehreren Bundesländern auf Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordern sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro pro Monat. Die Arbeitgeber lehnen das ab. Warnstreiks in vielen Ländern sollen den Druck erhöhen. Einen Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde in Potsdam wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In Hamburg, Niedersachsen und Bremen sind Mitarbeiter im öffentlichen Dienst deshalb zu Warnstreiks aufgerufen. Auch im Saarland und in Nordrhein-Westfalen dürften Arbeitsniederlegungen das öffentliche Leben einschränken.
Gewalt in Beziehungen bleibt oft verborgen: Eine neue Studie zeigt eine hohe Dunkelziffer – nur wenige Betroffene erstatten Anzeige. Körperliche Gewalt erfahren demnach 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer. Noch vor wenige Bayern. Die Beziehung läuft anfangs gut. Bis erste Konflikte auftreten. Wortgefechte werden immer heftiger, es folgen Drohungen, irgendwann schlägt er zu. “Das erste Mal, als es handgreiflich wurde, hatte ich mich unter einer Decke versteckt und er hat blind auf die Decke geschlagen.”Isabelle spricht mit niemandem über die Gewalt, die ihr zu Hause angetan wird. Für Freunde und die Familie überlegt sie sich Geschichten, um Blutergüsse zu erklären. Das ändert sich erst, als Isabelle in ärztliche Behandlung muss. Ihr damaliger Partner hatte ihr ins Gesicht geschlagen, die Diagnose, ein gebrochenes Nasenbein. (…) Isabelles Fall ist damit einer, der zur großen Dunkelziffer an Gewalttaten in Deutschland zählt. Denn in der Polizeistatistik werden nur Fälle erfasst, die auch zur Anzeige gebracht werden. Isabelle ist nicht zur Polizei gegangen, zu groß war ihre Angst.Eine neue Studie, soll nun Aufschluss über die Zahl an Gewalttaten in Deutschland geben, die im Verborgenen bleiben. Zwei Jahre lang wurden mehr als 15.000 Menschen befragt. Die Studie, die vom Bundesfamilienministerium, dem Bundesinnenministerium und dem Bundeskriminalamt beauftragt wurde, zeigt: Nur ein Bruchteil der Fälle wird angezeigt, meist weniger als fünf Prozent.Gewalt innerhalb und außerhalb von (Ex-)PartnerschaftenThemenschwerpunkte der Befragung waren unter anderem körperliche und psychische Partnerschaftsgewalt, sexualisierte Gewalt, digitalisierte Gewalt sowie Gewalterfahrungen in der Kindheit. Auch Männer wurden erstmals repräsentativ in die Studie aufgenommen. Außerdem gibt sie Aufschluss über die Schwere der Taten.Ein Schwerpunkt der Studie: Gewalt in (Ex-)Partnerschaften. Fast die Hälfte aller Frauen ist laut Studie mindestens einmal im Leben von psychischer Gewalt betroffen, bei Männern sind es 40 Prozent.Körperliche Gewalt erfahren der Studie zufolge 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer. Der Unterschied liege hier in der Intensität der Gewalt. Frauen berichten demnach von mehr Angst, schwereren und mehr Verletzungen. Sowohl bei psychischer als auch bei körperlicher Gewalt liegt die angegebene Anzeigequote meist unter drei Prozent. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Personen, die von einer Form der Gewalt betroffen sind, geben an, auch anderweitig Gewalt erfahren zu haben. Rund 25 Prozent der Befragten würden diese sogenannte Polyviktimisierung erleben. Außerdem geben queere Personen an, überdurchschnittlich von allen untersuchten Gewaltformen betroffen zu sein. Ähnlich verhält es sich bei Personen mit Migrationshintergrund. Laut Studie sind vor allem Frauen mit Migrationshintergrund verstärkt digitaler Gewalt ausgesetzt.Gewalt gegen Frauen werde überwiegend durch Männer verübt. Männer erleben den Daten zufolge psychische und körperliche Gewalt häufig durch Frauen, sexualisierte Gewalt hingegen oft durch Männer.
Im vergangenen Jahr sorgte eine Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen für Schlagzeilen. Die Beschuldigten, darunter Jugendliche, sollen nun bald in Hamburg vor Gericht kommen. Gut neun Monate nach der Festnahme von sieben mutmaßlichen Mitgliedern und einem angeblichen Unterstützer der rechtsextremistischen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ soll der Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnen. Der Staatsschutzsenat hat den ersten Verhandlungstag für den 5. März angesetzt, weitere 18 Termine sollen bis zum 21. Mai folgen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. (…) Die „Letzte Verteidigungswelle“ versteht sich laut Bundesanwaltschaft als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation“. Ihr Ziel sei es gewesen, durch Gewalttaten vor allem gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen. Dazu zählten insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. Zum Zeitpunkt der Razzia am 21. Mai 2025 waren die Beschuldigten zwischen 14 und 21 Jahre alt. Aufgrund ihres Alters mussten einige von ihnen mit ihren Eltern zur Haftvorführung vor dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe erscheinen (…) Die Bundesanwaltschaft wirft sieben der Beschuldigten vor, Mitglieder der jungen Terrorgruppe gewesen zu sein, drei davon Rädelsführer. Dem achten legen die Ermittler die Unterstützung der Vereinigung zur Last. Manchen wird außerdem versuchter Mord, besonders schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung vorgeworfen, anderen die Beihilfe zu diesen Taten. Drei Anschläge und Anschlagspläne rechnet die Bundesanwaltschaft der Gruppe zu. Es geht um einen Brandanschlag auf ein damals bewohntes Kulturhaus im brandenburgischen Altdöbern, einen versuchten Anschlag auf ein bewohntes Asylbewerberheim im thüringischen Schmölln und Anschlagspläne für eine Asylunterkunft im brandenburgischen Senftenberg. Vier der Beschuldigten sollen zudem Menschen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten.