Jüdisches Mahnmal in Stralsund geschändet

Die Gedenkstele erinnert an die Opfer der Pogrome während der NS-Zeit. Unbekannte haben die jüdische Gedenkstele in Stralsund beschmiert. Zwischen Dienstag und Donnerstag sei ein nicht bestimmbares schwarzes Schriftzeichen auf das Mahnmal aufgetragen worden, teilte die Polizei der Hafenstadt in Mecklenburg-Vorpommern am frühen Donnerstagmorgen mit. Außerdem sei vermutlich gegen die Stele getreten worden. Die Gedenkstele im Hof des Johannisklosters war 1988 in der Nähe der früheren Synagoge von Stralsund errichtet worden, um an die Opfer der Pogrome zu erinnern.

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Alfred Landecker Foundation gave 250 million euros to cause – Family firm with Nazi past funds effort to use AI to detect online anti-Semitism

According to creators of ‘Decoding anti-Semitism,’ a collaborative approach is required to combat anti-Semitism on the Internet. But experts wonder: Is the technology there yet? As social media platforms take steps to block Holocaust denial, an interdisciplinary project is harnessing artificial intelligence (AI) in the battle against online anti-Semitism. “Decoding anti-Semitism” is a collaboration between King’s College London and the Technical University of Berlin’s Center for Research on anti-Semitism. The project is funded by the Alfred Landecker Foundation, which is contributing 250 million euros over 10 years. (…) The newly minted Landecker Foundation’s central mission is to share the history of the Holocaust and fight anti-Semitism, particularly on the Internet. Through the foundation’s “Decoding anti-Semitism” project, an open-source detection tool is being created to align with social media platforms, said lead designer David Allington. (…) “Decoding anti-Semitism” is hardly the first effort to fight hate speech online. In the past few years, dozens of foundations and organizations have attempted to address increases in hate speech against Jews and other groups. “Whatever these organizations are doing, it isn’t working,” said Andreas Eberhardt, founding director and CEO of the Alfred Landecker Foundation. “That is why we have adopted such a collaborative approach and over the coming weeks, months and years the partnership will see discourse analysts, computational linguists and historians come together, combining their expertise for one common goal,” said Eberhardt in an interview with The Times of Israel.

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Wie Facebook beim Hass im Netz versagt

Zwei bis drei Wochen lang zweifelt Michael* am Holocaust. An Geschichte, wie sie in Schulbüchern steht. Aus dem industriellen Massenmord des Nationalsozialismus wird für ihn ein Ereignis, das eigentlich die Juden und die Amerikaner mitorganisiert hätten. In einer privaten Facebook-Gruppe, der Michael 2015 beigetreten ist, gilt diese unter Neonazis beliebte Verschwörungserzählung als Realität. Die Medien lügen, lenken ihn von der Wahrheit ab, denkt Michael und will mehr Gruppen finden, in denen solche Themen diskutiert werden. Er muss nicht lange suchen. Facebook hilft ihm. In den folgenden Wochen und Monaten wird Michael fast 200 Gruppen beitreten – nach eigenen Angaben geleitet durch Vorschläge des Facebook-Algorithmus. Anfangs ist er fasziniert, bald entsetzt, dann angewidert von dem Hass und der Verachtung, die er dort findet. Heute bilden die Gruppen, in denen er Mitglied war, die Grundlage für den bisher tiefsten Einblick in eine rechte, mitunter rechtsextreme Schattenwelt im weltweit größten Netzwerk. Denn Michael teilt die Gruppenliste mit Reporter*innen von BR, NDR und WDR. Diese werten viele der meist privaten Gruppen, oft mit vielen Tausenden Mitgliedern, systematisch aus. Mit einer einfachen Schlagwortsuche finden sie weit mehr als tausend mutmaßlich strafbare Inhalte: Von Holocaustleugnung, bis zu hundertfachen Aufrufen zu Mord und Vergewaltigung. Auch Terrorverdächtige waren in den Gruppen aktiv.
Alle Beispiele, die in diesem Artikel gezeigt werden, stammen aus den analysierten Facebook-Gruppen. Sie blieben jahrelang unwidersprochen stehen, teilweise bis heute. Viele der Darstellungen und Äußerungen sind derart grenzüberschreitend, dass die extremsten Inhalte hier nicht auftauchen. Beispielsweise wird der elektrische Stuhl als „neuer Bürostuhl“ einer Politikerin bezeichnet und in einer Karikatur mit einem Hammer ausgeholt, um auf Genitalien von Menschen einzuschlagen. Klaus Gorny, der Sprecher von Facebook Deutschland, sagt im Interview mit BR, NDR und WDR: „Wir möchten Hassrede natürlich löschen. Und wir haben im Kampf gegen Hassrede in den letzten Jahren sehr große Fortschritte gemacht.“ Doch die Recherche wirft Fragen auf, ob der Konzern wirklich genug unternimmt. Es ist das Jahr 2017, als Michael beschließt, gegen die Hetze vorzugehen. Er beginnt, in der ersten Gruppe systematisch nach Hass-Beiträgen zu suchen, und meldet sie an Facebook. Von Facebook bezahlte Moderatorinnen prüfen, ob die von Michael gemeldeten Beiträge auch wirklich gegen die Regeln des Netzwerks, die sogenannten Gemeinschaftsstandards, verstoßen. In diesen ist festgelegt, was auf Facebook erlaubt ist und was nicht. Tatsächlich löscht Facebook einige gemeldete Beiträge. Doch manches bleibt stehen: Nicht gelöscht wurde etwa ein antisemitisches Propagandavideo, in dem unter anderem Adolf Hitler glorifiziert wird, das Hakenkreuz gezeigt und Juden als Verantwortliche für Migrationsbewegungen in Europa dargestellt werden. Michael entschließt sich, eine Liste mit 180 Gruppennamen zu erstellen. Er wendet sich an die Reporterinnen.
Sie beantragen mit erfundenen Identitäten selbst Zutritt zu den Gruppen. Nicht immer dürfen sie eintreten, doch meist dauert es nicht lange, bis ein Administrator sie hereinlässt, ohne weitergehende Prüfung. Insgesamt können sie 138 Gruppen einsehen und die darin enthaltenen Inhalte sichern. Wochenlang erfassen sie automatisiert alle in den Gruppen geposteten Beiträge. So entsteht eine Datenbank mit mehr als 2,6 Millionen Posts und Kommentaren. Die ältesten reichen zurück bis ins Jahr 2010, die aktuellsten stammen vom November 2019. (…) Wie das Wall Street Journal kürzlich berichtete, analysierte eine Facebook-Mitarbeiterin schon im Jahr 2016 deutsche Facebook-Gruppen mit politischen Inhalten. Das Ergebnis: Jede dritte Gruppe sei voll von rassistischen oder verschwörungsideologischen Beiträgen. Die Zeitung zitiert aus einer internen Präsentation. Dort heißt es: „64% aller Beitritte in extremistischen Gruppen gehen auf unsere Empfehlungswerkzeuge zurück.“ Und weiter: „Unsere Empfehlungssysteme vergrößern das Problem.“ Darauf angesprochen, verweist Facebook darauf, in den vergangenen drei Jahren Maßnahmen gegen polarisierende Inhalte getroffen zu haben.

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https://twitter.com/BR_Recherche/status/1342394697734647809

UK-based Holocaust writer is fined £3,700 by German court over claim that Nazi prison camp survivor had a lesbian relationship with SS guard

German court fined University of Warwick academic Dr Anna Hájková £3,700. Dr Hájková had claimed in a research paper that a concentration camp prisoner had a lesbian relationship with one of her SS guards The prisoner’s daughter was granted an injunction in April after judges ruled the research ‘violated the dignity’ of her dead relative Dr Hájková was then sued in October for allowing the material to remain online. A German court has fined an academic for claiming that a Jewish concentration camp prisoner had a lesbian relationship with an SS guard. Dr Anna Hájková, an historian at the University of Warwick, has been fined €4,000 (£3,700) for breaching an injunction that prevents her from naming the prisoner. The injunction was granted to the woman’s daughter back in April after a judge ruled Hájková’s research had ‘violated the dignity’ of her dead relative, under a German law that protects a person’s reputation from harm even after their deat (…) The survivor, who detailed the women’s relationship in her own memoir, told The Guardian that it would be ‘unthinkable’ for the prisoner to have refused the meetings with the guard, explaining that ‘a prisoner cannot afford to reject a warden who is interested in you. ‘You hope she will help you to be put to easier work and maybe sneak some food to them.’ In the earlier court proceedings in April, the reportedly named prisoner’s daughter said that her mother met the Nazi guard in a concentration camp in Hamburg in 1944.

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#Antisemitismus in #Westdeutschland – Im Windschatten des Kalten Krieges

Antisemitismus in Deutschland endete nicht mit dem Zweiten Weltkrieg. NS-Funktionäre arbeiteten in der Regierung mit, Täter wurden freigepresst. Derweil verhärtete sich der Ost-West-Konflikt. Das hatte auch Folgen für das Verhältnis zu Israel. Ein Blick in westdeutsche Medien zwischen 1949 und 1990 – in Kommentare, Leserbriefe und Bildunterschriften. Ob in Zeitungen, Rundfunk oder im Fernsehen: Immer wieder tauchen Stereotypen, Schuldzuweisungen und offener Antisemitismus auf. So wie diese: „Geschäftstüchtig: Der Handel mit Diamanten ist eines der lukrativsten Geschäfte in jüdischer Hand.“ Oder: „Auge um Auge, Zahn um Zahn. So steht es im Alten, jüdischen Testament – und so praktizieren es die Israelis.“ Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es solche antijüdischen Entgleisungen noch nicht, weiß der Berliner Historiker Wolfgang Wippermann: „In den ersten Jahren nach 1945 waren die Juden selbstverständlich ein Thema. Aber die Presse damals wurde sehr stark kontrolliert von den Alliierten, die Bundesrepublik war ja nicht souverän. Gerade bei diesem Thema – Nationalsozialismus, Holocaust, Juden – waren die alliierten Presseoffiziere sehr streng und haben also zensiert.“ Doch bald schon schleicht sich in die Gazetten des zertrümmerten Deutschlands wieder alte Propaganda ein. Besonders, wenn über die fast 200.000 „Displaced Persons“ berichtet wird – die heimatlosen, jüdischen KZ-Überlebenden. „Da gab es in der Bevölkerung Anklagen und Verdächtigungen, diese jüdischen Überlebenden des Holocaust würden sich am Schwarzmarkt beteiligen“, sagt Wolfgang Wippermann. „Sodass auch alte Stereotypen von den reichen, geschäftstüchtigen Juden weiterlebten und in den Zeitungen kolportiert wurden – auch trotz Zensur.“ Während bei den Nürnberger Prozessen von 1949 mehr als 200 Nationalsozialisten aus Politik, Verwaltung, Militär und Wirtschaft angeklagt und teilweise zum Tode verurteilt wurden, können Hunderte andere Verbrecher entkommen, vor allem auf der sogenannten Rattenlinie über Italien nach Südamerika. Unter den Flüchtlingen: KZ-Arzt Josef Mengele und Holocaust-Organisator Adolf Eichmann. Teilweise wissen CIA und BND von den Versteckten, unternehmen aber nichts. Denn der Kalte Krieg gegen den Ostblock hat begonnen, und der Westen kann das Wissen der Alt-Nazis gut gebrauchen.

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„Wir müssen uns zur Wehr setzen gegen jede Form von Rassismus“ Gedenkstätte erinnert zum Jahrestag an Deportation von Sinti und Roma

Vor 78 Jahren ordneten die Nazis die Deportation von Roma und Sinti aus ganz Europa an. Am Mittwoch wurde an die Opfer erinnert -und eine Mahnung ausgesprochen. Der Opfer des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma ist am 78. Jahrestag des sogenannten Auschwitz-Erlasses wegen der Coronavirus-Pandemie im digitalen Format gedacht worden. Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, warnte per digitaler Botschaft in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen am Mittwoch in Oranienburg vor einem weiteren Erstarken völkischer und demokratiefeindlicher Parteien. Dies führe zu einer Spaltung der Gesellschaft und gefährde den inneren Frieden, betonte Rose: „Dieses völkische Denken führt in direkter Linie zurück zu der Ideologie der Nazis, deren Terrorsystem im Holocaust an Juden, an Sinti und Roma und der Versklavung Europas gipfelte.” (…) Das KZ Sachsenhausen sei für mehr als tausend Sinti und Roma ein Ort von Terror, Misshandlung und Tod gewesen, betonte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll. Angesichts solcher Schicksale sei es besorgniserregend, dass Diskriminierung und Diffamierung von Sinti und Roma und anderen Minderheiten nach wie vor an der Tagesordnung seien. Mit dem vor 78 Jahren am 16. Dezember 1942 unterzeichneten „Auschwitz-Erlass“ ordnete SS-Reichsführer Heinrich Himmler die Deportation von Sinti und Roma aus ganz Europa in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an. Darunter waren auch 10.000 deutsche Sinti und Roma aus dem damaligen Reichsgebiet. Hunderttausende Sinti und Roma fielen dem Völkermord zum Opfer.

via tagesspiegel: „Wir müssen uns zur Wehr setzen gegen jede Form von Rassismus“ Gedenkstätte erinnert zum Jahrestag an Deportation von Sinti und Roma