“Oskar Schindler würde Sie verachten” – Wie Michel Friedman im Landtag mit der AfD abrechnete

Der Landtag in Wiesbaden hat Oskar Schindlers gedacht, der 1.200 Juden rettete. Der Publizist Michel Friedman empfahl ihn als Vorbild in Zeiten von Hass und Hetze und knöpfte sich dabei die mitanwesenden AfD-Politiker vor. Als Michel Friedman am Mittwoch das Rednerpult des Plenarsaals im Wiesbadener Landtag verließ, applaudierten ihm alle Fraktionen im Stehen. Alle, bis auf die AfD. Deren Abgeordnete hatten zuvor bei einer Gedenkfeier zum 50. Todestag von Oskar Schindler die volle Wucht des Zorns zu spüren bekommen, den der Frankfurter Publizist empfindet. Die versteinerten Mienen verrieten: Nie zuvor ist die Partei an diesem Ort in dieser Schärfe so attackiert worden. Er schäme sich, in einem Parlament zu sprechen und dabei eine Gruppe anzuschauen, “die eine Partei des Hasses ist”, sagte Friedman. “Oskar Schindler würde Sie verachten. Er kannte die Originale der Herrenmenschen. Sie sind noch nicht einmal billige Imitationen”, fügte der 68-Jährige hinzu. (…) Beim Namen nannte Friedmann die AfD in seiner Rede nicht. Er sagte aber unmissverständlich: “Es sitzen hier in diesem Parlament Menschen, die sich wieder anmaßen, zu bestimmen, wer ein Mensch ist, wer ein Deutscher ist“. Auf dem Boden der Verfassung stünden diese Menschen nicht. Sie täten bloß so, als ginge es ihnen um das Wohl anderer. Sie arbeiteten aber gegen Menschen, nicht für sie, sagte Friedman und sprach von “geistigen Brandstiftern”. Keiner der AfD-Abgeordneten verließ während der Rede Friedmans den Saal. Einer von ihnen, der Vogelsberger Landwirt Johannes Marxen, schmierte sich auf seinem Platz eine weiße Substanz – vermutlich Creme – ins Gesicht. Das sollte offenbar eine Anspielung auf Friedmans Kokainkonsum vor mehr als 20 Jahren sein. Der Publizist selbst bezeichnet den Konsum als Fehler, den er sich nicht verzeihe. Marxen droht nach seiner Aktion Ärger. Die Landtagsverwaltung prüft, ein Ordnungsgeld gegen den AfD-Abgeordneten zu verhängen. Dieses könnte dem Abgeordnetengesetz zufolge bis zu 1.000 Euro betragen, wie ein Parlamentssprecher nach einer Sitzung des Ältestenrats am Donnerstag mitteilte.

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siehe auch: REDE IM LANDTAG: Michel Friedman nennt AfD „Partei des Hasses“. So scharf wurde die AfD im hessischen Landtag selten kritisiert: Michel Friedman ruft in einer Rede zu stärkerem Widerspruch gegen die „Brandstifter“ auf. Eine Warnung richtet er aber auch an die anderen Parteien. Er nennt ihren Namen in seiner Rede kein einziges Mal, doch wer gemeint ist, daran gibt es keinen Zweifel: Als „Partei des Hasses“ bezeichnet Michel Friedman die AfD, die Alternative für Deutschland. Ihre Parlamentarier nennt er „geistige Brandstifter, verantwortlich für Hass und Hetze“. Er wirft ihnen vor, nicht auf dem Boden der Verfassung zu stehen, die Demokratie nicht ernst zunehmen, sondern abwickeln zu wollen. „Oskar Schindler würde sie verachten, er kannte die Originale ihres Denkens“, sagt Friedman. Am Mittwoch hält der jüdische Publizist seine Rede im Hessischen Landtag. 25 Minuten spricht er über die bedrohte Demokratie, den Hass auf Juden und Menschen mit Migrationsgeschichte und die aus seiner Sicht zu zaghaften Versuche, der Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Friedman wurde zur Gedenkstunde für Oskar Schindler eingeladen, der während des Holocausts rund 1200 Juden vor dem Tod im Vernichtungslager rettete. Vor 50 Jahren, am 9. Oktober 1974, ist der Judenretter, den Steven Spielberg mit seinem Spielfilm „Schindlers Liste“ bekannt machte, gestorben. Am Morgen nach Friedmans Rede werden Ausschnitte daraus in den sozialen Medien, auf Plattformen wie X oder Instagram, auffällig oft geteilt und positiv kommentiert. Als „stabil“ und „stark“ wird seine Rede gelobt. Mit seiner außergewöhnlich scharfen Kritik an der AfD spricht Friedman vielen Usern aus dem Herzen, mit seiner Abrechnung mit der Partei trifft er einen Nerv.

Friedhof in Fürstenberg : Schüler aus Eisenhüttenstadt entdecken Hakenkreuz

Schüler aus Eisenhüttenstadt entdeckten Hakenkreuz auf dem jüdischen Friedhof. Im Ortsteil Fürstenberg sind Grabsteine beschmiert und entstellt worden. Die Polizei fahndet nach den Tätern. Das Staatsschutzdezernat der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder) ermittelt wegen Sachbeschädigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen auf dem jüdischen Friedhof in Fürstenberg, einem Ortsteil von Eisenhüttenstadt. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten Polizisten aus Eisenhüttenstadt dort am 16. September ein mit schwarzer Farbe beschmiertes metallisches Hinweisschild am Zaun festgestellt.

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Erinnerung an Juden-Verfolgung – Sämtliche #Stolpersteine in #Zeitz gestohlen

In Zeitz haben Unbekannte sämtliche Stolpersteine gestohlen, die an das Schicksal der Juden erinnern, die zur NS-Zeit deportiert wurden. Der Burgenlandkreis sammelt Spenden für neue Steine. In Zeitz wurden sämtliche Stolpersteine gestohlen. Für Hinweise wurde eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt. Neue Stolpersteine sollen durch Spenden finanziert werden. In Zeitz im Burgenlandkreis haben Unbekannte seit Freitag insgesamt zehn Stolpersteine gestohlen. Das hat die Polizei MDR SACHSEN-ANHALT mitgeteilt. Der Staatsschutz habe Ermittlungen aufgenommen, da ein antisemitischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden könne. Mit den Stolpersteinen wird an das Schicksal der Menschen erinnert, die während der NS-Zeit verfolgt, vertrieben oder in Konzentrationslagern ermordet wurden. Die im Boden verlegten Messingplatten tragen die Namen der NS-Opfer und sind auf den Gehwegen vor ihren letzten Wohnhäusern eingelassen. Laut dem Landtagsabgeordneten für Zeitz, Sebastian Striegel (Grüne), zeigt die Tat, dass in der Gesellschaft Antisemitismus grassiert. Striegel erklärte, er setze in Absprache mit dem Zeitzer Bündnis für Vielfalt und Demokratie sowie der Initiative Stolpersteine für Zeitz eine Belohnung von insgesamt 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter sowie zur Rückgabe des Diebesguts führen.Die Linken-Fraktionsvorsitzende Eva von Angern bezeichnete den Diebstahl als “abscheulich”. Besonders perfide ist Angern zufolge, dass die Tat zeitlich mit dem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel zusammenfiel.

via tagesschau: Erinnerung an Juden-Verfolgung Sämtliche Stolpersteine in Zeitz gestohlen

siehe auch: Antisemitismus in Sachsen-Anhalt :Stolpersteine in Zeitz gestohlen Unbekannte haben am Jahrestag des Hamas-Massakers die zehn Gedenksteine herausgerissen, die in Zeitz an NS-Opfer erinnern. Der Staatsschutz ermittelt. Unbekannte haben die zehn Stolpersteine in der Stadt Zeitz herausgerissen und mitgenommen. Die Steine erinnerten an jüdische Opfer der deutschen NS-Diktatur. Ihr Fehlen wurde in der Stadt im Süden Sachsen-Anhalts am Montag entdeckt, also am 7. Oktober, genau ein Jahr nach dem Massenmord der Hamas in Israel. Be­ob­ach­te­r:in­nen vermuten einen Zusammenhang. Die Initiative Stolpersteine Zeitz und die Zeitzer Bürgermeisterin Kathrin Weber haben Strafanzeige erstattet. Laut Polizei ist bislang allerdings unklar, wann die Steine genau verschwanden. Weil es sich offenbar um ein politisches Motiv handle, ermittelt nun der Staatsschutz. Der Vorsitzende des Landesverbandes jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt, Max Privorozki, klingt ernüchtert. „Es ist ein weiteres Beispiel, dass Antisemitismus keine Grenzen kennt.“ Der 7. Oktober sei seit dem Pogrom in Israel im vergangenen Jahr ein wichtiges Datum im Judentum. Übergriffe und Anschläge seien an solchen Daten „leider nichts Neues“, sagt er.

The far right is using AI to sell Hitler to a new generation

Videos of the Nazi leader speaking in English are reaching millions online. Experts fear they are fueling a surge of antisemitism. online. Extremists are using artificial intelligence to reanimate Adolf Hitler online for a new generation, recasting the Nazi German leader who orchestrated the Holocaust as a “misunderstood” figure whose antisemitic and anti-immigrant messages are freshly resonant in politics today. In audio and video clips that have reached millions of viewers over the past month on TikTok, X, Instagram and YouTube, the führer’s AI-cloned voice quavers and crescendos as he delivers English-language versions of some of his most notorious addresses, including his 1939 Reichstag speech predicting the end of Jewish people in Europe. Some seeking to spread the practice of making Hitler videos have hosted online trainings. The posts, which make use of cheap and popular AI voice-cloning tools, have drawn praise in comments on X and TikTok, such as “I miss you uncle A,” “He was a hero,” and “Maybe he is NOT the villain.” On Telegram and the “dark web,” extremists brag that the AI-manipulated speeches offer an engaging and effortless way to repackage Hitler’s ideas to radicalize young people. “This type of content is disseminating redpills at lightning speed to massive audiences,” the American Futurist, a website identifying as fascist, posted on its public Telegram channel on Sept. 17, using a phrase that describes dramatically reshaping someone’s worldview. “In terms of propaganda it’s unmatched.” The propaganda — documented in videos, chat forum messages and screen recordings of neo-Nazi activity shared exclusively with The Washington Post by the nonprofit Institute for Strategic Dialogue and the SITE Intelligence Group — is helping to fuel a resurgence in online interest in Hitler on the American right, experts say. In a report published Friday, ISD researchers found that content glorifying, excusing or translating Hitler’s speeches into English has racked up some 25 million views across X, TikTok and Instagram since Aug. 13.

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Nach #Festnahme in #Frankreich – #Telegram-Chef #Durow kündigt Kooperation mit Behörden an

5 Millionen Euro Kaution hat Telegram-Chef Pawel Durow gezahlt – und darf Frankreich derzeit nicht verlassen. Jetzt erklärt er: Telegram habe seine Nutzungsbedingungen geändert und werde künftig Daten mit Behörden teilen. Telegram wird die Telefonnummern und IP-Adressen der Nutzer auf Anfrage an die Behörden weitergeben, das hat Telegram-Gründer und Chef, Pawel Durow, angekündigt. »Um Kriminelle noch mehr davon abzuhalten, die Telegram-Suche zu missbrauchen, haben wir unsere Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien aktualisiert und sichergestellt, dass sie weltweit einheitlich sind. Wir haben klargestellt, dass die IP-Adressen und Telefonnummern derjenigen, die gegen unsere Regeln verstoßen, auf berechtigte Anfragen hin an die zuständigen Behörden weitergegeben werden können«, schrieb Durow auf Telegram.  »In den letzten Wochen hat ein engagiertes Team von Moderatoren mit Hilfe von KI die Telegram-Suche viel sicherer gemacht. Alle problematischen Inhalte, die wir in der Suche identifiziert haben, sind nicht mehr zugänglich«, teilte Durow mit.

via spiegel. Nach Festnahme in Frankreich Telegram-Chef Durow kündigt Kooperation mit Behörden an

A Romani survivor of Nazi terror: ‘Young people, babies, infants, were beaten to death’

Christian Pfeil says ‘it’s important to remind society again and again that this actually happened’, especially at a time when right-wing extremism is growing across Europe. Holocaust survivor Christian Pfeil (80) came to Dublin this week. He was born in Lublin in Poland in January 1944. His family are Sinti, a Romani people. The entire family were deported from Trier in Germany to camps in German-occupied Poland in 1940. He spoke at Never Again: Recognition, Remembrance and Reflection on the Roma Genocide, an event held by Pavee Point Traveller and Roma Centre at the Mansion House on Wednesday. At least 500,000 Roma and Sinti people were killed by the Nazi regime (many historians consider this an underestimate) but they were not represented at the Nuremburg trials and Germany only officially recognised this genocide in 1982. It is often referred to as “the forgotten genocide”. Some Roma people call it “the Porajmos”, which means “the devouring”. (…) Anti-Roma and anti-Sinti persecution persisted after the war. It was a fact of life for Pfeil throughout his life, he says. To make matters worse, the trauma his family experienced wasn’t recognised. “Whenever someone talked about the Holocaust, it was always about Jewish victims, never about the experiences of Roma and Sinti, which made me quite angry. I knew how many people died, how many people were killed in the gas chambers. I knew the facts. I saw a lot of anti-Sinti, anti-Roma, prejudice and racism in Germany when I was growing up. And obviously those things are linked to what happened. German society wanted as fast as possible to both forget and to deny the Nazi period … And they, of course, didn’t want to hear about the Sinti and Roma during the Holocaust. Even though I am pretty sure that they know.”

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Neo-Nazi Pedro Varela sentenced to one and a half years in prison for inciting hatred

A year and a half of prison for neo-nazis Pedro Varela for incitement to hatred. The Barcelona court sentenced the owner of the European bookstoreAlthough with a sentence much lower than the 12 years requested by the charges, both the prosecution and Movement against intolerance and the Federation of Jewish Communities of SpainIn a 481-page judgment, the Article 6 court emphasizes that Varela, previously convicted of disseminating ideas justifying genocide, “indiscriminately disseminated,” both through the publication and distribution of books through Ediciones Ojeda, as well as through conferences at its premises, “a line of thought based on the culture of supremacist hatred and animosity and racial segregation against what he considers inferior races, especially those of Jewish origin, among other minorities, by praising the purity of the white race and the need to perpetuate this lineage, by defending its homogeneity and the need for its survival as a racial and cultural entity. Among other things, “claiming that racial integration is genocide against the white race through miscegenation“. The magistrates thus consider that the texts and expressions that he disseminated Varela “they used language of a discriminatory nature and in particular humiliating on grounds of skin colour (“race”), national origin, religion, ideology or sexual orientation to support their discriminatory, in particular racist and anti-Semitic, theses.” The judgment also underlines that the owner of the Europa Bookstore, with its books and publications, “exalted, justified and praised the extermination actions carried out by the Third Reichcreated and led by Adolf Hitler in the 1930s and 1940s in Germany, defending not only his figure and his regime of terror but justifying, denying, ridiculing, trivializing and trivializing the atrocious crimes planned and executed by said regime for the collective extermination of ethnic minorities, racial minorities, sexual minorities, people with disabilities or for religious reasons, with particular emphasis on the Jewish people. At the trial last May, Varela accused the prosecution of persecuting him and presented himself as a simple bookseller and publisher. Today, the judgment maintains that “although they sold books that apparently dealt with various topics such as politics, history, philosophy or economics, they were mostly unidirectional in their content, with an absolute lack of plurality and in which, as a whole, sometimes held the Jewish people responsible for the evils of the world, or said that blacks were inferior, that the best way to respect race is segregationthat miscegenation will lead to the disappearance of civilization, or that what they describe as a tide of immigration is an invasion of immigrants, a massive phenomenon that replaces the native population with halogens that are impossible to integrate. Among other things, even that “Women should not have the same civil rights as menor that homosexuality is a form of sexual depravity.

via topbuzztimes: Neo-Nazi Pedro Varela sentenced to one and a half years in prison for inciting hatred

siehe auch: Owner of bookstore selling Nazi books sentenced to 1.5 years in prison Pedro Varela ran Europa in Barcelona from 2006 to 2016 The owner of the Europa bookstore in Barcelona between 2006 and 2016, Pedro Varela, has been sentenced to one-and-a-half years in prison for selling Nazi books. The store was located in the Gracia neighborhood, and he was one of the leaders of the EO cultural association and Ediciones O, which distributed and sold Nazi material. The Barcelona court has sentenced Varela to 18 months in prison for Holocaust denial, trivialization, and promoting crimes against humanity. He has also received a fine of €15 daily during the next seven months. He was facing 12 years in prison and a € 10,800 fine. Along with Varela, five other individuals were accused of using the library, the association, and the editorial to spread “supremacist” views between 2006 and 2016. They were found not guilty. Among other fines, Varela has been banned from holding any educational positions, as well as banned from editing, distributing, or selling books neither on-site nor online.