In der KZ-Gedenkstätte Mörfelden-Walldorf wurde eine junge Muslimin, die dort als Führerin beschäftigt ist, von einem Mann rassistisch angegriffen. Kein Einzelfall. In der KZ-Gedenkstätte Mörfelden-Walldorf kam es zu einem rassistischen Vorfall, als eine junge Muslimin während einer Führung von einem Teilnehmer verbal angegriffen wurde, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Die 22-jährige, die ein Kopftuch trägt, führte eine Gruppe von etwa 20 Personen durch die Gedenkstätte, als sie von einem Mann mit seinen Fragen verbal angegriffen wurde. Er machte abfällige Bemerkungen über ihr Kopftuch und stellte ihre Berechtigung infrage, an einem Ort zu arbeiten, der den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist. Der Mann ging so weit, dass er der jungen Muslimin den Weg versperrte und auf das Kopftuch zeigte, um seine Abneigung zu verdeutlichen. Versuche, die Situation zu erklären und die Bedeutung Tragens des Kopftuchs darzulegen, wurden von ihm ignoriert. Die Muslimin fühlte sich durch die körperliche Nähe und die bedrohliche Haltung des Mannes eingeschüchtert. Besonders belastend für sie war die Untätigkeit der übrigen Gruppenmitglieder; lediglich eine Frau versuchte, ihr beizustehen, wurde jedoch ebenfalls abgewiesen. Die Leiterin des Horváth-Zentrums, Cornelia Rühlig, äußerte sich erschüttert über das Verhalten des Mannes und wandte sich an die Antidiskriminierungsstelle. Ein Gespräch mit der Gewerkschaftsgruppe fand statt, bei dem sich die Verantwortlichen entschuldigten, während der Mann keinerlei Einsicht zeigte und seine Kritik sogar verschärfte.
via islamq: MÖRFELDEN-WALLDORF Muslimin mit Kopftuch wird bei KZ-Gedenkstätte rassistisch angegriffen
siehe auch: „Was soll das Ding?“: Verbaler Angriff wegen Kopftuch bei Gedenkstätten-Führung. Mehr als jeder zweite schwarze Mensch erlebt Rassismus in Deutschland – Muslime ebenfalls betroffen. In der KZ-Gedenkstätte Mörfelden-Walldorf attackiert ein Mann eine junge Muslimin, die seine Gruppe durch die Anlage führt. Antimuslimischer Rassismus ist kein Einzelfall. Mörfelden-Walldorf – Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus haben drastisch zugenommen. Die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit Claim meldete im Juni einen bundesweiten Anstieg von 114 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch das Büro für Integration des Kreises Groß-Gerau beobachtet eine Zunahme, wie Büroleiterin Sedef Yildiz und Nilüfer Aldmeri von der dazugehörigen Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus bestätigen: „Die Menschen auf der Straße fühlen sich freier, sich rassistisch zu äußern.“ Ein solcher Fall ist Khalila B. (Name von der Redaktion geändert). Die 22-Jährige arbeitet in der KZ-Gedenkstätte Mörfelden-Walldorf und studiert Gymnasiallehramt. Meistens führt sie Schülergruppen über den Waldlehrpfad und in das Margit-Horváth-Zentrum. Diesmal habe es sich um eine 20-köpfige Gewerkschaftsgruppe gehandelt, berichtet B. der Frankfurter Rundschau. Ein Herr sei durch besonders hartnäckige Fragen zu Details der Rollbahn des Frankfurter Flughafens aufgefallen, die von jüdischen Zwangsarbeiterinnen gebaut worden war. „Ich hatte das Gefühl, dass er mich vorführen will“, sagt B. Sie ist gläubige Muslima, trägt auch ein Kopftuch. „Ich stand mit dem Rücken an der Brüstung“ Als die Gruppe in der Gedenkstätte angekommen ist, attackiert der Mann sie. „Ich stand mit dem Rücken an der Brüstung und er versperrt mir den Weg, und legte eine Hand neben mich an das Geländer“, erinnert sie sich. Er habe auf das Kopftuch gedeutet und gefragt: „Was soll denn das Ding? Sie haben doch aufgeklärt gewirkt, und nun tragen Sie das?“ Ob sie nicht wisse, dass Frauen in islamischen Ländern manipuliert werden würden. Als sie ihm erklären will, was das freiwillige Tragen des Kopftuchs für sie bedeutet, wiegelt er ab, er wisse Bescheid. B. fühlt sich durch die körperliche Nähe und Größe des Mannes bedroht. Noch schlimmer empfindet sie jedoch, dass keiner aus der Gruppe ihr hilft. Nur eine Frau habe versucht, sich neben sie zu stellen, doch der Mann habe die Frau weggewiesen. Anfeindungen, zum Beispiel dass sie dahin gehen solle, woher sie komme, erlebe sie immer wieder, sagt Khalila B. Doch diesmal sei es ihr besonders nah gegangen, weil es an ihrem Arbeitsplatz geschah.