„Die extreme Rechte fantasiert einen Kriegszustand herbei“: Die Rechten und die Sprache – by @Natascha_Strobl

Umdeuten, verzerren, entmenschlichen: Sprache ist die wichtigste Waffe im Kampf für einen völkischen Umsturz. Extremismus-Forscherin Natascha Strobl seziert die Strategien der Rechten. Die Strategie des Kampfes um Sprache ist nicht neu. Zum ersten Mal für die extreme Rechte hat ihn die Nouvelle Droite, die neue Rechte, in Frankreich, in den 50er und 60er Jahren ausformuliert. Statt sich um Wahlerfolge und Parlamentssitze zu bemühen, verlegte man den Kampf auf die kulturelle Ebene. Ziel war nicht mehr eine erfolgreiche Wahlpartei, sondern die Erringung der kulturellen Hegemonie. Diese Strategie von rechts basiert auf den Ideen des marxistischen Theoretikers Antonio Gramsci. Gramsci formulierte im Gefängnis des italienischen Faschismus seine Hegemonie-Theorie aus. Demnach reicht es nicht, sich an die Spitze des Staates zu putschen, vielmehr müssen die eigenen Vorstellungen einer guten Gesellschaft auch von dieser akzeptiert und als legitim angesehen werden. Diese Debatte findet nicht auf Ebene von Parteien, sondern im vorpolitischen Raum statt, an den Stammtischen, auf dem Marktplatz, in den Medien, am Arbeitsplatz usw. In einer komplexen (Post)Industriegesellschaft geht es darum, die eigenen Idee in diesen Räumen zu verankern. Gramsci, als Marxist, vernachlässigt aber keinesfalls die ökonomische Ebene. Zugleich geht es bei ihm in einem sehr demokratischen Ansatz darum, alle an diesen Debatten teilhaben zu lassen. Die Nouvelle Droite nimmt Gramscis Theorie und macht sie für rechts nutzbar. Dabei geht jeder ökonomische und demokratische Ansatz verloren. In diesem Gramscianismus von rechts bleibt die Idee eines metapolitischen Raumes über, den es zu besetzen gilt. Dies soll nicht geschehen, indem Marginalisierte an Debatten teilhaben, sondern indem Multiplikator_innen und schon traditionelle Eliten einer Gesellschaft nach rechts gezogen und mit entsprechenden Inhalten und Strategien versorgt werden. Denn neben einer nur marginal aktualisierten Themenvariation ist vor allem die Strategien das Neue in dieser Art des Rechtsextremismus. Mit den großen Fluchtbewegungen von 2015 hat die extreme Rechte ihren Hauptfokus gefunden. Während die Zivilgesellschaften in Europa Hilfsbereitschaft und Solidarität zeigten, trommelten die entsprechenden rechten Magazine und Blogs gegen diese. Im Zentralorgan der deutschsprachigen Neuen Rechten, der „Sezession“, wurden die Fluchtbewegungen und die ankommenden Menschen schon 2015 und in den folgenden Jahren als „Siedler“ oder „Invasion“ bezeichnet.
Besonders die „Identitäre Bewegung“ hat unmittelbar massiv gegen eine menschliche Asylpolitik protestiert. Dazu zählten Blockaden an den Grenzen und eine großangelegte Kampagne. Mit Slogans wie „Stoppt den (großen) Austausch“, „No way!“ (angelehnt an eine Kampagne der australischen Regierung, die Flüchtlinge zur Umkehr bewegen soll) oder dem Hochhalten der „Festung Europa“ wurde auch sprachlich aufgezeigt, wo es in den Jahren darauf hingehen sollte. 2015 ist die Situation, die nie hätte eintreten dürfen. Sie ist eine Niederlage. Die Stunde null, ab der die aktuelle Zeitrechnung anfängt. Martin Sellner, Kopf der Identitären Bewegung Österreich und Chefideologe der Identitären, beschreibt das Jahr 2015 in seinem Nachwort zu „Revolte gegen den großen Austausch“ mit Texten von Renaud Camus, das 2016 erschienen ist, in epochalen Worten: „Die beispiellose Flüchtlingsflut 2015 ist wie ein Albtraum über Europa hereingebrochen.“ Die öffentliche Stimmung drehte sich, als große gesellschaftliche Akteur_innen dieses Katastrophen-Narrativ übernahmen. Dies geschah vor allem nach der Silvester-Nacht von Köln 2015/16, die sinnbildlich für vermeintlich importierte Frauenverachtung und gescheiterte Integration steht. Die Sprache der Rechten: Die Rationalisierung – „Der Große Austausch“ Das Konzept des „Großen Austauschs“ wurde von dem französischen rechtsextremen Philosophen Renaud Camus entwickelt. Populär wurde es durch die Kampagnisierung der Identitären. 2016 erschien im Antaios Verlag von Götz Kubitschek ein Büchlein mit verschiedenen Reden und Schriften von Camus, das den Titel „Revolte gegen den großen Austausch“ trägt und mit Fahnen der Identitären bebildert ist. Die Veröffentlichung traf genau mit den Fluchtbewegungen von 2015 und den rechtsextremen Mobilisierungen der Identitären zusammen. Schon auf diesen inszenierten sich die Identitären als Kämpfer gegen einen vermeintlichen Austausch. Auf Transparenten, in Interviews, auf Stickern, in Videos, T-Shirts und auf Flyern machten sie dies deutlich. Der „Große Austausch“, wie ihn Camus beschreibt und die Identitären kampagnisieren und als ursächlich für die Fluchtbewegungen sehen, ist eine rechtsextreme Verschwörungstheorie. Sie komprimiert die drei großen Stoßrichtungen des aktuellen um Diskurshoheit kämpfenden Rechtsextremismus: Antisemitismus, Rassismus und Anti-Feminismus. Diese Verschwörungstheorie zeichnet eine westliche Welt, die durch den Feminismus komplett geschwächt ist, weil dieser ursächlich für geringe Geburtenraten und besiegte, schwächliche Männer ist. Dadurch stirbt Europa als Kulturraum langsam aus.
Die Sprache der Rechten: „Ethnisch wünschenswerter Nachwuchs“ An diesen Vorstellungen lässt sich gut die im Grunde rein völkische Haltung dieser Idee zu erkennen. Es geht um ethnisch wünschenswerten Nachwuchs. Ethnisch wünschenswert heißt, dass die Eltern weiß und europäisch sind, keine Krankheiten haben usw. Ohne Feminismus würden Frauen nicht auf Ideen wie finanzielle Unabhängigkeit oder Arbeiten oder Verhütung kommen und ihrer eigentlichen Rolle gerecht werden, der des Kinderbekommens.

via fr: „Die extreme Rechte fantasiert einen Kriegszustand herbei“: Die Rechten und die Sprache

Kriminialisierung von Adbusting – Auf die linke Tour – #schauhin #staatsversagen #terror

Mit viel Aufwand verfolgen Behörden Adbusting – und legitimieren die Praxis, indem sie einen linksextremistischen Hintergrund konstruieren. Verfassungsschutz, Polizei und Bundesregierung schaffen es seit Jahren nicht, insbesondere die nichtweiße Bevölkerung vor rechtem Terror und Alltagsgewalt zu schützen – der rassistische Anschlag in Hanau hat das gerade erst wieder gezeigt. Zugleich verfolgen dieselben Sicherheitsbehörden mit unverhältnismäßig hohem Aufwand gewaltfreie linke Protestformen. Das ergibt sich aus einer Kleinen parlamentarischen Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Linke), die der taz vorliegt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und der Bundeswehrgeheimdienst MAD beschäftigen sich demnach systematisch mit Fällen von sogenanntem Adbusting, also dem kapitalismus- oder gesellschaftskritischen Überkleben von Werbeplakaten.
In der Vergangenheit richteten sich Adbusting-Aktionen vor allem gegen Sexismus, unverhältnismäßige Polizeigewalt sowie institutionellen Rassismus in Geheimdiensten und Bundeswehr. Laut Anfrage zählen Sicherheitsbehörden und Bundesregierung seit 2016 über 20 solcher Aktionen, die sie teilweise sogar „Tätergruppen“ mit Spaßnamen wie „Billboard Liberation Front Stadt Rixdorf“ zuordnen. Selbst das länderübergreifende Terrorabwehrzen­trum (GETZ) sei mit 4 Fällen beschäftigt gewesen, in denen Plakate satirisch überklebt wurden. Zur Erinnerung: Im Terrorabwehrzentrum stimmen sich Geheimdienste und Polizei der verschiedenen Bundesländer ab, um Anschläge zu verhindern. Gegründet wurde es explizit als Abwehrzentrum gegen rechts, nachdem der NSU aufgeflogen war. Wenig später wurden unter Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Kompetenzen in Richtung links ausgeweitet. Und so beschäftigt man sich dort wohl mittlerweile auch mit übermalten Werbeplakaten. Die Linke Jelpke kritisiert die Praxis als „lächerlich“ und überzogen.

via taz: Kriminialisierung von Adbusting – Auf die linke Tour

#Hass gegen #Frauen: #Rechtsextrem und #Sexist – #terror #incels #hanau

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Manifeste von Rechtsterroristen: Sie haben sehr häufig ein Problem mit Frauen – und Angst vor dem “großen Austausch”. “Ein Leben lang hatte ich keine Frau/Freundin”, schreibt der mutmaßliche Attentäter von Hanau in seinem Manifest. Sätze wie diesen überliest man leicht, wenn man ein 24 Seiten langes Pamphlet voller Hass auf Muslime und auf “Völker, die komplett vernichtet werden müssen”, vor sich hat. Und selbst ein ganzer, sexistischer Abschnitt zum “Thema Frau” wirkt harmlos gegen die rassistischen Vernichtungsfantasien drumherum. Doch er ist wichtig, sogar zentral, denn er sagt uns etwas über das Weltbild des mutmaßlichen Attentäters, das keinesfalls das eines verwirrten Einzeltäters ist. Die Frauenlosigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Biografien und Manifeste von rechtsterroristischen Amokläufern, wir finden sie bei Anders Breivik (Utøya), Brenton Tarrant (Christchurch), Stephan Balliet (Halle) und jetzt bei Tobias R. aus Hanau, um nur die wichtigsten zu nennen. Das ist nicht zufällig so, sondern das Resultat einer Radikalisierung: Im Internet vernetzen sich rechte und maskulinistische Szenen, man kennt vor allem Incels (Involuntary Celibates, also: unfreiwillig Enthaltsame), und tauschen ihre verschwörungstheoretischen Ideologien aus. In der sogenannten Mannosphäre, das sind misogyne Foren für Männer im Netz, schaukeln sie ihren Hass gegen Frauen und gegen Nichtweiße immer weiter auf. (…) Natürlich ist schwer zu sagen, ob Tobias R. oder Balliet zuerst frauenlos waren und dann rechtsradikal wurden oder umgekehrt oder beides gleichzeitig. Oder ob sie echte Incels waren und auch den Rest von deren Ideologie teilten. Es spielt aber auch keine entscheidende Rolle. Aus den ideologischen Überlappungen von Rechten und Incels ist jedenfalls eine Verschwörungstheorie entstanden, auf die wir immer wieder stoßen: die vom angeblichen Großen Austausch. Diese Idee findet sich bei allen Rechtsterroristen, von Breivik bis Tobias R., explizit oder implizit. “Der Feminismus ist schuld daran, dass die Geburtenraten im Westen sinken, was die Ursache für Massenmigration ist”, sagt Stephan Balliet in schlechtem Englisch in die Kamera, die live aufzeichnet, wie er versucht, in einer Synagoge in Halle ein Massaker anzurichten. Ausländer wiederum seien schuld daran, dass Männer wie er keine Frauen abbekämen, so wird er später bei seiner Vernehmung erklären. Er habe noch nie eine Freundin gehabt und sei ein unzufriedener weißer Mann. Dahinter steht folgende Idee: Durch den Feminismus können Frauen heute selbst entscheiden, mit wem sie zusammen sein und wie sie ihr Leben führen wollen. Sie entscheiden sich aus Sicht der Attentäter aber falsch, nämlich für die Karriere und gegen Kinder und außerdem nicht für sie, die “weißen” Jungs. Dadurch sinken die Geburtenraten des “weißen Volks”, während “Nichtweiße” viel Nachwuchs hätten, so die krude These.

via zeit: Hass gegen Frauen: Rechtsextrem und Sexist

siehe auch: Anschlag in Hanau:Was hinter dem Frauenhass rechter Attentäter steckt. Der mutmaßliche Täter von Hanau offenbart in seinem Pamphlet ein gestörtes Verhältnis zu Frauen. Das ist bei rechten Terroristen ein gängiges Motiv. In dem Konvolut, das der mutmaßliche Zehnfachmörder Tobias R. hinterlassen hat, begründet er detailliert seine Vernichtungsfantasien zu Migrantengruppen in Deutschland und zur Bevölkerung von asiatischen, arabischen und afrikanischen Ländern. Dann kommt ein Abschnitt mit der Überschrift “Frauen”. Vergleicht man die Selbsterklärungen, die zu den großen rechtsextremistischen Mordtaten in Hanau und Halle, aber auch im vergangenen Jahr in Christchurch, El Paso oder Dayton abgegeben wurden, und vergleicht man das Verhalten der Urheber vor ihren Gewaltausbrüchen, so fallen einige Gemeinsamkeiten auf. Eine ist ein Blick auf Frauen, der sich als extreme Anspruchshaltung beschreiben lässt. Tobias R. schildert, wie “Freude- und leistungshemmend” es für ihn gewesen sei, als Jugendlicher “keinerlei feste Freundin” gehabt zu haben. “Weniger gut aussehende Frauen” habe er sich nicht “nehmen” wollen. Verhältnisse zu solchen, die seine “hohen Ansprüche” erfüllten, seien von einer “Geheimorganisation” verhindert worden, die in seiner psychischen Krankheit offenbar eine große Rolle spielte. Es ergibt sich das Bild eines Mannes, der Frauen als bewertbare Verfügungsmasse sieht und sich zugleich sehr abhängig fühlt von ihrer Anerkennung. Ein gestörtes Verhältnis zu Frauen zeigte auch der Amerikaner, der in Dayton zehn Menschen, darunter seine Schwester, erschoss. Er führte als Jugendlicher eine Liste von Mitschülerinnen, die er zu vergewaltigen wünschte. Der Mann, der seinen versuchten Anschlag auf die Synagoge in Halle und den anschließenden Mord an zwei Menschen filmte, beginnt sein Video so: “Ich glaube nicht an den Holocaust, und Feminismus ist der Grund für die sinkende Geburtenrate in Europa.” Damit bezieht er sich auf eine Art Katechismus der radikalen Rechten, den auch der 50-fache, geständige Mörder von Christchurch angeführt hat: “Es ist die Geburtenrate. Es ist die Geburtenrate. Es ist die Geburtenrate.” Der Mann, der in einem Einkaufszentrum in El Paso 22 Menschen erschoss, verwies ebenfalls auf Demografie.

In the Midst of Infighting, Anti-LGBTQ Church Network’s Website and Social Media Disappear

The New Independent Fundamental Baptist network, most prominently associated with anti-LGBTQ pastor Steven Anderson, appears to be in turmoil as infighting again erupts, this time between Anderson and fellow pastors in the network. The New IFB website and social media accounts – launched in early 2018 – have been taken down, and some pastors have distanced themselves from Anderson and his movement. This is the second time over the course of 12 months that controversy roiled the network. In January 2019, a previous conflict emerged when a New IFB pastor named Donnie Romero resigned after admitting to gambling and engaging with sex workers. Anderson, pastor of Faithful Word Baptist Church in Tempe, Arizona, is currently banned from 34 countries for his anti-LGBTQ rhetoric in addition to calling for the deaths of LGBTQ people. Last summer, he and a few other New IFB pastors convened in Orlando for the first “ Make American Straight Again” gathering, at which they all preached about the evils of homosexuality and called for state-mandated executions of LGBTQ people. Anderson had celebrated the June 2016 massacre at Pulse, an LGBTQ bar in Orlando where a gunman murdered 49 people by saying that the world now had “fifty less pedophiles.”
Anderson founded Faithful Word in 2005 and since then has traveled extensively and created a worldwide network of like-minded pastors who have launched similar churches in several different countries. With over 100,000 followers on YouTube, Anderson has an international media reputation for his fiery anti-LGBTQ statements. He also has a reputation for antisemitism. In 2015, Haaretz reported that Anderson had duped four rabbis – including a Holocaust survivor – into appearing in his film “Marching to Zion” in an attempt to prove that Jews are not the chosen people. He has preached several antisemitic sermons in recent years, including one in 2019 titled “The Jews and Their Lies.” The New IFB had been serving as a vehicle for Anderson and like-minded pastors in the network, which included Australia, the Philippines, Canada and South Africa. Its website had been a hub of sorts for information about the network itself, as well as upcoming events and a list of the more than 30 churches and pastors involved with contact information. Hatewatch first noticed in mid-January that the website for the New IFB, which also frequently posted videos, interviews and updated information about events relevant to the New IFB, was no longer available, not even on web archives. All of its social media accounts, including Facebook, Twitter and YouTube were also gone.

via splcenter: In the Midst of Infighting, Anti-LGBTQ Church Network’s Website and Social Media Disappear

Mutiger Polizist bekennt sich gegen Nazis: So ekelhaft hetzen AfD-Fans gegen ihn

Wie reagieren die Anhänger*innen der rechtsextremen AfD, wenn sich ein Polizist offen zu Demokratie, Grundgesetz und gegen Rechten Terror und Faschismus bekennt? Sie hetzen ekelhaft gegen ihn und beleidigen ihn. David Maaß postete gestern ein Foto von sich in Uniform, auch welcher sich aufrichtig als “Polizist, Gewerkschafter und Antifaschist” bekannte. Offenbar ist das Bekenntnis zu Grundgesetz und Rechtstaat ein No-Go für den Meinungsterror von rechts – Seit Stunden wütet ein widerlicher Shistorm gegen den mutigen Beamten. Er schrieb: “Es ist an der Zeit, dass sich der Kern der Bevölkerung sowie die verunsicherten Protestwähler mit den demokratischen Kräften unserer Gesellschaft solidarisieren und ein klares Zeichen gegen den rechten Terror setzen! Wir erleben derzeit eine Erosion des Rechtsstaates, die wir als Bürgerinnen und Bürger fortan mit aller Entschlossenheit bekämpfen müssen. Die AfD ist eine der geistigen Brandstifterinnen des Rechtsextremismus; sie ist keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland! Kein Fußbreit den Faschisten!”

via volksverpetzer: Mutiger Polizist bekennt sich gegen Nazis: So ekelhaft hetzen AfD-Fans gegen ihn

United by hatred of Jews and immigrants, white supremacists are increasingly working together across borders – #terror #azov #ukraine

Shortly before he killed 51 people, the gunman who perpetrated the Christchurch, New Zealand, mosque shooting posted a manifesto to the website 8chan in which he praised a fellow white supremacist — the attacker who killed 77 people in Norway in 2011. A few weeks later, the Christchurch shooter was praised by another gunman — the one who perpetrated the synagogue shooting in Poway, California. Four months after that, yet another gunman, in the El Paso shooting, posted a similar white supremacist manifesto to 8chan. The attacks happened across the globe — in Europe, Oceania and America. But they followed similar playbooks and shared the same noxious ideas. In particular, the shooters in Christchurch, Poway and El Paso all cited the so-called Great Replacement theory — that Western countries and their white populations are under attack from a mass immigration of nonwhite immigrants orchestrated by Jews. The Great Replacement term was itself coined by Renaud Camus, a French writer. The connectivity between those massacres and their ideology is just one example of how white supremacists are forming alliances, working together and inspiring each other across borders. While white supremacists will sometimes call themselves “white nationalists,” experts say it’s more accurate to view them as members of an international movement that aims to advance a shared agenda. “They view themselves as part of a white collective that is transnational and that represents a race, the white race,” said Heidi Beirich, who founded the Global Project Against Hate and Extremism following a 20-year career at the Southern Poverty Law Center. “One of the big things motivating violence today … is this wish to bring whites together across borders to fight for control of what they consider their historic homelands.” One strong link between white supremacists in the United States and Europe, said Marilyn Mayo, a senior researcher at the Anti-Defamation League’s Center on Extremism, is hatred of Jews for their purported control of banks and the media — as well as their perceived support of immigration. (…) Some of the interaction between American and European extremists has involved members of far-right European political parties. The ADL’s Mayo says these politicians, and their increasing popularity in Europe, has inspired their American allies. American white supremacists in particular admire Russian President Vladimir Putin and Hungarian Prime Minister Viktor Orban, who has opposed immigration and also been accused of anti-Semitism. “They believe that people like Putin and Orban are promoting white Christian society where they’re keeping out influences like Third World immigrants,” Mayo said. “Putin is seen as the saving grace of white Christian culture. There isn’t as much immigration in Eastern Europe and white supremacists see it as a place to mirror.” Militant groups are linking up as well. Atomwaffen Division, a white supremacist group, has spawned offshoots in the United Kingdom, Germany and elsewhere. And white supremacists have traveled to Ukraine to link up with, train and in some cases reportedly fight with the Azov Battalion, a Ukrainian paramilitary unit with ultranationalist elements. In 2017, members of the Rise Above Movement, a white supremacist group in California, met with leaders from the Azov Battalion in Ukraine. Now, according to the Soufan Center report, Ukraine is serving the same function for white supremacists as Middle Eastern conflict zones have served for Islamic terror groups. In both cases, extremist groups take advantage of the lawlessness and combat opportunities of a war zone to recruit, radicalize and train adherents from around the globe. Excluding people from Russia, more than 2,000 foreigners have traveled to fight in Ukraine, though experts don’t know how many are joining extremist groups. That number includes dozens of people from the United States. “Ukraine [is] emerging as a hub in the broader network of transnational white supremacy extremism, attracting foreign recruits from all over the world,” the report says. “Where jihadis travel to fight in places like Syria, white supremacists now have their own theater in which to learn combat.” In order to combat these trends, experts say, tech giants need to take more aggressive action to remove extremists from their platforms. And they say the U.S. government must begin treating white supremacists like it treats ISIS and al-Qaida. That means sharing intelligence with other countries, tracking their finances and surveilling their communications. “If you look at what happened in [the Pittsburgh synagogue shooting], his tagline on Gab was ‘Jews are the children of Satan’ and he owned like 20-something guns,” Clarke said. “And if that guy was brown and his name was Mohammed and he said the word ‘jihad’ once and he owned as much as a slingshot, he probably would have been arrested.”

viA jta: United by hatred of Jews and immigrants, white supremacists are increasingly working together across borders

https://twitter.com/FFRAFAction/status/1231595705904529408

Gruppe S.: Der neue #Wutbürger-#Terrorismus

Die rechtsextreme Zelle Gruppe S. besteht aus Mitgliedern ganz unterschiedlicher rechter Strömungen. Eine toxische Mischung. Ist das eine neue Form des Terrorismus? Als die Polizei am vorvergangenen Freitag im bayerischen Mickhausen ein in die Jahre gekommenes graues Haus stürmt, findet sie eine geladene Pistole im Kaliber neun Millimeter und weitere Munition. Werner S., der Mann, den die Polizisten festnehmen, soll der Anführer einer rechten Terrororganisation sein, die in der Öffentlichkeit nun nach ihm benannt wird: Gruppe S. Insgesamt 13 Personen sollen ihr angehören, Männer zwischen 31 und 60 Jahren. Bis auf einen sitzen sie alle in Untersuchungshaft. Vier Männer bildeten den Kern der Gruppe, glauben die Ermittler, neun weitere sollen geholfen haben, Waffen und Geld zu besorgen und zugesichert haben, bei Anschlägen mitzumachen. Den Kontakt untereinander hielten sie vor allem über Mails und über Telegram-Chats. Einige der Männer trafen sich aber auch mindestens zwei Mal konspirativ in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Ihr Ziel laut Generalbundesanwalt: Anschläge auf Moscheen, Politiker und Migranten in Deutschland, um so “bürgerkriegsähnliche Zustände” herbeizuführen. Sie wollten, lautet der Vorwurf, das politische System des Landes umstürzen.
Die Gruppe S. zeigt ein neues Phänomen im Rechtsterrorismus: die Verbindung verschiedener, bislang voneinander unabhängiger Strömungen. Nach Recherchen von ZEIT ONLINE sind unter den Mitgliedern stramme Neonazis und Aktive in rechtsextremen Bürgerwehren, aber auch sogenannte Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker, die an Chemtrails glauben – und AfD-Sympathisanten. Jede dieser Szenen hat unterschiedliche ideologische Ausrichtungen. Eine terroristische Vereinigung mit so heterogenem Personal war bislang nicht bekannt. Rechte Terrorgruppen der vergangenen Jahre stammten meist aus einem bestimmten Milieu: Bei der Bamberger Gruppe, bei Revolution Chemnitz, der Gruppe Freital oder auch beim sogenannten NSU fanden sich stets Neonazis mit homogenen Weltbild zusammen, die sich in einer rechten Kameradschaft oder in einem Freundeskreis kennengelernt hatten. (…) Sucht man nach Gemeinsamkeiten unter den 13 Personen, dann fällt auf, dass etliche der Männer der Gruppe S. sich bei rechtsextremen Bürgerwehren engagierten oder in der Vergangenheit auf NPD-Demonstrationen aufgefallen sind. Doch unter den Mitgliedern sind nicht nur klassische Neonazis, sondern auch Männer, die sich in den vergangenen Jahren von der “alten” Rechten abgewandt und den “Neuen Rechten” zugewandt haben. So wie Werner S., der 53-jährige mutmaßliche Hauptverdächtige. (…) Wer sich die Äußerungen und öffentlich sichtbaren Profile der einzelnen Mitglieder anschaut, erkennt, dass die Gruppe Neonazis und Anhänger der Neuen Rechten umfasst. Ein Phänomen, das sich im nicht militanten Bereich schon länger beobachten lässt. Erst kürzlich besuchte die ehemalige Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel eine Kundgebung mit Neonazis in Dresden. In Nordrhein-Westfalen nahmen neurechte Identitäre in den vergangenen Monaten an Demonstrationen von Neonazis und “Bürgerwehren” teil – obwohl Identitäre sich zuvor offiziell stets von der Rassenideologie der Neonazis distanziert hatten. Die heterogene Zusammensetzung der Gruppe S. bestärkt nun die Befürchtung, dass aus diesem Mix eine neue Form der Militanz erwächst, eine Art Wutbürger-Terrorismus. Für die Sicherheitsbehörden bedeutet eine Zusammensetzung wie die der Gruppe S. deshalb eine neuartige Herausforderung. Neben den bereits seit Längerem bekannten Ermittleralbtraum vom unauffälligen, unvernetzten Einzeltäter – wie zum Beispiel dem mutmaßlichen Attentäter von Hanau, Tobias R. – tritt nun das Problem kaum noch vorhersehbarer Zusammenschlüsse, bei denen die hergebrachten Identifizierungsansätze – räumliche Nähe, ideologische Kohärenz – nicht mehr ohne Weiteres greifen. Solche Gruppen zu entdecken, dürfte um Einiges schwieriger sein.

via zeit: Gruppe S.: Der neue Wutbürger-Terrorismus