Frau trägt Ku-Klux-Klan-Kapuze : Polizeieinsatz bei Sommerfest von Neonazi-Party

Ein Sommerfest der rechtsradikalen Kleinstpartei „Die Heimat“ endete am Samstagabend mit einem Polizeieinsatz. Rund 250 Anhänger der NPD-Nachfolgepartei hatten in deren Parteizentrale in Köpenick gefeiert. Eine Frau trug sogar eine Kapuze des rassistischen Ku-Klux-Klans. Ein 52-jähriger Teilnehmer ist festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Polizei. Der Partygast ging zuvor auf einen Pressevertreter los und brüllte Nazi-Parolen, berichtet der „Tagesspiegel“. Fotos zeigen auch eine Frau, die sich mit einer typischen Zipfel-Kapuze des rassistischen Ku-Klux-Klans aus den USA maskiert hatte. Andere Teilnehmer trugen T-Shirts mit rechtsradikalen Parolen und hatten szene-typische Tattoos.

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Würzburger AfD-Chef Beck verliert Posten nach Party: Neonazi-Sänger engagiert und „Arier“-Gruppe begrüßt?

Eine AfD-Feier im Sommer 2025 hat nun Folgen für den Kreisvorsitzenden der Partei. Federico Beck verliert sein Amt – und ein Altbekannter rückt nach: Daniel Halemba. Wieder Ärger in der Würzburger AfD: Wie die Redaktion am Mittwoch erfuhr, hat der Kreisvorsitzende Federico Beck seine Mitgliedsrechte mindestens vorläufig verloren. Der 49-Jährige bestätigte dies am Donnerstag offiziell gegenüber der Main-Post. Die Entscheidung traf das Landesschiedsgericht der AfD in einem Eilverfahren. Damit ist Beck zumindest im Moment auch seinen Job als Würzburger Kreisvorsitzender los. Parallel läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen Beck wegen der Teilnahme an einer „Arier“-Demo in Nürnberg. Nun kam ein weiterer Vorwurf hinzu, der jetzt zum Eilbeschluss führte: Die aktuelle Entscheidung des Schiedsgerichtes steht im Zusammenhang mit einem von Beck im Sommer 2025 initiierten Konzert in Würzburg. Dort war der rechtsextreme Sänger „Kavalier“ aufgetreten. Mit bürgerlichem Namen heißt dieser Dominik Raupbach, ist beim Verfassungsschutz kein Unbekannter und veröffentlicht seine Lieder beim rechtsextremen Label NDS, kurz für „Neuer Deutscher Standard“. Doch Beck soll den Auftritt des Sängers nicht nur organisiert, sondern sich an diesem Abend noch mit weiteren Äußerungen aus dem Fenster gelehnt haben. Wie die Redaktion von einem Teilnehmer des Abends erfuhr, soll Beck zu Beginn des Konzerts in seiner Rolle als Vorsitzender der AfD Würzburg eine Rede gehalten haben. Dabei soll er sowohl Mitglieder der rechtsradikalen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ und der Neonazi-Organisation „Aryan People Resistance“ – zu Deutsch: „Widerstand des arischen Volkes“ – begrüßt haben. (…) „Der Liederabend fand auf dem Privatgrundstück von André Lihl statt“, schreibt er. Lihl ist ebenfalls AfD-Mitglied und Würzburger Stadtrat. Laut Becks Stellungnahmen stellte Lihl „nicht nur sein Grundstück für die Veranstaltung zur Verfügung, sondern verkaufte dort auch Essen und Getränke und organisierte die sanitären Einrichtungen.“ Mehrere Zeugen könnten dies bestätigen. „Gleichwohl wird mir aber eine organisatorische Gesamtverantwortung zugeschrieben.“ Stadtrat Lihl fühlt sich von Beck getäuscht Zwischen ihm und Beck herrsche „schon länger dicke Luft“, sagt Stadtrat Lihl der Redaktion. Er fühle sich von Beck im Nachhinein getäuscht. „Ich habe ein Gartengrundstück in Würzburg unten am Main. Federico Beck hatte mich gefragt, ob er da ein Konzert veranstalten kann und ich das Catering übernehmen will“, führt er aus. „Ich habe zugestimmt, da kamen wir ja noch miteinander klar. Das Grundstück habe ich ihm kostenlos überlassen und mir nichts dabei gedacht. Ich habe ihm extra noch gesagt: Keine rechtsextremen Musiker, nichts Rechtsextremes auf meinem Grundstück.“ Dass er mit seinem Foodtruck vor Ort war, bestätigt er. „Meine Jobs sind Veranstaltungs-Caterings. Welchen Inhalt die Veranstaltungen haben, hat mit mir als Imbissbetreiber nichts zu tun.“ Die Orga des Abends hatte laut Lihl Beck inne: „Er hat ja auch den Eintritt kassiert und an dem Abend verdient.“

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Festivalbesucher verhindern AfD-Infostand – Band schlägt Tanz-Workshop am Rathaus vor

Ein geplanter AfD-Infostand auf dem Diepholzer Rathausplatz fand am Samstag nicht statt. Rund 50 Besucher des Appletree Garden Festivals unterstützen einen spontanen Gegenprotest – eine Band hatte die Musikliebhaber zuvor auf die Aktion hingewiesen. Ein für Samstagvormittag angekündigter Infostand der AfD auf dem Rathausplatz in Diepholz hat nicht stattgefunden. Wie der Kreisverband zuvor mitgeteilt hatte, sollte der Stand Teil einer Reihe wöchentlicher Informationsveranstaltungen bis zur Kommunalwahl im September sein. (…) Auf der gegenüberliegenden Straßenseite versammelte sich ein friedlicher Gegenprotest. Nach Angaben mehrerer Teilnehmer war der Infostand erst kurzfristig bekannt geworden, sodass keine offizielle Gegenveranstaltung mehr angemeldet werden konnte. Unter den Demonstrierenden befanden sich Mitglieder der Initiative „Omas gegen Rechts“ sowie zahlreiche Besucher des Appletree Garden Festivals, das an diesem Wochenende in Lüdersbusch stattfindet. Mehrere Festivalgäste berichteten, die Band „Von wegen Lisbeth“ habe am Vorabend während ihres Auftritts auf den geplanten AfD-Stand hingewiesen und augenzwinkernd vorgeschlagen, einen Tanz-Workshop vom Festivalgelände zum Rathaus zu verlegen. Im Laufe des Vormittags kamen rund 50 Festivalbesucher hinzu und unterstützten den Gegenprotest – ohne Parolen, Banner oder Musik.Gegen 10.20 Uhr verließen die AfD-Anhänger mit ihrem Fahrzeug den Rathausplatz. Ein Polizeibeamter informierte die Anwesenden, dass der Infostand für diesen Tag in Diepholz abgesagt worden sei. Die AfD habe sich nach Polizeiangaben gegen die Durchführung entschieden, um eine Konfrontation zu vermeiden

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„Fühle ich mich hier nicht mehr sicher“: #Wacken-Besucherin muss Anti-AfD-Patch abreißen

Das Metal-Festival Wacken Open Air hat offenbar ein Problem mit Security-Mitarbeitenden, die politische Botschaften auf Kutten, Shirts und Flaggen nicht zulassen. Das Wacken Open Air will vor allem eines sein: ein Ort, um gemeinsam zu feiern und laute Musik zu genießen. Doch eine nicht ganz kleine Gruppe von Menschen fühlt sich in diesem Jahr offensichtlich nicht willkommen auf dem „Holy Ground“ des größten Metal-Festivals der Welt. Gemeint sind mehrere Personen, die ihren Unmut darüber geäußert haben, dass sie unter anderem beim Einlass auf das Infield aufgefordert wurden, Anti-AfD-Patches oder entsprechende Kleidung zu entfernen. Allen Beschwerden gemein: Sie kommen von politisch linksorientierten Menschen. „FCK AFD“-Schriftzüge sind auf dem Wacken 2026 offenbar nicht immer erwünscht. Die Wacken-Crew widerspricht dem. © Frank Molter/dpa & Screenshot Reddit (Montage) Auch vor den Bühnen sei es demnach beispielsweise im Verlauf des Mr.-Hurley-Konzerts zu Begegnungen mit Security-Mitarbeitenden gekommen, die einzelne Personen angewiesen hätten, unter anderem Regenbogenfahnen und politisch linke Band-Patches nicht mehr auf dem Gelände mit sich zu führen. Zwar verbietet die Festival-Ordnung „Werbemaßnahmen gleich welcher Art“, auf Nachfrage vom Szene-Magazin Festivalstalker bestätigte die Wacken-Crew aber, dass das Entfernen von entsprechenden Patches nicht „im Sinne“ des Teams sei. Die Wacken-Orga versprach, bei entsprechenden Meldungen dagegen vorgehen zu wollen, und habe die Securitys mehrfach aufgefordert, solche Eingriffe zu unterlassen. Tatsächlich sind einige der von Fans beschriebenen Begegnungen mit Security-Mitarbeitenden alles andere als eine Lappalie. Laut dem Festivalstalker-Team, das sich nach ersten Hinweisen auf die Suche nach weiteren Fällen gemacht hat, hätten Wacken-Besucher mitgeteilt, „dass eben diese Security-Teams wohl auch eindeutig rechtsradikale Symbole (wie eine schwarze Sonne) auf sich tragen“. Auf weitere Nachfragen zu den Vorfällen hat das Wacken-Team bis Samstagmittag weder dem Szenemagazin noch unserer Redaktion geantwortet. (…) Das Fazit der Besucherin im Reddit-Posting fällt daher sehr vernichtend aus: „Als queere Person fühle ich mich hier nicht mehr sicher. Es ist mein erstes Mal Wacken (normalerweise auf vielen verschiedenen Festivals) und die haben wirklich ein Problem mit Homophobie, Transphobie und Faschismus.“

via fr: „Fühle ich mich hier nicht mehr sicher“: Wacken-Besucherin muss Anti-AfD-Patch abreißen

screenshot reddit

Am Eastgate in Marzahn AfD startet in Wahlkampf – Protest mit bekannter Band

Die Berliner AfD startet in Marzahn offiziell in ihren Wahlkampf. Dagegen regt sich Widerstand – mit prominenter Unterstützung. Am 31. Juli feiert die Berliner AfD ihren Auftakt in den Wahlkampf für die Wahl am 20. September. Dafür hat der Bezirksverband eine Veranstaltung am Einkaufszentrum Eastgate in der Marzahner Promenade angekündigt, heißt es auf der Webseite. Gegen die Veranstaltung regt sich aber Widerstand. Ab 16 Uhr wollen Menschen direkt am Einkaufszentrum dagegen protestieren, geht aus dem Versammlungskalender der Stadt hervor. Demnach läuft die Demonstration unter dem Motto “Gegen rechte Hetze – für solidarische Kieze” und endet um 22 Uhr. Kafvka kündigt Konzert bei Demo an Die Demonstranten erhalten kurzfristige Unterstützung von der Berliner Crossover-Band Kafvka. Diese kündigte das Konzert auf ihrem Instagram-Kanal an. Die Band wurde 2013 gegründet und behandelt in ihren Texten oft den Kampf gegen Rechtsextremismus. Laut einer Sprecherin der Berliner Polizei wurde die Demo von einer Privatperson angemeldet, erwartet werden rund 300 Teilnehmer.

via t-online: Am Eastgate in Marzahn AfD startet in Wahlkampf – Protest mit bekannter Band

»Keine Angst«: Danger Dan und Igor Levit fordern Debatte über Rechtsextremismus

Nach dem ZDF-Eklat sind die Musiker in Berlin aufgetreten. In den letzten Tagen sei zu viel über die Ausladung und zu wenig über rechte Gewalt gesprochen worden. Die Musiker Danger Dan und Igor Levit haben nach dem abgesagten Auftritt im ZDF ein Ersatzkonzert gespielt und die Debatte der zurückliegenden Tage kritisiert. Es sei viel darum gegangen, ob die Ausladung angemessen gewesen sei, sagte Danger Dan im Columbia Theater in Berlin. Das sei aber nicht die entscheidende Frage, ergänzte Pianist Levit. Als eine Frage, die stattdessen diskutiert werden sollte, nannte Danger Dan: »Wie gehen wir um mit rechter Gewalt, die explosionsartig anwächst und immer brutaler wird?« Levit forderte zudem einen Fokus auf Hilfe für Menschen, die von rechter Gewalt bedroht werden und etwa Angst hätten, aus dem Haus zu gehen. (…) Man habe es »unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun«, sagte Intendant Norbert Himmler der Süddeutschen Zeitung. Dieser münde in freundliche Grüße an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter. Zugleich räumte Himmler Fehler beim Entscheidungsprozess ein. Danger Dan hatte bestritten, mit seinem Song zu Gewalt aufzurufen. Die beiden Musiker sprachen von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den Schritt als schwerwiegenden Eingriff in die redaktionelle Freiheit. Auch die Macher der Sendung kritisierten die Ausladung. Sie sprachen von einer »mutlosen« Entscheidung

via zeit: »Keine Angst«: Danger Dan und Igor Levit fordern Debatte über Rechtsextremismus

Ikkimel im „Morgenmagazin“ „Poppstar“ überfordert ZDF-Publikum

Die feministische Rapperin Ikkimel tritt im Frühstücksfernsehen auf. Und trifft beim konservativen Publikum auf kollektive Schockstarre. Um 5.30 Uhr morgens steht Ikkimel meistens im Club und ballert Ketamin auf dem Klo. An diesem Montagmorgen steht die Berliner Rapperin auf der Bühne des ZDF-„Morgenmagazins“. „Fußballmänner, alles Penner/ Bierbauch, Bratwurst, leckerschmecker“, rappt Mama Ikki, wie Fans die 29-Jährige nennen. Die Kamera schwenkt ins Publikum, das wie eine Ausflugsgruppe eines Mehrgenerationenprojekts wirkt. Auf den Rängen sitzen U14- und Ü50-Jährige vereint in einer kollektiven Schockstarre. Keiner bewegt sich zur Musik oder wippt mit, stattdessen: irritierte, überforderte und versteinerte Blicke. Ikkimel, gekleidet in bauchfreiem Tanktop und kurzem lila Paillettenrock, der nicht ansatzweise ihren Arsch bedeckt, dafür ihre großflächigen Oberschenkeltattoos freilegt, rappt selbstbewusst weiter: „Ich bin schlau und wunderschön, oh Baby, alles an mir glitzert/ Pussy gut, er ist so süß, ich werd’ zu seiner Kitty Cat“. Der Zusammenprall der Welten scheint die Rapperin eher zu amüsieren als zu verunsichern. Immer wieder kichert sie, zum Schluss ruft sie: „Wir freuen uns auf die Frauen-WM nächstes Jahr!“ Moderator Andreas Wunn meint danach, Scherben aufsammeln zu müssen: „Liebe Fußballmänner, nicht beleidigt sein, das ist Provokation und Kunst und trifft gerade so richtig einen Nerv bei der Gen Z.“

via taz: Ikkimel im „Morgenmagazin“ „Poppstar“ überfordert ZDF-Publikum