Reichsbürger-Prozess: Urteil gegen krude Staatsbastler aus Pliening – „Keine Ahnung von nichts!“

Vier „Reichsbürger“, die ihren eigenen Pseudo-Staat gegründet haben, wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Sie haben Pässe und Führerscheine gefälscht und sich als Behörden aufgespielt. In Pliening im Kreis Ebersberg saß die „Ministerpräsidentin“. Das Landgericht München II hat eine Gruppe von Reichsbürgern wegen Urkundenfälschung und Amtsanmaßung zu Bewährungsstrafen zwischen 15 Monaten und zwei Jahren verurteilt. Die drei Männer und eine Frau hatten jahrelang an ihrem eigenen Staat gebastelt. Das Quartett hatte sich auf kindlich anmutende Weise eigene Behörden gezimmert, mitsamt eigenen Fahrzeug-Zulassungen und Steuernummern. Damit wollten sie den vorherrschenden Staat ad absurdum führen und vielleicht auch eine Menge Geld an selbigem vorbeimogeln. Von der Landshamer Wohnung der Hauptangeklagten aus, die sich auch als Ministerpräsidentin bezeichnete, wurden zahlreiche Urkunden für den „Bundesstaat Bayern“ verkauft. 300 gefälschte Urkunden verkauft – Steuernummer vom „Bundesstaat Bayern“ kostet Anhänger den Job Doch ganz so harmlos war ihr Treiben nun auch nicht. Denn als Teil der Reichsbürgerszene hingen sie einem ideologischen Gedankengebilde nach, das „die Gesellschaft infrage“ stelle, sagte Vorsitzender Richter Thomas Lenz in seiner Urteilsbegründung. …) Offenbar waren die 55-jährige gelernte Bürokauffrau und ihr zwei Jahre älterer Lebensgefährte noch zu sehr mit der Bildung einer „administrativen Regierung“ beschäftigt gewesen. In den Jahren der Erstehung hatten sie knapp 300 Urkunden an ihre neuen Zöglinge verkauft. Auch Steuernummern hatten sie vergeben, die ein Anhänger offenbar bei seinem Arbeitgeber abgab und für den Schnickschnack sofort die Kündigung kassierte. Dessen ungeachtet, stellte das Quartett Reisepässe und Führerscheine oder auch Staatsangehörigkeits-Ausweise her. Die hatten sie über eine Website des angeblichen Bundesstaats angefordert. Die Bundesrepublik sahen sie nicht als Träger hoheitlicher Gewalt an. Und sie hielten ihn auch nicht als weisungsbefugt für die Bürger ihres „Volksstaates“. (…) Aufgrund ihrer frühen Geständnisse kamen die Angeklagten mit Bewährungsstrafen davon. Damit ersparten sie dem Gericht eine umfangreiche Beweisaufnahme mit langwierigen Zeugenvernehmungen. Gericht und Staastanwaltschaft stützten sich auf eine detailgenaue Dokumentation der Polizei sowie die Beweise, die bei insgesamt fünf Durchsuchungen in Landsham gefunden worden waren. Mildernde Umstände ließ der Richter walten, weil die vier Angeklagten bis dahin einen „eigentlich vernünftigen Lebenswandel“ geführt hatten und nicht durch Vorstrafen aufgefallen waren

via merkur: Reichsbürger-Prozess: Urteil gegen krude Staatsbastler aus Pliening – „Keine Ahnung von nichts!“

Far-right extremist who inspired mass shooting with Nazi websites jailed for seven years – #terror

Jailed Colin McNeil from Leeds inspired 18-year-old Payton Gendron who went on to murder 10 people in a mass shooting at a grocery shop in Buffalo, USA, in 2022. A far-right extremist who operated two websites that spread far-right propaganda and encouraged terrorism has been jailed. Colin McNeil inspired 18-year-old Payton Gendron who went on to murder 10 people in a mass shooting at a grocery shop in Buffalo, USA, in 2022, with prosecutors showing he engaged with the sites liking and commenting on the racist material hosted on them. McNeil, 46, from Leeds did not create the material but provided a platform for it to reach its audience. The sites featured racist documents, images and videos glorifying Hitler, the Nazis and prominent Neo-Nazis. They also honoured men who committed racist mass killings, including Brenton Tarrant, who murdered 51 people in and around two mosques in Christchurch New Zealand in 2019. McNeil benefited financially from the websites, receiving donations from users, and also used the sites to express his own racist views. One of the sites, which operated like a typical social media platform, had 5,716 members, with 255,960 photos and 6,499 videos uploaded. The other site, set up for videos, hosted 12,345 members and contained 79,284 videos. This site also had an option to upgrade to a “pro” member for $50, which would allow the user to post ad-free videos, sell videos, and to livestream. McNeil pleaded guilty to four offences of disseminating a terrorist publication at Sheffield Crown Court on April 11, 2024. Today he was sentenced to seven years’ imprisonment.

via mirror: Far-right extremist who inspired mass shooting with Nazi websites jailed for seven years

#BERUFUNGSPROZESS – #Landgericht bestätigt #Haftstrafe für Rechtsextremist #SvenLiebich – #LockHimUp

Im Berufungsverfahren gegen Sven Liebich hat das Landgericht Halle das Urteil des Amtsgerichts bestätigt. Dieses hatte den bekannten Rechtsextremisten wegen Volksverhetzung und übler Nachrede vergangenes Jahr zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Liebich selbst waren in Berufung gegangen. Im Berufungsprozess gegen Rechtsextremist Sven Liebich ist das Urteil gesprochen worden. Für die Haftstrafe gab es laut Richterin mehrere Gründe. Liebich war bereits mit Bewährungsstrafen vorgewarnt worden. Im Berufungsprozess gegen Sven Liebich ist heute vor dem Landgericht Halle ein Urteil gesprochen worden. Das Gericht bestätigte dabei einen Schuldspruch des Amtsgerichts Halle. Dieses hatte Liebich im vergangenen Jahr unter anderem wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren ohne Bewährung verurteilt.

via mdr: BERUFUNGSPROZESS Landgericht bestätigt Haftstrafe für Rechtsextremist Sven Liebich

siehe auch: Urteil wegen rechtsextremer Hetze :Der Knast rückt näher Der Neonazi Sven Liebich ist in einem Berufungsverfahren am Landgericht Halle zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. (…) Nun könnte Liebich bald zum ersten Mal ins Gefängnis kommen. An diesem Freitag hat das Landgericht Halle ihn in einem Berufungsverfahren zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Unter anderem hielt ihn das Gericht der Volksverhetzung und üblen Nachrede für schuldig, zum Großteil begangen in den Jahren 2020 und 2021 auf seinen Kundgebungen. Damit bestätigte das Landgericht das Urteil der ersten Instanz aus dem Juli 2023. Gegen das Urteil des Amtsgerichts Halle hatten sowohl Liebich als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Diese wies das Gericht als unbegründet zurück. „Am Urteil des Amtsgerichts war nach Ansicht der Berufungskammer nichts auszusetzen“, stellte die Vorsitzende Richterin Sabine Staron klar. Keine Bewährung Auch eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung sei nicht angemessen, da Liebich vorherige Bewährungsstrafen nicht zum Anlass genommen habe, sein Verhalten zu ändern. Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von zwei Jahren gefordert, zeigte sich mit dem Urteil gegenüber der taz aber dennoch zufrieden. (…) Liebich verbindet Hetze schon immer mit dem Geschäft. Bereits während seiner Zeit beim inzwischen verbotenen Neonazinetzwerk „Blood & Honour“ in den 1990ern vertrieb Liebich über verschiedene Firmen rechtes Propagandamaterial. Später betrieb er den mittlerweile aufgelösten Online-Versand „Politaufkleber“, der extrem rassistische und antisemitische Motive, wie gelbe Judensterne mit der Aufschrift „Ungeimpft“, anbot. Lange Zeit blieb Liebich dabei vom Rechtsstaat ziemlich unbehelligt. Immer wieder stellte die Staatsanwaltschaft Halle Ermittlungsverfahren gegen Liebich ein. „Oftmals mit nicht nachvollziehbaren Begründungen“ sagt Valentin Hacken. Das Bündnis gegen Rechts hatte die Behörde für ihren Umgang mit Liebich immer wieder scharf kritisiert. Im Prozess erwähnte Liebich selbst eine Staatsanwältin mit Namen, die ihn durch Einstellungen der Ermittlungsverfahren in seiner Auffassung bestärkt habe, dass seine Äußerungen von der Meinungsfreiheit gedeckt seien. Nach Recherchen des MDR ist diese Staatsanwältin seit Anfang 2023 nicht mehr für Ermittlungsverfahren gegen den Neonazi zuständig. Tatsächlich sind in den vergangenen Monaten mehr Verfahren gegen Liebich zur Anklage gekommen.

VERSUCHTE NÖTIGUNG: RECHTSEXTREMIST MUSS JETZT ZAHLEN

“Wir wissen doch, wo Sie wohnen”: Mit diesen Worten soll der Chemnitzer Ex-Stadtrat Robert Andres (34, Pro Chemnitz/Freie Sachsen) eine Frau 2023 eingeschüchtert haben. In der ersten Instanz wurde der Rechtsextremist freigesprochen. Am Landgericht Chemnitz erfolgte am heutigen Donnerstag das Berufungsverfahren. Auch in der zweiten Instanz bestritt Robert Andres nicht, die Worte 2023 vor dem Beginn einer Veranstaltung über rechte Gewalt im Chemnitzer smac (Staatliches Museum für Archäologie) gesagt zu haben. Der Adressat war eine Zeugin, die ihn und Gesinnungsgenossen von der Veranstaltung ausschließen wollte. Andres gab an, dass er die Worte gebrauchte, um eine Anzeige gegen die Frau anzukündigen. Die Staatsanwaltschaft ging gegen den Freispruch in Berufung. Sie sehe in diesem Fall auch weiterhin eine versuchte Nötigung. Diese Ansicht vertrat auch Richter Markus Zimmermann (65) und verurteilte den Rechtsextremisten zu einer Geldstrafe von 3600 Euro.

via tag24: VERSUCHTE NÖTIGUNG: RECHTSEXTREMIST MUSS JETZT ZAHLEN

Self-described Nazi who threatened ADL offices sentenced to 2 years in prison

Jewish groups applauded the sentencing this week of a self-described Nazi in Indiana who left threatening voicemails at multiple offices of the Anti-Defamation League. Andrzej Boryga, 67, received two years in federal prison and an additional two years of supervised release, the U.S. Justice Department said Tuesday. He pleaded guilty to sending interstate threats and to targeting his victims based on their religion.  In a statement, the ADL, the Jewish anti-bigotry watchdog, thanked authorities “for prosecuting this perpetrator of violent threats against ADL, and for the dept’s commitment to protecting Jewish people and organizations in the face of unprecedented threats since the October 7th terror attack.”  Boryga’s actions occurred in 2022, the year before Oct. 7. He was indicted days before the attacks. The Secure Community Network, a Jewish security agency, also commended the sentencing.

via jta: Self-described Nazi who threatened ADL offices sentenced to 2 years in prison

“Der freche Ausländer auf unserem Grundstück” – Ostholstein: Angeklagter nutzt Auto als Waffe und überfährt Prüfer der Telekom

Der Angeklagte Peter J. (58) hört der Verlesung der Anklage konzentriert zu. Als die Staatsanwältin ausländerfeindliche Sprüche zitiert, die vor der Tat gefallen sein sollen, schüttelt er heftig mit dem Kopf. Wegen gefährlicher Körperverletzung steht der Ostholsteiner vor dem Schöffengericht Eutin. Er soll sein Auto als Waffe genutzt und einen „Mastprüfer“ der Telekom gezielt angefahren haben. Der Geschädigte hat einen Migrationshintergrund. (…) Im April 2023 ist Karim A. (39, Name geändert) in Ostholstein unterwegs. Der Materialprüfer kontrolliert im Auftrag der Telekom den Zustand und die Standfestigkeit von sogenannten „Telegrafenmasten“. Zwei dieser markanten Holzpfähle, die im ländlichen Bereich verbreitet sind, stehen an der Grundstücksgrenze eines Resthofs in einer Gemeinde am Bungsberg. Das Ehepaar Peter J. und Anja J. (55) macht Kaffeepause und sitzt auf der Terrasse. (…) Er habe mit einem Bohrwiderstandsmessgerät am Telegrafenmast gestanden, um den Zustand des Holzes zu prüfen, als Anja J. auf ihn zugekommen sei. „Die hysterische Frau hat mich sofort beleidigt“, sagt Karim A. Auch mit ausländerfeindlichen Sprüchen und rassistischen Worten. Wenig später seien Mann und Frau aufgetaucht, hätten ihn erneut verbal attackiert. „Wenn man so angeschrien wird, ignoriert man das. Ich mache meine Arbeit und gehe“, erklärt Karim A. Als er die Prüfung am zweiten Mast fast abgeschlossen hatte, sei Peter J. mit einem Gespann aufgetaucht. „Er kam aus der Ausfahrt direkt auf mich zu“, sagt Karim A. Zu diesem Zeitpunkt telefoniert er bereits per Headset wegen der Beleidigungen mit der Polizei und bittet um Hilfe. Das Gespräch wird allerdings nicht aufgezeichnet. Peter J. stellt keine Fragen, sondern fährt über den Grünstreifen. Karim A. zieht die Bohrnadel aus dem Holzmast und läuft los. Sein Auto steht mit „eingeschalteter Rundumwarnleuchte“ auf der anderen Straßenseite. „Dann hat er mich erwischt“, sagt Karim A. Die Schilderungen von Karim A. seien glaubhaft, „bezeugen unmittelbar Erlebtes“, erklärt Richterin Anja Farries später bei der Urteilsbegründung. (…) Die Einlassungen von Peter und Anja J. erschienen hingegen abgesprochen, betont Staatsanwältin Helena Haas da Silva: „Die Aussage der Frau wirkt wie auswendig gelernt.“ Beide würden wortgleiche Schlüsselbegriffe und Beschreibungen nutzen. Manche Formulierungen seien identisch mit dem Vernehmungsprotokoll. Angestachelt von seiner Frau habe Peter J. sein Auto mit Schädigungsvorsatz als „lebensgefährliches Werkzeug zweckentfremdet“, deutet Haas da Silva die Beweisaufnahme: „Die Motivation: der freche Ausländer auf unserem Grundstück.“ Sie fordert eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung sowie zwei Monate Fahrverbot. Das Schöffengericht folgt dem Antrag und verschärft das Urteil um eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro.

via ln online: “Der freche Ausländer auf unserem Grundstück” Ostholstein: Angeklagter nutzt Auto als Waffe und überfährt Prüfer der Telekom

Marine sentenced to nearly 5 years for Nazi salute display during Capitol riot – #LockHimUp

Tyler Bradley Dykes, of South Carolina, was an active-duty Marine when he grabbed a police riot shield from the hands of two police officers and used it to push his way through police lines during the attack by a mob of then-President Donald Trump’s supporters. A marine accused of giving a Nazi salute during the deadly Capitol riots has been sentence to nearly five years in jail. Tyler Bradley Dykes, a Marine from South Carolina, seized a police riot shield from two officers and used it to force his way through police lines during the mob attack by supporters of then-President Donald Trump on January 6, 2021. In April, Dykes pleaded guilty to assault charges. He had previously been convicted of a crime related to the 2017 white nationalist Unite the Right rally in Charlottesville, Virginia. After serving a six-month sentence in a state prison, Dykes was transferred to federal custody in 2023. US District Judge Beryl Howell sentenced the 26 year old Dykes to four years and nine months in prison, according to the Justice Department. Federal prosecutors had suggested a prison term of five years and three months for Dykes. Prosecutors wrote that Dykes “He directly contributed to some of the most extreme violence on the Capitol’s east front,”. Dykes’ lawyers asked for a two-year prison sentence, stating that Dykes acknowledges his actions on January 6 were “illegal, indefensible and intolerable.” (…) After seizing a riot shield from two officers, Dykes entered the Capitol, holding the shield in one hand and raising his other hand in triumph. Prosecutors also accuse him of using the shield to attack police officers inside the building, causing them to retreat down a hallway. Dykes handed over the shield to an officer upon exiting the Capitol. While Dykes denies performing a Nazi salute on January 6th, prosecutors claim that his open-handed gesture was caught on video. In August 2017, photographs showed Dykes participating in a march through the University of Virginia’s campus on the eve of the Unite the Right rally, alongside white supremacists carrying tiki torches. One photo depicts him extending his right arm in a Nazi salute while holding a lit torch in his left hand.

via themirror: Marine sentenced to nearly 5 years for Nazi salute display during Capitol riot