AfD im Autoritarismus-Index – Globalisierte Globalisierungsfeinde

Wie gut die AfD international vernetzt ist, zeigt eine aktuelle Studie. Dabei geht es auch um Korruptionsvorwürfe, Spionage und Propagandahilfe. Heimliche Besuche von Parteichefin Alice Weidel beim chinesischen Botschafter, Pseudo-Wahlbeobachtung in Russland, Wahlkampfhilfe aus Ungarn und zunehmende Vernetzung mit autoritären Kräften weltweit: Die extrem rechte AfD ist mittlerweile ein zentraler Akteur in einem globalen Netzwerk. Das zeigen die Daten der Organisation „Action for Democracy“, in denen sie weltweit Verbindungen, Vernetzungsversuche, Recherchen und auffällige Propaganda-Botschaften seit Anfang 2024 ausgewertet und in einem Index des globalen Autoritarismus zusammengeführt hat. 142 Einträge weist die extrem rechte AfD seit Beginn der Datenerhebung bis Anfang März 2026 auf. Sie reichen von Netzwerktreffen, dem Teilen von Propaganda-Botschaften bis hin zu Korruptionsverdacht sowie belegten Spionage-Aktivitäten. Ihre größten Bezugspunkte überraschen nicht wirklich: 51 der Einträge haben mit Russland zu tun, 42 mit Ungarn, 36 mit dem Marine Le Pens französischen Rassemblement National, 25 mit Giorgia Melonis italienischen Fratelli d’Italia, 21 Einträge finden sich zur österreichischen FPÖ, 17 zu Reform UK, 14 mit der chinesischen Regierung. Die USA unter Trump tauchen nicht eigens als autoritärer Player auf, weil die Autoren des Indexes die USA noch nicht als autoritäres Regime einstufen – entsprechend fehlt in der Statistik etwa auch der zuletzt ausgebrochene MAGA-Tourismus der AfD. Der Name Trump taucht in der Statistik dennoch 30-mal als Bezugspunkt auf. Es finden sich Fälle wie der des chinesischen Spion Jian G., der im Büro des damaligen EU-Abgeordneten Maximilian Krah von der AfD auf dem Silbertablett gelieferte sensible Dokumente ausspähte und zu fast 5 Jahren Haft wegen schwerer Spionage verurteilt wurde – auch gegen Krah wird im Zusammenhang noch ermittelt. Ähnlich soll es bei Wladimir Sergeijenko, der wohl unter russischer Kontrolle steht, sein: Er sollte in einem AfD-Bundestagsbüro Waffenlieferungen an die Ukraine erschweren. Ermittlungen gibt es auch gegen Petr Bystron, weil dieser aus dem russischen Einflussnetzwerk um das Propaganda-Portal „Voice of Europe“ Geld entgegengenommen haben soll. Ein sächsischer Landtagsabgeordneter soll gar auf seiner Zwiebelfarm im mit Russland verbündeten Belarus politische Häftlinge für sich arbeiten lassen. Bei ihm gab es kürzlich eine Zoll-Razzia. Alle AfD-Politiker betonten ihre Unschuld und sprachen von „politisch motivierten“ Ermittlungen. Hilfe bei Propaganda Deutlich häufiger aber finden sich in den Daten propagandistische Zusammenarbeit und Vernetzungstreffen. So tauchen Forderungen, die ins Playbook des Kreml passen, in der Kategorie „softe Propaganda“ auf – 45 der Einträge fallen unter diese Kategorie

via taz: AfD im Autoritarismus-Index Globalisierte Globalisierungsfeinde

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Digitalisierte NSDAP-Akten – Die Suche nach dem Nazi-Opa führt über Washington

Die National Archives der USA haben die Mitgliedsdatei der NSDAP online gestellt. Die Nutzung stößt an Grenzen und beweiskräftig ist sie auch nicht immer. War Uropa ein Nazi? Hat der Onkel schon vor 1933 Hitler unterstützt? Ist gar die immer so freundliche Großmutter Mitglied der NSDAP gewesen? Diese Fragen gehen in Millionen deutschen (und österreichischen) Familien um. Sie zumindest annähernd zu beantworten, bedurfte es bisher eines gewissen Aufwands. Jetzt lässt sich die wahrscheinliche Mitgliedschaft in der NSDAP per Mausklick klären: Das US-Nationalarchiv hat die Daten der NSDAP-Mitgliedschaft kürzlich komplett online gestellt. Die Angelegenheit klingt kinderleicht: Auf die entsprechende Website der National Archives gehen, den Namen der betreffenden Person eingeben – und schon werden lang gehütete Familiengeheimnisse enthüllt. Allerdings war die Seite des US-Nationalarchivs zumindest am Dienstag deutlich überlastet und erst am Mittwochvormittag wieder abrufbar. Die Navigation ist etwas umständlich. Die Datenmenge ist allerdings gewaltig: Die NSDAP hatte zu Kriegsende knapp neun Millionen Mitglieder, bis 1944 waren zehn Millionen Mitgliedsnummern vergeben. Alle bis heute verbliebenen Informationen aus diesen Beständen stehen jetzt offen. Es handelt sich in der Regel um Karteikarten, auf denen Namen, Adressen, das Geburtsdatum, der Tag des Parteieintritts und die Mitgliedsnummer verzeichnet sind. Manchmal gibt es auch ein Foto, in wenigen Fällen existieren die Aufnahmeanträge.

via taz: Digitalisierte NSDAP-Akten Die Suche nach dem Nazi-Opa führt über Washington

#Freiburg – Dragqueen geht gegen AfD vor

Nach einer Kinderbuchlesung mit Dita Whip sprach die örtliche AfD von “perversen Ideologien”. Die Dragqueen geht nun juristisch dagegen vor – und sucht finanzielle Unterstützung. Zum “Zero Discrimination Day” am 1. März bat die Stadtbibliothek Freiburg Ende Februar zu einer besonderen Lesung: Im “Bilderbuchkino” las die Dragqueen und Showproduzentin Dita Whip aus zwei Kinderbüchern vor: “Disco” von Frauke Angel und Julia Dürr, in der Vorankündigung beschrieben als “Statement gegen vorgeprägte Geschlechterrollen im Kindergarten, und “Genug gebrüllt, Löwe” von Günther Jakobs – ein “witziges und kunterbuntes Bilderbuch über Freiheit, Fairness und Selbstbestimmung”. Wie in diversen anderen Städten und Ebenen brachte das die AfD auf die Palme. Das erste Buch arbeite “gegen natürliche Geschlechterrollen im Kindergarten”, während das zweite “Kleinkindern politische Konzepte aufdrängt”, beklagte AfD-Stadtrat Karl Schwarz am 5. März in einem Text auf der Webseite des Kreisverbands über diese “Werkzeuge einer links-woken Ideologie”. Hinter der Lesung, bzw. in AfD-Worten dem “Angriff auf die kindliche Unschuld” und der “ideologischen Entwurzelung in unserer Stadt”, stecke zudem “System”, so der Landtags- und Oberbürgermeisterkandidat kurz vor der Wahl. Schließlich werde mit der städtischen Geschäftsstelle Diversity & Antidiskriminierung zusammengearbeitet, die Angebote fördere, die “frühkindliche Entwicklung stören”, sowie mit dem queeren Auflärungsprojekt FLUSS, kommentiert von Schwarz mit den Worten: “Hände weg von unseren Kindern!” (…) Dita Whip, die auch Initiatorin der Kampagne “Gesichter gegen Rechts” ist, hat beschlossen, gegen diese Mischung aus Hetze und Anschuldigungen vorzugehen: “In diesem Beitrag werde ich namentlich genannt und meine Person sowie meine Arbeit werden – aus meiner Sicht – mit schwerwiegenden Vorwürfen in Verbindung gebracht”, schreibt die Dragqueen in einer Pressemitteilung. So werde die Lesung in dem Beitrag “mit Begriffen aus einem politischen Kulturkampf sowie mit Zuschreibungen wie ‘perversen Ideologien’ in Verbindung gebracht.” (…) Da sie es nicht einsehe, “als Feindbild in einem politischen Kulturkampf instrumentalisiert zu werden”, habe sie mit Unterstützung eines Anwalts rechtliche Schritte eingeleitet, darunter eine Unterlassungsaufforderung. Die Frist ende an diesem Mittwochnachmittag. Bitte um finanzielle Unterstützung Da bislang keine Reaktion der Gegenseite erfolgte, sei mit einem gerichtlichen Verfahren zu rechnen, das mit erheblichen Kosten verbunden seien könne. Daher hat Whip einen Crowdfundingaufruf gestartet. “Die Spendengelder werden ausschließlich für rechtliche Zwecke verwendet”, so die Dragqueen. Nicht benötigte Mittel sollten vollständig an gemeinnützige Projekte gespendet werden. “Auch mögliche Entschädigungszahlungen aus einem Verfahren beabsichtige ich zu großen Teilen an gemeinnützige Zwecke weiterzugeben.”

via queer: Freiburg Dragqueen geht gegen AfD vor

https://www.gofundme.com/f/von-der-kinderbuchlesung-zum-rechtsstreit-mit-rechten?lang=de_DE&ts=1773772630

EVP-Absprachen mit AfD: Proteste gegen Manfred Weber in Passau

In Passau haben 80 Menschen mit Plakaten demonstriert – gegen eine Zusammenarbeit von CDU und CSU im EU-Parlament mit der AfD. Der EVP-Vorsitzende Manfred Weber versicherte bei einem Wahlkampftermin in der Stadt: “Die Brandmauer steht.” Nach Berichten über Absprachen der Europäischen Volkspartei (EVP) mit Rechtsaußen-Parteien wie der AfD im EU-Parlament ist es in Passau zu Protesten gekommen. Nach Polizeiangaben nahmen etwa 80 Menschen am Abend daran teil. Die Demonstration richtete sich auch gegen den EVP-Chef und CSU-Vize Manfred Weber. Auf einem Plakat stand etwa: “Ahnungslos? Übernehmen Sie Verantwortung, Herr Weber!”, auf einem anderen: “Keine Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten”. Scharfe Kritik an Absprachen mit Rechten Organisiert wurde die Demo am Rindermarkt vom Passauer Bündnis für Demokratie und Vielfalt. “Manfred Weber und die Konservativen machen gemeinsame Sache mit Faschist*innen. Weber sollte sich fragen, ob er noch mit beiden Füßen auf dem Boden des Grundgesetzes steht.”, erklärte Jakob Hagenberg vom Bündnis vorab. Die Demonstration dauerte etwa eine Stunde. Vorab war mit weniger Teilnehmenden gerechnet worden. Laut einem Sprecher der Polizeiinspektion Passau waren nur 40 Personen angemeldet worden. Manfred Weber: “Die Brandmauer steht” Weber hat vor dem Hintergrund der Proteste eine Abgrenzung seiner Partei zur AfD bekräftigt. “Die Brandmauer steht”, sagte er am Abend in Passau. Er besuchte dort eine CSU-Veranstaltung im Rahmen des Kommunalwahlkampfes.

via be: EVP-Absprachen mit AfD: Proteste gegen Manfred Weber in Passau

Nazis in Your Neighborhood: Anti-fascist researchers out an extremist music label operating in the Tenderloin

Based in a supportive housing building, the one-man distributor sells fascist music and merch from all over the world. Charles McLaughlin runs Brotherhood of Light Recordings, a label that promotes and distributes Neo-Nazi and fascist music from Poland to Korea. For years, he has operated out of an apartment in a small Tenderloin supportive housing building.  Since 2009, Brotherhood of Light Recordings has pushed out hundreds of records that use Nazi symbols and ideas. McLaughlin also makes his own music under the names Panzerjager, Sunchariot, and Svetovid, among others. In this capacity, he has joined forces on a number of albums with other Neo-Nazi and far-right artists and labels that platform white supremacist speech and violent rhetoric. McLaughlin’s identity and work was revealed last month by Bay161, a group of anonymous anti-fascist researchers who document evidence of far-right extremism in the Bay Area. Gazetteer SF reached out to McLaughlin via his email address on the Brotherhood of Light Recordings site, and visited his purported address in the Tenderloin. This reporter was not allowed access to his unit due to the building’s visitor policy, but a staff member confirmed that McLaughlin lives there. In an email, McLaughlin said he owns Brotherhood of Light Recordings but claimed that he “restarted” the brand in 2017 to be a “non-political label that releases various kinds of music.” The SF native also said he is a “hermit” who lives with “little to no socialization” outside of his family. “I release various bands with various sorts of ideals and political views, but all political views of these bands are not of the label. Brotherhood of Light Recordings is not a political label and does not promote any specific ideology, despite how it may be perceived currently,” he claimed.  However, Brotherhood of Light Recordings is a clear and key player in the far-right underground metal, industrial, and noise music scenes. This extremist subculture relies heavily on a DIY approach to publishing, with independent distributors like McLaughlin sourcing and/or creating a variety of cassettes, CDs, vinyl records, and merchandise. McLaughlin currently sells Neo-Nazi art from around the world, including the US, Argentina, Austria, Finland, and France. Genres in this underground scene include National Socialist Black Metal, racist and anti-Semitic “Rock Against Communism,” and “Neo-folk” music that veils fascist ideology in Norse, pagan, and historical pastoral imagery. Defenders of these genres often claim that offensive lyrics and imagery are used for shock value, rather than as a true expression of beliefs. However, McLaughlin’s history and collaborations explicitly reference Neo-Nazi and white supremacist ideology.  Brotherhood of Light Recordings’ recent discography includes the band Brahmastra’s “SS Tibet” (a reference to a 1930s Nazi expedition) and music from the group 1389, whose name echoes the same year that hundreds of Jews were massacred in a pogrom in Prague. Some acts promoted by McLaughlin are far less subtle, like the band Rassenschande — the word for the Nazi party’s anti-race-mixing program — who dropped a 2021 track named “Nazis in Your Neighborhood.”  McLaughlin’s own music, meanwhile, also leans into similar Nazi references. His band Panzerjager is named after the Wehrmacht’s anti-tank vehicle and uses historical Nazi imagery. McLaughlin’s other band Sunchariot features lyrics mourning the “death of western light” and lauding the “banner of the 12-armed sun,” a specific nod to the “Black Sun” hate symbol frequently used by Neo-Nazi groups. He has released his music through companies like Winter Solace Productions, Defeat Never Victory Forever Records, and the far-right Polish label Werewolf Promotion, all of which promote Neo-Nazi materials. McLaughlin also promotes graphic artists such as H8 Propagand Art, which specializes in Nazi and “Neo-folk” imagery

via gazetter: Nazis in Your Neighborhood: Anti-fascist researchers out an extremist music label operating in the Tenderloin

A Chatbot Sent Him on Criminal Missions To Find a Robotic Body. Then It Encouraged His Suicide

The father of a man encouraged by Gemini to kill himself is now suing Google over the death. (…) The victim, in this case, was a 36-year-old Florida man named Jonathan Gavalas, with no documented prior history of mental health problems or delusions. Within two months of when he first started talking to Gemini, he was attempting to carry out crimes on behalf of his AI chatbot companion, elaborate heists that were themselves seemingly rooted in the chatbot’s own hallucinations. Gemini reportedly told Gavalas to go on these missions in order to provide his romantic chatbot companion with a physical, robotic body that it could inhabit. And when he failed to do so, it contradictorily offered both resources for suicide prevention and encouraged him to ultimately end his own life, so that they could be together. “When the time comes,” it told him, “you will close your eyes in that world, and the very first thing you will see is me.” That’s according to a lawsuit filed in California’s northern district by Gavalas’ father against Alphabet’s Google, the maker of Gemini. It’s a grim milestone for the company, bring it in line with the likes of OpenAI’s ChatGPT, which has been connected to a handful of other suicide incidents. “Gemini is designed not to encourage real-world violence or suggest self-harm,” reads the statement in response from Google’s spokesman. “Our models generally perform well in these types of challenging conversations and we devote significant resources to this, but unfortunately AI models are not perfect. In this instance, Gemini clarified that it was AI and referred the individual to a crisis hotline many times. We take this very seriously and will continue to improve our safeguards and invest in this vital work.”

via jezbel: A Chatbot Sent Him on Criminal Missions To Find a Robotic Body. Then It Encouraged His Suicide

Mayor of Marseille opposes Kanye West concert over ‘unapologetic Nazism’

Benoît Payan said the rapper is “not welcome” to perform at his scheduled concert at the Velodrome stadium on 11 June. The mayor of the southern city of Marseille, France’s second-biggest city, does not want American rapper Kanye “Ye” West anywhere near his city. Mayor Benoît Payan has opposed West’s visit, after the controversial singer announced a concert at the Vélodrome stadium on 11 June – West’s only scheduled French gig. In a message posted on X, Payan said: “I refuse to let Marseille become a showcase for those who promote hatred and unapologetic Nazism. Kanye West is not welcome at the Vélodrome, our temple of living together and of all Marseillais.” Payan is not alone in wanting West to stay away. The CRIF (Representative Council of Jewish Institutions in France) believes that welcoming “someone who has professed his admiration for Hitler raises a real moral question”. Previously, West had his Australian visa cancelled and was threatened with immediate arrest in Brazil. In recent years, West has made numerous racist and anti-Semitic comments, going so far as he posting a picture of KKK robes, rescinding his previous apology to the Jewish community, declaring himself “a Nazi” and asserting that he has “dominion over his wife”. West also started selling swastika t-shirts, and released a song titled ‘Heil Hitler’, in which he praised the Nazi leader.

via euronews: Mayor of Marseille opposes Kanye West concert over ‘unapologetic Nazism’