“SCHEINDEBATTE” Ausgewanderte Fachkräfte zurückholen? – Soziologe kritisiert AfD-Pläne

Im Wahlprogramm der AfD hat die Partei ganz eigene Vorstellungen, dem Fachkräftemangel zu begegnen: Ausgewanderte Deutsche sollen zurückgeholt werden und die Lücken schließen. Statistiken zeigen, dass das eine große Aufgabe wäre – die laut einem Soziologen mit den Plänen der AfD nicht gelingen kann. Er spricht von einer “Scheindebatte”. Thomas Richter ist Architekt und Magdeburger Kind. Für seine Ausbildung und später seinen Beruf wanderte er in die Schweiz aus. Nach knapp 15 Jahren kehrte er 2023 in seine Heimat Magdeburg zurück – wegen der Familienplanung. Auf solche Rückkehrer und Rückkehrerinnen setzt die AfD in ihrem Wahlprogramm, um dem Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt zu begegnen. Also auf Menschen aus Sachsen-Anhalt oder Deutschland, die zurückkehren, sei es aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland – wie Thomas Richter. Die AfD will potenziellen Rückkehrwilligen die Entscheidung leichter machen. Beispielsweise soll es Geldprämien geben, aber auch Unterstützung bei der Wohnungs- und Kitaplatzsuche. (..) Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2025 rund 5.500 deutsche Staatsbürger das Land Sachsen-Anhalt Richtung Ausland verlassen. Neu in Sachsen-Anhalt sesshaft geworden sind dagegen nur rund 4.300 deutsche Staatsbürger. Es gibt also einen Negativsaldo von etwa 1.200 Personen. Das Problem: In Sachsen-Anhalt fehlen knapp 14.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Das geht aus Zahlen des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, kurz KOFA, hervor. Deutschlandweit ist die Situation ähnlich: 2025 sind rund 300.000 deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus Deutschland ins Ausland ausgewandert. Wieder zurückgekommen sind 200.000, damit hat die Bundesrepublik im letzten Jahr rund 100.000 Personen verloren. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Doch selbst wenn diese 100.000 Personen zurückkommen würden, könnten sie die Fachkräftelücke nicht füllen. Und die hat es in sich: In Deutschland fehlen mehr als eine halbe Million Fachkräfte, zeigen Zahlen des KOFA

via mdr: “SCHEINDEBATTE” Ausgewanderte Fachkräfte zurückholen? – Soziologe kritisiert AfD-Pläne

Sachsen-Anhalt Kampagne – “Taktisch Wählen 2026” will AfD-Mehrheit verhindern

Mit einem Online-Tool will die Kampagne “Taktisch Wählen 2026” vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt regionale Wahlempfehlungen geben, um kleinere Parteien über die Fünf-Prozent-Hürde zu bringen – und so eine absolute AfD-Mehrheit verhindern. Die Kampagne “Taktisch Wählen 2026” will mit regionalisierten Wahlempfehlungen eine absolute Mehrheit der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt verhindern. Die Initiatorinnen rufen dazu auf, Parteien wie SPD oder Grüne durch strategische Kreuze bei den Erst- und Zweitstimmen vor dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde zu bewahren. “Wir wollen demokratische Stimmen mobilisieren und so die rechtsextreme AfD stoppen!”, sagte Luise Band, Sprecherin der Kampagne, laut einer Mitteilung. Auf der Internetseite der Kampagne können Wählerinnen ihre Postleitzahl eingeben und sich anzeigen lassen, wie sie in ihrem Wahlkreis mit den beiden Stimmen am besten die Parteien unterstützen können, denen ein Ausscheiden aus dem Landtag droht. Das Tool greift den Angaben nach auf aktuelle Umfragedaten und vergangene Wahlergebnisse zurück.

via queer: Sachsen-Anhalt Kampagne “Taktisch Wählen 2026” will AfD-Mehrheit verhindern

PARTEI RESERVIERT PLÄTZE IN BROCKENBAHN DER HSB – AfD auf dem Weg zum Brocken: Demonstranten empfangen Siegmund mit Buhrufen

Die AfD wollte eine Fahrt auf den Brocken als Wahlkampfaktion nutzen – das stößt in Wernigerode auf Protest. Mehr als 60 Demonstranten stellten sich Ulrich Siegmund entgegen. Währenddessen verweist die HSB auf strikte Vorgaben. Lautstarke Buhrufe und Sprechchöre empfangen Ulrich Siegmund am Freitagmorgen, 24. Juli, am Wernigeröder Bahnhof. „Wir wollen keine AfD!“, skandieren Demonstranten, während Sympathisanten den Spitzenkandidaten der als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei mit Umarmungen und Handschlägen begrüßen.

via volksstimme: PARTEI RESERVIERT PLÄTZE IN BROCKENBAHN DER HSB  AfD auf dem Weg zum Brocken: Demonstranten empfangen Siegmund mit Buhrufen

OXFAM, ASB, SPRACHSCHULE – „Bedenken hinsichtlich persönlicher Sicherheit“ – Mieter protestieren gegen möglichen AfD-Einzug

Die Gemeinschaft des Berliner Mietshauses, darunter Oxfam, der ASB und eine Sprachschule, hat sich wegen Bedenken der Sicherheit und des Arbeitsklimas an die Eigentümerin gewandt. Der Bundesverband der Partei selbst dementiert, sich an der Adresse einmieten zu wollen. Berichte über die Nutzung von Büroräumen durch die AfD sorgen in einem Berliner Mietshaus für Unruhe. Der Bundesverband der Partei selbst dementierte, sich an der Adresse am Köllnischen Park 1 einmieten zu wollen. Ein AfD-Sprecher sagte am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd), er könne entsprechende Medienberichte nicht bestätigen. Insbesondere Hilfsorganisationen in dem Gebäude in Berlin-Mitte hatten sich zuvor besorgt gezeigt. Neben der Entwicklungsorganisation Oxfam Deutschland ist dort unter anderem der Berliner Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) ansässig. Auch Büros der Berliner Stadtwerke GmbH und eine Sprachschule befinden sich dort. Über Pläne eines AfD-Einzugs hatten zuvor unter anderem die „Bild“ und die Berliner „taz“ berichtet. Mitglieder der Hausgemeinschaft haben sich nun schriftlich an die Eigentümerin des Gebäudes gewandt und um ein Gespräch gebeten, teilte der ASB-Berlin am Donnerstag auf Anfrage mit. „Uns ist sehr an einer Hausgemeinschaft gelegen, die ein gemeinsames Werteverständnis von Menschenwürde, Demokratie und Vielfalt teilt“, hieß es. Dem ASB zufolge „bestehen Bedenken hinsichtlich der persönlichen Sicherheit im gemeinsam genutzten Gebäude, des Arbeitsklimas sowie möglicher Beeinträchtigungen unserer Arbeit vor Ort“. Die Hilfsorganisation erwarte, dass die Eigentümerin die geäußerten Sicherheitsbedenken ernst nehme und angemessen adressiere. Sorge um Mitarbeiter Auch Oxfam zeigte sich alarmiert: „Wir sind überrascht und besorgt von den Medienberichten, dass Teile der AfD in das Gebäude ziehen sollen, in dem Oxfams Büroräume untergebracht sind“, hieß es in einer Stellungnahme. Oxfam stehe für Menschenrechte und demokratische Werte. Die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei stehe den Werten und Zielen der Organisation entgegen. Oxfam sei daher in Sorge um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, „unseren Kiez und unsere freie, demokratische und weltoffene Gesellschaft“.

via welt: OXFAM, ASB, SPRACHSCHULE „Bedenken hinsichtlich persönlicher Sicherheit“ – Mieter protestieren gegen möglichen AfD-Einzug

„Das Völkische ist durch unsere Verfassung nicht abgedeckt“ – Özdemir attackiert AfD

Cem Özdemir zieht im Stuttgarter Landtag eine rote Linie und warnt die AfD-Abgeordneten vor völkischem Gedankengut. Die AfD wirft Özdemir vor, seine politische Neutralität als Ministerpräsident nicht einzuhalten. Artikel anhören -2:05 1.0x Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat die AfD im Landtag von Baden-Württemberg dazu aufgerufen, sich von völkischem Gedankengut abzugrenzen. „Sie müssen sich entscheiden, wer Sie sein wollen“, sagte Özdemir bei einer Debatte im Landtag. Die Partei müsse klären, ob sie eine demokratische Partei am rechten Rand des demokratischen Spektrums oder eine völkische Vereinigung sein wolle, die sich gegen die Gesellschaft und die Verfassung stelle. Der Weg des Völkischen habe schon einmal in den Abgrund geführt, so Özdemir. „Das Völkische ist durch unsere Verfassung, durch dieses Land, nicht abgedeckt.“ AfD-Bundeschef Tino Chrupalla unterscheide zwischen Deutschen und Passdeutschen, so Özdemir. Andere AfD-Vertreter hätten die deutsche Nationalmannschaft eine Fremdenlegion genannt, ein Abgeordneter in Sachsen-Anhalt davon geträumt, „kulturfremde Zuwanderer sofort millionenfach abzuschieben“. LESEN SIE AUCH BORIS PALMER „Niemand ist vor ihm sicher“ – Wie der „freie Radikale“ Özdemirs Regierung unter Druck setzen soll „Solche Töne bestimmen die Identität Ihrer Partei, und das wissen Sie. Und wenn das Ihr Ernst ist, dann ist klar, dass Sie außerhalb unserer deutschen Demokratie stehen“, so der Ministerpräsident. Dann sei es geradezu seine Pflicht als Demokrat, das klar und unmissverständlich zu benennen. AfD wirft Özdemir mangelnde Neutralität vor Die AfD hatte zuvor Özdemir in der Debatte scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, seine politische Neutralität als Ministerpräsident nicht einzuhalten.

via welt: „Das Völkische ist durch unsere Verfassung nicht abgedeckt“ – Özdemir attackiert AfD

Eklat um AfD-Kranz: Präses Latzel solidarisch mit Bonhoeffer-Großneffen – #AntifaIstHandarbeit

Bei einer Gedenkveranstaltung für NS-Widerstandskämpfer kam es zu einem Streit um einen AfD-Kranz. So reagiert der evangelische Präses Latzel. Nach dem Eklat um einen AfD-Kranz am Jahrestag des gescheiterten Stauffenberg-Attentats vom 20. Juli in Berlin zeigt sich der evangelische rheinische Präses Thorsten Latzel solidarisch mit dem Großneffen des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, Tobias Korenke. Dieser habe versucht, einen Kranz der AfD bei der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag zu entfernen, schrieb Latzel am Dienstag, 21. Juli, auf Instagram. „Ganz ehrlich: Ich kann ihn so gut verstehen“, erklärte der oberste Repräsentant der zweitgrößten Landeskirche. Präses Latzel: „Einfach nur perfide“ Es müsse fürchterlich sein, wenn eine Partei, die insgesamt als rechtsextremer Verdachtsfall und in Teilen sogar als gesichert rechtsextrem durch den Verfassungsschutz eingeordnet werde, das Andenken an Familienmitglieder politisch instrumentalisiere, schrieb Latzel. Es sei „einfach nur perfide“, sich als AfD an der Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung zu beteiligen, wenn man im Gedankengut so nah an der völkischen Ideologie sei, gegen die die Widerstandskämpfer eintraten. Seine Gedanken seien bei den Familien der bei dem Gedenktag Bedachten, „insbesondere bei der Familie Dietrich Bonhoeffers und Tobias Korenke, der öffentlich einsteht für seine Überzeugungen“, erklärte Latzel weiter.

via kirche und leben: Eklat um AfD-Kranz: Präses Latzel solidarisch mit Bonhoeffer-Großneffen

siehe auch: STREIT UM AFD-KRANZ-NIEDERLEGUNG Präses Latzel hat Verständnis für Bonhoeffer-Großneffen Bei einer Gedenkveranstaltung für NS-Widerstandskämpfer kam es zu einem Streit um einen AfD-Kranz. Der rheinische Präses Latzel zeigte sich solidarisch mit dem Großneffen von Dietrich Bonhoeffer, Tobias Korenke, der in das Handgemenge verwickelt war. Korenke habe versucht, einen Kranz der AfD bei der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag zu entfernen, schrieb Latzel am Dienstag auf Instagram. “Ganz ehrlich: Ich kann ihn so gut verstehen”, erklärte der oberste Repräsentant der zweitgrößten Landeskirche. Es müsse fürchterlich sein, wenn eine Partei, die insgesamt als rechtsextremer Verdachtsfall und in Teilen sogar als gesichert rechtsextrem durch den Verfassungsschutz eingeordnet werde, das Andenken an Familienmitglieder politisch instrumentalisiere, schrieb Latzel. Es sei “einfach nur perfide”, sich als AfD an der Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung zu beteiligen, wenn man im Gedankengut so nah an der völkischen Ideologie sei, gegen die die Widerstandskämpfer eintraten. (…) Die jährlichen AfD-Kranzniederlegungen im Bendlerblock “verletzen viele Angehörige der Frauen und Männer des Widerstands zutiefst”, hatte die Stiftung weiter erklärt. Vieles von dem, wofür die AfD stehe, stehe im Widerspruch zu den Überzeugungen, für die die Widerständlerinnen und Widerständler gegen das NS-Regime eingetreten seien.

Erfolg: Die Wahrheit über Müller

Alles AfD, oder was? Nach unserer bundesweiten Kampagne dürfte nicht nur uns klar sein: Theo Müller unterstützt die AfD. Diesen Erfolg feiern wir mit einem Rückblick und Bildergalerien. Von öffentlichen Freundschaftserklärungen für Alice Weidel (AfD) bis hin zum Vorschlag einer Koalition mit der AfD in Sachsen. Fakt ist: Müllermilch-Konzerngründer Theo Müller unterstützt die rechtsextreme AfD. Mit seinen Sympathiebekundungen normalisiert er die Partei immer wieder. Dadurch verharmlost ihre menschenverachtenden Positionen. Als im Sommer 2025 wieder ein Foto von Theo Müller an der Seite von Alice Weidel öffentlich wurde, starteten wir eine Aufklärungskampagne: Alle sollten die Wahrheit über Müller erfahren. Zusammen mit Aktiven demonstrierten wir vor Supermärkten in Lüneburg, Augsburg und Dresden. Über 100.000 Menschen bestellten unsere Stickerpakete und beklebten Müllermilch-Produkte im Supermarkt mit unseren Slogans: “Alles AfD, oder was?” und “Jetzt mit AfD-Geschmack”. Die Resonanz auf unsere Kampagne war so groß, dass wir noch einmal nachlegten. Deutschlandweit hängten wir 28.000 Plakate in 14 Städten auf. In 8 Städten erstrahlte unsere Botschaft riesengroß an Häuserfassaden. Dazu berichteten Zeitungen im ganzen Land über unsere Kampagne. Theo Müller sah sich gezwungen zu reagieren und zog gegen Campact vor Gericht. Allerdings scheiterte der Milliardär mit seiner Klage und musste schließlich zurückrudern. Mit dem gewonnenen Prozess sendeten wir ein politisches Zeichen, das weit über Müller hinaus weist: Wer Rechtsextreme unterstützt, muss mit unserem Protest rechnen.

via campact: Erfolg: Die Wahrheit über Müller