Die National Archives der USA haben die Mitgliedsdatei der NSDAP online gestellt. Die Nutzung stößt an Grenzen und beweiskräftig ist sie auch nicht immer. War Uropa ein Nazi? Hat der Onkel schon vor 1933 Hitler unterstützt? Ist gar die immer so freundliche Großmutter Mitglied der NSDAP gewesen? Diese Fragen gehen in Millionen deutschen (und österreichischen) Familien um. Sie zumindest annähernd zu beantworten, bedurfte es bisher eines gewissen Aufwands. Jetzt lässt sich die wahrscheinliche Mitgliedschaft in der NSDAP per Mausklick klären: Das US-Nationalarchiv hat die Daten der NSDAP-Mitgliedschaft kürzlich komplett online gestellt. Die Angelegenheit klingt kinderleicht: Auf die entsprechende Website der National Archives gehen, den Namen der betreffenden Person eingeben – und schon werden lang gehütete Familiengeheimnisse enthüllt. Allerdings war die Seite des US-Nationalarchivs zumindest am Dienstag deutlich überlastet und erst am Mittwochvormittag wieder abrufbar. Die Navigation ist etwas umständlich. Die Datenmenge ist allerdings gewaltig: Die NSDAP hatte zu Kriegsende knapp neun Millionen Mitglieder, bis 1944 waren zehn Millionen Mitgliedsnummern vergeben. Alle bis heute verbliebenen Informationen aus diesen Beständen stehen jetzt offen. Es handelt sich in der Regel um Karteikarten, auf denen Namen, Adressen, das Geburtsdatum, der Tag des Parteieintritts und die Mitgliedsnummer verzeichnet sind. Manchmal gibt es auch ein Foto, in wenigen Fällen existieren die Aufnahmeanträge.

via taz: Digitalisierte NSDAP-Akten Die Suche nach dem Nazi-Opa führt über Washington

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