Nach einer Kinderbuchlesung mit Dita Whip sprach die örtliche AfD von “perversen Ideologien”. Die Dragqueen geht nun juristisch dagegen vor – und sucht finanzielle Unterstützung. Zum “Zero Discrimination Day” am 1. März bat die Stadtbibliothek Freiburg Ende Februar zu einer besonderen Lesung: Im “Bilderbuchkino” las die Dragqueen und Showproduzentin Dita Whip aus zwei Kinderbüchern vor: “Disco” von Frauke Angel und Julia Dürr, in der Vorankündigung beschrieben als “Statement gegen vorgeprägte Geschlechterrollen im Kindergarten, und “Genug gebrüllt, Löwe” von Günther Jakobs – ein “witziges und kunterbuntes Bilderbuch über Freiheit, Fairness und Selbstbestimmung”. Wie in diversen anderen Städten und Ebenen brachte das die AfD auf die Palme. Das erste Buch arbeite “gegen natürliche Geschlechterrollen im Kindergarten”, während das zweite “Kleinkindern politische Konzepte aufdrängt”, beklagte AfD-Stadtrat Karl Schwarz am 5. März in einem Text auf der Webseite des Kreisverbands über diese “Werkzeuge einer links-woken Ideologie”. Hinter der Lesung, bzw. in AfD-Worten dem “Angriff auf die kindliche Unschuld” und der “ideologischen Entwurzelung in unserer Stadt”, stecke zudem “System”, so der Landtags- und Oberbürgermeisterkandidat kurz vor der Wahl. Schließlich werde mit der städtischen Geschäftsstelle Diversity & Antidiskriminierung zusammengearbeitet, die Angebote fördere, die “frühkindliche Entwicklung stören”, sowie mit dem queeren Auflärungsprojekt FLUSS, kommentiert von Schwarz mit den Worten: “Hände weg von unseren Kindern!” (…) Dita Whip, die auch Initiatorin der Kampagne “Gesichter gegen Rechts” ist, hat beschlossen, gegen diese Mischung aus Hetze und Anschuldigungen vorzugehen: “In diesem Beitrag werde ich namentlich genannt und meine Person sowie meine Arbeit werden – aus meiner Sicht – mit schwerwiegenden Vorwürfen in Verbindung gebracht”, schreibt die Dragqueen in einer Pressemitteilung. So werde die Lesung in dem Beitrag “mit Begriffen aus einem politischen Kulturkampf sowie mit Zuschreibungen wie ‘perversen Ideologien’ in Verbindung gebracht.” (…) Da sie es nicht einsehe, “als Feindbild in einem politischen Kulturkampf instrumentalisiert zu werden”, habe sie mit Unterstützung eines Anwalts rechtliche Schritte eingeleitet, darunter eine Unterlassungsaufforderung. Die Frist ende an diesem Mittwochnachmittag. Bitte um finanzielle Unterstützung Da bislang keine Reaktion der Gegenseite erfolgte, sei mit einem gerichtlichen Verfahren zu rechnen, das mit erheblichen Kosten verbunden seien könne. Daher hat Whip einen Crowdfundingaufruf gestartet. “Die Spendengelder werden ausschließlich für rechtliche Zwecke verwendet”, so die Dragqueen. Nicht benötigte Mittel sollten vollständig an gemeinnützige Projekte gespendet werden. “Auch mögliche Entschädigungszahlungen aus einem Verfahren beabsichtige ich zu großen Teilen an gemeinnützige Zwecke weiterzugeben.”
via queer: Freiburg Dragqueen geht gegen AfD vor
