Die Szene wurde für zerschlagen erklärt. Doch zu den Erkenntnissen über ihre rechtsextremen Verbindungen gibt es keine Antworten auf eine parlamentarische Anfrage. Sie geben vor, Kinder schützen zu wollen. Tatsächlich locken die sogenannten „Pedo-Hunter“ Männer mit falschen Onlineprofilen in Fallen, misshandeln sie und filmen die Übergriffe. Die Aufnahmen verbreiten sie im Netz. In mehreren dokumentierten Fällen gerieten homosexuelle Männer ins Visier – unter dem Vorwand, vermeintliche Pädophile zur Rechenschaft zu ziehen. Aus selbsternannter Selbstjustiz wird brutale Gewalt, aus der Demütigung der Opfer ein digitales Spektakel. Wie tödlich diese Dynamik enden kann, zeigte sich im Salzburger Ort Lend. Im Oktober 2024 lockten Täter zwei Männer unter dem Vorwand eines Treffens mit einem angeblich 14-jährigen Mädchen an den Tatort. Dort wurden die beiden von maskierten Angreifern schwer misshandelt. Im Mai 2026 verurteilte ein Gericht mehrere Beteiligte zu langjährigen Haftstrafen. Bei vier der fünf Angeklagten sahen die Geschworenen auch den Tatbestand des versuchten Mordes als erfüllt an. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Ministerium: “Szene zerschlagen” Inzwischen sind wichtige Kanäle der Szene aus dem Netz verschwunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Graz wird gegen rund 150 Beschuldigte ermittelt. Das Innenministerium geht davon aus, dass sie Szene zerschlagen wurde. Seit dem polizeilichen Vorgehen im Frühjahr 2025 seien keine neuen Netzwerke festgestellt worden, erklärte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) vergangene Woche in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage. Anlass für die Anfrage des SPÖ-Abgeordneten Mario Lindner war ein Mord, der sich im August 2026 in Langenzersdorf bei Wien ereignete. Das 29-jährige Opfer war homosexuell. Der 18-jährige Tatverdächtige soll der sogenannten „Pedo-Hunter“-Szene angehört haben. Lindner wollte von Karner auch wissen, welche Erkenntnisse den Behörden über Verbindungen zwischen der Szene und rechtsextremen Gruppen oder Einzelpersonen vorliegen. Der Innenminister verweigerte die Auskunft. Seine Begründung: ein „überwiegendes Geheimhaltungsinteresse zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit“. Verbindungen finde sich im VS-Bericht Eine bemerkenswerte Begründung. Denn Verbindungen zwischen den sogenannten „Pedo-Huntern“ und rechtsextremen Milieus sind keineswegs unbekannt. Der Verfassungsschutz hat entsprechende Zusammenhänge dokumentiert. Im Verfassungsschutzbericht 2025 behandelt die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) die Übergriffe der Szene auch im Zusammenhang mit neonazistischen Gruppen. Beteiligte werden der „Division Wien“ und der „Tanzbrigade“ zugeordnet. Bei Hausdurchsuchungen stellten Ermittler NS-Devotionalien und Waffen sicher. Auch Recherchen des STANDARD und anderer Medien haben personelle Überschneidungen zwischen der „Pedo-Hunter“-Szene und rechtsextremen Milieus aufgezeigt. Aussagen ehemaliger Szeneangehöriger weisen ebenfalls auf entsprechende ideologische Verbindungen hin. “Gewaltbejahendes Männlichkeitsbild” Der Rechtsextremismusforscher Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) warnt davor, die Szene isoliert zu betrachten. Wer ihre Dynamik verstehen wolle, müsse auch ihre gesellschaftlichen und ideologischen Voraussetzungen untersuchen. Dazu zähle ein gewaltbejahendes Männlichkeitsbild, in dem körperliche Dominanz, Härte und Konfrontationsbereitschaft als Ausdruck von Stärke gelten. Homophobie und Transfeindlichkeit seien mit solchen Vorstellungen eng verbunden.
Sammelte russlandnaher AfD-Politiker Informationen für Assad-Regime?
Markus Frohnmaier traf sich 2018 mit dem syrischen UN-Botschafter und stellte Informationen in Aussicht. Auch sein Umgang mit sicherheitskritischen Mails wirft Fragen auf. Mitte Juli 2018 nutzte der AfD-Politiker Markus Frohnmaier eine Reise zum UN-Nachhaltigkeitsforum Read more
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