Zehntausende Menschen haben an Kundgebungen, Blockaden und Demonstrationen gegen den AfD-Parteitag teilgenommen. Der Tag verlief laut Polizei ohne größere Zwischenfälle. Die Aktionen und Proteste gegen den Bundesparteitag der AfD in Erfurt sind nach Angaben der Polizei überwiegend friedlich verlaufen. An den verschiedenen Versammlungen und Protestaktionen hätten sich im Tagesverlauf insgesamt knapp 31.000 Menschen beteiligt, teilte die Polizei am Abend in einer Zwischenbilanz mit. Die Bündnisse Zusammenstehen und Widersetzen sprachen hingegen von 50.000 Demonstranten. Vereinzelt sei es zu kleineren Auseinandersetzungen gekommen, die aber durch Einsatzkräfte schnell beendet worden seien, teilte die Polizei weiter mit. Insgesamt wurden laut der Polizei 48 Straftaten sowie elf Ordnungswidrigkeiten registriert. In einem Fall habe es einen Verdacht des schweren Landfriedensbruchs gegeben. Das Durchbrechen einer polizeilichen Absperrung und Angriffe auf Einsatzkräfte konnten nach Angaben der Thüringer Polizei verhindert werden. Da bei »vereinzelten Vorkommnissen« Aktivisten und Medienvertreter leicht verletzt wurden, wurden Ermittlungen eingeleitet. (…) Der Parteitag der AfD begann trotz der Blockaden pünktlich. Viele AfD-Delegierte fuhren schon in den frühen Morgenstunden mit Reisebussen zum Parteitagsgelände, um die Blockaden zu umgehen. Nach Angaben von Delegierten versammelten sie sich bereits vor vier Uhr an Treffpunkten weit außerhalb der Stadt. AfD-Chef Tino Chrupalla eröffnet den Parteitag mit Spott: »Der frühe Vogel fängt den Wurm, die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.« Das Bündnis selbst war trotz des pünktlichen Beginns des AfD-Parteitags zufrieden: »Das waren die größten Blockaden, die wir je auf die Beine gestellt haben. Die antifaschistische Bewegung geht gestärkt aus diesem Tag«, sagte Noa Sander von Widersetzen.

via zeit: Demonstrationen in Erfurt: Proteste gegen AfD-Parteitag verliefen überwiegend friedlich

siehe auch: Polizei ermittelt wegen Angriffen auf Medienschaffende Mehr als 30.000 Menschen haben in Erfurt gegen den Parteitag der AfD demonstriert, weitgehend friedlich. Doch es gab eine Attacke auf Reporter eines rechtspopulistischen Portals. Ermittlungen laufen, Politiker verurteilen den Angriff. Meist friedlicher Protest, aber auch Sitzblockaden und Verletzte: Bei den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag ist es am Samstag auch zu Übergriffen auf Medienschaffende gekommen. Wie Polizeipräsident Thomas Quittenbaum sagte, seien drei Vertreter des rechtspopulistischen Portals »Apollo News« körperlich angegriffen worden, die Polizei habe ihnen Hilfe geleistet. Wie SPIEGEL-Reporter beobachteten, flogen Flaschen und Farbbeutel. Der Apollo-News-Chefredakteur schreibt auf der Plattform X, einem seiner Mitarbeiter sei gegen den Hinterkopf getreten worden. Die Polizei führt zu den Angriffen auf Medienschaffende und Livestreamer Ermittlungen. Einem Vertreter der »Jungen Freiheit« sei zudem sein Handy geraubt worden. Einige Tatverdächtige des Raubs wurden nach Angaben der Polizei bereits identifiziert. (…) »Man kann zufrieden sein. Es ist bunt und laut«, hatte Thüringens Innenminister Georg Maier bei einer ersten Zwischenbilanz gesagt. Mit dem friedlichen Ablauf der Proteste habe Erfurt »ein Zeichen für eine lebendige Demokratie gesetzt« und sich weltoffen gezeigt, sagte Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU). Nach Angaben der Initiatoren beteiligten sich rund 50.000 Menschen an Kundgebungen und weiteren Protestaktionen gegen die AfD. Das Bündnis »Widersetzen« organisierte Blockaden, vor allem auf den Zufahrtswegen zum Tagungsort. Die Polizei schätzte die Zahl der Gegendemonstranten auf bis zu 31.000 und sprach von rund 12.000 Blockierern.


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