Italienische Behörden schlagen gegen Neonazi-Netzwerk zu: Festnahme in Brescia und landesweite Razzien gegen rechtsextreme Gruppen. Nach fast zwei Jahren intensiver Ermittlungen haben die italienischen Behörden 29 Personen fest im Visier, die über Telegram und soziale Netzwerke rechtsextreme und neonazistische Propaganda verbreitet haben sollen. Im Fokus der Operation steht auch ein 21-Jähriger aus Brescia, der nun festgenommen wurde. Unter den Beschuldigten ist außerdem ein 24-Jähriger aus Arco im Trentino. Die Verdächtigen teilten in diversen Chatgruppen unter anderem Inhalte, die rassistische Überlegenheitsideologien propagieren, die Shoah leugnen oder verharmlosen und offen zu Hass und Gewalt gegen Minderheiten aufrufen.
via rainews: Razzia gegen Neonazi-Netzwerk – Auch junger Mann aus Trentino unter Verdacht
siehe auch: Rechtsextreme Online-Community im Visier: Durchsuchungen auch in Arco Eine groß angelegte Ermittlung der Staatsanwaltschaft von Brescia mit der Spezialeinheit der Carabinieri ROS führte heute zur Festnahme eines 21-Jährigen und zu Durchsuchungen in ganz Italien – auch in Arco unweit vom Gardasee. Dem Hauptverdächtigen wird unter anderem Anstiftung zum Begehen von Straftaten zur Last gelegt. Bei der Online-Community mit Mitgliedern in ganz Italien soll es sich um eine rechtsextreme Gruppe handeln. Neonazistisch, antisemitisch, fremdenfeindlich: Inhalte dieser Art sollen über mehrere Kanälen im Netz von einer relativ großen Community in ganz Italien verbreitet worden sein – und zwar bereits seit 2023. 21-Jähriger verhaftet – 26 Wohnungen in ganz Italien durchsucht Zwei Jahre lang hat die Spezialeinheit der Carabinieri ROS in Brescia unter der Leitung der dortigen Staatsanwaltschaft gegen mehrere Personen ermittelt. Zum Abschluss dieser Ermittlungsphase wurde heute ein 21-Jähriger aus Brescia verhaftet – parallel dazu durchsuchten die Carabinieri 26 Wohnungen in ganz Italien. (…) Und es dürfte sich um junge Personen handeln: Laut einer Aussendung der Carabinieri von Brescia sind die insgesamt 29 Personen, die neben dem Hauptverdächtigen ins Visier geraten sind, zwischen 18 und 25 Jahre alt. Fünf von ihnen waren zu Beginn der Ermittlungen noch minderjährig, heißt es in der Aussendung. Besonders über Telegram-Gruppen sollen die Verdächtigen Diskriminierung oder Gewalt aufgrund von Ethnie, Nationalität oder Religion unterstützt haben. In der Aussendung ist darüber hinaus die Rede von Wiederbetätigung in Bezug auf faschistische Ideen. In den Gruppen sollen auch Aufrufe zu Brandanschlägen auf Migranten und körperliche Angriffe auf Menschen mit dunkler Hautfarbe veröffentlicht worden sein.