Ein Weststeirer ist am Mittwoch in Graz zu acht Monaten Haft verurteilt worden, weil er mehrfach Bilder mit nationalsozialistischem Inhalt in verschiedenen Whatsapp-Gruppen verbreitet haben soll. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Auf dem Handy des 27 Jahre alten Angeklagten hatten die Ermittler zahlreiche Bilder gefunden, die den Nationalsozialismus verharmlosten oder verherrlichten – zur Anklage gelangten nur jene, die er auch weiterverbreitet hatte. „Gerade mit den sozialen Medien wird mehr Nazi-Gedankengut verbreitet denn je“, prangerte der Staatsanwalt zum Prozessauftakt an. Der Angeklagte selbst bekannte sich nicht schuldig. „Das ist schwarzer Humor“ Gegenstand der Verhandlung war unter anderem ein Foto, auf dem Hitler beim Hitlergruß gezeigt wird. Der Text dazu lautete in Bezug auf das Coronavirus: „Anstatt Händeschütteln wird wieder normal gegrüßt“. Ein anderes Bild zeigte eine Lokomotive mit der Unterschrift: „Next Stop Auschwitz“. Darüber habe er „nicht nachgedacht, einfach im ersten Moment gelacht“. „Was soll an einer Lokomotive an sich lustig sein?“, wollte einer der Richter wissen. „Das ist schwarzer Humor, Satire“, meinte der 27-Jährige. „Sie sind ja ganz ein Lustiger“, kommentierte der Richter.
Ostergruß mit Nazi-Symbolen. Unter den Fotos war auch ein mit Nazi-Symbolen verziertes Osterei, darunter stand: „Frohe Ostern, Kameraden“. Das sei einfach ein Ostergruß gewesen, weil er auch Osterwünsche bekommen habe. „Warum schreiben sie ‚Kameraden‘? Man könnte ja auch schreiben ‚Frohe Ostern, ihr Vollpfosten‘ oder so“, schlug eine Richterin vor. Wie er überhaupt auf „Kameraden“ komme, wollte die Richterin wissen. „Vom Bundesheer“ antwortete der Angeklagte. „Wann waren Sie denn dort?“, fragte ein anderer Richter. „Ich war untauglich“, musste der Weststeirer zugeben.

via orf: Nazi-Bilder verschickt: Acht Monate Haft