In Sachsen-Anhalt führt die AfD in den Umfragen. Für die Wirtschaft könnte das schwerwiegende Folgen haben. Jan Woitas/dpa Wissenschaftler haben versucht, die ökonomischen Auswirkungen einer möglichen AfD Regierung in Sachsen-Anhalt zu quantifizieren. Die Berechnungen zeigen: In vielen Branchen dürfte es schwer werden, Arbeitskräfte zu finden.(…) Wie würde eine AfD-geführte Regierung Sachsen-Anhalt verändern? Was würde sie für Minderheiten bedeuten, für Schulen, für Kultureinrichtungen, für den öffentlich-rechtlichen MDR, für Bürgerinnen und Bürger, die keinen deutschen Pass haben, und für die Unternehmen im Land? Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle, kurz IWH, haben versucht, die ökonomischen Auswirkungen einer AfD-Regierung zu quantifizieren.
Ihr Ergebnis: Bis zu 3,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung würden Sachsen-Anhalt in den kommenden fünf Jahren entgehen, wenn die AfD ihre Politik wie angekündigt umsetzte. Und bis zu 14 000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden dem Land bis 2031 zusätzlich fehlen. Zusätzlich deshalb, weil Sachsen-Anhalt eine Region ist, die ohnehin schon stark unter dem demografischen Wandel und der dadurch bedingten Knappheit von Arbeitskräften leidet. Die Autoren der Studie liefern dazu ein paar eindrückliche Zahlen: 29 Prozent der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit in dem Bundesland sind 55 Jahre oder älter. Bis 2031 werden mehr als 61 000 von ihnen aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Arbeitskräfte, die aus dem Ausland nach Sachsen-Anhalt kommen, können diese Entwicklung bestenfalls zu einem Teil kompensieren.
Läuft die Zuwanderung wie bisher weiter, dann rechnen die Studienautoren in den kommenden Jahren mit 29 000 zusätzlichen nicht-deutschen Beschäftigten. Im Falle einer AfD-Regierung seien bis 2031 jedoch allenfalls 15 000 zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland zu erwarten – mit erheblichen negativen Auswirkungen. (…) Betroffen wären all jene Branchen, bei denen zwei Dinge zusammenkommen: erstens ein Engpass an Arbeitskräften, der ganz Deutschland erfasst hat und der es für Sachsen-Anhalts Wirtschaft schwer macht, Beschäftigte aus anderen Bundesländern abzuwerben. Und zweitens ein hoher Anteil ausländischer Beschäftigter. Das trifft zum Beispiel auf die Gastronomie, den Tiefbau, die Logistik, den Bereich der Lebensmittelzubereitung und die Medizin zu. So hat zum Beispiel jeder fünfte Arzt beziehungsweise jede fünfte Ärztin in Sachsen-Anhalt keinen deutschen Pass.

via sz: Wirtschaftsstandort So viel kostet ein Rechtsruck


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