Verdacht der Volksverhetzung: Nach Haft wegen Anschlagsplänen: Ermittlungen gegen Potsdamer Neonazi

Er hat als junger Neonazi Sprengstoff für Anschlagspläne getestet: Wenige Monate nach seiner Haftentlassung steht er wegen Volksverhetzung wieder im Fokus der Staatsanwaltschaft Potsdam. Gegen einen wegen Anschlagsplänen verurteilten Rechtsextremisten ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam wenige Monate nach seiner Haftentlassung wegen Volksverhetzung. Der 22-Jährige machte in einer vom NDR produzierten und online abrufbaren Dokumentation Äußerungen, die den Holocaust verherrlichen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam sagte, die Behörde habe die Aussagen geprüft und ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Zuvor hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ über den Vorgang berichtet.  Vor Jahren Sprengstoff-Anschläge geplant  Der heute 22-Jährige war 2023 in Potsdam wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Anschläge mit Sprengstoff geplant hatte. Im Februar dieses Jahres wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Der Neonazi, der als Jugendlicher eine rechtsterroristische Chatgruppe gegründet haben soll, hatte Sprengsätze getestet, wie er selbst einräumte. (…) In der Dokumentation des Kanals STRG_F sagte der Beschuldigte, seine früheren Anschlagspläne seien nationalsozialistisch motiviert gewesen. Er trug im Interview in Potsdam eine Maske vor dem Gesicht, um nicht erkannt zu werden. Auf eine Frage antwortete er: „Ich möchte, dass wir endlich wieder ein arisches Land sind.“

via tagesspiegel: Verdacht der Volksverhetzung: Nach Haft wegen Anschlagsplänen: Ermittlungen gegen Potsdamer Neonazi

Erkenntnisse aus dem AfD-Leak – Feindeslisten und Hakenkreuzfahnen

Die veröffentlichten AfD-Mails geben einen tiefen Einblick in die Partei – in problematische Mitglieder und Ex-Mitglieder, internen Streit und Listen angeblicher Antifa-Aktivisten. (…) Einige Erkenntnisse kristallisieren sich aber unterdessen heraus: Die Details der parteiinternen, teils hitzigen Konflikte, die zuweilen auch zu Parteiausschlüssen führten. Nicht selten ging es dabei auch um NS-verherrlichende und verschwörungsideologische Positionen einzelner (Ex-)Mitglieder. Auch Roland Oschlies, der auf der Homepage der AfD Aachen als Sprecher gelistet ist, galt intern offenbar als problematisch. Bis Redaktionsschluss ließ sich nicht bestätigen, ob Oschlies heute noch eine Funktion innerhalb der extrem rechten Partei hat. In einer Mail mit zahlreichen Anhängen sind diverse Facebook-Posts von Oschlies dokumentiert, er spricht unter anderem davon, dass eine „satanische Rothschild-Bande in verdeckter Zusammenarbeit mit den Jesuiten, ‚Illuminaten‘ usw.“ beide Weltkriege „eingefädelt“ habe. In anderen Posts suggeriert er zudem, der Überfall der Wehrmacht auf Polen im Zweiten Weltkrieg habe nicht stattgefunden. Der Bewegung „Black Lives Matter“ sowie nicht näher benannten „antifaschistischen Bewegungen“ unterstellt er, diese wollen „dass wir sterben und durch Dunkelhäutige ersetzt werden“. So findet sich in dem Leak ein Dokument, das den Parteiausschluss von Benjamin Schrempp, ehemals AfD-Mitglied im Kreisverband Bottrop, bestätigt. Schrempp soll an einem AfD-Stand in der Bottroper Fußgängerzone eine „Flagge mit Hakenkreuzsymbolik“ verkauft haben. Ein weiterer Antrag auf Parteiausschluss beschäftigt sich mit einem Mitglied des AfD-Kreisverbandes Rostock, Frank Lemp. Dieser soll gemäß dem Schreiben in seinem Whatsapp-Status „eine Fotografie, die eine Standarte mit dem verbotenen SA-Schriftzug ‚Deutschland erwache‘“ mitsamt eines Hakenkreuzes eingestellt haben. Zudem soll Lemp an einer Veranstaltung der NPD teilgenommen haben. „U-Boote“ der Identitären Bewegung Darüber hinaus deuten verschiedene Mails und Dokumente darauf hin, dass mehrere aktive AfD-Mitglieder Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen pflegten, die von ihnen als unproblematisch angesehen werden. So findet sich etwa in einem Mailverlauf eine Rechtfertigung des AfD-EU-Politikers Hans Neuhoff, der seine Teilnahme an Veranstaltungen des rechtsextremen „Instituts für Staatspolitik“ (IfS) von Verleger Götz Kubitschek rechtfertigt, das mittlerweile nicht mehr existiert. (…) Viele Mails geben darüber hinaus einen Einblick darin, wie die AfD über vermeintliche oder tatsächliche politische Gegner denkt. 2017 überlegen AfD-Funktionäre, wie sie mit einem angeblichen Antifa-Fotografen beim Bundesparteitag in Hannover umgehen sollen. Er gab sich als Bild-Fotograf aus und erhielt eine Akkreditierung für die Veranstaltung. Doch für die Bild habe der Fotograf nie gearbeitet, erzählt er der taz im Gespräch – und das wissen auch die AfD-Funktionäre. Vor dem Bundesparteitag stellt sich die Frage, ob die Partei dem Fotografen absagt oder nicht. Andernfalls könne man ihn „vor Ort hopps“ nehmen, heißt es. Unter genauerer Beobachtung habe er jedenfalls gestanden, denn auf einer Liste mit Medienschaffenden sei allein sein Name rot markiert gewesen. „Hopps“ genommen wird er am Ende aber nicht. Der Fotograf ist nicht der Einzige, dem die AfD eine linke politische Gesinnung zuschreibt. Auch Jour­na­lis­tin­nen des SWR, der italienischen Zeitung Milano Finanza und vom Verlag DuMont sind auf einer Liste als Links­ak­ti­vis­tin­nen markiert. Eine weitere Liste taucht in den geleakten Mails auf. Diesmal sammelt sie angebliche Mitglieder der Antifa. Während Jürgen Antoni, Sprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen, in seiner Mail von 2.000 Namen spricht, enthält das Excel-Dokument 24.521 Namen. Die Liste ist akribisch geführt: Sie enthält Vor- und Nachnamen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Ob die Personen tatsächlich Teil der Antifa waren, ließ sich zum jetzigen Stand nicht verifizieren. Laut Antoni soll die Liste helfen „einen wachen Blick auf das Völkchen“ zu haben. „Das freundliche Gesicht des NS“ Besonders viel Einblick geben die Mails in das Parteiausschlussverfahren des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Die Akte mit Beweismaterial, die das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr ihrem Entschluss zu Grunde legte, Helferich auszuschließen, findet sich im Verlauf. Gerade in diesen Mails ist der harsche Umgangston zwischen AfD-Funktionären ersichtlich – der sich besonders in der direkten Kommunikation mit Matthias Helferich zeigt

via taz: Erkenntnisse aus dem AfD-Leak Feindeslisten und Hakenkreuzfahnen

„Sprache der Nationalsozialisten“: CDU-Mittelstandsvereinigung Potsdam irritiert mit einem Instagram-Post

Der CDU-Mittelstand schreibt auf Instagram zur möglichen Koalition in Berlin: „,Judenfrage’ geklärt“. Grüne und Linke sprechen von Nazi-Vokabular. Sie fordern eine Stellungnahme der CDU. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Potsdam mit ihrem Vorsitzenden Jan Jacobi (Foto oben) sorgt mit einem Instagram-Post zur möglichen Berliner Koalition aus Linken, Grünen und SPD für heftige Kritik. Ein KI-generiertes Foto zeigt das mit einer Kirchturmspitze seltsam verfremdete Rote Rathaus in Berlin, flankiert von zwei Minaretten in den Farben der Palästina-Flagge. Auch Hammer und Sichel sind zu sehen. Auf dem Bild steht wörtlich: „,Judenfrage’ geklärt, jetzt wird enteignet. Damit ist die ,Brandmauer’ gefallen.“ Im Text zum Post heißt es weiter, die Brandmauer sei von SPD und Grünen eingerissen worden. In Berlin zeige sich: „Im Umgang mit Linksextremisten und Islamisten fallen die letzten Tabus.“ Damit würden sich „alle Belehrungen gegenüber der CDU“ verbieten. Hier stehe „Machtgier über Moral“. Die Kommentarfunktion für Posts ist auf der Seite der MIT abgeschaltet. (…) Potsdams Grüne kritisieren, die Bildmontage verbinde eine bedrohliche Inszenierung mit antisemitischer Sprache. Mit der Formulierung „Judenfrage geklärt“ werde der Sprachgebrauch des Nationalsozialismus aufgegriffen. (…) Bezeichnend sei zudem das Schweigen der MIT Potsdam zu einer möglichen Regierungsübernahme im Nachbarland Sachsen-Anhalt durch die als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD. „Die MIT Potsdam sollte hier das Verhältnis zur Brandmauer nach rechts klarstellen“, sagt Freundl. Den MIT-Vorsitzenden Jan Jacobi, der Mitarbeiter der Potsdamer CDU-Bundestagsabgeordneten Saskia Ludwig ist, und die MIT Potsdam fordert sie auf, den Beitrag unverzüglich zu löschen und sich öffentlich und unmissverständlich zu entschuldigen. Auch die Potsdamer CDU müsse klar dazu Stellung beziehen, so Freudl. Potsdams Linke spricht von „Hetze und Nazi-Parolen“ der MIT. „Die CDU instrumentalisiert Antisemitismus für ihre Parteipolitik. Die ,Judenfrage’ als Wortspiel, das ist Faschismus-Sprech, nichts anderes“, sagt der Linken-Co-Kreisvorsitzende Jörg Schindler. Die Co-Kreischefin Iris Burdinski fordert die CDU Potsdam auf, „sich unmissverständlich von Jan Jacobi und dieser Hetze zu distanzieren“. Schweigen führe dazu, dass „die Instrumentalisierung von Antisemitismus und antimuslimischer Hetze“ normalisiert und die Gesellschaft gespalten werde.

via tagesspiegel: „Sprache der Nationalsozialisten“: CDU-Mittelstandsvereinigung Potsdam irritiert mit einem Instagram-Post

siehe auch: Empörung nach “Judenfrage”-Post der Potsdamer Wirtschaftsunion. Ein Instagram-Post der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Potsdam hat Empörung ausgelöst. Darin steht in Anspielung auf die Sondierungen von Linke, Grünen und SPD in Berlin: “Judenfrage geklärt, jetzt wird enteignet. Damit ist die Brandmauer gefallen.” Brandenburgs Innenminister und CDU-Landeschef Jan Redmann sagte nach Angaben der dpa am Mittwoch, der Post lasse Sensibiliät vermissen, sei aber nicht antisemitisch. Deutlicher wurde dagegen die Junge Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft Brandenburg (JCDA). “Gerade innerhalb der Unionsfamilie darf so etwas nicht unwidersprochen bleiben. Wir erwarten eine unverzügliche Distanzierung, eine öffentliche Entschuldigung und klare personelle Konsequenzen!”, teilte die JCDA Brandenburg mit.Linke und Grüne in Potsdam sprechen von einem Tabubruch und fordern eine öffentliche Entschuldigung. Die Vorsitzende der Jugendorganisation der SPD, Leonel Richy Andicene, sagte: “Die Mittelstandsunion Potsdam macht mit dem antisemitischen Begriff ‘Judenfrage’ die Sprache der Verfolgung und Vernichtung europäischer Jüdinnen und Juden zum Material ihrer Social-Media-Propaganda. Das ist eine widerwärtige Grenzüberschreitung.”

Rede bei Gründung der AfD-Jugendorganisation – Staatsanwaltschaft Gießen klagt AfD-Politiker wegen NS-Parole an

Die Staatsanwaltschaft Gießen hat Anklage gegen den AfD-Politiker Kevin Dorow erhoben. Er soll bei der Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation eine Parole der Hitlerjugend verwendet haben. Dorow weist den Vorwurf zurück. Wegen einer Äußerung bei der Gründungstreffens der AfD-Jugendorganisation hat die Staatsanwaltschaft Gießen Anklage gegen den AfD-Politiker Kevin Dorow erhoben. Sie wirft ihm das Verwenden von Kennzeichen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation vor. Der 28-Jährige soll in seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland am 29. November 2025 in Gießen die Parole “Jugend muss durch Jugend geführt werden” verwendet haben. “Hierbei handelt es sich um eine von der Hitlerjugend während der Zeit des Nationalsozialismus allgemein bekannte Propaganda-Parole, die unter anderem von Adolf Hitler und Baldur von Schirach mehrfach zitiert wurde”, erklärte die Staatsanwaltschaft Gießen.  Dorow weist Vorwurf zurück und verteidigt Ausspruch Dorow wies den Vorwurf zurück und erklärte, der Ausspruch “Jugend muss durch Jugend geführt werden” stamme ursprünglich aus der Wandervogelbewegung – und damit aus einer Zeit, in der es weder den Nationalsozialismus noch die Hitlerjugend gab.

via hessenschau: Rede bei Gründung der AfD-Jugendorganisation Staatsanwaltschaft Gießen klagt AfD-Politiker wegen NS-Parole an

siehe auch: GENERATION DEUTSCHLAND „Parole, die von Hitler zitiert wurde“ – Staatsanwaltschaft klagt AfD-Politiker an. Wegen einer Aussage in einer Bewerbungsrede steht AfD-Politiker Kevin Dorow im Fokus der Justiz. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Verwendung eines Kennzeichens einer NS-Organisation vor. Wegen Äußerungen aus einer Rede während des Gründungstreffens der AfD-Jugendorganisation hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 28-jährigen AfD-Politiker Kevin Dorow erhoben. Sie wirft ihm die Verwendung eines Kennzeichens einer ehemaligen NS-Organisation vor. Der schleswig-holsteinische AfD-Politiker Kevin Dorow zitierte in seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der Generation Deutschland am 29. November 2025 die Parole „Jugend muss durch Jugend geführt werden“, unter Rückgriff auf eine entsprechende Aussage des AfD-Politikers Björn Höcke. Die Staatsanwaltschaft Gießen erklärte dazu: „Hierbei handelt es sich um eine von der Hitlerjugend während der Zeit des Nationalsozialismus allgemein bekannte Propaganda-Parole, die unter anderem von Adolf Hitler und Baldur von Schirach mehrfach zitiert wurde.“

Unbekannte veröffentlichen Daten – AfD bestätigt Hackerangriff auf E-Mail-Konten

Unbekannte haben einen Hackerangriff auf Mail-Konten der AfD verübt und laut eigenen Angaben Daten daraus veröffentlicht. Die AfD bestätigte einen Angriff auf Postfächer, die aber überwiegend nicht mehr genutzt würden. Bei einem Hackerangriff sind nach AfD-Angaben mutmaßlich Daten aus E-Mail-Konten der Partei erbeutet worden.”Im September 2026 kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer – von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren – widerrechtlich kopiert wurden”, teilte die AfD auf Anfrage mit. Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet. Aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen gewesen.Unbekannte veröffentlichten im Internet Daten, bei denen es sich nach eigenen Angaben um rund 421.000 AfD-E-Mails handeln soll. Ob diese authentisch sind oder nicht, ist unklar. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik teilte mit, dass es in Kontakt mit der AfD stehe. Im Internet kursiert der Link zu einer Webseite, auf der eine Übersicht der mutmaßlichen AfD-Mails dargestellt sein soll. Die anonyme Seite wurde erst Mitte Oktober registriert und gibt als Sitz Wyoming in the USA an. Sie gibt keine Auskunft über die Herkunft der Daten und veröffentlicht keine Mailinhalte. Diese liegen angeblich auf einem weiteren Download-Server.Die Unbekannten behaupten, dass es sich um Daten aus zehn Postfächern handele, darunter ein Account auf den Namen des früheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland sowie ein Konto, das von der AfD früher als Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle genannt wurde. Absender der Mails sind laut Bild unter anderem die AfD-Politiker Alice Weidel und Leif-Erik Holm.Angeblich Ausweisfotos und Kontoauszüge erbeutetLaut Bild-Zeitung sind in den Mails unter anderem ein Foto vom Personalausweis des AfD-Vize-Fraktionschefs im Bundestag, Markus Frohnmaier, enthalten. Außerdem Fotos weiterer Ausweise, Rechnungen, Kontoauszüge, Zeugnisse sowie Mitgliedsanträge und Mitgliederlisten von AfD-Kreisverbänden in NRW.

via tagesschau: Unbekannte veröffentlichen Daten AfD bestätigt Hackerangriff auf E-Mail-Konten

siehe auch: Massenhaft AfD-Daten widerrechtlich migriert Die „Alternative für Deutschland“ hatte offenbar ein Datenleck. Unter anderem 421.000 E-Mails wurden veröffentlicht – und geben Einblicke ins Partei-Innenleben. Die Partei „Alternative für Deutschland“ hat offenbar ein IT-Sicherheitsproblem: In einem großen Datenleck, das nun bekannt wurde, sind umfangreiche Inhalte interner Kommunikation aufgetaucht. heise online hat einen ersten Blick in den 280 GByte großen Datensatz gewagt. Er enthält etwa 420.000 E-Mails, die aus zehn Mailboxen stammen. Darunter die des Bundesschiedsgerichts, verschiedener prominenter AfD-Mitglieder und der Bundesgeschäftsstelle der Partei. Weiter umfasst das Archiv gut 41.000 PDFs, 3.480 docx-Dateien und mehrere SQL-Datenbankabzüge. Handreichungen für Journalisten geben Tipps für vielversprechende Rechercheansätze, etwa nach möglichen finanziellen Unregelmäßigkeiten. Die Partei steht unter Rechtsextremismusverdacht. Ob das Datenleck neuen Zündstoff enthält, der ein Verbotsverfahren wahrscheinlicher macht, ist unklar. Offenbar sind mehrere Web- und mindestens ein Mailserver Herkunftsort der jetzt veröffentlichten, unzulässigen Datenkopien, die neben Mailadressen auch viele weitere Angaben zu den AfD-Amtsträgern und deren Kommunikationspartnern enthalten. Zusätzlich zu der Veröffentlichung des gesamten Datensatzes als Bittorrent haben die Angreifer auf die AfD-Kommunikation den Leakinhalt auch auf einer Website öffentlich gemacht und dort durchsuchbar aufbereitet.

FPÖ-Männer, Neonazis & NS-Rassenmythen: Der deutsche Verein „Ur-Europa“

Ein ehemaliger FPÖ-Ortschef leitet den deutschen Verein „Ur-Europa“, der die rassischen Ideen des SS-„Ahnenerbe“-Mitgründers Herman Wirth pflegt. Kürzlich tagte „Ur-Europa“ in Deutschland. 2024 hielt der Verein seine Jahrestagung im niederösterreichischen Zöbern ab. Mit einem früheren FPÖ-Landtagsabgeordneten und viel Pseudowissenschaft. Warum hat ein Verein, der im winzigen Ort Thallichtenberg (Rheinland-Pfalz) residiert, einen Obmann aus dem nicht viel größeren Kemeten im österreichischen Burgenland? Wieso ist der Freiheitliche Martin Bauer Obmann in einem Verein, der von den rassistischen und sozialdarwinistischen Vorstellungen seines Gründers Herman Wirth lebt? Und was war 2024 in Zöbern? „Ur-Europa“ heißt der Verein, in dem Martin Bauer seit 2020 Obmann ist. Bis 2022 war Bauer auch noch Ortsobmann der FPÖ in der burgenländischen Gemeinde Kemeten. Dann gab es einen Generationenwechsel in der Ortspartei, aber Bauer versicherte, seiner Partei auch weiterhin „mit Rat und Tat zur Seite stehen“ zu wollen. Zu lesen ist das in einer Recherche von Timo Büchner für Belltower.News (8.10.26), der journalistischen Plattform der deutschen Amadeu Antonio Stiftung. FPÖ-(Ex-)Funktionäre und Neonazis bei den Jahrestagungen Es geht um eine Jahrestagung des Vereins „Ur-Europa“ im Allgäu Ende Juli 2026, bei der auch FPÖ-Funktionäre wie Bauer und Thomas Schinnerl sowie ein mehrfach wegen NS-Wiederbetätigung verurteilter Neonazi mit den Vornamen Günther Adolf präsent war. Günther A. ist seit rund 30 Jahren in der Neonazi-Szene aktiv und war so etwas wie der Lehrmeister des Objekt 21-Chefs Jürgen Windhofer. A. ist aber nicht der einzige Neonazi, der bei Veranstaltungen des Vereins „Ur-Europa“ aufgetaucht ist. Vor ihm nahmen laut „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ (16.7.22) schon Andreas Thierry, Roland Wuttke und Gerd Zikeli 2022 an einer Jahrestagung des Vereins teil. Noch früher wurden dort die mittlerweile verstorbenen Nazis Hans-Georg Haverbeck und der Holocaustleugner Rigolf Hennig als Referenten und der Nazi-Barde Frank Rennicke als Teilnehmer bei Jahrestagungen gesichtet. „Ur-Europa“ und sein Altnazi Wirth Der Verein „Ur-Europa“ mit seinem FPÖ-Mann Martin Bauer als Obmann hat eine Website, auf der zu lesen ist, dass der Verein 1928 gegründet wurde und aktuell 140 Mitglieder hat. Die Mitgliederzahl ist seit einigen Jahren konstant. (…) Der Verein „Ur-Europa“ definiert sich in der Tradition Wirths, übernimmt seine Fantasiekonstrukte von „nordischer Rasse“ und Kultur, spricht von einer „ungeheuren kulturellen Leistung der arktisch-atlantischen Menschheit“ und übernimmt auch dessen „Forschungsergebnisse“. Elisabeth Neumann-Gundrum, die dem Verein ihr Vermögen vermachte und die Umbenennung in „Ur-Europa“ veranlasst hatte, spricht von „geistig-seelischen, urwissend-tätigen“ Voraussetzungen, die man brauche, um in Felsformationen urzeitliche Felsbilder interpretieren zu können. Von Spital am Pyhrn nach Zöbern In den 1980er-Jahren kaufte die oberösterreichische Gemeinde Spital am Pyhrn den Nachlass von Herman Wirth an und präsentierte den in einem „Felsbildermuseum“ auch öffentlich. Nach Protesten wurde das Museum anscheinend still und heimlich geschlossen. Wohin man den Nachlass von Wirth verräumt hat, ist unklar. In vergangenen Jahren traten immer wieder Referenten aus Österreich bei Veranstaltungen des Vereins auf. Mehrmals fanden auch Tagungen des Vereins in Österreich statt – vorzugsweise in Spital am Pyhrn –, aber das ist bereits lange her. Umso überraschender ist es, dass der Verein 2024 seine Jahrestagung im niederösterreichischen Zöbern abhielt. Der Ort ist vielen nur durch seine Autobahnraststätte ein Begriff, beherbergt aber auch ein Seminarhotel, das sogar über einen hoteleigenen Steinkreis verfügt. War dort die Jahrestagung? Bekannt sind allerdings die Referent:innen dieser Jahrestagung, die dem Vermächtnis von Elisabeth Neumann-Gundrum, jener Frau mit den „geistig-seelischen, urwissend-tätigen Voraussetzungen“, gewidmet war. Ihre NSDAP-Mitgliedschaft dürfte vermutlich dabei ebenso wenig kritisch beleuchtet worden sein wie ihre Verbindung zum „Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes“ (DKEG) oder zur NPD, deren Politiker Wolfgang Gaewert sie mit einer hohen Spende für ihre Arbeit unterstützte.

via stopp die rechten: FPÖ-Männer, Neonazis & NS-Rassenmythen: Der deutsche Verein „Ur-Europa“

BEDROHUNGEN, MANIPULATION, GEWALT: WIE EINE RECHTE JUGENDGRUPPE DAS HOCHLAND IN ATEM HÄLT

Das Hochland hat ein Neonazi-Problem. Die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte “Hochland Jugend” (die Abkürzung HJ erinnert an die Hitlerjugend) treibt am Stadtrand ihr Unwesen. Gegenspieler werden bedroht, politische Bemühungen im Ortschaftsrat blockiert. Umstritten ist dabei die Ratsvorsitzende Manuela Schreiter (53, WIR für’s Hochland): Ihr Sohn geriet bereits mehrfach ins Visier der Ermittler. Schon bevor sie die Verfassungsschützer im Juli als rechtsextrem einstuften, wurde die “Hochland Jugend” auffällig. In eigenen T-Shirts sah man sie im August 2025 beim rechten Protest gegen den CSD in Bautzen. Im Frühjahr fielen sie durch verfassungsfeindliche Sticker und Flyer auf. Auch für die Zivilgesellschaft wurde es unangenehm: “Da steckten Zettel mit meinem Gesicht im Fadenkreuz in meinem Briefkasten”, sagt Tom Keiling (40), Vorsitzender des Vereins “Zentrum Interkultureller Verständigung Dresden” (ZIVD). Auch sein Sohn wurde in der Schule drangsaliert. Zweimal wurden zudem die Bremsscheiben des Vereinsbusses mit Sprühfett manipuliert (…) Doch auch mit Unterstützung der CDU fand lediglich die Verurteilung der HJ-Aktivitäten eine knappe Mehrheit – alles andere blockierten AfD und das einst nach CDU-Austritt formierte Bündnis “WIR für’s Hochland” (WfH). Dessen Chefin und Ortsvorsteherin Manuela Schreiter hatte gegen sämtliche Punkte gestimmt. Das kommt kaum überraschend, wenn man das Treiben ihres Sohnes (19) beleuchtet. Bei Instagram posierte er 2023 mit Hitlergruß. Erst 2026 wurde deswegen der Staatsschutz aktiv.

via tag24: BEDROHUNGEN, MANIPULATION, GEWALT: WIE EINE RECHTE JUGENDGRUPPE DAS HOCHLAND IN ATEM HÄLT