Hallenbetreiber soll bei Boxmeisterschaften Jugendliche rassistisch beleidigt und rausgeschmissen haben. Der Berliner Boxverein Roter Stern erhebt schwere Vorwürfe: Im Rahmen der diesjährigen Berliner Boxmeisterschaften sollen mehrere minderjährige Mitglieder des Vereins während des Turniers aufgrund ihrer zugeschriebenen Herkunft diskriminiert worden sein. Der Betreiber eines Schöneberger Boxclubs, in dem der Berliner Boxverband die Meisterschaft der U13/U15 ausgerichtet hatte, habe mindestens zwei jugendliche Teilnehmer über das gesamte Wettkampfwochenende hinweg mehrfach antiziganistisch beleidigt. So schildert es der Vorsitzende von Roter Stern, Kai Friedhoff, gegenüber »nd«. Unter anderem sei oft das Z-Wort gefallen, also die gleichzeitig veraltete Bezeichnung und rassistische Beleidigung für Sintizze und Romnja. Am Ende seien sämtliche Teilnehmer*innen des Vereins aus der Halle geschmissen und mit Hausverbot belegt worden. Am Wochenende des 14. und 15. März richtete der Berliner Boxverband die U13- und U15-Wettkämpfe der Berliner Meisterschaften in einem Boxclub in der Nähe der Bülowstraße aus. Betreiber Izzet M. soll sich nach Angaben Friedhoffs gegenüber den teilnehmenden Sportlern von Roter Stern den gesamten Zeitraum über unhöflich bis aggressiv verhalten haben. Nachdem einer der Jugendlichen zum Beispiel einen Boxring berührt habe, soll er von M. zunächst angeschrien worden sein. Dann habe er ihn als »Scheiß Z…« bezeichnet, der ihm »den ganzen Laden kaputt« mache. So steht es im von Roter Stern aufgenommenen Gedächtnisprotokoll eines der mutmaßlich Betroffenen, das »nd« vorliegt. Vom selben Vorfall berichtet ein weiteres Gedächtnisprotokoll eines Wettkampfteilnehmers von Roter Stern: »Nachdem D. und A. weggingen, äußerte der Mann beleidigende und diskriminierende Aussagen. Dabei verwendete er unter anderem den Ausdruck ›dreckige Z…‹.« Weiterhin soll M. »Richtig dreckig sind die« und »Wenn ich will, schmeiß ich alle raus« gesagt haben. Ein drittes vorliegendes Gedächtnisprotokoll stammt von einem der Trainer von Roter Stern, Ole Marg. Er betreute dort die Wettkämpfer des Vereins. Marg gibt an, kurz vor Veranstaltungsbeginn von M. mit den Worten angesprochen worden zu sein, »dass er gleich den scheiß Z… aus dem Fenster schmeißen wird«, da »diese Drecksz… von uns alles kaputt machen« würden. Laut Marg war in dieser Situation auch der Berliner Landestrainer René Braun anwesend. Braun bestätigte »nd« gegenüber telefonisch, dass er während des Vorfalls bei Marg stand und gab an, dass die Aussage genau so gefallen sei. Kurz darauf sei die Situation bis zum Rausschmiss aller Roter-Stern-Mitglieder eskaliert. Trainer Ole Marg habe M. zunächst noch überzeugen können, den letzten Kampf der Mädchen abzuwarten, danach habe er den Verein Roter Stern aufgefordert, die Räumlichkeiten zu verlassen

voia nd: Berlin: Junge Boxer antiziganistisch diskriminiert?

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Von Hans Firzlaff – sintiundroma.de, Gemeinfrei, Link – Symbolbild: Johann Rukeli Trollmann


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