Im Lübtheener Ortsteil Jessenitz hat es am Mittwochabend eine Razzia gegeben. Bei der Durchsuchung wurden laut Polizei Waffen sowie eine größere Menge Sprengstoff gefunden. Tatverdächtig ist ein AfD-Kreistagsabgeordneter.Bei einer Razzia bei Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim am Mittwochabend hat die Polizei Waffen und Sprengstoff gefunden. Tatverdächtig ist ein 60-jähriger Deutscher, der in dem Gutshaus lebt. Während die Behörden zur Identität des Betroffenen schweigen, bestätigte der AfD-Kreistagsabgeordnete Philip Steinbeck dem NDR auf Anfrage die Razzia. Zuerst hatte der “Nordkurier” über die Durchsuchungen berichtet. Neben dem Wohngebäude durchsuchten die Ermittler weitere Objekte. Laut Polizei fanden sie mehrere scharfe Waffen, deren Besitz möglicherweise gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstößt. Daneben sei auch Sprengstoff in größerer Menge sichergestellt worden. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) sagte, derartige Funde seien alarmierend. Umso wichtiger und notwendig sei das konsequente Vorgehen der Sicherheitsbehörden.An der Razzia waren etwa 60 Polizisten beteiligt, darunter Spezialkräfte des Landeskriminalamtes, Sprengstoffhunde und der Munitionsbergungsdienst. Wie viele Waffen und Sprengstoff genau sichergestellt wurden, hat die Polizei nicht mitgeteilt. Der Verdächtige ist auf freiem Fuß, ein Haftbefehl wurde nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Stefan Urbanek nicht beantragt. (…) Steinbeck soll außerdem gut bekannt sein mit dem ehemaligen Chef der NPD-Landtagsfraktion Udo Pastörs, der in der Nähe wohnt. Zuvor tauchte Steinbecks Name außerdem auf Listen von angeblichen Spendern für die NPD in verschiedenen Medien auf. Bereits als Student war Steinbeck Mitglied einer rechten schlagenden Burschenschaft. Nach Abbruch seines Jurastudiums arbeitete er zu Beginn der 1990er-Jahre in der Kieler Landtagsfraktion der rechtsextremen “Deutschen Liga für Volk und Heimat” (DLVH).
via tagesschau: Razzia: Waffen und Sprengstoff bei AfD-Politiker gefunden
siehe auch: Durchsuchung bei AfD-Politiker: Polizei beschlagnahmt Waffen und Sprengstoff. Am Mittwoch hat die Polizei bei einer großangelegten Durchsuchung des Gutshauses in Jessenitz bei Lübtheen mehrere scharfe Waffen, deren Besitz unter anderem gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstößt, gefunden. Auch Sprengstoff in größerer Menge konnte sichergestellt werden. In dem Haus lebt der AfD-Politiker Philip Steinbeck mit seiner Frau. Er ist Mitglied der AfD-Fraktion im Kreistag Ludwigslust-Parchim, seine Frau ist dort Fraktionsmitarbeiterin; Razzia in Lübtheen Polizei findet scharfe Waffen – offenbar AfD-Politiker verwickelt. Bei einer Razzia in Mecklenburg-Vorpommern finden Ermittler scharfe Waffen und Sprengstoff – ein Lokalpolitiker steht im Fokus. (…) Steinbeck, der im Kreistag Ludwigslust-Parchim sitzt, ist dem Rechtsaußenlager der AfD zuzuordnen und offenbar auch in der Partei umstritten: So gab es im Jahr 2021 parteiinterne Vorwürfe gegen den ehemaligen AfD-Kreischef in Südwestmecklenburg. Er habe in einem Gespräch ein bedenkliches Angebot an andere Parteimitglieder unterbreitet. Der konkrete Vorwurf, den drei Parteimitglieder schriftlich erklärten und von dem die “Ostsee Zeitung” (OZ) berichtete: Steinbeck habe mehrere Dutzend Stimmen aus seinem Kreisverband bei der Aufstellung der Landtagsliste angeboten. Im Gegenzug sollten zwei Mitglieder zusammen 10.000 Euro in bar an Steinbeck übergeben. Steinbeck wies die Vorwürfe zurück und nannte diese in der “OZ” einen “bodenlosen Blödsinn”. Im vergangenen Jahr stieß Steinbeck auf Kritik, als er mit anderen AfD-Abgeordneten in die russische Exklave Kaliningrad reiste, um dort zu demonstrieren. Mehrere russische Medien griffen die Reise der Deutschen und vor allem ihre Flaggenaktion auf dem Siegesplatz auf. Dem Bundesvorstand zufolge war die Reise “wohl nicht angemeldet” gewesen, wie ein Pressesprecher der Partei auf Anfrage von t-online mitteilte. Steinbeck, der mehrere Immobilien in Lübtheen besitze, habe eine braune Vergangenheit, berichtet die “Süddeutsche Zeitung”. Bereits an der Universität sei er Mitglied einer ultrarechten, schlagenden Burschenschaft gewesen. Nach dem Abbruch seines Jurastudiums arbeitete er demnach Anfang der Neunzigerjahre in der Kieler Landtagsfraktion der rechtsextremen “Deutschen Liga für Volk und Heimat” (DLVH). Steinbeck soll gute Kontakte zu bekannten Neonazis haben, so etwa dem früheren NPD-Politiker Udo Pastörs oder dem NPD-Kommunalpolitiker Andreas Theißen.
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„Meine Tochter ist komplett traumatisiert“: AfD-Politiker äußert sich nach Durchsuchung seines Hauses – dokmz · August 9, 2025 at 2:31 pm
[…] kommt von sowas: #Razzia: #Waffen und #Sprengstoff bei AfD-Politiker gefunden – #Jessenitz. Im Lübtheener Ortsteil Jessenitz hat es am Mittwochabend eine Razzia gegeben. Bei der […]
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