Zeitgleich taucht eine neue Neonazi-Generation auf. Kennzeichen: sehr jung und auf Gewalt fixiert. Ein verwüstetes Lokal der Sozialistischen Jugend, Hakenkreuzschmierereien, ein Übergriff auf einen orthodoxen Juden oder Neonazis, die auf “Antifa”-Jagd gehen oder Gäste eines queeren Cafés bedrohen: In Wien kommt es seit einigen Monaten zu einer Welle rechtsextremer Überfälle und Provokationen. Parallel dazu taucht eine neue Generation von Rechtsextremen auf. Sie tragen Bomberjacken, Stiefel und Glatze, nennen sich “Defend Austria”, sind auffallend jung, und ihr ganzes Gehabe ist auf Gewalt ausgerichtet. Aus dem Schatten trat diese neue Generation von Rechtsextremen erstmals im Sommer des vergangenen Jahres. Schwarz vermummt marschierten sie bei der “Remigrationsdemo” der Identitären in Wien mit. Samt “Defend Austria”-Transparent. Mobilisierung im Netz Zeitgleich legten sie auf Telegram, Tiktok, X und Instagram los. Rassismus und Hetze gegen queere Personen ist auf ihren Kanälen und in ihren internen Chats ebenso zu finden wie Mobilisierungsaufrufe, Drohungen und Gewaltfantasien gegen Antifaschisten und Antifaschistinnen. Das kommt offensichtlich an. Binnen weniger Wochen konnten sie weit über 1000 Follower auf Tiktok und Telegram einsammeln, darunter auch Minderjährige. (…) Die extrem hohe Gewaltaffinität der Gruppe zeigte sich nicht nur bei der Gefolgschaft im Netz, die auf Instagram mit Sturmgewehren sowie der SS-Symbolik posiert, sondern auch bei einer Pro-FPÖ-Demonstration Ende November in Wien. Dort rief das martialische Auftreten der “Defend Austria”-Aktivisten und -Aktivistinnen die Polizei auf den Plan, bei Durchsuchungen wurden unter anderem mehrere Messer und eine Schreckschusspistole bei ihnen gefunden. Dabei war auch der Wortführer der Gruppe, der sich im Netz “Alphois” nennt.

via standard: Welle rechtsextremer Übergriffe in Wien