Eine Studie, die IPPEN.MEDIA exklusiv vorliegt, zeigt den Einfluss von KI auf den Wahlkampf. Das berge Risiken, aber auch Chancen. Künstliche Intelligenz ist billig, schnell und macht nie Feierabend. Das machen sich auch Parteien im Wahlkampf zunutze und verbreiten immer öfter KI-generierte Inhalte über die sozialen Medien. Das zeigt eine aktuelle Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die IPPEN.MEDIA exklusiv vorliegt. 2024 markiere einen „Wendepunkt in der deutschen Demokratie“, heißt es darin. KI-Tools haben sich in den letzten anderthalb Jahren erheblich weiterentwickelt, in dem Superwahljahr spielte KI entsprechend erstmals eine signifikante Rolle im Wahlkampf und wird wohl auch vor der Bundestagswahl zunehmend eingesetzt. Das berge einerseits Chancen für mehr Bürgerbeteiligung, andererseits aber auch erhebliche Risiken durch Manipulation, sagt Mit-Studienautorin Katja Muñoz im Gespräch mit unserer Redaktion. AfD, BSW und Co.: KI nutzt Parteien vor Bundestagswahl 2025 „Vor allem für kleinere Parteien, die nicht die Budgets der großen Parteien haben, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten“, so Muñoz, die bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) zu Wechselwirkungen zwischen sozialen Medien und Politik forscht. „Statt Grafiker zu beauftragen oder teure Bildbearbeitungsprogramme zu kaufen, kann jeder jetzt mit KI-Tools blitzschnell Bilder zu jedem beliebigen Thema kreieren.“ Sowohl die AfD als auch das Bündnis Sahra Wagenknecht nutzen KI im Wahlkampf. © Rolf Vennenbernd, Alicia Windzio, Michael Bahlo/dpa (Montage) Die AfD ist ganz vorne mit dabei. Sie nutzt vornehmlich bei TikTok massenweise KI-generierte Bilder, „um emotionale und polarisierende Inhalte zu erstellen und ihre Online-Präsenz zu verstärken“, wie Muñoz sagt. Auf der Plattform hat die AfD deutlich mehr Reichweite als alle anderen Parteien. Wer zum Beispiel durch das Profil des AfD-EU-Abgeordneten Maximilian Krah scrollt, sieht haufenweise Bilder, die nach Ansicht der Expertin KI-generiert sind: Bärtige Hipster-Landwirte vor goldenen Weizenfeldern, junge Menschen vor Panzern; dazu markige Slogans wie „Heimische Rüstung statt Geld fürs Ausland“ oder „Lokale Bauern statt Globalisten“. AfD macht vor Neuwahlen Propaganda mit KI: „Wirft Fragen zu Regulierung auf“ Die AfD nutze KI-Technologien auch, um das Branding ihrer Politikerinnen und Politiker zu vereinheitlichen: Die visuelle Ästhetik über alle Kommunikationskanäle soll möglichst sofort wiedererkennbar sein. „Auffallend ist dabei, dass immer wieder Comicfiguren genutzt werden“, so Muñoz: Bunte Zeichnungen im Manga-Stil, begleitet von Sprüchen wie „Freibäder endlich sicher machen!“.
via fr: Auf TikTok setzen AfD und BSW auf KI vor der Bundestagswahl