Auf den sozialen Medien hat ein „Kontraste“-Beitrag eine Debatte ausgelöst. Es geht um Dieter Nuhr, den Einfluss woker Identitätspolitik und die CDU. In den sozialen Netzwerken hat die Ausstrahlung eines „Kontraste“-Beitrags eine Debatte angestoßen, der den Einfluss reaktionärer Tendenzen in der CDU thematisiert. Unter dem Titel „Feindbild Wokeness? Die Union auf der Suche nach ihrer DNA“ werden Führungsfiguren in der CDU vorgestellt, die sich gegen wokes Gedankengut stellen und identitätspolitisch geprägte Aktivisten, die gendergerechte Sprache und Unisex-Toiletten befürworten, als Bedrohung für Meinungsfreiheit und Demokratie darzustellen versuchen. Ein Ausschnitt des ARD-Beitrags wird von Twitter-Nutzern besonders angegriffen, da dort eine Gesprächsrunde mit dem Komiker Dieter Nuhr und der CDU-Politikerin Kristina Schröder gezeigt wird, die sich über eine „machtvolle kleine Elite“ erzürnen, die Deutschland angeblich zu steuern versuche. Die Diskussionsveranstaltung „Wokes Deutschland: Identitätspolitik als Bedrohung unserer Freiheit?“ wurde vom Historiker Andreas Rödder mit organisiert, der die CDU-nahe Denkfabrik r21 in München leitet. Ihm sei die Aufgabe zugetragen worden, die CDU in ihrer Wertefindung zu beraten, so der ARD-Beitrag. Die konservative Autorin Judith Sevinç Basad war ebenso Gast der Konferenz. Im Beitrag wird sie mit den Worten zitiert: „Ich glaube, dass die woke Bewegung gerade die größte Gefahr für unsere Gesellschaft darstellt.“ Ex-Bundesministerin Kristina Schröder von der CDU sagt im Beitrag wiederum, dass die woke Generation eine Minderheit sei, aber dafür die kulturellen Produktionsmittel besitze – und zwar „in den Medien, in den Universitäten und in den NGOs“. Dieter Nuhr wird mit den Worten zitiert: „Man hat das Gefühl, dass eine machtvolle kleine Elite versucht, zu steuern. Gegen einen Großteil der Bevölkerung.“ Im Beitrag werden die Thesen als „verschwörungstheoretisch angehaucht“ bezeichnet. Außerdem wird nahegelegt, dass der politische Fokus auf einen vermeintlich linken Radikalismus die eigentliche Gefahr für moderne Demokratien verkenne: Rechtsextremismus und verschwörungstheoretisch inspirierte Gewalt, die sich immer weiter ausbreite und Taten wie den Sturm auf das Kapitol in den USA möglich gemacht habe.
via berliner zeitung: ARD-„Kontraste“ attackiert Dieter Nuhr: Er verbreite verschwörungstheoretisch angehauchte Thesen