Eigentlich müsste Putins Armee Angehörige über Tote und Gefangene informieren. Mit dick verbundenem Knie kriecht ein russischer Soldat über den Asphalt. Neben ihm liegen zwei tote Kameraden, ihre Leichen sind voller Blut. Aus dem Off fragt eine Stimme: „Warum bist du hergekommen, du Bastard?“ Der Soldat antwortet: „Ich habe nicht einmal einen Schuss abgegeben. Dort hinten liegt mein Gewehr.“ Unter dem Video steht: nicht identifiziert. Ein anderer Post zeigt den Soldatenausweis eines Ilja K. (Anonymisierung durch uns), in solchen Ausweisen sind in der russischen Armee Dienstgrad, Einsatzort und weitere Details eines Armeeangehörigen vermerkt. Unter dem Post steht: vermutlich tot. Zahlreiche Posts zeigen Bilder von Toten, die im Matsch oder im Schnee liegen, mit zerfetzten Körpern. Unter den Posts stehen oft ihre vollen Namen, Geburtsdaten und Dienstnummern.
Selten war ein Kanal auf Telegram schwerer zu ertragen als „Ischi Svoich“ – „Such deine Leute“. Er zeigt Bilder und Videos russischer Soldaten in der Ukraine, die getötet, verwundet oder gefangen genommen wurden. Und doch ist dieser Kanal für viele russische Angehörige die einzige Quelle, um zu erfahren, was mit ihren Söhnen, Ehemännern und Brüdern passiert ist. Er hat 800.000 Abonnenten.
via vice: Dieser ukrainische Blogger ruft russische Mütter an, wenn ihre Söhne gefallen sind
