Die wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord angeklagte ehemalige KZ-Sekretärin Irmgard F. bekommt Unterstützung aus der rechtsextremen Szene. Sie wird als “Rebellin von Itzehoe” gefeiert. Rechtsextremisten werben im Internet für “Solidarität” mit der einstigen Schreibkraft im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig. In einem in rechtsextremen Kreisen verbreiteten Aufruf wird Irmgard F. als “Rebellin von Itzehoe” gefeiert. “Sie ist 96 Jahre alt, aber sie bietet dem Polit-Tribunal mutig die Stirn”, heißt es dort. Außerdem rufen die Verfasser dazu auf, am nächsten Verhandlungstag Mitte Oktober den Prozess zu besuchen. Weil die 96-Jährige vor dem Prozessbeginn am Landgericht Itzehoe geflohen war, saß sie zwischenzeitlich in Untersuchungshaft. Inzwischen wurde sie aus der U-Haft entlassen. Die Rechtsextremen fordern ein Ende einer angeblichen “Rachejustiz” und “Gerechtigkeit für Irmgard F.”. Auch die NPD fordert “Freiheit für Irmgard F.”. “Unsere Vorfahren waren keine Verbrecher”, schreibt die Hamburger NPD auf ihrer Website. Der als “Volkslehrer” bekannte Berliner Rechtsextremist Nikolai Nerling kündigte auf seinem öffentlichen Telegram-Kanal an, er werde zum nächsten Verhandlungstermin nach Itzehoe reisen. Wegen seiner rechtsextremen Aktivitäten war Nerling aus dem Schuldienst entlassen worden.
via ndr: Neonazis solidarisieren sich mit ehemaliger KZ-Sekretärin