Unterwanderung der Bauernproteste – Alles, was rechts ist

Die Behörden verharmlosen rechts­extreme Tendenzen bei den Bauern­protesten des vergangenen Winters. Es naht die erste große Demo der Saison. Auf dem Höhepunkt der Bauernproteste waren sie alle da: Die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Identitäre Bewegung verteilte Flugblätter. AfD-Politiker zeigten Präsenz, die rechtsextreme Partei Freie Sachsen nahm Videos auf. Das Kamerateam eines öffentlichen-rechtlichen Senders wurde mit „Lügenpresse“-Rufen beschimpft. All das geschah ungehindert, ohne Gegenrede. Alles Einzelfälle, wie die Behörden sagen? Alles Schnee von gestern? Tatsächlich konnten Teilnehmer von Bauerndemos vielerorts rechtsextreme Parolen, Symbole und die Fahne einer gewalttätigen Bewegung zeigen. Wortführer äußerten sich rassistisch. Bei Verkehrsblockaden gab es einen Toten und mehrere Verletzte. Rechtsextremismus ist in der Landwirtschaft kein Einzelfall mehr, das belegen nicht zuletzt überdurchschnittliche Wahlergebnisse der AfD unter Bauern. Der Rechtsruck in der Bauernschaft könnte sich auch diesen Winter wieder auswirken. Die Landwirte haben nach der Ernte weniger auf dem Feld zu tun. Mehr Zeit also, auch für Protest. Für den 23. November hat eine von Bauern geführte nationalistisch-populistische Bewegung eine Demonstration in Berlin angekündigt. Angemeldet sind laut Polizei 10.000 Menschen mit 1.000 Traktoren, Lastwagen und anderen Fahrzeugen. (…) Die Bauernproteste seien nicht „per se als rechtsextremistisch“ einzustufen, heißt es darin. Das BfV habe nur „vereinzelte Demonstrationsteilnahmen, unter anderem von Rechtsextremisten und ‚Reichsbürgern‘ “ festgestellt. Lediglich „in Einzelfällen“ sehe es solche Bezüge bei den Protesten. Nur „vereinzelt“ hätten sich Rechtsextremisten an Störaktionen beteiligt. „Vereinzelt“ seien unter den Teilnehmern der Bauernproteste auch Personen gewesen, die erkennbaren Extremisten indifferent gegenüberstünden oder sogar mit ihnen sympathisierten. „Allerdings gelang es extremistischen Akteuren in Gänze betrachtet zu keinem Zeitpunkt, einen relevanten oder gar steuernden Einfluss auf die Proteste zu nehmen.“ Also alles nicht so schlimm? „Ich finde es schwierig zu sagen, rechtsextremistische Einflussnahmen bei Bauernprotesten waren nur Einzelfälle“, sagt Janna Luisa Pieper, Agrarsoziologin an der Universität Göttingen. „Es gab nicht nur eine Vereinnahmung der Proteste durch Rechtsradikale, sondern auch einen Rechtsruck innerhalb der Landwirtschaft.“ Pieper war selbst bei der Demonstration am 15. Januar in Berlin. „Da hat sich richtig eine Art Gürtel um diese Kundgebung gebildet aus Menschen von rechten Gruppierungen wie zum Beispiel der Identitären Bewegung und aus dem Verschwörungsmilieu.“ Die Identitären seien mit „einem großen Banner“ und Flugblättern offensiv aufgetreten und hätten auch frei heraus erzählt, wer sie sind. Pieper hat von der Demonstration ein Flugblatt der Bewegung mit dem Titel „Solidarität mit unseren Bauern!“ mitgebracht. Die Wissenschaftlerin beobachtete nach eigenen Worten nicht, dass irgendjemand die Rechtsextremen gestoppt hätte.

via taz: Unterwanderung der Bauernproteste Alles, was rechts ist

Prominente verlassen X in #Österreich – “Giftig, voller Lügen, aggressiv und deprimierend” – #eXit

Vor zwei Jahren hat Elon Musk Twitter übernommen und zu X gemacht. Im US-Wahlkampf nutzte er die Plattform für Trump-Werbung. Jetzt haben Prominente aus Österreich X aus Protest verlassen. Am Sonntag um 18 Uhr war es so weit: Der Hashtag lautete #eXit, ein Wortspiel für den Ausstieg aus der Plattform X. Dutzende österreichische Medienmacher und andere bekannte Persönlichkeiten legten ihre Accounts still – darunter die Buchautorin Ingrid Brodnig, der Chefredakteur des Falters, Florian Klenk, der Vizechefredakteur der Kleinen Zeitung, Michael Jungwirth und die Puls4-Infochefin Corinna Milborn.Die Initiative kam von ORF-Fernsehmoderator Armin Wolf, der in Österreich bekannt dafür ist, Politiker durch gut vorbereitete Interviews in die Mangel zu nehmen. “Ich hatte seit einigen Wochen immer wieder darüber nachgedacht und hatte das Gefühl in den letzten Tagen, dass so eine Art Tipping-Point erreicht ist”, sagt Wolf. In seinem eigenen Blog schreibt er, dass es mit Twitter, wie die Plattform früher hieß, lange “schön” gewesen sei. Doch in den letzten Jahren habe sich X “täglich immer weiter radikalisiert”. Es sei “giftig, voller Lügen, aggressiv und deprimierend” geworden. (…) Doch seit der Übernahme durch Elon Musk vor zwei Jahren sei die Plattform toxisch geworden, so Wolf. Irre hätten X überflutet, Propaganda-Bots, Neonazis, Rassisten, Sexisten, Incels und Verschwörungs-Paranoiker. Deren Inhalte seien durch den Algorithmus nach oben gedrängt worden.”Wenn ich in den letzten Wochen ein politisches Posting abgesetzt habe, hatte ich darunter Hunderte Irre”, sagt der Journalist. Er sei mit dem Blockieren nicht mehr nachgekommen. “Ich hatte zuletzt mehr als 9.000 Accounts blockiert. Es war einfach nicht mehr lustig.” Musk selbst sei dabei wie der “Über-Troll” aufgetreten und habe auch Verschwörungstheorien verbreitet. Für viel Aufmerksamkeit sorgte ein Interview, das Musk mit Donald Trump im Wahlkampf bei X führte. Musk ließ Trump seine Falschbehauptungen unwidersprochen verbreiten – unter anderem über Migration, wo Trump mit völlig übertriebenen Zuzugszahlen hantierte.  “Der hat eine Propaganda-Bude daraus gemacht für seinen Freund Donald Trump. Und das finde ich problematisch bei jemandem, der sagt, sein oberstes Kriterium ist free speech”, sagt Wolf. Zum “Über-Troll” mache ihn, dass der Algorithmus von X jeden Tweet von Musk automatisch am höchsten einstufe und Abermillionen Menschen anzeige.

via tagesschau: Prominente verlassen X in Österreich “Giftig, voller Lügen, aggressiv und deprimierend”

KI-generiert

Proteste laut Polizei friedlich verlaufen – AfD-Landesparteitag: Rund 1.300 Gegendemonstranten in Ketsch

Die Proteste gegen den AfD-Landesparteitag in Ketsch sind laut Polizei friedlich verlaufen. Bereits am Samstagmorgen hatten sich 250 Demonstrierende vor der Rheinhalle versammelt. Die Demonstrationen gegen den AfD-Landesparteitag in Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis) am Samstag sind nach Angaben der Polizei friedlich und “überwiegend störungsfrei” verlaufen. Bereits am frühen Samstagvormittag hatten sich rund 250 Protestler vor der Rheinhalle versammelt, um lautstark gegen die ankommenden AfD-Politiker und Mitglieder zu demonstrieren. Auf dem Festplatz gegenüber der Rheinhalle veranstalteten verschiedene Bündnisse ein “Fest der Vielfalt”. Mitorganisator Florian Reck sagte, man wolle ein Zeichen für die Demokratie setzen. Insgesamt nahmen an den Aktionen laut Polizei rund 1.300 Menschen teil. Kurzzeitig sei es zu gegenseitigen verbalen Provokationen gekommen

via swr: Proteste laut Polizei friedlich verlaufen AfD-Landesparteitag: Rund 1.300 Gegendemonstranten in Ketsch

Kosten verschleiert – NGO fordert Untersuchung gegen Krah wegen Flug zu Trump

Haben Maximilian Krah und andere rechte Abgeordnete ihre Kosten für eine Reise zu einer Trump-Gala absichtlich verschleiert? Das soll nun aufgeklärt werden, fordert Transparency International. Die Nichtregierungsorganisation Transparency International fordert von der EU Untersuchungen gegen den AfD-Politiker Maximilian Krah und andere rechte Abgeordnete. Diese sollen Kosten für einen Flug zu einem Gala-Dinner mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump nicht korrekt angegeben haben, berichtet der britische “Guardian”. So flogen Krah, die ungarischen Fidesz-Abgeordneten Kinga Gál und Ernő Schaller-Baross, Harald Vilimsky von der FPÖ sowie die italienische Lega-Politikerin Susanna Ceccardi im Dezember 2023 zur Black-Tie-Gala des New York Young Republican Club (NYYRC) in die USA. Dort hielt Trump eine 80-minütige Rede. Die Gäste zahlten zwischen 699 und 1.399 US-Dollar, um an einem “mehrgängigen französischen Abendessen” mit offener Bar und “hochpreisigen Spirituosen” teilzunehmen, berichtet der “Guardian”. Wie wurden die Reisen finanziert? Unklar ist laut Transparency International allerdings, wie die EU-Abgeordneten die Teilnahme und die Reise dorthin bezahlten. Schließlich sind Abgeordnete verpflichtet, anzugeben, wenn ein Dritter ihre Teilnahme an einer Veranstaltung finanziert – einschließlich Reise- und Unterkunfts- sowie anderer Kosten. Ausnahmen gibt es für Reisen auf eigene Kosten und wenn die EU oder Parteien bezahlen. (…) Krah war in jüngerer Vergangenheit häufiger durch Negativschlagzeilen aufgefallen. Nachdem er in einem Interview erklärt hatte, nicht alle SS-Mitglieder seien Verbrecher gewesen, wurden er und die anderen AfD-Abgeordneten aus der rechtspopulistischen ID-Fraktion ausgeschlossen. Die meisten AfD-Abgeordneten sind mittlerweile Teil der rechtspopulistischen bis rechtsextremen Fraktion “Europa der Souveränen Nationen”, Krah aber fraktionslos. Zudem beschäftigte er einen mutmaßlichen chinesischen Spion als Mitarbeiter und gewährte einem russischen Spion Zugang zum EU-Parlament

via t-online: Kosten verschleiert NGO fordert Untersuchung gegen Krah wegen Flug zu Trump

Volksbank kündigt AfD-Konto – Sparkasse hat jetzt ein Problem

Die Volksbank greift durch und kündigt das Spendenkonto der AfD. Die Sparkasse hat jedoch nicht die Möglichkeit, das Konto zu verbieten. Die Volksbank greift hart durch und hat dem Rotenburger Kreisverband der AfD das Spendenkonto gekündigt. Der Kreisverband der Partei verwendet deshalb ein Spendenkonto bei der Sparkasse. Die Bank erntet dafür zwar einiges an Kritik, jedoch können sie nichts dagegen tun. Nach einer Petition der Rotenburger Ortsgruppe „Omas gegen Rechts“, die die Kündigung des Kontos der AfD fordert, greift die Volksbank durch. Eine Aktivistin der Bürgerinitiative berichtet gegenüber der „Kreiszeitung“, dass die Bank der Forderung nachgekommen ist und das Spendenkonto gekündigt hat. Die „Oma“ teilt mit: „Wir hatten ein sehr freundliches Gespräch mit einem Vorstandsmitglied, aber öffentlich wird er wegen des Bankgeheimnisses nichts sagen.“ (…) Die Petition der Bürgerinitiative hat 27.000 Unterschriften gesammelt und von der Volksbank gefordert, dass diese „ihre Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft ernst nimmt und keinen Beitrag zur Unterstützung von Parteien leistet, die unsere Demokratie untergraben“. Die Bank selbst hat keine Stellungnahme zu der Kündigung gegeben. Wie die „Kreiszeitung“ berichtet, bekennt sich die Volksbank jedoch „ohne Einschränkungen zu den freiheitlichen und demokratischen Grundpfeilern unserer Gesellschaft“. Eine Überzeugung, die von der Sparkasse Rotenburg Osterholz geteilt wird, wie ein Pressesprecher betont. Jedoch ist das neue Spendenkonto des Kreisverbands der AfD künftig bei der Sparkasse. Anders als die Volksbank kann die Sparkasse, als öffentliche Institution, nichts gegen dieses Konto unternehmen. Rechtlich darf die Bank „keine Kontoeröffnung von Parteien, die demokratisch legitimiert sind, zurückweisen“.

via derwesten: Volksbank kündigt AfD-Konto – Sparkasse hat jetzt ein Problem

Entzugsverfahren in Sachsen-Anhalt – Behörden prüfen Waffenlizenzen von AfD-Mitgliedern

109 AfD-Mitglieder in Sachsen-Anhalt besitzen Waffenlizenzen. Bei 72 laufen Verfahren, weil Zweifel an ihrer Eignung bestehen. Hintergrund ist die Einstufung des Landesverbands der AfD als »gesichert rechtsextrem«. Sie wurden als »gesichert rechtsextrem« eingestuft und besitzen offenbar unberechtigt viele Waffenlizenzen: Die Waffenbehörden in Sachsen-Anhalt überprüfen derzeit die Zuverlässigkeit von AfD-Mitgliedern, die im Besitz eines Waffenscheins sind. Das bestätigte das Landesverwaltungsamt der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt besitzen nach Angaben der Behörde 109 Mitglieder der AfD in Sachsen-Anhalt entsprechende Berechtigungen. Gegen 72 von ihnen laufen aktuell Entzugsverfahren, weitere 35 Fälle werden geprüft. In zwei Fällen haben die Betroffenen freiwillig auf ihre Waffen sowie die zugehörigen Erlaubnisse verzichtet. (…) Hintergrund ist die Einstufung des Landesverbands der AfD sowie ihrer Jugendorganisation Junge Alternative (JA) als gesichert rechtsextrem durch den Verfassungsschutz. Infolgedessen sollen die Waffenbehörden des Landes bekannte Mitglieder von AfD und JA, die einen Waffenschein besitzen, genau prüfen.

via spiegelL Entzugsverfahren in Sachsen-Anhalt Behörden prüfen Waffenlizenzen von AfD-Mitgliedern

Die Neonazi-#Terroristin und das #Sturmgewehr

Eine Neonazi-Aktivistin aus Franken sitzt wegen geplanter Terroranschläge in Haft. Nun kommen weitere Details ans Licht. Bei einem angeblich geplanten Waffendeal soll es auch um ein illegales Sturmgewehr gegangen sein. Von Jonas Miller Elke Graßer-Reitzner (NN) Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am 14.11.2024 um 13:00 Uhr. Der Fall sorgte 2020 für bundesweite Aufmerksamkeit: Die Neonazi-Terroristin Melanie H. (Name geändert*) aus dem Raum Nürnberger Land soll Bombenanschläge geplant haben. Dafür soll sie Polizeibeamte und Politiker als mögliche Anschlagsopfer ausgespäht und dazu Privatfahrzeuge und Wohnungen der Betroffenen ausgekundschaftet haben. Vor dem Oberlandesgericht München wurde die heute 59-Jährige im Juli 2021 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Heilpraktikerin habe eine “offen nationalsozialistische Gesinnung” stellte der Richter damals fest. Beispielsweise hatte sie nicht nur eine Hakenkreuzfahne über dem Bett hängen, sondern sich das Symbol der NS-Terrorherrschaft auch eintätowiert. Zudem war sie nach BR-Recherchen fest eingebunden in die bayerische Neonaziszene und pflegte Kontakte zu Unterstützern der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Interesse für Sturmgewehr AK47, Pistole und Handgranate Nun kommen weitere Details ans Licht. Nachforschungen des gemeinsamen Rechercheteams von Bayerischem Rundfunk und Nürnberger Nachrichten (NN) zeigen: Melanie H. wollte sich offenbar 2019 ein Sturmgewehr, eine Pistole und eine Handgranate illegal beschaffen. Deshalb wird derzeit gegen sie und zwei Männer aus dem Raum Nürnberg ermittelt, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz. Das geht aus internen Akten der Kriminalpolizei hervor, die das Rechercheteam einsehen konnte. Codename “Hakan” für Sturmgewehr Demnach soll Melanie H. bereits im Sommer 2019 einen Bekannten aus Altdorf bei Nürnberg während eines gemeinsamen Armbrustschießens gefragt haben, ob dieser Waffen besorgen könne. Der Mann habe daraufhin mit seinem Bruder Anton P. (Name geändert) telefoniert, der Angebote für eine AK47, eine Pistole und eine Handgranate liefern konnte.

via br: Die Neonazi-Terroristin und das Sturmgewehr